Selbsthilfegruppen ja oder nein ?

  • Hi


    da ich ja ein sehr wissbegieriger Mensch bin und bezüglich meiner Krankheit " Input " sammle habe ich mal überlegt das ich mich hier in meiner Region einer Selbsthilfegruppe anschließe. Die frage die sich hier stellt, was bringen solche SHG ? Wer hat Erfahrung oder ist in einer SHG ( Krankheitsbildbezogen ) und was ist da so allgemein geboten ? Denn auf ein allmonatliches Kaffeekränzchen habe ich jetzt keinen Bock, wenn dann wären mir so themenbezogene Infoabende am liebsten. Leider ebbt ja bekanntlich nach einer Zeit das Interesse stark ab, wenn nichts mehr neues an Informationen nachkommt, man kennt das ja, da sitzt man dann nur noch rum und quatscht über belangloses Zeug was mit der eigentlichen Sache Garnichts zu tun hat, da sitze ich aber dann lieber an meinem Schreibtisch und arbeite.

    Das Leben zwingt uns in die Knie, aber wir haben die Wahl ob wir wieder aufstehen oder am Boden bleiben !

    Einmal editiert, zuletzt von Pankreas ()

  • Selbsthilfegruppen können durchaus nützlich sein. Allerdings solltest du darauf achten, wer Träger (Sponsor?) derartiger Gruppen ist. Allzu gern schleichen sich Pharmafirmen hier ein, um ihre Interessen zu lancieren.
    Hier ein Beitrag von René dazu.
    Liebe Grüße
    Bernd

    „Sage mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist.“ (Jean Anthelme Brillat-Savarin)

  • Hi


    also die Diabetes SHG hier in Landshut wird von der Sparkasse und so einem Großbäcker u.a. gesponsert , aber wenn das mit der Pharmaindustrie so ist würden die sich bestimmt nicht öffentlich zeigen als Sponsor da hast du schon recht.

    Das Leben zwingt uns in die Knie, aber wir haben die Wahl ob wir wieder aufstehen oder am Boden bleiben !

  • Pankreas,


    ich denke eine Selbsthilfegruppe ist auch nichts anderes wie ein Forum, also wie hier.


    Nur dass du dort noch weitere Menschen mit Diabetes kennenlernen und dich mit ihnen austauschen kannst.
    Sicher ist das am Anfang sehr interessant, später dann wenn man schon alles von diesen Menschen weiß bezüglich Diabetes wird es eher langweilig.


    Ich finde eine Großbäckerei als Sponsor auch komisch. Wahrscheinlich erzählt man in der Selbsthilfegruppe dort dass weißes Mehl und Zucker doch nicht so ungesund sind und man das weiterhin essen darf.

  • Hi Waldveilchen


    " Du meinst Rauchen schadet nicht der Gesundheit .... sagen jedenfalls Dr. Marlboro und Prof. Stuyvesant " :D


    Nun, das was mich als betroffener Diabetiker interessiert sind Lebenserfahrungen , Lebensänderungen , Lebensumstellungen der jeweiligen Diabetiker. Interessant sind ja für mich vor allem die Geschichten von dem Tag der Diagnose und ihrer neuen Lebensstilveränderung ! Viele Typ 2 Diabetiker haben anfangs kein Insulin genommen, sondern es mit Ernährungsumstellung versucht, mit der Gefahr in das alte Fahrwasser abzurutschen,.. also wieder die alten ungesunden Ess und Trinkgewohnheiten anzunehmen . Einerseits nachvollziehbar andererseits mangelt es vielen Diabetikern an Disziplin und der wahren Realität die man nicht wegretuschieren kann. Ich interessiere mich in erster Linie :


    1. was haben Diabetiker bei Ihrer Ernährungsumstellung verändert, bzw. richtig oder falsch gemacht ?


    2 . Was ist es was den Leuten am meisten fehlt nach der Umstellung?


    3. Ist die Sucht nach Pizza, Pommes & Burger wirklich so groß das man nicht darauf verzichten kann ? Welche Alternativen haben Diabetiker entwickelt um auf der Basis der Ernährungsumstellung zu leben , ohne Insulin und Medikamente ?


    Das ist es was meine Neugierde geweckt hat, das möchte ich in Erfahrung bringen.

    Das Leben zwingt uns in die Knie, aber wir haben die Wahl ob wir wieder aufstehen oder am Boden bleiben !

  • Meine Erfahrung mit SHG ist die, dass keiner an Lösungen interessiert ist, sondern sich alle nur gegenseitig anjammern und sich darüber austauschen, wie man mit unheilbaren Beschwerden umgeht. Meist sind alternative Ansätze, die der Schulmedizin widersprechen, ein Grund, hinausgeworfen zu werden. Kann auch damit zusammenhängen, was Bermibs oben geschrieben hat.

  • Ich denke ein Austausch kann in vielen Fällen hilfreich sein. Man sollte trotzdem kritisch bleiben und sehr darauf achten, wer da was sagt. Bekannt sind ja die Anonymen Alkoholiker, die aber eben explizit christlich geprägt sind und deren Programm auch danach ausgerichtet ist. So ist es denke ich in vielen Fällen!

    Kafka: Ein Buch muss die Axt für das gefrorene Meer in uns sein.

  • Ich denke hier gibt es keine universelle Antwort. Es kommt auf so viele Faktoren an, ist man selbst bereit, wie ist die Gruppe zusammengesetzt.

    Wenn der Besuch einer SHG hilft, dann soll man das machen, wenn nicht, dann nicht!

    JedeR muss für sich herausfinden was einem gut tut.

    lg

  • Vor allem wenn man im persönlichen Umfeld niemanden hat mit dem man über besonders schwierige Themen offen sprechen kann können Selbsthilfegruppen selbstverständlich eine besondere Hilfe darstellen.