Magenkrebs: Anzeichen, Symptome, Therapie und
Heilungschancen
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Entartungen im Bereich des Magens können einen gutartigen (benigne Tumoren) oder bösartigen (Karzinom) Charakter
besitzen. Dabei zeigt sich eine Häufung der Fälle bei bereits bestehender Schädigung des Magens, besonders bei
chronischer Gastritis -
Magenschleimhautentzündung oder dem Magengeschwür (Ulcus
ventriculi).
Benigne - gutartige Tumoren machen ungefähr 20 Prozent aller
Gewebeneubildungen des Magens aus. Adenome entstehen aus dem Epithel von Magendrüsen. Hier finden sich lokale oder
auch multiple Karzinoide sowie mesenchymale Tumoren. Auch Hyperplasien können zu den gutartigen Tumoren gezählt
werden. Sie zeigen sich vor allem in Form von Polypen oder Drüsenzysten. Meist verursachen gutartige Tumoren keine
Beschwerden und werden durch Routineuntersuchungen entdeckt. Nur sehr selten kommt es zu Stauungen (z.B. bei
Verhinderung des Magenausgangs) oder Schluckstörungen (bei Verlegung des Mageneingangs).
Um eine maligne Entartung zu verhindern, werden die Gewebewucherungen meist endoskopisch (mit einer Schlinge)
abgetragen oder minimalinvasiv entfernt. Die Abheilung ist milde und weist eine sehr gute Prognose auf.
Das Magenkarzinom zeichnet sich dagegen leider durch seine Bösartigkeit aus. Im Jahr 2006
wurden bei ca. 10.600 Männern und ca. 7.200 Frauen die Diagnose Magenkrebs gestellt. Damit liegt diese
Krebserkrankungen auf Platz 5 bei den Männern und auf Platz 6 bei den Frauen bezogen auf die Krebshäufigkeiten. In
anderen Ländern sieht dies jedoch zum Teil ganz anders aus. In Japan erkranken zum Beispiel wesentlich mehr
Menschen an Magenkrebs als in Deutschland oder den USA. Warum dies so ist ist nicht sicher bekannt. Man nimmt an,
dass in Ostasien der häufige Verzehr von gesalzenem und salzhaltigen Produkten eine Rolle spielen könnte.
Die genauen Gründe für die Entstehung des Karzinoms sind jedoch weder bei uns, noch in Asien oder den USA
ergründet.
Ursachen
Ein Faktor der u.a auch bei und verantwortlich gemacht wird ist die Besiedelung des Magens mit dem Bakterium
Helicobacter pylori.
Allerdings ist auch diese These umstritten, da nur wenige mit Helicobcter "besiedelte" Patienten auch einen
Magenkrebs entwickeln.
Als weitere Ursachen werden:
- Fehlernährung (reich an Nitrosaminen = salzig, geräuchert, gepökelt bei gleichzeitiger Reduktion von
Vitaminen),
- vermehrter Alkoholkonsum,
- Nikotin und die
- familiäre Disposition (zehn Prozent aller Magenkarzinome zeigen sich innerhalb der Nachkommen)
verantwortlich gemacht. Ein unbehandeltes Adenom kann als Präkanzerose (Vorstufe) dienen.
Zu über 95 Prozent finden sich die Entartungen im Bereich der magensaftproduzierenden Drüsen, daneben kommt es
auch bei lymphatischen Zellen oder dem Muskel- und Bindegewebe zu Wucherungen. Mit bis zu 70 Prozent findet sich
der Tumor im Antrum (unterer Bereich des Magens, kurz vor dem Ausgang). Jeweils zehn bis 20 Prozent entstehen im
Angulus (oberer Magenwinkel, direkt nach dem Eingang) und im Korpus (Körper).
Das Magenkarzinom weist unterschiedliche Stadien und Formen auf. Es zeigen sich oberflächliche, vorgewölbte und
exkavierte (vertiefte) Gewebewucherungen, die sich nach der TNM-Klassifikation (Tumor-Knoten-Metastase)
differenzieren lassen. Tumoren des Frühstadiums sind auf Mucosa (Schleimhaut) und Submucosa beschränkt.
