Krebs

Prostatakrebs (Prostatakarzinom): Symptome - Therapie - Lebenserwartung

Der Prostatakrebs (Prostatakarzinom) gilt als häufigster, bösartiger Tumor sowie als dritthäufigste, letal verlaufende Krebserkrankung beim Mann.

von: René Gräber - Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Die Prostata (Vorsteherdrüse) dient v.a. der Sekretbildung für den Samenerguss. Sie liegt unterhalb der Harnblase, ist ca. kastaniengroß und umschließt den oberen Bereich der Harnröhre.

Das Prostatakarzinom entwickelt sich meist nach dem 40. Lebensjahr, wobei das Risiko mit zunehmendem Alter ansteigt. Jährlich kommt es in Deutschland zu nahezu 60.000 Neuerkrankungen. Je früher das Geschwür entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Ab dem 45. Lebensjahr wird daher eine jährliche Vorsorgeuntersuchung angeboten.

Die Ursachen für die Entstehung des Prostatakarzinoms sind noch nicht vollständig geklärt. Es lässt sich jedoch ein stimulierender Einfluss männlicher Geschlechtshormone (Androgene, speziell Testosteron) nachweisen. Daneben begünstigen genetische Disposition (das Risiko verdoppelt sich bei Erkrankung eines Familienmitglieds ersten Grades), das Alter (der Erkrankungs-schwerpunkt liegt zwischen dem 50. und dem 85. Lebensjahr), die Ernährung (fett- und ballaststoffarme Nahrung fördern die Entstehung, Getreide und Gemüse reduzieren es), Lebensgewohnheiten (Übergewicht, wenig Bewegung), Umweltfaktoren (z.B. Arbeiten mit Schwermetallen) sowie ethnische Einflüsse (vermehrtes Tumorwachstum bei dunkelhäutigen, farbigen Menschen) die Entstehung von Prostatakrebs.

Die Klinik zeigt meist erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome, die u.a. auch einer gutartigen Prostatavergrößerung (Prostatahyperplasie) zugeordnet werden können. Durch Vergrößerung des Tumors kommt es zu einer Einengung der Harnröhre, wodurch sich v.a. folgende Anzeichen zeigen. Das Wasserlassen ist erschwert (Dysurie), führt zu Schmerzen (Algurie) und einem verminderten Strahl. Es kommt zu andauerndem Harndrang, häufigem Wasserlassen, jedoch mit geringer Urinmenge (Pollakisurie). Zusätzlich führen die verminderte Sekretproduktion und der Druck auf die Harnröhre zu Erektionsproblemen. Weitere Symptome sind Fieber, Nachtschweiß, Leistungsabfall, Müdigkeit, Gewichtverlust, Rückenschmerzen und Knochenschmerzen (u.a. kann es zu einem Knochenbruch durch Bagatellverletzung kommen = pathologische Fraktur), ein ziehender Schmerz in den Beckenbereich, Ödeme in Beinen und Hodensack sowie u.U. die Ausbildung einer Anämie (Blutarmut). Dies können Hinweise auf Metastasen sein, die Symptome zeigen sich aber auch bei anderen Erkrankungen.

Die Diagnostik wählt zuerst die digital-rektale Untersuchung, bei der die Prostata abgetastet wird. Im Blutbild interessiert besonders das PSA (prostataspezifisches Antigen, Prostataveränderungen weisen Werte oberhalb 4 ng/ml auf). Daneben werden transrektale Sonographie, CT und MRT genutzt. Die Szintigraphie dient der Darstellung von Metastasen im Knochen. Auch Gewebeproben sind möglich. Bei positivem Befund erfolgt die Einteilung des Tumors nach der TNM-Klassifikation (Tumor-Knoten/Nodus-Metastase), nach der die anschließende Therapie, abhängig vom Alter des Betroffenen sowie der Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors, ausgerichtet wird. Liegt der Tumor isoliert vor und sind keine Nachbarbereiche in Mitleidenschaft gezogen, bietet sich das operative Verfahren an, bei der die gesamte Prostata entfernt wird. Auch die alleinige Strahlentherapie kann bei besonders kleinen Geschwüren erfolgversprechend eingesetzt werden, hier wird u.U. der Krebs auch nur beobachtet, keine Therapie genutzt.

Hat das Prostatakarzinom jedoch die Gewebehülle bereits durchbrochen und ist in Nachbarregionen eingewachsen, erfolgen kombinierte Methoden mit Operation, Chemo- und Strahlentherapie sowie einer Hormontherapie (u.a. Entzug von Testosteron, Gabe von Östrogenen). Der Tumor lässt sich in diesem Stadium meist nicht mehr vollständig entfernen, eine Heilung ist nur bedingt möglich. Liegt eine Streuung (Metastasen) vor, kann die Therapie nur noch einen palliativen Charakter besitzen (Linderung von Schmerzen).

Je früher Prostatakrebs diagnostiziert wird und je kleiner und begrenzter der Tumor ist, umso besser sind die Heilungschancen (ca. 80 Prozent bei lokalen, langsam wachsenden Geschwülsten).

Kostenlose Gesundheits- Newsletter von René Gräber