Rhus Toxicodendron: Das homöopathische
Arzneimittelbild
Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Rhus Toxicodendron
Rhus Toxicodendron ist die botanische Bezeichnung für Giftsumach. In der alternativen Bezeichnung Giftefeu kommt
zum Ausdruck, dass sich dieser rankende Strauch an Bäume klammert und dort hochwächst. Er hat seine Heimat in
Nordamerika und im Nordosten Asiens. Wer diese Pflanze berührt, bekommt aufgrund der starken Kontaktallergene
kleine brennende und juckende Wasserbläschen und eine Schwellung der Haut. Eine Besonderheit ist, dass die
Giftwirkung dieser Pflanze bei feuchtem Wetter und in der Nacht stärker ist als tagsüber.
Für die arzneiliche Wirkung von Rhus Toxicodendron werden Bestandteile der frischen beblätterten jungen Triebe
verwendet.
Kern des Mittels in der Homöopathie
Diese Pflanze steht für verschiedene Symptome. Zum einen sind es Vergiftungssymptome und Hautprobleme. Zum
andern hat Rhus Toxicodendron eine ausgeprägte Wirkung auf Bänder und Gelenke und wirkt bei Neuralgien. Und
schließlich ist das Krankheitsbild von Unruhe, starkem Bewegungsdrang und Schlafstörungen angesprochen. Rhus
Toxicodendron ist besonders angezeigt, wenn die entsprechende Symptomatik sich bei Kälte und Nässe und im Herbst
und Winter verschlechtert. Ein weiteres Zeichen dafür, dass dieses Mittel angezeigt ist, besteht darin, dass die
Symptome nachts stärker als tagsüber auftreten.
Verbesserung der Symptome
Verbesserungen der Symptome werden beobachtet bei Wärme, bei heißen Bädern, bei Schweißausbrüchen, bei Reiben
der betroffenen Stellen und bei fortgesetzter Bewegung, auch beim Strecken des Körpers sowie beim Liegen auf dem
Rücken. Fortgesetzte Bewegung, Lageveränderung in Ruhe, Wärme und warmes, trockenes Wetter verbessern die
Symptomatik. Einhüllen, Reiben und Kneten, Ausstrecken der Glieder und Festhalten der betroffenen Körperteile
beeinflussen die Befindlichkeit positiv.
Verschlechterung der Symptome
Verschlechterungen werden festgestellt beim Liegen auf der Seite und bei Ruhe. Verstärkte Beschwerden entstehen
durch Zugluft, durch Durchnässung und Verrenkung, durch Verhebung und Unterkühlung. Verschlechterung geschieht
durch Kälte in jeder Form, durch Nässe und ganz besonders in der Nacht.
Auch im Herbst und Winter werden die Symptome stärker. Auch Kälte nach
dem Schwitzen, kalte Waschungen, kaltes Essen, kalte
Getränke und Überanstrengung wirken verschlechternd.
Angezeigte körperliche Symptome zur Anwendung von Rhus Tosicodendron
- Allgemeine Steifheit besonders am Morgen
- Rheuma und Gelenkrheumatismus
- Sehnen- und Muskelzerrungen
- Arthritis
- Ischiasbeschwerden
- Hexenschuss
- Schulter-Arm-Syndrom
- Torticollis
- Lumbago
- Neuritiden und Neuralgien, besonders Ischias
- Bullöse Dermatidis und pustulöses Ekzem
- Polydermien
- Hautausschläge mit Blasenbildung
- Herpes
- Grippale Infekte
- Fieberfrost beim Entblößen der Hände
Angezeigte psychische Symptome zur Anwendung von Rhus Toxicodendron
- Generalisierte Ruhelosigkeit
- Starker Bewegungsdrang
- Starke Unruhe, besonders nachts
- Hilflose ängstliche Traurigkeit
- Drang allein zu sein
- Lebensüberdruss
- Suizidgedanken
- Milde Delirien während fieberhafter Verlaufsformen
- Magische Furcht
- Schwermut
- Verzweiflung
- Fixe Ideen
- Angst vor Vergiftung
- Trägheit des Geistes
- Verwirrung
- Ruheloser Schlaf
- Erregtes Erwachen
- Ängstliche und anstrengende Träume
- Heftiges Gähnen
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