Rhus Toxicodendron: Das homöopathische Arzneimittelbild

Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Rhus Toxicodendron

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Rhus Toxicodendron ist die botanische Bezeichnung für Giftsumach. In der alternativen Bezeichnung Giftefeu kommt zum Ausdruck, dass sich dieser rankende Strauch an Bäume klammert und dort hochwächst. Er hat seine Heimat in Nordamerika und im Nordosten Asiens. Wer diese Pflanze berührt, bekommt aufgrund der starken Kontaktallergene kleine brennende und juckende Wasserbläschen und eine Schwellung der Haut. Eine Besonderheit ist, dass die Giftwirkung dieser Pflanze bei feuchtem Wetter und in der Nacht stärker ist als tagsüber.

Für die arzneiliche Wirkung von Rhus Toxicodendron werden Bestandteile der frischen beblätterten jungen Triebe verwendet.

Kern des Mittels in der Homöopathie

Diese Pflanze steht für verschiedene Symptome. Zum einen sind es Vergiftungssymptome und Hautprobleme. Zum andern hat Rhus Toxicodendron eine ausgeprägte Wirkung auf Bänder und Gelenke und wirkt bei Neuralgien. Und schließlich ist das Krankheitsbild von Unruhe, starkem Bewegungsdrang und Schlafstörungen angesprochen. Rhus Toxicodendron ist besonders angezeigt, wenn die entsprechende Symptomatik sich bei Kälte und Nässe und im Herbst und Winter verschlechtert. Ein weiteres Zeichen dafür, dass dieses Mittel angezeigt ist, besteht darin, dass die Symptome nachts stärker als tagsüber auftreten.

Verbesserung der Symptome

Verbesserungen der Symptome werden beobachtet bei Wärme, bei heißen Bädern, bei Schweißausbrüchen, bei Reiben der betroffenen Stellen und bei fortgesetzter Bewegung, auch beim Strecken des Körpers sowie beim Liegen auf dem Rücken. Fortgesetzte Bewegung, Lageveränderung in Ruhe, Wärme und warmes, trockenes Wetter verbessern die Symptomatik. Einhüllen, Reiben und Kneten, Ausstrecken der Glieder und Festhalten der betroffenen Körperteile beeinflussen die Befindlichkeit positiv.

Verschlechterung der Symptome

Verschlechterungen werden festgestellt beim Liegen auf der Seite und bei Ruhe. Verstärkte Beschwerden entstehen durch Zugluft, durch Durchnässung und Verrenkung, durch Verhebung und Unterkühlung. Verschlechterung geschieht durch Kälte in jeder Form, durch Nässe und ganz besonders in der Nacht.

Auch im Herbst und Winter werden die Symptome stärker. Auch Kälte nach dem Schwitzen, kalte Waschungen, kaltes Essen, kalte Getränke und Überanstrengung wirken verschlechternd.

Angezeigte körperliche Symptome zur Anwendung von Rhus Tosicodendron

  • Allgemeine Steifheit besonders am Morgen
  • Rheuma und Gelenkrheumatismus
  • Sehnen- und Muskelzerrungen
  • Arthritis
  • Ischiasbeschwerden
  • Hexenschuss
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Torticollis
  • Lumbago
  • Neuritiden und Neuralgien, besonders Ischias
  • Bullöse Dermatidis und pustulöses Ekzem
  • Polydermien
  • Hautausschläge mit Blasenbildung
  • Herpes
  • Grippale Infekte
  • Fieberfrost beim Entblößen der Hände

Angezeigte psychische Symptome zur Anwendung von Rhus Toxicodendron

  • Generalisierte Ruhelosigkeit
  • Starker Bewegungsdrang
  • Starke Unruhe, besonders nachts
  • Hilflose ängstliche Traurigkeit
  • Drang allein zu sein
  • Lebensüberdruss
  • Suizidgedanken
  • Milde Delirien während fieberhafter Verlaufsformen
  • Magische Furcht
  • Schwermut
  • Verzweiflung
  • Fixe Ideen
  • Angst vor Vergiftung
  • Trägheit des Geistes
  • Verwirrung
  • Ruheloser Schlaf
  • Erregtes Erwachen
  • Ängstliche und anstrengende Träume
  • Heftiges Gähnen

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert

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