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Makuladegeneration

Verblasst - Verzerrt - Verschwommen Sehen: Die Makuladegeneration

Das Auge besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Bausteine, die als Einheit die Funktion des Sehens ermöglichen. Die Makula (gelber Fleck) befindet sich im Bereich der Netzhaut. Mit einer ungefähren Größe von fünf Millimetern beherbergt der Fleck spezielle Sinneszellen (Zapfen für das Farbsehen) und ermöglicht so das Scharfsehen (Synonym: Bereich des schärfsten Sehens).

Die Degeneration (Rückbildung) der Makula ist ein irreversibler Prozess, der zu einer Störung der Sehschärfe führt. Die Zellen im Bereich des gelben Flecks gehen zugrunde, wodurch das Gesichtsfeld eingeschränkt wird (Skotom). Hierbei unterscheidet man die juvenile (in jungen Jahren) von der senilen (altersbedingten) Makuladegeneration. Neben Glaukom und diabetischer Retinopathie zählt die Makuladegeneration mit einer Inzidenz von 500.000 pro Jahr zu den häufigsten Ursachen für einen Verlust der Sehkraft.

Die juvenile Form ist eher selten, gleicht in den Symptomen aber der altersbedingten Degeneration. Die Ursachen liegen u.a. in speziellen Erkrankungen (z.B. Morbus Stargardt), sind genetisch bedingt oder entstehen durch akute Schädigung (z.B. Toxine, reizende Substanzen, Medikamente).

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) unterteilt sich in die feuchte (exsudative) und die trockene Form. Durch altersabhängige Prozesse kommt es zu einem langsamen Ab- bzw. Umbau der für das scharfe Sehen notwendigen Gewebe und Regionen, es lagern sich vermehrt Stoffwechselprodukte ab.

Hauptsächlich bildet sich die trockene Form aus, die durch einen sehr langsamen Prozess gekennzeichnet ist. Die feuchte Form mit ihrem raschen und schwerwiegenden Verlauf wird bei ca. 15 Prozent aller Erkrankungsfälle diagnostiziert. Hierbei entarten Blutgefäße im Bereich des Auges, wachsen in die Makula ein, führen zu Blutungen und Substanzaustritt, wodurch das Gewebe geschädigt wird.

Zu den Ursachen für die AMD zählen neben dem Alter u.a. auch die genetische Prädisposition und die Arteriosklerose. Begünstigend auf die Entstehung wirken sich Rauchen, vermehrte Strahlen- / Lichtexposition (intensive Sonnenbäder ohne Augenschutz), ein zu geringer Betakarotin-Spiegel und auch andauernde Hypertonie (Bluthochdruck) aus. Während hellhäutige Menschen häufig schwerwiegender erkranken, zeigt sich besonders bei dunkelhäutigen Völkern ein eher milder Verlauf.

Die Makuladegeneration macht sich meist erst spät bemerkbar (langsamer Prozess bei der trockenen Form). Es zeigen sich graue Schatten im Bereich des zentralen Blickfeldes. Dies fällt z.B. beim Lesen auf, wo Buchstaben verschwommen erscheinen. Bei der Fixierung von Objekten entstehen Verzerrungen, gerade Linien wirken verbogen. Im Verlauf bleibt die Orientierung im Raum zwar erhalten, Lesen oder das Führen eines Fahrzeugs sind aber zunehmend eingeschränkt.

In der Diagnostik wird u.a. die Prüfkarte nach Amsler eingesetzt, die dem Betroffenen ein Gitternetz präsentiert, welches nach Fixierung zu den eben erwähnten Phänomenen führt. Auch die Farbwahrnehmung ist beeinträchtigt, während das Schwarz-Weiß-Sehen (durch die Stäbchen im weiteren Bereich der Netzhaut) unverändert funktioniert. Durch den Augenspiegel lässt sich der Augenhintergrund inspizieren. Hier können z.B. die Ablagerungen bzw. Einblutungen bei der feuchten Form wahrgenommen werden.

Die Therapie richtet sich nach der Diagnose. Neben vergrößernden Sehhilfen kann bei der trockenen AMD z.B. die Rheopherese eingesetzt werden, bei der durch ein spezielles Verfahren die Fließeigenschaft des Blutes verbessert wird.

Die Lasertherapie, bei der die veränderten Gefäße im Bereich der Netzhaut verödet werden, kann bei der feuchten Form eingesetzt werden, schädigt u.U. aber auch umliegendes Gewebe. Chirurgische Verfahren werden meist nur in Betracht gezogen, wenn der Verlauf bereits stark fortgeschritten ist. Die klassische Operation bringt keine Heilung, bewirkt aber eine Stabilisierung der vorhandenen Sehkraft. Durch die neue Methode der Netzhautrotation (Verlagerung des gelben Flecks durch Drehen der vollständig abgelösten Netzhaut) kann eine Verbesserung erzielt werden, der geschädigte Bereich hat im Anschluss wieder Kontakt zu gesunden Zellen.

Durch Injektion bestimmter Medikamente in das Auge kann kurzfristig eine Unterbrechung des Verlaufs erzielt werden, dies muss aber in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Die AMD führt nicht zu einer vollständigen Erblindung, der Verlauf beeinträchtigt das Sehvermögen aber stark und schränkt Betroffene in vielen Tätigkeiten extrem ein.

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Rene Graeber

Chefredaktion: R. Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge (SKA)

Mitglied im Fachverband Deutscher Heilpraktiker 

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