Lycopodium: Das homöopathische Arzneimittelbild

Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Lycopodium

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Lycopodium clavatum, der Keulenbärlapp, gehört zu den Bärlappgewächsen, und ist eine der ältesten heute noch lebenden Pflanzenarten. Er wächst in Wäldern und kommt meistens in der gemäßigten und subarktischen Klimazone vor.
Für die homöopathische Aufbereitung des Mittels Lycopodium werden die Sporen der Pflanze genutzt.

Kern des Mittels

Die Bärlappgewächse sind heute Bodendecker, in der Vorzeit waren sie mächtige hohe Bäume. Daraus leitet sich auch der Kern dieses Mittels ab, der durch ein starkes Gefühl von Minderwertigkeit und verlorener Größe geprägt ist. Das fehlende Selbstvertrauen hat oft ein überhöhtes Ego und Machtstreben zur Folge, das der Kompensation dienen soll.

Körperlich wirkt Lycopodium besonders auf den Stoffwechsel. Störungen in diesem Bereich führen zu einer Leberschwäche und schließlich zur Selbstvergiftung durch Stoffwechselendprodukte. Das Mittel ist oft bei chronischen Magenbeschwerden und Darmbeschwerden indiziert.

Lycopodium ist körperlich schwach und insgesamt wenig belastbar. Kennzeichnend ist ein hagerer Körperbau mit aufgetriebenem Bauch. Es ist eher ein rechtsseitiges Mittel.

Verbesserung

Alle Beschwerden von Lycopodium bessern sich

  • bei Bewegung
  • im Freien
  • nach Mitternacht
  • durch warme Speisen und Getränke
  • durch Aufstoßen


Verschlechterung

Verschlechterungen der Symptome von Lycopodium treten auf

  • zwischen 16.00 - 20.00 Uhr
  • durch starke Kälte und Hitze
  • durch Kleiderdruck
  • feuchtes Wetter
  • in muffigen Räumen
  • durch Lärm
  • morgens beim Erwachen

Symptome

Körperliche Symptome

Die Symptome von Lycopodium basieren in erster Linie auf der Stoffwechselstörung.

Hier zeigen sich viele Beschwerden, u.a. chronische Magen- Darm Beschwerden begleitet von Blähungen, Aufstoßen und Sodbrennen. Durch die Verdauungsstörung kommt es zu einer Abmagerung, die von oben nach unten fortschreitet. Nur der Bauch ist oft aufgebläht, hier nehmen Lycopodium-Patienten auch am ehesten zu.

Festen Druck am Bauch, z.B. durch Kleidung vertragen sie nicht, die Beschwerden verschlimmern sich dadurch.

Lycopodium hat ein starkes Verlangen nach Süßigkeiten, Kuchen, Delikatessen und warmen Speisen. Süßigkeiten werden aber nicht vertragen.

Besonders in der Nacht kann ihn ein regelrechter Heißhunger überfallen und es kann zu gesteigertem Harndrang kommen.
Seine Haut ist erdig, schmutzig und gelblich. Hände und Füße sind oft kalt. Charakteristisch ist aber auch, dass ein Fuß kalt ist und der andere warm.

Die Beschwerden sind eher rechtsseitig oder wandern von rechts nach links. Am späten Nachmittag und am Abend verschlimmern sie sich.

Es besteht eine Überempfindlichkeit gegen Gerüche, Geräusche, Zugluft und im Geschmack.

Psychische Symptome

Aus einem aktiven, intelligenten Menschen wird ein trauriger, verzagter, mutloser Mensch.

Lycopodium in seiner pathologischen Form leidet an Minderwertigkeitsgefühlen, Ängste plagen ihn, z.B. ein Ziel nicht zu erreichen, was sich als starkes Lampenfieber äußern kann.
Seine Ängste machen ihn gereizt und ärgerlich. Er wird schließlich verdrießlich und mürrisch.

Wie im Körperlichen besteht auch im Psychischen eine Überempfindlichkeit. Widerspruch kann er nicht vertragen, dann verhält er sich wie ein Diktator, vor allem Untergebenen oder Familienmitgliedern gegenüber. Auch hier gibt es wieder den Bezug zu den körperlichen Beschwerden, er „bläht sich auf“, um sein angeschlagenes Ego zu retten.

Lycopodium hat, wenn es ihm schlecht geht, eine Abneigung gegen Gesellschaft, möchte aber auch nicht alleine sein. Tiefe leidenschaftliche Beziehungen machen ihm eher Angst. Vor Verantwortung schreckt er zurück.

Andererseits hat der Lycopodium-Patient ein weiches Herz, er weint schnell vor Rührung, z.B. wenn ihm gedankt wird. Geht es ihm gut, ist er ein guter Freund, dem es wichtig ist, dass andere ihn mögen.

Im Gespräch leidet er manchmal unter Gedächtnisschwäche und Konzentrationsmangel.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert

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