Symptome
Häufig bleibt die Entstehung eines Karzinoms unentdeckt (zum Teil entwickeln sich zu Beginn uncharakteristische
Bauchschmerzen und Übelkeit), die Symptomatik zeigt sich erst im Verlauf der Erkrankung. Es kommt in über 80
Prozent der Fälle zu einer Gewichtsverlust.
Betroffene klagen häufig über Schmerzen im
Abdominalbereich. Zusätzlich zeigen sich Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und körperliche Schwäche. Eine schwer geschädigte Magenwand neigt zu Blutungen, was sich im
Erbrochenen (Hämatemesis) zeigen kann. Je nach Lokalisation treten verzögerte Magenentleerungen oder
Schluckbeschwerden und Sodbrennen auf. Besonders große
Entartungen lassen sich bei besonders dünnen Menschen sogar ertasten. Ein Anzeichen für eine Streuung ist der
Befall von Lymphknoten. Der direkt in der linken Schlüsselbeingrube gelegene Virchow-Lymphknoten ist in diesem
Fall vergrößert und tastbar. Bei Befall der Leber - Leberkrebs zeigen sich
häufig die für eine Leberstörung typischen Symptome mit Ikterus
(Gelbfärbung von Haut und Skleren) sowie Aszites (Flüssigkeitsansammlung im freien Bauchraum).
Diagnose
Die Diagnostik wählt eine ausgeprägte Untersuchungsreihe, um differentialdiagnostisch der Symptomatik ähnelnde
Erkrankungen ausschließen zu können. Hierzu zählen das Magengeschwür, die
Gastritis,
das Reizmagensyndrom, Erkrankungen der Galle oder Lebererkrankungen, Reflux und Sodbrennen. Es erfolgen Anamnese,
Inspektion und Palpation. Das Blutbild wird auf Veränderungen der
Tumormarker und der allgemeinen Werte hin untersucht (Anämie = Blutarmut). Bei blutenden
Karzinomen zeigt sich dies unter Umständen im Stuhltest. Die Magenspiegelung mit Biopsie gibt weiteren
Aufschluss. Bei gesicherter Diagnose erfolgen zum Ausschluss von Metastasen Röntgen-Kontrastmittel- und
Röntgen-Thorax-Aufnahmen, CT, Szintigraphie und Sonographie der benachbarten Organe.
Schulmedizinische Therapie
Je nach vorliegendem Stadium wird die Therapie gewählt. Ein isolierter Tumor kann im einfachsten Fall großzügig
exzidiert werden (inklusive der zugehörigen Lymphknoten). Fortgeschrittene Karzinome führen zu Magenteilresektionen
(Zweidrittel-Resektion nach Billroth) bzw. zur vollständigen Entfernung des Magens (totale Gastrektomie). Hier wird
aus dem verbleibenden Gewebe (Darm und Speiseröhre) ein Ersatz genäht, der den Reflux aufgenommener Speisen
verhindert und gleichzeitig als Reservoir dient. Diese OP bedeutet einen großen Einschnitt für den Betroffenen, der
sein gesamtes Leben inklusive Nahrungsgewohnheiten umstellen muss. Ist der Tumor bereits zu weit fortgeschritten
und sind andere Organe befallen, kann die operative Entfernung als palliative Maßnahme erfolgen, um Schmerzen und allgemeine Beschwerden zu lindern.
Lebenserwartung und Heilungschancen
Eine frühzeitige Diagnose erhöht die Überlebenschancen enorm. Insgesamt liegt die Überlebensrate isolierter
Karzinome nach fünf Jahren bei ca. 50 Prozent, bei Metastasen sinkt sie leider auf ungefähr 15 Prozent ab.
Chirurgen beurteilen die Wahrscheinlichkeit auch nach der Möglichkeit der Operationsmöglichkeiten: Kann in
einem frühen Stadium operiert, wenn sich der Magenkrebs noch auf die innerste Schicht des Magens beschränkt,
beträgt die Lebenserwartung nach 5 Jahren über 90 % - ein sehr guter Wert. Wird der Magenkrebs erst in deutlich
späteren Stadien entdeckt, so werden die Heilungschancen von Schulmedizinern generell deutlich schlechter
beurteilt.

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