Bluthochdruck - Hypertonie
Kann man Bluthochdruck auch ohne Medikamente senken?
Hoher Blutdruck gilt Risikofaktor für viele Krankheiten wie Arteriosklerose,
Schlaganfall oder
Herzkrankheiten. Auch für die Blutgefäße ist der
dauerhaft hohe Druck nicht günstig.
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Fast jeder 3. Erwachsene in Deutschland erkrankt an Bluthochdruck. Es handelt
sich also um eine sehr häufige Erkrankung. Da der Bluthochdruck lange Zeit keine Beschwerden macht, fällt die
Erkrankung oft erst viel zu spät auf.
Bei den meisten Menschen hat der Bluthochdruck keine erkennbare Ursache. Ihr Arzt nennt das essentielle oder
primäre Hypertonie.(siehe auch: Bluthochdruck als Symptom)
Wie "gefährlich" Bluthochdruck für den einzelnen Patienten ist, hängt von weiteren Faktoren ab. Wer insgesamt
ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen hat, für den kann schon ein leicht erhöhter Blutdruck riskant
sein - so wird es jedenfalls von vielen Ärzten vertreten.
Hypertonie hat keine eindeutigen Symptome und wird daher oft spät erkannt. Um festzustellen, ob chronischer
Bluthochdruck vorliegt, kann regelmäßiges Blutdruckmessen und ein Blutdruck-Tagebuch helfen. Diese Werte können dem
Arzt bei der Diagnose sehr nützlich sein. Zudem kann eine 24-Stunden-Blutdruckmessung erfolgen. Bestimmte Organe,
die durch Bluthochdruck geschädigt werden, wie Nieren oder Augen, können zusätzlich untersucht werden. Falls nötig,
wird der Arzt Medikamente zur Blutdrucksenkung verschrieben. Doch belasten Medikamente in der Regel den Körper und
haben meist Nebenwirkungen.
Das Problem ist jedoch zunächst, Bluthochdruck zu erkennen, denn: nur jedem vierten Betroffenen ist der
Bluthochdruck auch bewusst.
Bluthochdruck tritt häufig zusammen mit anderen Erkrankungen wie Diabetes,
erhöhten Blutfettwerten (Blutwerte) und häufig mit Übergewicht auf. In der Medizin werden diese
Symptome als das „metabolische Syndrom“ zusammengefasst. Dies bedeutet, dass hauptsächlich falsche Ernährung
zu diesen Problemen führt.
Und die "Hauptschuldigen" sind schnell entlarvt - und eigentlich auch alle bekannt: zu viel Essen (vom
Falschen), zu viel Salz und zu viel Alkohol.
Die Rolle des Salzes ist im Zusammenhang mit Bluthochdruck immer noch umstritten. Das liegt vor allem daran,
dass es Menschen gibt, die als „salzsensibel“ gelten, und solche, bei denen auch mit einer verminderten Salzzufuhr
der Blutdruck kaum gesenkt werden kann.
Etwa 60% der Bluthochdruck-Patienten gelten als "salzsensibel". Leider kann bisher nicht bestimmt werden, wie
jeder Einzelne reagiert. Um Ihr Risiko möglichst zu minimieren, sollten Sie daher generell sparsam mit Salz
umgehen.
Aber Sie können auch an den anderen Punkten zur Senkung des Blutdrucks ansetzen:
Um seinen Blutdruck ohne Medikamente zu senken und gesund zu bleiben, gibt es viele einfache, nebenwirkungsfreie
Möglichkeiten, die jeder selbst ergreifen kann.
Eine Änderung des Lebensstils in wichtigen Punkten senkt nachweislich den Blutdruck und damit das Risiko von
Folgekrankheiten. Zudem sollte man auch bei medikamentöser Therapie die Änderung bestimmter Gewohnheiten als
wichtige Unterstützung durchführen.
Eine ausgewogene Ernährung, moderater Ausdauersport und Strategien zur Stressbewältigung helfen den meisten
Menschen effektiv, den Blutdruck zu normalisieren. Daneben gehören Risiken wie Rauchen oder Alkoholkonsum
ausgeschaltet.
Die richtige Ernährung spielt eine große Rolle. Gesättigte Fettsäuren wie tierische Fette
sollten zugunsten von ungesättigten, zum Beispiel in Pflanzenöl, vermieden werden. Täglich sollte viel Gemüse auf
dem Speiseplan stehen und regelmäßig auch Fisch, jedoch keine geräucherten Sorten, da sie viel Salz enthalten.
Omega-3-Fettsäuren helfen, den Blutdruck zu senken. Sie sind in Fisch, Leinsamenöl, Hanföl oder Walnussöl
enthalten. Eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren verhindert zudem viele andere Krankheiten. Wer einen Mangel
befürchtet, kann täglich einen Esslöffel Fischöl, Krillöl oder Hanföl pur als Nahrungsergänzung einnehmen.
Alkohol schadet neben dem Blutdruck weiteren Organen und kann sogar laut einer aktuellen Studie des Deutschen
Instituts für Ernährungsforschung Krebs verursachen (http://www.thieme.de/SID-15C0A37C-4E47EABE/dmw/704.html). Sein Konsum sollte deshalb vermieden werden.
Lebensmittel mit viel Zucker bewirken eine hohe Insulinausschüttung im Körper. Dabei besteht nicht nur die
Gefahr, eine gefährliche Insulinresistenz zu entwickeln, auch der Blutdruck steigt an und wichtiges Magnesium wird ausgespült. Zucker sollte daher nicht in großen Mengen gegessen werden.
Bei kohlehydratreichen Lebensmitteln sollte man komplexe Kohlehydrate bevorzugen, wie Vollkornprodukte.
Weißmehlprodukte sind dagegen zu meiden. Vorsicht auch vor Fruktose. Zwar verursacht sie keinen Anstieg des Blutzuckerspiegels, lässt jedoch den
Blutdruck steigen. Sie ist in Nahrungsmitteln für Diabetiker sowie in süßen Getränken oder Sirup zu finden. Obst
ist genrell gut.
Daneben gilt: Jeder Mensch ist und isst anders. Jeder sollte auf seine persönlichen Bedürfnisse bei der Nahrung
achten und sich danach richten. Der Körper gibt Signale, wenn er etwas braucht. Oft verlernen wir, darauf zu hören.
Wer seine Ernährung umstellt, sollte daher sensibel vorgehen.
Übergewicht sollte bei Bluthochdruck unbedingt reduziert werden. Dabei ist neben dem Zuviel an Gewicht wichtig,
wie das Fett am Körper verteilt ist. Vor allem Bauchfett gefährdet die Gesundheit. Egal, wie hoch das Körpergewicht ist, der
Taillenumfang sollte bei Männern 102 Zentimeter und bei Frauen 88 Zentimeter nicht überschreiten.
Rauchen, auch das gelegentliche "Paffen" einer Wasserpfeife, hat zahlreiche, negative Auswirkungen auf den
Körper. Schadstoffe greifen die Gefäße an, die Durchblutung wird verschlechtert. Daher sollten Raucher versuchen, von ihrem Laster
loszukommen.
Koffein verursacht einen Anstieg des Blutdrucks. Pro Tag sollten maximal zwei Tassen Kaffee getrunken werden. Wer
an kritischem Bluthochdruck leidet, verzichtet besser ganz auf Coffein in Getränken wie Kaffee oder Limonade.
Regelmäßige Bewegung hilft nicht nur gegen Übergewicht und Bluthochdruck, sondern tut dem ganzen Körper gut und
hält gesund. Am besten eigenen sich moderate Ausdauersportarten wie Walking, Schwimmen, Wandern, Tanzen oder Radfahren. Idealerweise
trainiert man drei- bis viermal die Woche mindestens eine halbe Stunde. Dabei ist Überanstrengung zu vermeiden.
Niemals sollte man außer Atem geraten. In dem Fall das Tempo senken. Faustregel: Man sollte beim Sport immer in
der Lage sein, noch zu sprechen. Ganz genau kontrollieren kann man seine Leistung mit einer Pulsuhr. Wer lange keinen Sport mehr getrieben hat, sollte sich vorher von einem
Sportmediziner beraten lassen. Er kann ein individuelles Sportprogramm erstellen.
Sport im Freien hat noch einen weiteren Vorzug: Durch das Sonnenlicht produziert der Körper Vitamin D. Ein Mangel an Vitamin D kann den Blutdruck und die Gefahr einer Insulinresistenz
erhöhen.
Zudem setzt Sonnenlicht Endorphine frei und fördert so das Wohlbefinden.
Letztendlich ist Stress ein großer Risikofaktor für Bluthochdruck. Fast jeder Arbeitnehmer leidet unter Stress
im Beruf. Strategien zur Stressbewältigung gehören daher zu jedem Programm gegen Bluthochdruck. Es gibt
verschiedene Entspannungsprogramme, wie
Yoga, autogenes Training oder Muskelentspannung nach Jacobson. Hier sollte jeder ausprobieren, welche Übungen ihm angenehm
sind und helfen, zur Entspannung zu finden. Auch ein Auspowern beim Sport kann Stress und Aggressionen
abbauen.
Neben den grundlegenden Faktoren für einen gesunden Blutdruck gibt es ein paar kleine Helfer, die zusätzlich
dazu beitragen können, den Blutdruck im Normalbereich zu halten.
Magnesium und Calcium können ebenso wie Vitamin C und Vitamin E als Nahrungsergänzung eingenommen werden, um einem Mangel vorzubeugen.
Ein Extrakt aus Olivenblättern hat einer Studie aus dem Jahr 2008 zufolge den Effekt, den Blutdruck zu
normalisieren sowie Cholesterin zu
senken. Neben Tabletten kann ein Tee aus getrockneten Olivenblättern helfen.
Mütter, die ihre Kinder zwölf Monate oder länger stillen, geben ihren Babys einen wichtigen Schutz vor
Bluthochdruck mit ins Leben.
Mit diesen Strategien geht man einen natürlichen, nebenwirkungsfreien Weg zu einem normalen Blutdruck. In
einigen Fällen von krankhaftem Bluthochdruck ist eine Behandlung mit Medikamenten dennoch notwendig. Dann sollte
man die Änderung des Lebensstils als wichtigen Teil der Therapie betrachten. Neben einem normalisierten Blutdruck
erreicht man damit mehr Wohlbefinden und Gesundheit.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 18.10.2011 bearbeitet.
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