Alternative Heilverfahren

Die Ozontherapie - Anwendung, Wirkung und Nutzen

Die Ozontherapie bedient sich der desinfizierenden, keimtötenden und durchblutungsfördernden Wirkung des Reizgases Ozon. Das energiereiche Ozon wird aus reinem Sauerstoff gewonnen und lässt sich aufgrund seiner kurzen Halbwertzeit nur begrenzte Zeit lagern.

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Das Ziel der Therapie: Die Optimierung der Sauerstoffversorgung des Organismus und der Blutzirkulation im Gewebe als Gesamtes. Sauerstoffunterversorgung führt zu chronischer Mattigkeit sowie physischem, psychischem und mentalem Leistungsabfall. Ozonbehandlungen sollen auch die Immunabwehr stärken sowie die Anfälligkeit, eine Allergie zu erwerben, senken.

Verschiedene Konzepte der Ozontherapie

Bei der großen Ozon-Eigenbluttherapie wird in einer zwanzig bis neunzigminütigen Behandlung Blut entnommen, mit der Sauerstoffverbindung Ozon angereichert und erneut in die Vene gespritzt oder als Tropfinfusion verabreicht. Intra-arterielle Injektionen in die Beinschlagader werden wegen möglicher Emboliegefahr inzwischen weniger durchgeführt.

Die so genannte kleine Ozon-Eigenblutbehandlung kommt mit wenigen Millilitern Blut und dessen Anreicherung aus, welches anschließend direkt in einen Muskel (etwa den Gesäßmuskel) injiziert wird: In kleinsten Mengen aktiviert es Stoffwechsel und rote Blutkörperchen so, dass deren Bindungsfreudigkeit an Sauerstoff gesteigert wird. Das Blut fließt besser, Gewebe und Organe werden optimal mit Sauerstoff versorgt.

Die rektale Ozon-Begasung versorgt Patienten mittels Darm-Katheter mit dem Ozon-Sauerstoff-Gemisch, das mit der Darmwand reagiert, etwa als Mittel gegen Verstopfung.

Weiter kann ozonisiertes Öl auf infizierte Wunden und pilzbefallene Hautareale aufgebracht werden.

Alternativ lassen sich Wunden diabetischer Beingeschwüre, Operationswunden, Fisteln und Platzwunden mittels Ozon-Beutelbegasung von Keimen und Pilzen befreien: Wunden heilen problemloser ab.

Arthrose und akute Bandscheibenleiden können mittels radiologisch kontrollierter Ozoninjektionen durch den Neurologen behandelt, - etwa in die Facettengelenke der Wirbelkörper oder in die Bandscheiben. Dieses Verfahren ist aber extrem selten.

Am häufigsten sind die große und die kleine Ozon-Eigenbluttherapie, sowie die Ozon-Beutelbegasung. 

Heilwirkungen des Ozons

Man vermutet, dass bei der Ozontherapie die Gleitfähigkeit der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) durch die Oxidation verbessert wird und diese den Sauerstoff dadurch weniger stark an sich binden. Dadurch soll der Sauerstoff leichter ans Gewebe abgegeben werden können.

Außerdem soll Ozon auf die Nervenbahnen wirken und die Neubildung von Gefäßen anregen.

Obwohl Ozon selbst als giftig gilt, soll es entgiftend wirken: Leber und Nieren werden angeregt, Blutfett und Harnsäure schneller abgebaut. Tierversuche an Ratten zeigten, dass in die Bauchhöhle gegebenes Ozon Schädigungen der Leberzellen zu vermindern imstande war.

Italienische Forscher konnten 2005 außerdem positive Wirkungen des äußerlich angewendeten Gases bei Hautproblemen und Störungen der Durchblutung vermelden.

Befürworter der Ozontherapie benennen neben Virusinfekten und Durchblutungsstörungen auch Krampfadern, Gelenkschmerzen, Asthma, Allergien und sogar Krebs als Indikationen: Hier kann die immunaktivierende Ozontherapie begleitend zu Chemotherapie und Bestrahlung zum Einsatz kommen.

Diverse Formen gestörter Blutzirkulation von Kopfbereich, Herz und Beinen gehen meist mit einem großen Leidensdruck für die Betroffenen einher, die speziell unter offenen, schmerzenden Beinen und Schwindel, aber auch wachsender Vergesslichkeit und Unbeweglichkeit leiden. Ozon verspricht auch Linderung für viele Patienten, die an der Schaufensterkrankheit oder rheumatischen Erkrankungen leiden.

Sogar Zahnärzte setzen Ozon zur Kariesbehandlung (und anschließender Remineralisierung), Desinfektion des Wurzelkanals und Sterilisierung von Zahnbereichen ein - eine Behandlung ohne den verhassten Bohrer, die von den gesetzlichen Kassen aber derzeit nicht getragen wird. Ozonisierte Flüssigkeiten dämmen Zahnfleischentzündungen und Parodontitis ein.

Wann Vorsicht geboten ist …

Bei akuten Herzbeschwerden, inneren Blutungen, Blutgerinnungsstörungen, einer Überfunktion der Schilddrüse, während der Schwangerschaft und bei einer Allergie gegen Ozon sollte die Ozontherapie dagegen nicht angewendet werden. Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln sowie mit Vitamin-C-Präparaten können ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Während die gesetzlichen Krankenkassen bei Lungenpatienten die Kosten für eine Sauerstoff-Langzeittherapie übernehmen, erstatten sie derzeit keine Kosten für die kombinierte Verabreichung von Sauerstoff und Ozon.

Alle Formen der Ozontherapie lassen sich sehr gut mit weiteren
alternativmedizinischen Therapieverfahren wie z. B. der Homöopathie, der Akupunktur, der Neuraltherapie und der Phytotherapie kombinieren.

Ähnliche Heilverfahren: Eigenbluttherapie - Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert

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