Kopfschmerzen - Ursachen, Therapien und
HausmittelSchätzungen zufolge leiden in Deutschland mehr als 70 Prozent der Bevölkerung unter
verschiedenen Formen (über 220 verschiedene Arten) von Kopfschmerzen (Cephalgien).
In drei Prozent der Fälle besteht das Leiden dauerhaft, die Kopfschmerzen sind jeden Tag vorhanden. Cephalgien
treten akut oder chronisch auf und entstehen isoliert (primäre Kopfschmerzen) oder im Rahmen von Erkrankungen des
Organismus (sekundäre Kopfschmerzen).
Bei den primären Kopfschmerzen, die wesentlich häufiger in Erscheinung treten, sprechen Mediziner mittlerweile von
einer eigenständigen Erkrankung.
Im Vergleich dazu gilt der Schmerz bei der sekundären Form als Symptom.
Isolierte Cephalgien können spontan auftreten, kurz und von geringer Intensität sein und genau so rasch wieder
gehen.
Starke Kopfschmerzen führen häufig zu Übelkeit, Erbrechen und allgemeinem Krankheitsgefühl. Die Intensität kann
derart zunehmen, dass die Augen tränen und Betroffene zu keinen Handlungen mehr in der Lage sind(= lähmender
Charakter). Hierbei kommt es z.B. auch zu akuten Fieberschüben (siehe auch Fieber) oder einer der Meningitis ähnlichen Nackensteife.
Kopfschmerzen - jeder kennt sie und bei jedem kann es anders sein...Der
Schmerz selbst kann stechend, pochend, drückend sein, über eine Gehirnhälfte ziehen oder den gesamten Schädel
betreffen. Zum Teil zieht er zum Auge oder über das Gesicht. Zu den primären Cephalgien zählt die Migräne.
Sie entsteht anfallsartig und führt zu einem meist einseitig auftretenden Schmerz von pulsierender oder stechender
Qualität. Mit Zunahme der Beschwerden entstehen auch Übelkeit und Erbrechen, dabei kann ein Anfall bis zu 72 Stunden andauern und den Betroffenen vollständig in
seinen Aktivitäten lähmen.
Frauen sind doppelt so oft (bis zu 14 Prozent) betroffen wie Männer (bis zu acht Prozent), ein Erkrankungsgipfel
liegt zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr. Häufige primäre Kopfschmerzen sind auch der Spannungskopfschmerz (zeigt sich bei fast 90 Prozent aller Menschen mindestens einmal im
Leben, ist nur selten chronisch ausgeprägt, führt zu einem vom Nacken ausgehenden Schmerz, der sich zum Teil über
den gesamten Kopf ausbreitet und meist nach ca. einem Tag wieder verschwindet), die Hemicrania
continua (halbseitiger Kopfschmerz) und der Cluster-Kopfschmerz (in Attacken auftretender
Schmerz, der hinter dem Auge beginnt, über den Kopf zieht, zwischen wenigen Minuten bis mehreren Stunden anhält, um
nach einer kurzen Periode ohne Schmerz erneut aufzutreten).
Durch Druck oder Zug von außen (z.B. zu enger Helm, Zopf oder Haarspangen) entsteht ein Kopfschmerz, der nach
Beseitigung der verursachenden Quelle rasch nachlässt.
Auslöser von Kopfschmerzen
Sekundäre Kopfschmerzen treten wesentlich seltener in Erscheinung, weisen jedoch eine Vielzahl an
unterschiedlichen Auslösern auf.
Hierzu zählen:
- Medikamente (z.B. bei Schmerzmittelabusus, Nitrospray)
-
Infektionen (Erkältungen, Stirnhöhlenvereiterung)
- Vergiftungen (Gase, Dämpfe, Intoxikationen mit Alkohol)
- der Sonnenstich oder Hitzschlag
- die Dehydration (Flüssigkeitsmangel)
- Wirbelsäulenleiden (durch Schonhaltung kommt es zu Verspannungen)
- Sehstörungen (eine
Überanstrengung der Augen, z.B. durch regelmäßige Arbeiten am Computer, fördert den Kopfschmerz, auch bei
Glaukom oder Fehlsichtigkeiten)
- Stoffwechselstörungen (z.B. bei
Diabetes
mellitus), Kopfverletzungen (Erschütterung, Schädel-Hirn-Trauma, Schädel-Basis-Bruch),
- Zahnprobleme
- Enzephalitis oder Meningitis
- Durchblutungsstörungen
(Gefäßstenosen, Schlaganfall) und
- Tumoren des Gehirns (z.B. Glioblastom, Astrozytom).
Der monatliche Regelzyklus führt bei einigen Frauen, neben den bekannten Unterleibsbeschwerden (siehe auch
Menstruationsstörungen)
zu stichartigen Kopfschmerzen, die kurz vor Einsetzen der Blutung beginnen und mit der Regel langsam
nachlassen.
Neben somatisch begründbaren Kopfschmerzen lassen sich auch psychogene bzw. psychosomatische sowie idiopathische (=
ohne erkennbaren Auslöser) Cephalgien unterscheiden.
Zur differenzierten Diagnose ist eine ausführliche Anamnese sehr wichtig.
Vielfach reichen neurologische Untersuchungen und Tests aus, um eine gezielte Behandlung zu erstellen. Besonders
sekundäre Kopfschmerzen erschweren die Beurteilung.
Hier erfolgen meist weiterführende Untersuchungen wie z.B. die MRT oder eine CT des Schädels (CCT). Mithilfe der
Angiographie lassen sich die Gefäßverhältnisse darstellen, Röntgenbilder dienen der Ermittlung von veränderten
Skelettanteilen (z.B. im Bereich der Wirbelsäule) oder Knochenläsionen.
Zum Ausschluss oder zur Sicherung einer Nervenentzündung wird eine Lumbalpunktion durchgeführt, um den Liquor auf
Auffälligkeiten hin zu untersuchen.
In den Blutwerten sind unter anderem Entzündungsparameter,
Tumormarker, Antikörper oder eine verringerte Anzahl an Blutplättchen (Anämie) hinweisgebend. Der
hinzugezogene Augenarzt kann Unregelmäßigkeiten am Sehnerv oder im Bereich des Auges feststellen. (siehe auch:
Augenkrankheiten)
Kopfschmerzen: Therapien und Hausmittel
Die anschließende Therapie richtet sich nach der Ursache. Generell können eine ruhige Umgebung, ein dunkler Raum
und Bettruhe den Schmerz lindern.
Auch kühlende Umschläge im Nacken, an den Schläfen oder auf der Stirn sind hilfreich. Schmerzmittel sind nur für
den kurzfristigen Einsatz gedacht und sollten nicht länger als drei Tage hintereinander eingenommen werden.
Durch Entspannungsübungen oder
spezielles Körpertraining (z.B. Stärkung der Nacken- und Rückenmuskulatur) können Verspannungen gelöst werden,
daneben ist eine stressbewältigende Psychotherapie erfolgversprechend (z.B. bei wiederkehrenden, psychosomatisch
bedingten Kopfschmerzen).
Ein Migräneanfall wird in der Schulmedizin kombiniert medikamentös behandelt (gegen den Schmerz und die Übelkeit).
Halbseitige Kopfschmerzen werden zum Teil durch Projektion (erlernbare Übungen) auf andere Körperteile vom
Kopfbereich entfernt oder durch einen anderen Schmerz überlagert und somit neutralisiert.
Auch eine Punktmassage oder Akupunktur werden unterstützend eingesetzt.
Zur Entlastung der Augen dienen z.B. Brillen oder Kontaktlinsen.
Bei schweren Erkrankungen werden unter Umständen manchmal sogar stationäre Aufenthalte in Kliniken
angeboten und unter Umständen eine operative Behandlung empfohlen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert
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