Symptome

Krämpfe - Symptome, Ursachen und Therapie

Der Krampf (Spasmus) bezeichnet eine, meist mit Schmerzen verbundene, unwillkürliche Kontraktion (Zusammenziehen) von Muskelgewebe, die sich nahezu an jeder Stelle des Körpers zeigen kann.

Dabei können nur einzelne Muskelzellen oder aber die gesamte Muskelgruppe betroffen sein. Neben Schmerzen können Krämpfe derart ausgeprägt sein, dass sie Funktionen von Organen behindern bzw. lähmen oder den Betroffenen bei Tätigkeiten für eine bestimmte Zeit einschränkt.

Jeder Mensch leidet in seinem Leben mindestens einmal an einer der unterschiedlichen Krampfformen, die sich zum Teil in jedem Lebensabschnitt (vom Säugling an) ausbilden können.

Symptome

Dabei treten die Kontraktionen wellenförmig (bzw. wiederkehrend) über ein bestimmtes Zeitintervall auf. Spasmen werden, unabhängig vom Ort des Auftretens, in drei Gruppen unterteilt: Der tonische Spasmus kennzeichnet Krämpfe, die statisch und gleichbleibend, in der Regel über einen längeren Zeitraum auftreten.

Bei einem klonischen Spasmus wechseln sich Anspannungs- und Erschlaffungsphase wiederkehrend ab (sie gleichen Zuckungen), das Zeitintervall ist meist wesentlich kürzer als beim tonischen Spasmus.

Die dritte Gruppe stellt eine Mischform aus tonischen und klonischen Kontraktionsphasen dar. Krämpfe entstehen hauptsächlich im Bereich der quergestreiften Muskulatur, können daneben aber auch Hohlorgane betreffen, die über eine glatte Muskelschicht verfügen.

Die quergestreifte Muskulatur liegt zum einen dem Skelett an (mehr als 600 Muskeln, dienen hauptsächlich der willkürlich beeinflussbaren Motorik) und bildet daneben auch den Herzmuskel, der nicht krampfen kann und über ein eigenes Reizleitungssystem verfügt.

Glatte Muskelzellen unterliegen, im Gegensatz zur quergestreiften Muskulatur, nicht der Willkür des Menschen. Sie bilden feste, im Bindegewebe eingebettete Bündel, die der UmGallenblasemantelung von Hohlorganen dienen (z.B. Darmblase, Blutgefäße,  oder Harnblase).

Die Innervation und Steuerung von Aktivitäten erfolgt über das vegetative Nervensystem (Sympathikus – Parasympathikus).

Ursachen

Die Ursachen für Spasmen sind sehr unterschiedlich und hängen mit vom Ort der Entstehung ab. In den meisten Fällen liegt ein Ungleichgewicht im Elektrolyt- und Mineralienhaushalt vor, vor allem bei den Konzentrationen von Magnesium, Kalzium, Kalium und Natriumchlorid, wesentlichen Bestandteilen zur Auslösung von Aktionspotentialen (elektrische Erregbarkeit von Zellen). Das Ungleichgewicht entsteht z.B. durch Flüssigkeitsverlust (Schwitzen, Sport), Flüssigkeitsmangel oder den übermäßigen Genuss von Alkohol.

Krämpfe entwickeln sich daneben z.B. auch im Rahmen von Durchblutungsstörungen (verursachen einen Sauerstoffmangel im Gewebe), bei Ödemen, durch Hyperventilation (Entwicklung einer respiratorischen Alkalose durch übermäßig abgeatmetes Kohlendioxid), bei speziellen Muskelerkrankungen (z.B. Phosphofructokinase-Mangel), durch hormonelle Störungen bzw. Stoffwechselerkrankungen (z.B. Hyperparathyreoidismus, Diabetes mellitus), neurologische Störungen (z.B. Polyneuropathien, ALS – amyotrophische Lateralsklerose), Übermüdung oder Überlastung von Muskelbereichen (z.B. durch anstrengende Tätigkeiten, Ausdauersport bei schlechter Kondition) und auch durch spezielle Medikamente (z.B. Betablocker, Diuretika).

Zu generalisierten Krämpfen kann es unter anderem durch Vergiftungen, Entzündungen (z.B. Meningitis), Fieber oder Wundstarrkrampf (durch das Bakterium Clostridium tetani) kommen, die sich allesamt auf das periphere oder zentrale Nervensystem auswirken. Der meist plötzlich auftretende Krampf ist im Bereich der Muskulatur häufig sichtbar und fühlbar. Neben dem Schmerz ist die Muskelgruppe verhärtet und drückt sich zum Teil durch die Haut wie eine Schwellung.

Der versorgte Skelettanteil reagiert unter Umständen mit einer Funktionsbeeinträchtigung oder einem Funktionsverlust (z.B. sichtbar im Bereich des Fußes oder der Hand, durch unnatürlich abgespreizte Zehen oder Finger, die sich kaum bewegen lassen). Zu den häufigsten Krämpfen im Bereich der Skelettmuskulatur zählen Spasmen der Waden, der Schienbeinmuskeln, der Füße und der Hände.

Betrifft der Krampf die Bauchdecke (eher selten), ist diese gespannt und kaum eindrückbar. Krämpfe im Bereich von Hohlorganen führen zu einer unterschiedlich ausgeprägten Klinik, weisen aber generell Beschwerden einer Kolik auf. Besonders häufig zeigt sich dieses Bild bei falscher Ernährung oder Unverträglichkeit dieser (z.B. Genuss von blähenden oder fettigen Speisen), einer Blinddarmentzündung, bei Nierensteinen, chronischen Darmentzündungen (z.B. Morbus Crohn), einer Pankreatitis oder einer Eierstockentzündung.

In vielen Fällen sind die Krämpfe nur von kurzer Dauer und können durch geeignete Maßnahmen rasch gelindert werden. Zeigen sich die Krämpfe jedoch immer wiederkehrend oder lassen sie auch nach Stunden nicht da, sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen. Dabei ist für den Mediziner vor allem die Zusammensetzung des Blutes (Blutwerte) von Interesse, da sich hier unter anderem Elektrolytverschiebungen feststellen lassen. Liegen die Krämpfe im Bereich von Organen, werden weiterführende Untersuchungen durchgeführt.

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Therapie

Hierzu zählen z.B. die Sonographie des Bauchraums, Röntgenkontrollen, die CT, ein EEG oder die Auswertung einer Liquorpunktion (bei Verdacht eines Erregers). Bei der konservativen Therapie steht die Lösung des Krampfes durch einfache Mittel im Vordergrund. Vielfach helfen warme Bäder oder eine Massage der betroffenen Region.

Durch Streckung des verkrampften Bereichs (= Dehnung) kann der Reflex unter Umständen gebrochen werden (z.B. Strecken der Finger). In einigen Fällen hilft auch das Drücken gegen einen Widerstand (z.B. eine Wand, bei verkrampften Zehen) oder das feste Reiben der Region.

Mangelerscheinungen können durch geeignete Präparate (z.B. Magnesiumtabletten, Elektrolytlösungen) ausgeglichen werden. Daneben dienen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mit Mineralien und Elektrolyten), der Verzicht auf Alkohol und eine ausreichende Aufwärmphase vor sportlichen Aktivitäten der Prävention.

Liegt die Ursache in einem schwerwiegenderen Problem, muss die z.B. verursachende Störung beseitigt werden, um das Krampfleiden zu behandeln (z.B. Entfernung von Steinen, Fiebersenkung, Blinddarmentfernung).

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert

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