Leukämie - Verschiedene Blutkrebs-Formen Verständlich Erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Leukämie ist eine sog. "bösartige Erkrankung" und wird eigentlich den Krebserkrankungen zugeordnet. Aber: Der "Ablauf" und Entstehung haben nur sehr wenig mit dem gemeinsam, was wir landläufig als Krebs kennen, weswegen die Leukämie eigentlich den Blutkrankheiten zuzuordnen ist.

Es handelt sich bei der Leukämie um eine Erkrankung von Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), welche sich pathologisch vermehren und unkontrolliert ausbreiten. Im Vergleich zu anderen Krebsarten gilt die Leukämie als seltene Erkrankung, an der jährlich rund 10.000 Menschen in Deutschland erkranken.

Die unreifen Zellen werden im Knochenmark oder im lymphatischen Gewebe gebildet, sind hauptsächlich nicht funktionstüchtig, gelangen über die Blutbahn zu den verschiedenen Organen und verdrängen die gesunden, normal funktionierenden Leukozyten.

Verschiedene Formen der Leukämie

Die Unterteilung der Leukämie geschieht zum einen nach ihrem Ursprungsort: Die vom Knochenmark ausgehende Entartung führt zur myeloischen Leukämie, die lymphatische Form entsteht im lymphatischen System.

Zum anderen wird die Entstehungsgeschwindigkeit unterschieden: Die akute Leukämie entwickelt sich durch die Entartung unreifer Zellen. Bedingt durch die hohe und rasche Teilungsrate kann diese Form schnell zum Tode führen. Die chronische Leukämie manifestiert sich durch ihren langsamen Verlauf erst nach Monaten bis Jahren.

Akute Leukämie

Akute Leukämien können sich in allen Altersgruppen entwickeln. Mit ca. 80 Prozent aller Leukämien im Erwachsenenalter (Inzidenz: 3 / 100.000 Einwohner pro Jahr) gilt die akute myeloische Leukämie (AML) als häufigste Form. Im Kindesalter zeigt sich vergleichbar die akute lymphatische Leukämie (ALL), bei der es zur Entartung von Lymphoblasten kommt. Die besondere Gefahr der ALL liegt in der Tatsache, dass auch Hirnhäute angegriffen werden können, wodurch das Gehirn geschädigt wird.

Die Ursachen für die Entstehung einer akuten Leukämie sind nicht ganz geklärt.

In Verbindung zu der Erkrankung meint die Schulmedizin aber genetische Einflüsse, Immundefekte, Strahlenbelastungen und eine chemische Exposition, z.B. Zytostatika und Benzol zu sehen. Als Risikofaktoren gelten Umweltgifte und Nikotinkonsum.

In Japan zeigt sich eine viral beeinflusste Sonderform der lymphatischen Leukämie (T-ALL).

Die Klinik weist Symptome auf, die meist in Zusammenhang mit dem Befall des Knochenmarks stehen:

  • Es zeigen sich v.a. Anämie (Blutarmut) oder eine Thrombozytopenie (Thrombozytenmangel) mit Schleimhautblutungen,
  • Hämatomen (Blutergüssen) oder Petechien (punktförmige Einblutungen in die Haut)

Seltener kommt es zur:

Betroffene leiden aber häufig an:

Vermehrt im Kindesalter zeigen sich:

Bei Befall der Hirnhäute kommt es zu Kopfschmerzen, z.T. mit migräneartigem Charakter.

Chronische Leukämie

Auch bei den chronischen Leukämien lassen sich eine myeloische Leukämie(CML) und eine lymphatische Leukämie (CLL) Form unterscheiden.

Bei der chronisch myeloischen Leukämie kommt es zu einer starken Vermehrung von Granulozyten (spezielle Leukozytenart). Die Erkrankung zeigt sich vermehrt zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr und weist eine Inzidenz von 1 / 100.000 Einwohnern auf.

Die chronisch lymphatische Leukämie weist eine Anhäufung von B-Lymphozyten besonders im Bereich von Leber, Milz, Lymphknoten und Knochenmark auf, die bei der Untersuchung meist vergrößert, entartet bzw. geschwollen vorliegen. Die Inzidenz liegt bei 3 / 100.000 pro Jahr. Typisch für die Erkrankungsform sind verschiedene Hautmerkmale wie z.B. Ekzeme, Herpes zoster und Petechien, einhergehend mit einem teilweise unstillbaren Juckreiz.

Mit ca. 150 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland (womit die Erkrankung als sehr selten gilt) zeigt sich die chronische Haarzell-Leukämie (HCL), bei der ebenfalls B-Lymphozyten betroffen sind.

Der CLL und der HCL zugeordnet werden die sog. Non-Hodgkin-Lymphome (spezielle Krebsformen des lymphatischen Systems, die keine der Hodgkin-Kriterien aufweisen).

Allgemein zeigen sich eine körperliche Leistungsminderung, andauernde Müdigkeit, blasse Hautfarbe, Schwindel, Atemnot (Symptom der Anämie), Fieber, Nachtschweiß, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Je nach vorliegender Variante kann es zu vermehrten Blutungen (z.B. häufiges Nasenbluten), schlecht heilenden Wunden, auffälligen Hämatomen nach Bagatellverletzungen, erhöhter Infektanfälligkeit sowie lebensbedrohlicher Meningitis (Hirnhautentzündung) kommen.

Diagnose

Vor allem das Blutbild gibt Aufschluss über die vorliegende Erkrankung. Daneben erfolgen in der Schulmedizin Probebiopsien des Knochenmarks, CT, Ultraschall und Röntgenaufnahme der Knochen bzw. Organe.

Die Schulmedizinische Therapie richtet sich nach vorliegender Leukämie-Form. Mittel der Wahl ist die Chemotherapie, die neben vielen Nebenwirkungen (u.a. Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall) auch gesunde Zellen zerstört.

Unterstützend werden die Bestrahlung befallener Regionen sowie spezielle Medikamente eingesetzt. Erhöhte Heilungschancen zeigt die Knochenmarktransplantation. Auch ist der Erfolg vom Verlauf abhängig, wobei die akute Leukämie z.T. durch ihr rasches Fortschreiten unaufhaltsam (= letal) ist.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 06.06.2012 aktualisiert