Schilddrüsenblutwerte - verständlich erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Schilddrüse produziert lebenswichtige Wachstums- und Stoffwechselhormone. Funktioniert die Schilddrüse nicht richtig, drohen unterschiedliche Erkrankungen und Probleme. Ob eine Schilddrüsenfehlfunktion vorliegt und um welche es sich handelt, wird mit den sogenannten Schilddrüsenblutwerten ermittelt. Hier erkläre ich Ihnen, was dabei gemessen wird und wie die Ergebnisse einzuschätzen sind. 

Wenn es um die Schilddrüsenfunktion geht, werden üblicherweise drei Werte gemessen: T3, T4 und TSH.

Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen werden anhand der Antikörper festgestellt.

Die Hormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) werden in der Schilddrüse hergestellt und gelangen über den Blutkreislauf zu den Zielorganen.

T3 = Triiodthyronin

Abweichungen beim Wert von T3 kann der Körper eine gewisse Zeit lang ausgleichen. Deshalb treten erhöhte oder erniedrigte Werte erst bei ausgeprägter Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion auf. Die Normwerte von T3 liegen bei 2,0 – 4,5 pg/ml beziehungsweise bei 5,4 – 12,3 pmol/l. Erhöhte Werte deuten auf eine Schilddrüsenüberfunktion (Hperthyreose) hin, erniedrigte Werte auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Bei lange dauernden schweren Krankheiten kann T3 allerdings auch erniedrigt sein, ohne dass eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt.

T4 = Thyroxin (oder Tetrajodthyroxin)

Der Normalbereich von T4 liegt bei 0,8 – 1,8 ng/dl beziehungsweise bei 10 – 23 pmol/l. Wenn zu Therapiezwecken schon Schilddrüsenhormone eingenommen werden, ist diese Normbereichsgrenze erhöht. Der obere Wert kann dann je nach Labor bei 2,5 bis 3,5 ng/dl liegen. Ein erhöhter Wert von T4 deutet auf eine Schilddrüsenüberfunktion (Hperthyreose) hin, ein erniedrigter auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

TSH – Thyreoidea Stimulation Hormon

Das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) wird in der Hirnanhangdrüse gebildet und reguliert die Jodaufnahme der Schilddrüse ebenso wie deren Hormonproduktion. Da es aber seinerseits unter anderem selber durch die Schilddrüsenhormone reguliert wird, zeigt ein normaler TSH-Wert an, dass die Schilddrüsenfunktion nicht gestört ist.

Die Bestimmung des TSH-Wertes ist die Basis jeder Schilddrüsenfunktionsuntersuchung. Der Normalbereich von TSH liegt zwischen 0,3 und 2,5 mU/l. Werden Schilddrüsenhormone eingenommen, wird die Einstellung auf 0,5 – 1,0 mU/l empfohlen.
Erniedrigte Werte von TSH: Wenn zu wenig TSH gemessen wird, produziert die Schilddrüse entweder zu viele Hormone oder die eingenommene Hormondosis ist zu hoch. Es liegt dann eine Hyperthyreose vor. Ausnahme: Bei einem Kombinationspräparat aus T3 und T4 kann der Wert zu niedrig ausfallen, ohne dass eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegt. In jedem Fall muss ein zu niedriger TSH-Wert weiter abgeklärt werden.

Erhöhte Werte von TSH: Wenn zu viel TSH gemessen wird, produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone (Schilddrüsenunterfunktion) oder die von außen zugeführte Hormondosis ist zu niedrig. Auch hier ist eine weitere Diagnostik notwendig.

Sekundäre Hyper- oder Hypothyreose

T3 und T4 stehen in Wechselwirkung zu TSH. Sind die Werte von T3 und T4 erhöht, ist normalerweise das TSH erniedrigt und umgekehrt. Sind alle drei Werte erhöht, liegt die Ursache nicht bei der Schilddrüse selber. Die Probleme rühren dann entweder von einer Schilddrüsenhormonresistenz her oder von einem TSH-produzierenden Tumor. Man spricht von einer sekundären Hyperthyreose. Beides kommt allerdings äußerst selten vor. Bei einer sekundären Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) ist die Funktion der Hirnanhangdrüse gestört.

Weitere Schilddrüsenblutwerte

Entsprechen die Werte nicht der Norm, so werden oft weitere Untersuchungen durchgeführt. Ist die Schilddrüse beispielsweise entzündet (Thyreoiditis), so lässt sich dies durch bestimmte Antikörper nachweisen. Bei Krebserkrankungen der Hormondrüse sind bestimmte Proteine im Blut nachweisbar.

Schilddrüsenwerte im Überblick

Kalzitonin reguliert den Kalziumhaushalt. Erhöhte Werte können auf einen Tumor hinweisen, aber auch harmlose Ursachen haben. Der Kalzitonin-Wert sollte bei Frauen unter 10 pg/ml und bei Männern unter 48 pg/ml liegen.

TPO-Antikörper

Die TPO-AK greifen ein Enzym an, das an der Bildung der Schilddrüsenhormone beteiligt ist. Der Normbereich liegt unter 35 IU/ml. Es ist umstritten, ob gering erhöhte Antikörper immer auf eine Erkrankung hinweisen oder auch bei Patienten ohne Schilddrüsenprobleme vorliegen können. Stark erhöhte Werte lassen jedenfalls auf eine Hashimoto-Thyreoiditis denken.

Tg-Antikörper

Die Tg-Antikörper greifen ein Protein an, das für die Produktion und Speicherung der Schilddrüsenhormone gebraucht wird. Auch hier könnte ein erhöhter Wert auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hindeuten. Der Normbereich liegt unter 100 U/ml.

TRAK

Diese Antikörper docken an den Rezeptoren an, die eigentlich für das TSH vorgesehen sind. Sie blockieren diese, sodass das TSH sich dort nicht mehr verankern kann. Der TRAK-Wert wird bestimmt, um zu entscheiden, ob eine Schilddrüsenfehlfunktion autoimmun ist oder nicht. Der Normalbereich für TRAK liegt unter 9 U/ml. Ist der Wert erhöht, könnte ein Morbus Basedow vorliegen.

weitere Themen sind: Eiweißwerte im BlutBilirubinwerte

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 25.03.2014 aktualisiert