Darmpolypen - Symptome - Verlauf -
Therapie
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Darmpolypen sind Wucherungen der Schleimhaut (Mucosa), die in den Darm ragen und so die freie
Passage beeinträchtigen. Sie sind dabei von unterschiedlicher Größe (wenige Millimeter bis einige Zentimeter) und
Form (gestielt, tailliert, pilzartig, breitflächig) und treten isoliert oder in Gruppen auf. In der Regel
bilden sich die Polypen im Dickdarmende (Kolon) oder im Mastdarm
(Rektum). Sie führen bei den Betroffenen meist erst zu Beschwerden, wenn durch eine Größenzunahme die Defäkation
(Gang zur Toilette) verändert ist. Nahezu zehn Prozent der Bevölkerung weisen Darmpolypen auf (wobei Männer
wesentlich häufiger erkranken als Frauen), die Zahl steigt mit zunehmendem Alter (ca. ab dem 60. Lebensjahr auf
über 30 Prozent).
Darmpolypen können gut- oder bösartig sein. In den meisten Fällen (über 90 Prozent) handelt es
sich um Adenome (Wucherungen des Drüsengewebes), die durch Wachstum auch entarten können (= Krebs -Vorstufe / Präkanzerose).
Ursachen
Die Ursachenforschung für die Entstehung von Darmpolypen ist noch nicht abgeschlossen. Man vermutet einen
Zusammenhang zwischen der Lebensweise und der Entstehung. Diese Vermutung basiert auf der Tatsache, dass vor allem
in westlichen Industrienationen eine Ausbreitung von Darmpolypen beobachtet werden kann. Auch scheinen der
vermehrte Genuss von tierischen Fetten, Alkohol und Nikotin in Verbindung mit Übergewicht und pflanzenfaserarmer
bzw. ballaststoffarmer Ernährung die Entstehung zu fördern. Weitere Entstehungsmechanismen könnten genetischer
Natur oder umweltbedingt (z.B. durch Gifte, Luftverschmutzung) sein. Zu den genetischen Faktoren zählen z.B. das
eher selten in Erscheinung tretende Peutz-Jeghers-Syndrom (führt zu vielen Polypen, auch im Magen,
die nur zum Teil entarten), die Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP, führt zu vielen Polypen im
Dickdarm, die grundsätzlich entarten), das Gardner-Syndrom (Entstehung vieler Polypen im Dickdarm,
hundertprozentige Entartungswahrscheinlichkeit, daneben weitere Tumorbildung, z.B. in den Knochen) sowie das
Cowden-Syndrom (verursacht die Bildung von Polypen in Magen und Darm mit erhöhtem Risiko der
Entartung).
Symptome
Darmpolypen sind so lange unauffällig, wie sie die Darmpassage nicht behindern (wenn sie klein sind). Daher
findet der Befund entweder bei Routineuntersuchungen als Zufall statt oder es haben sich Beschwerden entwickelt,
die einer ärztlichen Abklärung bedürfen. Hierzu zählen unklare Krämpfe oder Bauchschmerzen (stechend, ziehend, ausstrahlend oder auch
kolikartig), Defäkationsunregelmäßigkeiten (Durchfall
oder Verstopfungen) sowie Blut im Stuhl oder Schleimauflagen beim Stuhlgang. Durch
eine Größenzunahme sind die Polypen in der Lage, den gesamten Weg für die verdaute Nahrung zu versperren, es droht
der Darmverschluss (Ileus).
Ebenfalls kann es durch die anhaltenden (nicht immer sichtbaren) Blutungen zu einer Anämie (Blutarmut) kommen.
Diagnose
Der behandelnde Arzt wird zuerst die familiären Hintergründe klären. In der Anamnese werden auch
Ernährungsgewohnheiten, Tätigkeiten des Alltags, Vorerkrankungen und einzunehmende Medikamente geklärt.
Anschließend erfolgt die körperliche Inspektion, Palpation (vor allem der Darmgegend) und Auskultation (Hören von
Darmgeräuschen). Das Blutbild gibt unter Umständen erste Hinweise auf
Unregelmäßigkeiten (z.B. Anämie), der Stuhltest (Hämoccult-Test) dient dem Nachweis von nicht sichtbarem
Blut. Durch die Sonographie lassen sich benachbarte Organe beurteilen, die Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel kann
den Darm und mögliche Verschlüsse bzw. Engen darstellen. Mithilfe einer Koloskopie wird der Darm gespiegelt, dabei
können von den Polypen Proben gewonnen (Biopsien zur histologischen Auswertung) bzw. diese auch vollständig
entfernt werden. Blutungsquellen werden gleichzeitig verschlossen. Seit einiger Zeit wird die CT des Darms als
virtuelle (und schonende) Alternative zur Koloskopie genutzt, hierbei ist jedoch keine Biopsie möglich.

Therapie
Darmpolypen werden grundsätzlich entfernt, um einer Entartung vorzubeugen. Weist die histologische Auswertung
bereits entartete Zellen nach, muss der Darm unter engmaschiger Kontrolle gehalten werden. Bei genetisch bedingtem
Polypenwachstum reicht die Entfernung der Polypen nicht aus bzw. ist die Entfernung durch die dicht
zusammenstehenden Ausstülpungen nicht möglich. Hierbei kann nur der betreffende Darmabschnitt (meist das gesamte
Kolon) entfernt werden, um größeren Schaden abzuwenden. Ein künstlicher Darmausgang ist nicht notwendig, der
verkürzte Darm wird an das Rektum angeschlossen.
Rezidive sind nicht ausgeschlossen. In fünf bis zehn Prozent kann es nach Jahren zu Neubildungen kommen, unter
anderem dann, wenn die Polypen zuvor nicht vollständig entfernt wurden. Um bösartigen Wucherungen vorzubeugen,
sollte jeder Mensch ab dem 40. Lebensjahr in regelmäßigen Abständen zur Vorsorge (mit Darmspiegelung) gehen. Ab dem
50. Lebensjahr ist die jährliche Kontrolle auf Blutungen (Stuhltest) sinnvoll.
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