Pankreaskrebs (Krebs der Bauchspeicheldrüse) ist in der Regel eine tödlich endende Krebserkrankung, deren Verlauf zudem besonders schnell ist. Und aufgrund der raschen Entwicklung dieser Krebsform kommt die Diagnose häufig viel zu spät, als dass noch lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden könnten. Dies ist mit ein Grund, warum dieser Krebs mit die schlechteste 5-Jahres-Überlebensrate aufweist. Und dies zeigt zudem, wie schlecht und ineffektiv die bislang eingesetzten diagnostischen Verfahren der Schulmedizin zu sein scheinen.

Aus diesem Szenario taucht ein 15-Jähriger auf, Jack Andraka aus den USA, der sich Gedanken gemacht hatte, dass hier eine Lösung des Problems notwendig sei. Und wie es aussieht, hat er mit einfachsten Mitteln, viel Fleiß und Durchhaltevermögen diese Lösung auch gefunden.

Der Test ist nach seinen Angaben (My 3 Cents 0n Cancer: Jack Andraka at TEDxSanJoseCAWomen) 168 mal schneller, 26.000 mal günstiger und 400 mal empfindlicher als das, was in der Schulmedizin momentan als Standard zum Einsatz kommt. Dieser Test ermöglicht dazu noch die Diagnose von weiteren Krebsformen wie Lungenkrebs und Eierstockkrebs. Dieser Test kostet 3 Cents, dauert nur 5 Minuten und hat eine 90-prozentige Trefferquote. Die Trefferquote der gegenwärtig gängigen Testmethode, die schon mehr als 60 Jahre alt ist, kann über 30 Prozent von positiven Fällen nicht entdecken und kostet in den USA circa 800 Dollar.

Für seine Nachforschungen benutzte er lediglich Google und Wikipedia als primäre Informationsquellen. Aber auch wenn sich das jetzt nach einer „einfachen Angelegenheit“ anhört, war es doch komplizierter als zunächst angenommen. Denn der junge Mann hatte im Laufe seiner Forschungen mit etlichen Problemen zu kämpfen, die ihn jedoch nie von seinem Ziel abbringen konnten. Das alleine ist schon bemerkenswert. Aber was bringt einen jungen Menschen dazu, sich mit solchen Themen zu befassen, statt, wie andere in seinem Alter, Sport zu betreiben, Videospiele zu spielen und so weiter?

Laut seinen Aussagen hatte er ein Schlüsselerlebnis, als ein Freund der Familie, der für ihn wie ein Onkel war, an Pankreaskrebs verstarb. Darauf hin begann er mit seiner Literaturrecherche im Internet. Er fand hier, dass es einen Marker für Pankreas-, Lungen- und Eierstockkrebs gibt, ein Protein mit dem Namen Mesothelin. Dieser Marker jedoch ist bei jedem Menschen vorhanden. Bei Menschen, die an einer der drei Krebsformen erkrankt sind, ist er erhöht.

Danach stellte sich die Frage, wie es möglich ist, diese erhöhten Konzentrationen des Proteins zu bestimmten. Dazu wollte er einen Test entwickeln, der nicht invasiv war, zudem schnell durchzuführen war, nicht zu teuer, einfach und selektiv genug, um aussagekräftig zu sein.

Seine Recherchen endeten in einem System, in dem Antikörper, die sich gegen Mesothelin richteten, mit Kohlenstoff-Nanoröhrchen versetzt wurden und dieses Gemisch auf Teststreifen aufgebracht wurde, die einem Diabetes-Teststreifen ähnlich sehen. Durch die Nanoröhrchen wurde der Teststreifen elektrisch leitfähig. Bei dem Test binden die Antikörper vorhandenes Mesothelin und vergrößern sich. Dadurch werden die Nanoröhrchen auseinander geschoben, was die Leitfähigkeit der Röhrchen herabsetzt. Je mehr Mesothelin vorhanden ist, desto größer wird der Antikörper-Nanoröhrchen-Komplex und desto ausgeprägter wird die Abschwächung der Leitfähigkeit des Komplexes. Als Testsubstanz dient das Serum eines Patienten, also kein Vollblut mit roten Blutkörperchen. Die elektrische Leitfähigkeit wird mit einem einfachen Ohm-Meter (Widerstandsmessgerät) gemessen.

