Schluckauf - Ursachen, Symptome, Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Der Schluckauf (Singultus) ist ein Symptom, welches jeder Mensch in seinem Leben mindestens einmal erlebt. Dabei kommt es über einen gewissen Zeitraum zu einer Kontraktion des Zwerchfells während der Einatmungsphase, bei der die Stimmritze kurz verschlossen wird und so zu dem hicksenden (schnappenden) Geräusch führt. In der Regel geht der Schluckauf nach wenigen Minuten wieder. Durch verschiedene Erkrankungen kann es aber auch dazu kommen, dass der Schluckauf wiederkehrend ist oder permanent verbleibt, wodurch das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigt wird (z.B. durch die erschwerte Aufnahme von Flüssigkeiten oder Nahrung).

Ursachen

Der normale Schluckauf führt über Reizung des Nervus phrenicus zu den plötzlichen Kontraktionen des Zwerchfells. Diese Reizung kann z.B. durch kalte Getränke, Eis, heiße Speisen, trockene Lebensmittel (z.B. Brot), hastige Nahrungsaufnahme, Verschlucken von viel Luft, Nervosität, Hektik oder auch den Genuss von Noxen (Alkohol, Nikotin) ausgelöst werden.

Ein chronischer, wiederkehrender Schluckauf sollte immer medizinisch abgeklärt werden, er kann Hinweise auf eine ernsthafte Erkrankung geben.

Die Ursachen für einen pathologischen Schluckauf sind vielfältig. Sie können durch Läsion des Nervens, Störungen im Bereich des Zwerchfells, Erkrankungen in der zentralen Schaltstelle (ZNS) im Gehirn oder auch verschiedene Organerkrankungen entstehen. Besonders oft liegen Entzündungen im Bereich des Verdauungstraktes oder der angeschlossenen Organe vor, die zu einer übermäßigen Reizung im Nervensystem führen. Hierzu zählen die Ösophagitis bzw. Refluxkrankheit (Speiseröhren-entzündung), die Gastritis (Magenschleimhautentzündung) und die Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung). Auch entzündliche Prozesse im Bereich des Rippenfells (Pleuritis), der Lunge (Pneumonie), des Herzens (Perikarditis = Herzbeutelentzündung) oder des Gehirns bzw. Rückenmarks (Enzephalitis, Meningitis) können einen Schluckauf provozieren.

Krebs ist in der Lage, durch sein Wachstum Nerven zu stimulieren oder zu zerstören. Daneben können sich die Entartungen oder aber Metastasen auf den normalen Atemprozess auswirken. Zu einem chronischen Schluckauf kommt es vor allem durch Tumore der Speiseröhre, Lungenkrebs, Magenkrebs und des Gehirns.

Nicht pathologisch ist der häufig bei schwangeren Frauen beobachtbare Schluckauf. Dieser entsteht durch das heranwachsende Leben im Leib, welches zu einer Verdrängung der inneren Organe der Mutter führt, somit den Druck z.B. auf Magen und Zwerchfell erhöht.

Diagnose

Der zu Rate gezogene Mediziner wird durch das ausführliche Gespräch zunächst versuchen, bestimmte Ursachen auszuschließen. Dabei ist vor allem wichtig, unter welchen Umständen der Schluckauf auftritt und wie lange er bleibt. Zur differenzierten Diagnose können (neben dem Blutbild) die Magenspiegelung, die Sonographie der inneren Organe, eine Röntgenaufnahme der Lunge, eine CT oder MRT sowie Bronchoskopie, EEG, EKG und Gefäßdoppler eingesetzt werden.

Ein nicht pathologisch begründbarer Schluckauf geht nach wenigen Minuten eigenständig. Meist reicht schon die plötzliche Ablenkung durch Mitmenschen (Frage stellen, Erschrecken), um das Zwerchfell wieder zu beruhigen. Ein durch eine ernsthafte Grunderkrankung verursachter Schluckauf kann meist nur durch vorrangige Behandlung dieser gelindert werden. Symptomatisch werden verschiedene Medikamente eingesetzt, die der Muskelrelaxierung oder der Regulierung neuronaler Prozesse dienen. In ausgeprägten Fällen kann auch der Nervus phrenicus unter Ultraschallsicht (supraclaviculärer Plexus, der auch den vom Hals ziehenden Phrenicus beinhaltet) aufgesucht werden und durch Injektion eines geeigneten Medikaments ausgeschaltet (blockiert) werden. Das Verfahren ist sehr selten und wird nur einseitig angewendet, da eine vollständige Lähmung zu massiven Atembeschwerden - Atemnot (lebensbedrohlich) führt.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert