Erbrechen: Symptome, Ursachen und  Behandlungsalternativen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Beim Erbrechen (Vomitus, Emesis) kommt es zu einem plötzlichen Auswurf des Mageninhalts. Dies kann spontan geschehen oder aber durch Manipulation (z.B. durch Finger in den Mund stecken) hervorgerufen werden.

Erbrechen ist ein Symptom, welches den Betroffenen auf eine Störung oder Erkrankung des Organismus aufmerksam machen möchte. Daneben dient es auch dem Schutz vor bzw. der Abwehr schädigender Substanzen. Erbrechen zählt zu den häufigsten Symptomen, es zeigt sich bei nahezu jedem Menschen mindestens einmal in seinem Leben.

Dabei können sich auch Neugeborene und Kleinkinder übergeben, die den Vorgang meist heftiger empfinden als Erwachsene und bei denen es durch die noch mangelhafte Abwehr zu stärkeren Folgeerscheinungen kommen kann. Im verlängerten Mark (Medulla oblongata) des Gehirns liegt das Kontrollzentrum für den Brechvorgang. Die Übermittlung von Informationen geschieht nerval.

Symptome

Störungen im Magen-Darm-Trakt werden über Dehnungs- und Chemorezeptoren wahrgenommen, in Impulse umgewandelt und über den Nervus vagus zum Brechzentrum gesendet. Bei im Blut befindlichen Substanzen geschieht die Übermittlung ähnlich. Im Gehirn erfolgt die Verarbeitung der Informationen, was meist zuerst zu einer Übelkeit und anschließend zum Erbrechen führt.

Der Brechakt geschieht innerhalb weniger Sekunden und nach einem speziellen Muster, welches dafür sorgt, dass keine weiteren Organe oder Strukturen während des Vorgangs Schaden nehmen. So wird bei physiologischem Ablauf unter anderem das Aspirieren (Einatmen von z.B. Erbrochenem) verhindert. Zu Beginn zeigt sich ein flaues Gefühl in der Magengegend, welches in Übelkeit umschlägt.

Die Atemzüge sind vertieft, Stimmritze und Nasen-Rachen-Raum verschließen sich. Die Muskulatur des Magens erschlafft, die Bauchmuskulatur führt ruckartige Kontraktionen aus und erhöht so den Druck im Bauchraum. Der Mageninhalt wird nach oben gepresst, dabei kann auch sich im Dünndarm befindlicher Speisebrei mitgenommen werden. Es kommt zum Erbrechen.

Erbrechen wird meist, neben der Übelkeit, von weiteren Anzeichen begleitet. Betroffene werden blass im Gesicht, ihr Körper zittert, eine vermehrte Schweißproduktion ist zu beobachten.

Unter Umständen tritt Schwindel auf, der Blutdruck fällt ab oder der Kreislauf bricht zusammen. Im Mund setzt ein vermehrter Speichelfluss ein. In einigen Fällen tritt auch zeitgleich Durchfall auf.

Das Erbrochene kann, je nach Ursache, schwallartig, im Strahl oder langsam herausfließend zu Tage befördert werden. Meist sind es zerkleinerte Nahrungsbestandteile, die durch Getränke gefärbt sind (z.B. rot-braun bei Rotwein oder Kaffee) oder durch Säuren (z.B. Essig, Zitrone) ausgefranst erscheinen.

Bei schweren Erkrankungen sind auch verschiedene Beimengungen wie Blut, Schaum, Eiter oder Kot zu beobachten.

Ursachen für Erbrechen

Die Ursachen für Erbrechen sind vielfältig und nicht immer muss ein Arzt zu Rate gezogen werden, da die Beschwerden nach dem "sich Übergeben" oft sofort nachlassen.

Neugeborene übergeben sich häufig nach der Nahrungsaufnahme. Dies kann z.B. durch zu hastiges Trinken und dabei verschluckter Luft hervorgerufen werden.