Eine seiner größten Schwierigkeiten bestand, wie er in dem Vortrag in Youtube aussagte, in der Suche nach einem Labor, in dem er seine Ideen umsetzen konnte. Er schrieb 200 Professoren an und stellte seine Idee vor und bekam, bis auf eine Ausnahme, fast 200 Absagen. Als dieser eine Professor sich schließlich „breitschlagen ließ“, brauchte der junge Forscher immerhin noch sieben Monate, um zu dem Ergebnis zu kommen, das er jetzt der wissenschaftlichen Gemeinde präsentieren konnte.

Während dieser sieben Monate hatte er mit der „Tücke des Objekts“ zu kämpfen und einiges an Fehlern und Rückschlägen einzustecken. Aber auch hier gab er nicht auf. Nachdem er erfolgreich einen Teststreifen hatte entwickeln können, wurde dieser in klinischen Studien ausgetestet. Diese zeigten, dass der Teststreifen eine 90-prozentige Trefferquote aufwies. Ein weiterer Vorteil des Teststreifens ist, dass er die Erkrankung schon in ihrer Frühphase erkennen kann, da bereits zu diesem Zeitpunkt die Konzentrationen von Mesothelin signifikant erhöht sind. Ein früheres Einschreiten würde dann auch zu einer verbesserten Prognose führen.

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Mögliche Ursachen von Pankreaskrebs

Wie es aussieht, stehen hier drei mögliche Ursachen in vorderster Front, die sich aus unserem Lebensstil ableiten lassen. Dies sind:

Eine Studie aus dem Jahr 2010 bestätigt den Zusammenhang zwischen dem Fructosekonsum und der Entwicklung von Pankreaskrebs: Fructose Induces Transketolase Flux to Promote Pancreatic Cancer Growth. Wie es den Anschein hat, ist die Fructose eine Art „Brennstoff“ für maligne Zellen, besonders für Tumorzellen in der Bauchspeicheldrüse. Sie bewirkt eine raschere Entwicklung der Tumorzellen als ohne Fructose.

Weitere Schlüssel hier scheinen Übergewicht und damit verbunden körperliche Inaktivität zu sein. Bei einer Insulinresistenz liegen im Organismus überproportional hohe Konzentrationen an Insulin vor. Da Insulin nicht nur Blutzuckerwerte senkt, sondern auch wie ein Wachstumshormon funktioniert, liegt hier die Vermutung nahe, dass hohe Konzentrationen von Insulin das Wachstum von Tumoren begünstigt.

So ist ein hoher Body Mass Index (BMI) verbunden mit einem 1,5 bis 2-mal so hohem Risiko für Pankreaskrebs im Vergleich zu einem niedrigen BMI. Bei Frauen ist das Risiko sogar um den Faktor 2,5 mal höher. Reduktion des Körpergewichts und körperliche Aktivitäten senken das Risiko beträchtlich. Männer, die mindestens 8 Stunden im Monat angestrengt trainieren, haben nur ein 59-prozentiges Risiko für die Entwicklung von Pankreaskrebs gegenüber Männern, die weniger oder überhaupt nicht trainieren.

Grund für dieses Szenario liegt wohl in der Tatsache, dass die Pankreas der Produktionsort von Insulin ist. Mit einer überzogenen Insulinproduktion erfolgt auch eine Vergrößerung der Krebszellen der Bauchspeicheldrüse. So vermuten die Wissenschaftler heute, dass bei einer Überproduktion an Insulin günstige Bedingungen für entartete Zellen in der Pankreas geschaffen werden. Damit sollte eine Behandlung beziehungsweise Prävention von Krebs allgemein und Pankreaskrebs im Speziellen immer mit Maßnahmen einhergehen, die die Senkung der Insulinspiegel zum Ziel haben.

Ich denke hier weniger an medikamentöse Maßnahmen, sondern an körperliche Bewegung, die dies ebenfalls bewerkstelligen kann. Aber auch eine entsprechend gesunde Ernährung lässt die Insulinspiegel nicht hochschnellen. Fasten und Kalorienrestriktion sind weitere Maßnahmen, die in die gleiche Richtung zielen. Wie Fasten und Kalorienrestriktion sich günstig bei dieser Indikation auswirken können, habe ich bereits in einigen Beiträgen beschrieben:

Diese Theorie, dass Zucker „Brennstoff“ für Krebszellen ist, ist überhaupt nichts Neues. Schon vor circa 80 Jahren wurde der Nobelpreis dem deutschen Forscher Dr. Otto Warburg zugesprochen, der als Erster erkannt hatte, dass Krebszellen einen ausgesprochen unterschiedlichen Stoffwechsel im Vergleich zu gesunden Zellen haben. Aber bis heute ist diese Erkenntnis noch nicht in die schulmedizinische Behandlung von Krebserkrankungen durchgedrungen. Dazu kommt noch, dass Glucose und Saccharose (Haushaltszucker – ein Zweifachzucker, bestehend aus einem Molekül Glucose und einem Molekül Fructose) – die Kapazitäten der Neutrophile beschneidet. Neutrophile sind weiße Blutkörperchen, die „Eindringlinge“ in den Organismus angreifen, Krebszellen mit einbegriffen.

13 Ratschläge, die krebsvermeidend sind

  1. Vermeidung von industriell gefertigten Nahrungsmitteln, Zucker aller Art und Getreideprodukten. Das gilt leider auch für unverarbeitetes, organisches Getreide, da auch dies relativ rasch verdaut wird und den Insulinspiegel in die Höhe treibt. Das Gleiche gilt auch für die Leptinspiegel.
  2. Zu viel an eiweißreicher Ernährung sollte ebenso vermieden werden. Eine akzeptable Richtzahl ist ein Gramm pro Kilogramm Normalgewicht.
  3. Kontrolle der Nüchternwerte von Insulin und Leptin. Dazu gilt es, Zucker und zuckerhaltige Nahrungsmittel zu vermeiden, ebenso Getreideprodukte. Zusätzlich sollte man mit regelmäßiger körperlicher Aktivität beginnen. Unter Umständen ist ein relativ einfacher und nicht übermäßig teurer Bluttest notwendig, um sich ein genaues Bild machen zu können.
  4. Die Normalisierung des Verhältnisses von Omega-3-Fettsäuren zu Omega-6-Fettsäuren durch den vermehrten Konsum von Spirulina, Fisch oder Krillöl bei gleichzeitiger Reduzierung der üblichen industriell vertriebenen Speise- und Salatöle.
  5. Regelmäßige körperliche Bewegung, die für sich alleine genommen schon in der Lage ist, Blutglucosespiegel zu senken und damit die Insulinproduktion einzuschränken. Geringe Konzentrationen an Insulin = geringes Krebsrisiko.
  6. Die Normalisierung von Vitamin-D-Spiegeln durch ausreichend Sonnenstrahlen. Falls man nicht auf der „Sonnenseite“ lebt, dann kommen sichere Sonnenanlagen als Alternative in Frage.
  7. Regelmäßiger und ausreichender Schlaf.
  8. Vermeidung von Umweltgiften, wie Pestiziden, Haushaltschemikalien, synthetischen Geruchsentfernern und so weiter.
  9. Vermeidung, wo eben möglich, von elektromagnetischer Strahlung von Handys, Funkmasten, Mobilfunksender und WLAN-Geräten.
  10. Vermeidung von Braten oder Rösten von Nahrungsmitteln, besonders Fleisch.
  11. Stressvermeidung beziehungsweise Stressmanagement und -abbau, da es Hinweise gibt, dass neurologische Prozesse, die auf Stresserlebnissen basieren, Einfluss auf die Entwicklung von Krebs haben können.
  12. Wenigstens ein Drittel aller aufgenommenen Nahrungsmittel sollten roh sein.
  13. Überlegen Sie, das Nahrungsangebot um Nahrungsmittel zu bereichern, die im Ruf stehen, krebsvorbeugend zu sein, wie Heilpilze, Brokkoli, Resveratrol (in Rotwein und roten Weintrauben zum Beispiel), Curry (Curcumin) und so weiter. Daneben gibt es noch Nahrungsmittel, die die Angiogenese bei Tumorzellen unterdrücken; das heißt, dass diese Nahrungsmittel Substanzen enthalten, die die Neubildung von Blutgefäßen zu den Tumorzellen unterdrücken und somit den Tumor „aushungern“. Wie so etwas aussehen kann und welche Nahrungsmittel für diesen Zweck in Frage kommen, können Sie unter Angiogenese oder: Wie esse ich gegen Krebs? nachlesen.

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Beitragsbild: fotolia.com – crevis