Hüftgelenkschmerzen: Ursachen, Symptome und Therapie

Das Hüftgelenk setzt sich aus dem oberen Anteil des Oberschenkels (= Hüftkopf, Caput femoris) sowie der Gleitfläche des seitlichen Beckens (= Acetabulum) zusammen. Durch kräftige Bänder, Sehnen und einen ausgeprägten Muskelapparat wird das Gelenk in seiner Position gehalten.

von: René Gräber - Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Hüftgelenkschmerzen (Coxalgie) können eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen haben. Sie treten meist einseitig auf, zum Teil betreffen sie auch beide Gelenke oder entwickeln sich im Verlauf erst auf einer Seite, dann auf der anderen. Vor allem im Bereich der Leiste (dem Übergang zwischen Gelenk und Unterbauch) entstehen ziehende, stechende, reißende oder auch drückende Schmerzen unterschiedlicher Intensität. Diese können in das gesamte Bein, in die Lendenwirbelsäule oder den Unterbauch ausstrahlen, belastungsunabhängig auftreten oder sich besonders bei Bewegungen bemerkbar machen. Ein länger als drei Monate andauernder Schmerz wird in der Medizin als chronisch gekennzeichnet.

Ursachen

Einer der häufigsten Gründe für die Beschwerden ist die Arthrose, eine meist altersbedingte Abnutzung (Verschleiß) des Gelenkknorpels, wodurch die Knochen aufeinander reiben und sich langsam unregelmäßig abbauen. Zum Teil entsteht der Schaden auch durch ein fehlgebildetes Gelenk (z.B. Hüftdysplasie) oder eine Erkrankung, die Knochen oder Knorpel in Mitleidenschaft zieht. Der Schmerz ist eher dumpf und zeigt sich unter Belastung, im Verlauf auch in Ruhephasen (= fortgeschrittenes Stadium). Begünstigt wird die Entstehung zusätzlich durch Übergewicht, Nikotin- und Alkoholkonsum, übermäßigen Sport (der vor allem die Hüfte belastet) sowie Entzündungen (mit Eiterbildung).

Die Hüftgelenksnekrose entsteht infolge einer Minderdurchblutung und führt vor allem in der Leiste zu starken Schmerzen. Hier sind z.B. Unfälle (z.B. Schenkelhalsfraktur), Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes mellitus), übermäßiger Alkoholgenuss, Gefäßerkrankungen oder Bluterkrankungen sowie Tumoren mögliche Auslöser.

Weitere Ursachen sind die Bursitis trochanterica (meist durch Überanspruchung verursachte Entzündung des Schleimbeutels am großen Rollhügel des Oberschenkelknochens, mit ziehenden oder reißenden Schmerzen, zum Teil Schwellung), die Kompression des Nervus cutaneus femoris lateralis (führt vor allem beim Stehen, Sitzen oder Liegen zu brennenden Schmerzen, unter anderem durch Übergewicht, einengende Kleidung), das Impingement des Hüftgelenks (anatomisch bedingter Engpass, wodurch Reibungen entstehen), Reizungen der Sehnenansätze, die Coxa saltans (springende Hüfte, Hüftkopf bleibt nicht in der Gelenkpfanne), rheumatische Beschwerden (z.B. chronische Arthritis) sowie die eher seltenen Tumoren des Oberschenkels (das maligne Synovialom, die gutartigen Fibrome, Lipome und Hämangiome).

Diagnose

Der Diagnostik stehen vor allem bildgebende Verfahren (Sonographie, Röntgen, CT, MRT, Arthroskopie), die Laborauswertung, die körperliche Inspektion und Palpation sowie die Anamnese zur Verfügung. Daneben können Biopsien des Knochens oder Knorpels erfolgen sowie ein Punktat bei vorliegendem Erguss gewonnen werden.

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Therapie

Je nach Diagnose gestaltet sich die anschließende Behandlung. Primär wird der Schmerz gemildert (medikamentös, durch Wärme, Akupunktur oder auch TENS). Verlegungen von Nerven werden zum Teil operativ behandelt, daneben lässt sich ein Nerv durch gezielte Injektion langfristig betäuben, wodurch der Bereich geschont wird und eine Fehlbelastung der anderen Seite vermieden wird.

Muskelverspannungen können durch geeignete Relaxantien gelöst werden. Unterstützend wirken physiotherapeutische Maßnahmen wie z.B. Schwimmen, leichte Gymnastik, Gangschule oder Massagen.

Durch Reduzierung des Körpergewichts können ebenfalls Schmerzen reduziert werden. Zerstörungen des Knochens oder des Knorpels führen in den meisten Fällen zu einem Gelenkersatz durch Prothese.

 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert