Harnleiterverengung: Ursachen, Verlauf, Diagnose Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Eine Striktur oder Verengung des Harnleiters kann kongenital (angeboren) sein; sie kann aber auch durch pathologischen Druck angrenzender Gefäße oder Tumoren, Nierenptose oder metastasierende Neoplasmen verursacht sein. Ebenso können Verletzung, die während des Abganges eines Nierensteines oder eine versehentliche Verletzung während einer Operation zu Strikturen führen; auch entzündliche Veränderungen durch Infektionen, insbesondere durch eine Tuberkulose, spielen hierbei eine Rolle.




Die Symptome sind die einer rezidivierenden (wiederkehrende) Infektion der Harnwege mit oder ohne Hydronephrose (Wassersackniere). Die Diagnosen stellt der behandelnde Arzt aufgrund der Krankengeschichte, der Laborbefunde sowie der intravenösen und retrograden Utererographie (Röntgen des Harnleiters mit Hilfe eines Kontrastmittles). Eine Nierensenkung kann mit Anfällen von Nierenkolik einhergehen.

Ursachen

Eine Harnröhrenstriktur ist manchmal angeboren, meist aber erworben. Bei angeborenen Fällen kann es sich um eine einfache Verengung des Lumens (der Harnröhre) oder um einen Verschluss des Lumens durch klappenartige Schleimhautfalten in der Pars prostatica (Abschnitt der Prostata) handeln. Erworbene Strikturen entstehen nach Infektionen (besonders Gonokokkeninfektion), nach einem Trauma oder nach einer chemischen Reizung, in deren Folge es zu Vernarbungen des Bindegewebes kommt.

Ein nicht organisch bedingter, vorübergehender Spasmus des Beckenbodens kann durch eine Entzündung des hinteren Bereiches der Harnröhre oder das gewaltsame Einführen von Instrumenten hervorgerufen werden. Aber auch ein stark saurer Harn, Steine oder organische Strikturen können einen Spasmus verursachen. Schließlich können auch psychische Störungen und diätische, alkoholische oder auch sexuelle Ausschweifungen als Ursache einer Harnleiterverengung in Betracht kommen.

Symptomatik

In der Anamnese findet man rezidivierenden Harnröhrenausfluss und Miktionsstörungen (Störungen bei der Entleerung der Harnblase), wie ein dünner, kraftloser Strahl, verzögerter Harnaustritt, häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen, Harnstottern, Nachträufeln und gelegentliche Blutungen. Eine fortgesetzte Behinderung des Harnflusses kann zu Symptomen der Rückstauung und des aufsteigenden Übergreifens auf die Harnwege (Infektionen etc.) führen. Oft wird die Diagnose vom behandelnden Arzt bereits aufgrund der Anamnese vermutet und durch den Widerstand bei der versuchsweisen Einführung eines Endoskops oder einer Sonde erhärtet. Auch die Untersuchung mit Hilfe von Ultraschall, kann die Diagnose verifizieren.

Eine nicht behandelte Harnleiterverengung kann durch den ständigen Rückstau des Urins und den dadurch entstehenden Druckanstieg auf die Nieren dieser bleibende Schäden zufügen.

Therapie

Viele Strikturen können durch die richtige Behandlung einer akuten Harnröhrenentzündung (Urethritis) und durch die Vermeidung traumatischer Verletzungen der Harnröhre verhindert werden. Die Therapie einer vorhandenen Striktur besteht in einer allmählichen Dehnung mit entsprechenden filiformen Bougies (Dehnungsröhrchen), stärkeren Bougies und Sonden. Vorher sind jedoch beispielsweise chronische Infektionen auszuschließen, da diese durch das Einführen der Bougies verschlimmert werden könnten. Gegen die Schmerzen können Analgetika wie Novalgin oder Iboprofen gegeben werden.

Ein chirurgischer Eingriff ist angebracht, wenn:

  1. Die Strikturen undurchgängig oder wegen ihrer Länge und Derbheit einer Dilatation (Erweiterung) nicht zugänglich sind,
  2. Urämie (Harnvergiftung) oder Urosepsis (eine systemische Entzündungsreaktion des gesamten Organismus infolge einer von den Harnwegen ausgehenden bakteriellen Infektion) zur Beseitigung der Verengung zwingen,
  3. Harninfiltration der Umgebung, periurethraler Abszess, Eiterung oder Fistelbildung die Striktur komplizieren oder
  4. einen länger währende Dilatation nicht durchführbar ist.

Operative Maßnahmen sind Dehnungen in Narkose, Meatomie (chirurgische Erweiterung des Harnkanals), Marsupialisation (eine vorhandene Zyste wird durch eine Inzision geöffnet), Urethrotomie (Harnröhrenschlitzung), Resektion (operative Gewebeentfernung) angeborener Klappen oder Verengungszonen und der Sectio alta (hoher Blasenschnitt). Abschließend ist eine entsprechende Dilatationsbehandlung notwendig.

Prävention

Einer Harnleiterverengung kann (gem. Lehrmeinung) nicht vorgebeugt werden.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 18.04.2013 aktualisiert