Schluckauf - Ursachen, Symptome,
Therapie
Der Schluckauf (Singultus) ist ein Symptom, welches jeder Mensch in
seinem Leben mindestens einmal erlebt. Dabei kommt es über einen gewissen Zeitraum zu einer Kontraktion des
Zwerchfells während der Einatmungsphase, bei der die Stimmritze kurz verschlossen wird und so zu dem hicksenden
(schnappenden) Geräusch führt. In der Regel geht der Schluckauf nach wenigen Minuten wieder. Durch verschiedene
Erkrankungen kann es aber auch dazu kommen, dass der Schluckauf wiederkehrend ist oder permanent verbleibt, wodurch
das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigt wird (z.B. durch die erschwerte Aufnahme von Flüssigkeiten oder
Nahrung).
Ursachen
Der normale Schluckauf führt über Reizung des Nervus phrenicus zu den plötzlichen Kontraktionen des Zwerchfells.
Diese Reizung kann z.B. durch kalte Getränke, Eis, heiße Speisen, trockene Lebensmittel (z.B. Brot), hastige
Nahrungsaufnahme, Verschlucken von viel Luft, Nervosität, Hektik oder auch den Genuss von Noxen (Alkohol, Nikotin)
ausgelöst werden.
Ein chronischer, wiederkehrender Schluckauf sollte immer medizinisch abgeklärt werden, er kann Hinweise auf eine
ernsthafte Erkrankung geben.
Die Ursachen für einen pathologischen Schluckauf sind vielfältig. Sie können durch Läsion des Nervens, Störungen
im Bereich des Zwerchfells, Erkrankungen in der zentralen Schaltstelle (ZNS) im Gehirn oder auch verschiedene
Organerkrankungen entstehen. Besonders oft liegen Entzündungen im Bereich des Verdauungstraktes oder der
angeschlossenen Organe vor, die zu einer übermäßigen Reizung im Nervensystem führen. Hierzu zählen die Ösophagitis
bzw. Refluxkrankheit (Speiseröhren-entzündung), die Gastritis
(Magenschleimhautentzündung)
und die Pankreatitis
(Bauchspeicheldrüsenentzündung).
Auch entzündliche Prozesse im Bereich des Rippenfells (Pleuritis), der Lunge (Pneumonie), des Herzens
(Perikarditis = Herzbeutelentzündung) oder des Gehirns bzw. Rückenmarks (Enzephalitis, Meningitis) können einen
Schluckauf provozieren.
Krebs ist in der Lage, durch sein Wachstum Nerven zu
stimulieren oder zu zerstören. Daneben können sich die Entartungen oder aber Metastasen auf den normalen
Atemprozess auswirken. Zu einem chronischen Schluckauf kommt es vor allem durch Tumore der Speiseröhre, Lungenkrebs, Magenkrebs und des Gehirns.
Nicht pathologisch ist der häufig bei schwangeren Frauen beobachtbare Schluckauf. Dieser entsteht durch das
heranwachsende Leben im Leib, welches zu einer Verdrängung der inneren Organe der Mutter führt, somit den Druck
z.B. auf Magen und Zwerchfell erhöht.
Diagnose
Der zu Rate gezogene Mediziner wird durch das ausführliche Gespräch zunächst versuchen, bestimmte Ursachen
auszuschließen. Dabei ist vor allem wichtig, unter welchen Umständen der Schluckauf auftritt und wie lange er
bleibt. Zur differenzierten Diagnose können (neben dem Blutbild) die
Magenspiegelung, die Sonographie der inneren Organe, eine Röntgenaufnahme der Lunge, eine CT oder MRT sowie
Bronchoskopie, EEG, EKG und Gefäßdoppler eingesetzt werden.
Ein nicht pathologisch begründbarer Schluckauf geht nach wenigen Minuten eigenständig. Meist reicht schon die
plötzliche Ablenkung durch Mitmenschen (Frage stellen, Erschrecken), um das Zwerchfell wieder zu beruhigen. Ein
durch eine ernsthafte Grunderkrankung verursachter Schluckauf kann meist nur durch vorrangige Behandlung dieser
gelindert werden. Symptomatisch werden verschiedene Medikamente eingesetzt, die der Muskelrelaxierung oder der
Regulierung neuronaler Prozesse dienen. In ausgeprägten Fällen kann auch der Nervus phrenicus unter
Ultraschallsicht (supraclaviculärer Plexus, der auch den vom Hals ziehenden Phrenicus beinhaltet) aufgesucht werden
und durch Injektion eines geeigneten Medikaments ausgeschaltet (blockiert) werden. Das Verfahren ist sehr selten
und wird nur einseitig angewendet, da eine vollständige Lähmung zu massiven Atembeschwerden - Atemnot (lebensbedrohlich) führt.

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