Nitrat im Grundwasser – Danke an die „intensiv“ Landwirtschaft!

20. August 2017 | Von | Kategorie: Ernährung

Deutsches Trinkwasser hat einen sehr guten Ruf. Zumindest war das so bis zum Jahr 2016. Dann wurde ein Mineral zu Problem, das eigentlich gar nichts Schlimmes ist und das Pflanzen und Tiere brauchen: Nitrat.

Aber wie wir seit Paracelsus wissen, macht die Menge das Gift. Und Stoffe wandeln sich je nach Milieu zu anderen Verbindungen um und so kann sich Nitrat zu Nitrit transformieren. Und kann gerade für Kleinkinder lebensgefährlich sein. Deswegen liegt der Grenzwert für Trinkwasser bei 50 Nitrat mg/l Trinkwasser.

Eingehalten wird der Wert in den meisten Regionen nur knapp. In vielen Gegenden liegt er sogar weit darüber wie in Nordwestdeutschland, wo Werte um bis zum doppelten Grenzwert auftreten können. Doch auch in Bayern sind Gehalte von 80 mg/l keine Seltenheit, in Mitteldeutschland durchschnittlich 60 mg/l. Nur im südlichen Baden-Württemberg und einzelnen Kreisen Bayerns sind die Nitrat-Konzentrationen unseres wichtigsten Lebensmittels normal und erträglich. Hier brauchen keine Empfehlungen ausgesprochen zu werden, Baby-Nahrung mit Spezial-Wasser zuzubereiten.

Die Wasserversorger müssten schon längst stärker reagieren

Schon unterhalb des Grenzwertes von 50 mg/l müssten die Wasserversorger etwas unternehmen. Denn schon 37,5 Nitrat mg/l Trinkwasser ist die eigentliche Alarmgrenze. Das schreibt eine EU-Richtlinie so vor.

Die Ursache für die Nitrat-Belastung kann man wohl kurzfristig kaum beseitigen. Es ist die heftig düngende Landwirtschaft, die mit Mineraldünger und Gülle den Boden malträtiert.

In einem dicht besiedelten Industrieland ist ein gewisses Maß an Umweltverschmutzung wohl kaum zu vermeiden, jedoch ist die hohe Nitrat-Ausbringung auf eine übermäßige Fleisch-Produktion zurückzuführen. Und hier stellt sich schon die Frage, ob wir immer höhere Kosten für “Umwelt-Reparatur“ bezahlen können oder wollen. Nitrat-verseuchtes Trinkwasser ist zwar zu reinigen, doch wird dies die Kosten für den Verbraucher explodieren lassen. Auch der Transport sauberen Wassers über weite Strecken ist eine Alternative, doch geht auch das erheblich ins Geld. Desgleichen ist das Hochpumpen tiefer gelegenen Grundwassers wegen des dort hohen Salzgehaltes sehr teuer, weil eine Entsalzung erforderlich ist.

Wer eine Landpartie unternimmt, dem fallen überall die großflächigen Maisfelder auf. Diese Pflanzen sind die einzigen gewinnbringenden Feldfrüchte, die die immensen Güllemengen überhaupt vertragen. Und das müssen sie auch. Denn Gülle ist ein niederländischer Exportschlager, den dort keiner mehr entsorgen darf und will. Aus dem Nachbarland bekommen die Deutschen pro Jahr 2 Millionen Tonnen der stinkenden Brühe frei Haus.

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