Weitere Ursachen für kindliches Erbrechen sind unter anderem:

  • eine Pylorusstenose (Schließmuskelverengung am Magenausgang, führt zu schwallartigem Erbrechen),
  • die Kardiaachalasie (Fehlfunktion von Nervenzellen im unteren Speiseröhrenabschnitt),
  • eine Milchunverträglichkeit (gibt sich meist in den ersten drei Lebensjahren),
  • die Ösophagusatresie (Fehlen eines Anteils der Speiseröhre),
  • Vergiftungen (z.B. mit Putzmitteln) oder auch eine
  • Meningitis ( Hirnhautentzündung).

Zu den häufigsten Ursachen bei Jugendlichen und Erwachsenen zählen:

  • die Schwangerschaft,
  • der übermäßige Alkoholgenuss (Intoxikation),
  • Vergiftungen mit Gasen, Chemikalien oder Lebensmitteln (auch Unverträglichkeiten) sowie
  • Medikamentenunverträglichkeiten und Medikamentenintoxikationen (z.B. zum Suizid).

Oft verursachen auch schwere Kopfschmerzen oder Migräneanfälle, Übelkeit und Brechreiz.

Bei den Erkrankungen führen vor allem die:

  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung),
  • das Magengeschwür,
  • der Darmverschluss (Ileus),
  • eine Blinddarmentzündung,
  • eine gereizte Gallenblase sowie
  • der Hitzschlag und
  • die Gehirnerschütterung zum Erbrechen.

Zu den weniger in Erscheinung tretenden, Erbrechen auslösenden Erkrankungen zählen z.B.:

Weitere Ursachen sind z.B. Störungen des Hormonhaushalts, des Elektrolyt- und Mineralhaushalts, nervöse Fehlfunktionen (z.B. bei der Reisekrankheit oder bei Ekel zu beobachten) sowie das forcierte Erbrechen bei Essstörungen (z.B. Bulimie, Anorexia).

Nach operativen Eingriffen zeigt sich ebenfalls ein vermehrter Brechreiz, hier liegt unter Umständen eine Narkosemittelunverträglichkeit vor.

Das sich Übergeben nach Unfällen mit Verletzung ist meist auf den entstandenen Schock zurückzuführen, der das Nervenzentrum beeinflusst.

Erbrechen führt, neben dem Verlust des Mageninhalts, rasch zu einem Austrocknen sowie eine Elektrolytverschiebung durch Flüssigkeitsmangel und Salzmangel. Daher sollte man einen nicht abklingenden Brechreiz medizinisch abklären lassen.

Therapiemaßnahmen

Der Arzt kann zusätzlich zur Auswertung des Labors (Blutwerte), verschiedene Untersuchungsmethoden zur Abklärung nutzen.

Hierzu zählen:

  • die Röntgenaufnahme,
  • CT,
  • MRT,
  • EEG,
  • ERCP (z.B. bei Verdacht eines Gallensteinleidens),
  • Ultraschall,
  • neurologische Tests, sowie die
  • Gastroskopie oder
  • Rektoskopie.

Die sich anschließende Therapie richtet sich nach dem Befund.

Dabei hat die Substitution der verloren gegangenen Elektrolyte, Mineralien und vor allem der Flüssigkeit oberste Priorität.

Der Brechreiz kann schulmedizinisch mit Antiemetika (Mittel gegen Erbrechen) beseitigt werden.

Der Magen darf nur langsam wieder belastet werden, die Getränke sollten daher ohne Kohlensäure und Zucker sein, die Nahrung ist magenschonend und wenig gewürzt zu wählen. Fenchel und Kamille besitzen eine beruhigende Wirkung und können z.B. als Tee verabreicht werden.

Liegt die Ursache in einer Erkrankung oder Störung, muss die weitere Behandlung auf eine mögliche Beseitigung ausgerichtet werden (z.B. Antibiotika, Operation, psychologische Betreuung).

 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert