HUNA (hawaiianischer Schamanismus) in der Gesundheitsprävention

  • Vor knapp zehn Jahren habe ich die Ausbildung zum Akad. Psychosozialen Gesundheitstrainer absolviert (basierende auf den Aubildungsschwerpunkten Psychologie, Anatomie/Physiologie, Ernährung, Bewegung). Aus dem Abstract meiner Diplomarbeit möchte ich hier ein paar Auszüge als Anregung posten, weil ich glaube, dass für den einen oder anderen einiges davon neu, durchaus interessant und in weiterer Folge auch hilfreich sein könnte.

    Ergänzen werde ich das um grundlegende Informationen über die 7 HUNA-Prinzipien und damit einen groben Überblick über das Denkmodell der KAHUNAS, der Hawaiianischen Schamanen (inkl. Buchtipps).


    Abstract

    Betrachtung des Konzepts und der Methoden von Huna, dem Denkmodell der Kahunas, der hawaiianischen Schamanen, aus Perspektive der Gesundheits­prävention und die Anwendbarkeit als Akad. Psychosoziale/r Gesundheitstrainer/in.

    Zusammenfassend werden unter Gesundheitsprävention vorbeugende Maßnahmen verstanden, die die Entstehung oder Verschlimmerung von gesundheitlichen Problemen und deren Folgen verhindern sollen – obwohl dies im eigentlichen Sinne des Wortes Prävention (lat. praevenire: „zuvorkommen, verhindern“) besser „Krankheitsprävention“ oder auch „gesund­heitliche Prävention“ genannt werden müsste.

    [...]

    Als zentralen Faktor für die Gesundheit zeigt Antonovsky das „Kohärenzgefühl“ auf, das sich seiner Ansicht nach aus drei Komponenten zusammensetzt – Verstehbarkeit, Sinnhaftigkeit, Handhabbarkeit – und direkten Einfluss auf die Auswirkungen von Stress und somit die Erhaltung und Förderung von Gesundheit hat.


    Daraus abgeleitet stellt sich die Frage, wie bzw. mit welchen Methoden ein/e Akad. Psychosoziale/r Gesundheits­trainer/in seine/ihre Klienten – und somit auch deren Gesundheit – stärken kann.


    Huna, hawaiianischer Schamanismus, ist auf Harmonie im Inneren wie im Äußeren – und somit automatisch auf Gesundheit – ausgerichtet und kennt viele gesund­heits­orientierte Mentaltechniken, die auch in unserem Kulturkreis sehr gut anwendbar sind.

    In Huna werden – anders als in vielen anderen schamanischen Traditionen – bei den Heil­methoden wie den Mentaltechniken keinerlei Hilfsmittel wie Trommeln, Teile von bestimmten Tieren oder bestimmte Pflanzen etc. benötigt. Gerade auch deswegen lässt sich Huna so gut in andere Kulturkreise wie den unseren transportieren.


    Nach dem Denkmodell Huna ist der Mensch selbstbestimmt und machtvoll – er hat die Möglichkeit und Kraft, ja sogar die Pflicht, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Alles, was jemandem im Leben begegnet – Menschen, Situationen, eben alles – hat mit dieser Person zu tun, sie hat daran Anteil, sie ist dafür (mit)verantwortlich. Dabei darf Verantwortung nicht mit Schuld verwechselt werden: Menschen sind laut Huna nicht schuld an ihrem Leben, sie sind für ihr Handeln und Tun und für ihr Leben verantwortlich.


    Verantwortung zu übernehmen, nicht (mehr) Opfer zu sein oder sein zu können ist ein ganz wesentliches Resultat aus der Anwendung des Konzeptes Huna – denn nur wer Verantwortung für sein Leben übernimmt, kann selbstbestimmt und machtvoll agieren und auf sein Leben Einfluss nehmen.


    Kahunas, die hawaiianischen Schamanen, sind Meister der Mentaltechniken. Sie kennen sich unter anderem sehr genau mit der Funktionsweise des menschlichen Gehirns aus und setzen dieses Wissen unter anderem in Form von Mentaltechniken zur Heilung ein.


    Viele dieser Mentaltechniken befinden sich – zum Teil in modifizierter Form – auch in unserem Kulturkreis bereits im Einsatz (zB Systemische Aufstellungsarbeit) und können im Zuge von Psychosozialem Gesundheitstraining präventiv und zur Unterstützung von Gesundheit eingesetzt werden.



  • Bei den nachfolgenden Informationen über die 7 HUNA-Prinzipien handelt es sich nicgt um einen ausformulierten Text, sondern um eine Stichwortsammlung bzw. meine Notizen zu Einführungs-Vorträgen über das Thema HUNA, die ich vor Jahren gehalten habe.



    Die 7 HUNA-Prinzipien – ein Überblick über das Denkmodell der KAHUNAS, der Hawaiianischen Schamanen.


    „HUNA ist etwas für intelligente Menschen, klar, logisch, konsequent, auch und gerade in der Ausrichtung auf die Werte, die in den sieben Prinzipien angesprochen sind: Bewusstsein, Freiheit, Konzentration, Friede, Liebe, Selbstvertrauen und Harmonie.


    KAHUNAS sind die Meister der Mentaltechniken, sie wissen erstaunlich genau, wie das menschliches Gehirn funktioniert, wie man erfolgreich mit psychischen Strukturen umgeht, was es mit der sinnlichen und der ‚übersinnlichen’ Wahrnehmung auf sich hat und was sich aus all dem an konstruktiven Schlüssen ziehen lässt.“


    Zitat: Eva Ulmer-Janes


    HUNA –

    keine Religion, sondern Denkmodell der KAHUNAS, den hawaianischen Schamanen


    HUNA = Geheimnis HU / NA ungefähr Yang / Yin


    HU = Chaos, Bewegung, Aktivität, „männliche“ Energie

    NA = Ordnung, Ruhe, Struktur, Passivität, „weibliche“ Energie


    HU / NA = zwei entgegengesetzte Pole, beide ohne ihr jeweiliges Gegenstück nicht denkbar


    „Leben und Erleben findet in der Spannung zwischen diesen beiden Polen statt. Nur HU, also nur Chaos, ermöglicht keine Form der Erfahrung, kein Lernen und keine Entwicklung, und für NA, den absoluten Stillstand, gilt dasselbe. Die Harmonie, das Gleichgewicht zwischen HU und NA, also Bewegung in einer Struktur, einer erkennbaren Ordnung – oft symbolisiert durch eine Sinuskurve –, macht unser Leben erst möglich. So können wir Zusammenhänge erkennen, Schlüsse daraus ziehen und Veränderungen durchführen.“ (Zitat Eva Ulmer-Janes)


    Geheimlehre

    War sehr lange verboten (Sprache, Lehre) g wurde im Geheimen innerhalb der Familien weitergegeben. Daher der Name HUNA (= Geheimnis)


    Verhältnis Abenteuer-Schamanentum (ca. 10 %) zu Krieger-Schamanentum (ca. 90 %)


    Krieger-Schamanen (sehr oberflächlich und vereinfacht dargestellt):

    Es gibt gute/schlechte Kräfte – mit den guten verbünden, vor schlechten schützen.


    Passt zu unseren herkömmlichen Denkmustern.


    Schlecht: Viren, Bakterien, Umweltverschmutzung

    Gut: Impfung, Ärzte



    Abenteuer-Schamanen (HUNA):

    Polarität ist ok/normal


    gut/böse = Verhalten (nicht Eigenschaft) → Option für anderes Verhalten immer vorhanden


    Jede Situation ein Abenteuer (Schlaf-, Aufwach-, Frühstück-Abenteuer) und wird

    offen

    liebevoll

    lustvoll

    kreativ ….. bestanden


    Ereignisse sind neutral. Wir entscheiden, was wir daraus machen.


    Bsp.: Unfall, Auto kaputt – das muss nicht schlecht sein, sondern kann z.B. dazu führen, dass man sich nicht mehr so durchs Leben hetzt/hetzen lässt, sondern ruhiger/gemütlicher lebt.

    → Ereignis, das wir spontan negativ beurteilen würden, kann höchst positive Auswirkung haben


    Zentrale Frage immer: Wem nützt es? Welche positive Wirkung (= Vorteil) hat etwas?

    → Ziel: Diesen Vorteil anders sichern, damit nicht weitere („negative“) Ereignisse nötig sind


    Polarität / Dualität = normal / OK

    zB Tag/Nacht, Einatmen/Ausatmen



    HUNA ist sehr einfach (nur 7 Prinzipien), aber doch sehr weit reichend in den Konsequenzen: Man kann sich nicht mehr als Opfer sehen, sondern muss die Verantwortung für sein Tun übernehmen.


    UND: keine genaue Bedienungsanleitung – man selbst ist gefordert, das für sich Passende zu finden


    Oft schwierig am Anfang. Man stellt Frage, bekommt – scheinbar – keine brauchbare Antwort: „Wie geht das?“ „So, wie es für dich passt.“ Oder:

    „Aber geht das nicht aus so und so …?“ „Klar, wenn es für dich passt.“


    Bei allem zählt die Absicht – das reine Befolgen auswendig gelernter Rituale sichert nicht den Erfolg.


    Gelehrt wird das Grundgerüst: die 7 HNUA-Prinzipien



    ZIEL: Harmonie – nicht im Sinne von „wir haben uns alle ja sooo lieb“, sondern im Sinne von „es passt“ (Bsp.: Bei einem Übergriff muss man Grenzen setzen – das ist nicht angenehm, aber passend.)


    Ob etwas „real“ erlebt wird oder in der Fantasie = gleiche Auswirkung → um etwas zu bewirken oder eine Lösung anzustoßen, kann man relativ einfache Handlungen setzen (Rituale), die stellvertretend für das Problem stehen.


    höchst plakativ formuliert: „Faulheit“ erstrebenswert

    → alles so einfach wie möglich, so wenig Aufwand wie möglich für größtmögliche Wirkung


    Kein Trommeln, keine Masken, kein Hokuspokus. Es geht um grundlegendes Verständnis, nicht um konkrete Handlungen (die ergeben sich dann situationsbedingt bzw. anlassbezogen).


    Deswegen lässt sich das Denkmodell HUNA genau so gut auf den Pazifischen Inseln wie in Europäischen Städten verwirklichen.



    Der Weg ist das Ziel??

    Nein: Der Weg ist der Weg, das Ziel ist das Ziel.


    Der Weg sagt über das Ziel nichts aus. Wenn der Weg schwieriger ist, macht das das Ziel nicht wertvoller; ist der Weg einfach und leicht, ist das praktisch und angenehm, deswegen ist das Erreichte nicht weniger wert.

    Ein gescheiterter Plan ist ein gescheiterter Plan, nicht mehr. Kein Zeichen.


    Werkzeug

    • man nimmt das derzeit passende Werkzeug
    • man kann sich jederzeit um-entscheiden und später ein anderes Werkzeug wählen



    Übung macht den Meister?


    Üben = energetisch anderer Zustand als Praxis („Trocken-Übung“)


    Nicht Übung macht den Meister, sondern Praxis.

  • Die 7 HUNA-Prinzipien


    1. IKE

    Die Welt ist, wofür du sie hältst.


    Vergangenheit und Zukunft sind reine Fiktion, wir haben lediglich unsere Vorstellung von der Vergangenheit und der Zukunft.


    "Der Regen von gestern macht uns heute nicht nass, die Sonne von morgen kann uns heute nicht verbrennen." (Zitat Serge Kahili King)


    Unsere Vorstellung von Vergangenheit und Zukunft ist veränderbar.

    Alles ist nur subjektive Wahrnehmung. Wir entscheiden drüber, welchen Einfluss und welche Wirkung Dinge/Ereignisse auf uns haben.


    Ich kann immer nur das Schlechte sehen (mit der "Begründung", dass mir in der Vergangenheit XYZ zugestoßen ist) oder mich entscheiden, (auch) das Positive zu sehen und mich darauf zu fokussieren.



    2. KALA       = Freiheit

    Es gibt keine Grenzen.


    keine eindeutigen, für alle gleichermaßen gültige, unverrückbare Grenzen


    Alles, was vorstellbar ist, ist möglich.


    nützlich: Spielregeln (Spielbrett mit schwarzen und weißen Feldern – sehr nützlich, sich zuerst zu einigen, ob Dame oder Schach gespielt wird)


    Spielregeln

    • können sich ändern, können wir ändern 1)
    • sollen an die Gegebenheiten angepasst sein


    1) wenn unveränderbar: akzeptieren, Energie abziehen


    akzeptieren bedeutet nicht, dass wir auch gut heißen

    akzeptieren bedeutet, dass wir nicht (mehr) hadern


    Nicht mehr zu hadern ist bereits Veränderung



    3. MAKIA       = Fokus, Konzentration

    Energie folgt der Aufmerksamkeit.


    nicht dem Problem Energie geben, sondern der Lösung

    (die Ursache muss nicht genau bekannt sein und das Problem muss nicht in allen Details erneut durchlebt werden – das wäre zu viel Energie für’s Problem statt für die Lösung)


    → so viel wie möglich an das denken, was wir wollen

    → so wenig wie möglich an das denken, was wir nicht wollen


    Dabei geht es nicht um Verdrängung, sondern um bewusste Entscheidung:

    „Okay, es gibt dich, du bist da – aber du hast keinen Platz in meinem Leben, also bekommst du keine Aufmerksamkeit = Energie mehr von mir.“



    4. MANAWA       = Jetzt

    Jetzt ist der Augenblick der Macht.


    nur im Jetzt handlungsfähig


    Unsere Entscheidung, wie wir über die Vergangenheit/Zukunft denken, beeinflusst unser Befinden im Hier und Jetzt.

    Es ist unsere Entscheidung, ob wir uns schwächen oder stärken wollen.


    Wenn unsere Aufmerksamkeit nicht im Hier und Jetzt: keine Macht im Jetzt


    Aufmerksamkeit: auf’s Jetzt bündeln → Entspannung → kein Ärger möglich


    Lob und Anerkennung: richtet Aufmerksamkeit auf Positives → stärkt

    Kritik schwächt – den Kritisierten, aber auch den Kritisierenden!!


    Lösung:

    Jeder Kritik etwas Positives nachschicken. Kann etwas absolut Banales sein! („Das Hemd hat eine hübsche Farbe.“, „Die Brille steht ihr gut.“) Muss nicht laut ausgesprochen werden, es genügt, es zu denken.



    5. ALOHA       = Liebe

    Lieben heißt glücklich sein mit ...


    Alles, was Freude bei allen Beteiligten mehrt, ist Liebe.

    Alles andere ist etwas anderes.


    Liebe nimmt in dem Maß zu, wie das Bewerten/Urteilen abnimmt.



    6. MANA       = persönliche Macht, Kraft

    Alle Macht kommt von innen.


    nicht von außen (Regierung, Eltern etc.), sondern aus uns selbst


    Macht über andere hat man nicht, man bekommt sie.

    Macht über uns hat niemand, wir geben sie ihm.


    Wir können nicht davon ausgehen, dass uns Ereignisse ereilen, die uns nicht betreffen (in irgendeiner Art).


    Macht = innere Autorität



    man probiert nicht, man entscheidet sich und tut


    man wählt ein Werkzeug (anlassbezogen)

    man setzt es vertrauensvoll ein


    Zweifel lenken Energie auf das, was wir nicht wollen


    wenn nötig, entscheidet man sich später für ein anderes Werkzeug




    7. PONO       = Harmonie („es passt“, auch: harmonisch im Sinne der kosmischen Ordnung)

    Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit.


    Nur, weil einem jemand etwas erzählt, heißt das nicht, dass es wahr ist.

    Nicht, dass man etwas gesagt bekommt, zeigt, dass es wahr ist. Erst, wenn wir es umsetzen und es funktioniert, wenn es also tatsächlich wirksam ist, dann ist das ein Zeichen, dass es wahr ist.


    harmonisch bedeutet nicht angenehm

    harmonisch bedeutet passend


    Übergriff → abgrenzen: ist nicht angenehm, aber passend


    Mittel muss zum Ziel passen

    Der Zweck heiligt nicht alle Mittel – mit unheiligen Mitteln wird man kein heiliges Ziel erreichen.

  • Buchtipps und Links


    Links:

    www.huna.at Eva Ulmer-Janes in Wien

    www.kontiki.at Seminarzentrum von Eva Ulmer-Janes

    www.huna.org Sehr umfangreiche Website von Serge Kahili King mit vielen (kostenlosen) Anleitungen und Artikeln

    www.huna.org/AlohaProject/german.html Artikel von Serge Kahili King u.a. (Deutsche Übersetzung)


    Bücher:

    "Der Stadt-Schamane" von Serge Kahili King

    "Begegnung mit dem verborgenen Ich. Ein Arbeitsbuch zur Huna-Magie" von Serge Kahili King

    "Magie ist keine Hexerei. Vom bewußten Umgang mit Energie" von Eva Ulmer-Janes

    "Die Magie kehrt zurück. Vom bewußten Gestalten der Realität" von Eva Ulmer-Janes

    "Magie macht Schule. Altes Wissen für neue Aufgaben" von Eva Ulmer-Janes


    Serge Kahili King ist einer der Experten in Bezug auf HUNA. Hatte das Vergnügen, vor Jahren 2 Seminare bei ihm zu besuchen - war ein Erlebnis. Seine Bücher, vor allem dem Stadt-Schamane, sind wohl irgendwie fast Pflichtlektüre für HUNA-Interessierte - allerdings habe ich persönlich es ehrlich gesagt nicht geschafft, auch nur ein einziges seiner Bücher fertig zu lesen. Sie sind für meinen Geschmack zu trocken.


    Eva Ulmer-Janes ist meine HUNA-Lehrerin - nachdem ich ihr Buch "Magie ist keine Hexerei" vor vielen Jahren geschenkt bekommen und verschlungen hatte, habe ich freudig festgestellt, dass sie Seminare in Wien hält. Das hatbuchstäblich meine Welt verändert: Nachdem ich mich schon zuvor seit vielen Jahre mit Energiearbeit und vielen sehr grundlegenden Fragen rund um meine eigene Lebenseinstellung beschäftigt hatte, war HUNA für mich ein unfassbar großes Aha-Erlebnis. Ich hatte das Gefühl, seit Jahren ein Puzzle-Stück nach dem anderen zusammengetragen zu haben ... langsam, ganz langsam begann sich ein sinnvolles Bild zu ergeben ... und dann kam HUNA und - schwupps! - ergab plötzlich alles einen Sinn und das Gesamtbild wurde auf einen Schlag sichtbar.


    Wobei: "Schwupps!" bedeutet nicht, dass nach 5 Minuten alles klar war ;) Neben den 7 HUNA-Prinzipien gibt es zB noch die drei Funktionen des Selbst, Ku, Lono, Aumakuaa, und andere wesentliche Konzepte innerhalb von HUNA. Dann kommen noch konkret die erwähnten Mentaltechniken dazu, die sowohl zur Gesundheitsprävention laut meiner Diplomarbeit, darüber hinaus aber auch konkret zur Heilung eingesetzt werden können.


    HUNA ist, so simpel und logisch es auch sein mag, ein sehr umfassendes Konzept - ein Weltbild, eine Lebenseinstellung, aber noch viel mehr.


    Und HUNA kann sowohl für Therapeuten selbst, als auch für deren Arbeit mit Klienten/Patienten hilfreich sein und die eine oder andere sehr hilfreiche Technik bieten.


    Bei Interesse kann ich auch noch ein paar zum Teil extrem einfache Techniken hier beschreiben.

  • Danke fürs Einstellen, kommt meiner Einstellung sehr entgegen.


    Zitat von Aloha.Nui :

    Bei Interesse kann ich auch noch ein paar zum Teil extrem einfache Techniken hier beschreiben.


    Das wäre ganz arg lieb von dir.


    Gruß nach Wien

    Hannah

  • Laut meinem Cranio-Sacral-Lehrmeister, Dr. Olaf Korpiun, ist das Hirn des Menschen größter Segen, aber auch sein größter Fluch.

    Ein Tier liegt entspannt irgendwo herum - so lange, bis ein Tiger aus dem Gebüsch springt, dann kämpft/flüchtet es. Danach ist das erledigt, und das Tier legt sicher wieder entspannt hin - als wäre nie etwas gewesen. Weil es voll im Hier und Jetzt lebt, wird es - anders als der Mensch - nicht von Angst beeinflusst. Wir hingegen schleppen jeden einzelnen Tiger, dem wir jemals über den Weg gelaufen sind, mit uns herum ...


    Mit gewissen Mentaltechniken kann man gezielt etwas dafür tun, sich mehr auf's Hier und Jetzt zu fokussieren und alle "Tiger" zu vergessen, zB mit folgender


    Übung „alle Aufmerksamkeit auf’s Hier und Jetzt“:

    Ganz einfach, aber wirkungsvoll - kann überall und bei jeder Gelegenheit gemacht werden, solange man sich nicht auf etwas konzentrieren muss (beim Warten auf den Bus, beim Sitzen auf einer Parkbank, zu Hause, unterwegs etc.; natürlich nicht beim Autofahren u.ä.) und zielt darauf ab, die Gedanken im Hier und Jetzt zu bündeln.


    Man blickt umher und zählt (innerlich) alles auf, das bestimmte Eigenschaften hat. Aufzählen im Sinne von bewusst wahrnehmen, sich darauf konzentrieren.


    Zuerst Konzentration zB auf alles Rote, dann auf alle geraden Linien, dann auf alles, das sich irgendwie bewegt, dann auf alle Kurven, dann auf alle Pflanzen etc.


    In Notsituationen (zB bei beginnender Panikattacke o.ä.) oder wann immer es nötig ist, kann das Aufzählen auch laut erfolgen - das Sprechen und Hören verstärkt die Wirkung.

    Wenn man das ein paar Minuten lang macht, sich somit ganz auf das Hier und Jetzt konzentriert, hat das eine sehr beruhigende Wirkung, die Pulsfrequenz sinkt etc.




    Dualität/Polarität

    Dualität/Polarität existiert. Ob wir wollen oder nicht. Wir können nicht einatmen ohne auszuatmen und umgekehrt. Dabei kommen wir gar nicht auf die Idee zu überlegen, ob eines davon gut, das andere schlecht oder ob eines davon wichtiger sei als das andere. Es handelt sich einfach um zwei Pole der selben Sache - das eine geht nicht ohne das andere.

    Dieses Prinzip erstreckt sich auf viele Ebenen unseres Seins, und es hilft uns, Dinge - und auch uns selbst! - zu akzeptieren und nicht (mehr) damit zu hadern, wenn wir uns das vor Augen führen.


    1. Auflistung aller erwünschten Eigenschaften („Wie will ich sein?“ ohne die Umsetzbarkeit anzudenken) in einer Spalte unter einander


    2. Rechts in der Spalte daneben das genaue Gegenteil hinschreiben


    3. Wie fühlt es sich an, die Eigenschaften in dieser zweiten Spalte zu lesen?


    4. Sich vor Augen führen:

    ·      Das eine gibt es ohne das andere nicht.

    ·      Wenn wir das eine wollen, müssen wir auch das andere anerkennen (= akzeptieren, nicht mehr hadern) 1)

    ·      Wir entwickeln uns weiter – in allen Seiten der Polarität.

    ·      Wenn ich mir den Gegenpol nicht zugestehe, ihn mir verzeihe, erreiche ich das Ziel nicht.


    1) siehe oben 2. KALA: Nicht mehr zu hadern ist bereits Veränderung




    Situationen harmonisieren

    Alles hängt mit allem zusammen. Wenn wir Odrnung in etwas bringen, das stellvertretend für etwas anderes steht, hat das auch eine ordnende Wirkung auf das andere.

    Dazu benötigen wir mind. eine andere Person und pro Person ein paar Fundstücke (Steinchen, kleine Zweige, Schmuckstücke, Blumen; alles, das sich gut werfen lässt und nicht zu groß ist).


    • jemand wählt eine Situation, die besser werden soll (zB weniger Streit in der Firma oder "Ich will mich nicht weiterhin laufend wegen Nichtigkeiten ärgern") und denkt daran; wenn er/sie will, kann er seine Gedanken auch laut aussprechen, ist jedoch absolut nicht notwendig.
    • alle Personen werfen ihre Fundstücke in die Mitte (in Summe ca. 10-15, max. ca. 20, sonst dauert es endlos)
    • reihum darf jeder ein Stück auf einen anderen Platz legen oder in eine andere Position bringen
    • das erfolgt so oft reihum, bis ein für alle harmonisches, passendes Bild entsteht

    Ziel ist also, dass die Fundstücke, die zu Beginn chaotisch und planlos in die Mitte geworfen worden waren, durch "Umschlichten" Stück für Stück zu einem harmonischen Bild zusammengefügt werden. Zum Schluss muss das Bild für alle passen. Es kann passieren, dass einige Leute schon sagen "Das passt für mich so.", jemand anderer aber noch Veränderungen durchführen will. Das geschieht jedenfalls so lange, bis alle zufrieden sind.

    Je mehr Leute und je mehr Fundstücke, desto länger kann es dauern, bis das für alle passende Bid gefunden ist.


    Was genau "passend" bedeutet, wisst ihr, wenn ihr es seht: Einfach das Bild, das die geworfenen oder bereits umgeschlichteten Fundstücke bilden, ansehen und in sich hineinhören: Fühlt es sich gut an, was ich da sehe? Wenn nicht, was genau stört mich? Muss ich eines der Fundstücke woanders hinlegen? Oder will ich etwas bloß an der aktuellen Position irgendwie anders hinlegen/-stellen?


    Dazu muss ich als "Teilnehmer" gar nicht wissen, um welchen Thema es geht. Und auch als derjenige, der das Thema ausgewählt hat, muss ich mir das nicht die ganze Zeit vor Augen halten: Es geht ausschließlich um die passende Position der Fundstücke und darum, ein für alle passendes Bild zu erschaffen. Der Rest findet sich von selbst.




    Segnen


    Wir vergessen oft, dass es viel mehr Dinge gibt, die gut und schön sind, die funktionieren! Wenn wir uns öfter ganz bewusst vor Augen führen, wie viel Gutes es in unserem Leben gibt, führt das dazu, dass wir uns gut fühlen.


    • eine Minute lang innerlich aufzählen, wofür wir in unserem Leben dankbar sind (warme Wohnung; Familie und Freunde, die uns lieben; guter Job, der uns ernährt etc.)
    • eine Minute lang innerlich aufzählen, was in unserem Körper alles gut funktioniert und dem Körper dafür danken (dem Herz danken, das Tag für Tag Blut durch unseren Körper pumpt; den Beinen, die es uns ermöglichen, dass wir uns fortbewegen; den Augen, dass wir das Schöne um uns sehen können; den Ohren, dass wir hören können, was in der Welt um uns vor sich geht etc.) und was man an sich gut findet – ohne Einschränkungen!


    Wichtig: Keine Einschränkung, kein „Aber …“ oder „… bis auf …“!

  • Wenn man sich schon länger etwas vorgenommen hat, und dennoch aus unerfindlichen Gründen nicht umsetzen kann, kann folgendes helfen, die Ursache haruszufinden:


    KUPONO

    (KU = Unter- bzw. Körperbewusstsein, PONO = Harmonie, kupono = Ehrlichkeit)


    Wenn beim Ausprechen eines der folgenden Sätze innerer Widerstand spürbar wird, steht der bewusst ausgesprochene Satz im Gegensatz zu unbewussten Erwartungen und Glaubenssätzen, d.h. KU wehrt sich.



    Ich habe die Kraft, … Ich kann es.


    Ich habe das Recht, … Es steht mir zu.


    Ich habe den Wunsch, … Ich möchte es.


    Ich habe den Willen, … Ich werde es.



    Vorgangsweise:

    • Wahl eines Themas, das geklärt werden soll (sprich: eines Themas, das man schon lange in Angriff nehmen will, aber aus irgendwelchen Gründen klappt es nicht)
    • Formulierung in einen Satz – zB „(Ich habe …,) mit dem Rauchen aufzuhören.“ oder „(Ich habe …,) ein glückliches, XYZ-freies [1] Leben zu führen.“ oder „(Ich habe …,) XYZ [2] loszulassen."
    • Jemand anderer liest nun die (vollständigen) Sätze vor – man selbst spricht sie nach.

    Person 1 liest vor: „Ich habe die Kraft, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich kann es.“
    Person 2 spricht nach: „Ich habe die Kraft, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich kann es.“
    Person 1 liest vor: „Ich habe das Recht, mit dem Rauchen aufzuhören. Es steht mir zu.“
    Person 2 spricht nach: „Ich habe das Recht, mit dem Rauchen aufzuhören. Es steht mir zu.“

    Person 1 liest vor: „Ich habe den Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich möchte es.“
    Person 2 spricht nach: „Ich habe den Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich möchte es.“

    Person 1 liest vor: „Ich habe den Willen, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich werde es.“
    Person 2 spricht nach: „Ich habe den Willen, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich werde es.“


    [1] zB bezogen auf Krankheiten, also Diabetes-freies, Krebs-freies, Depressions-freies etc.

    [2] Hinderliches – zB Menschen, Ereignisse, Emotionen etc.


    Üblicherweise tritt bei 1-2 der 4 Sätze innerer Widerstand auf.


    Tritt bei keinem Satz oder bei allen Sätzen innerer Widerstand auf, ist das angesprochene Thema nicht relevant und gehört geändert oder umformuliert.


    Um Relevanz eines Themas zu prüfen: z.B. Kinesiologischer Muskeltest, Armlängentest o.Ä.


    1.)  Kraft


    Wenn es an diesem Punkt scheitert, dann hast du nicht genügend Kraft.


    Lösung: Kraft holen – auf jede angemessene Art, die dir Kraft gibt


    entspannendes Bad mit Salz nehmen (stärkt die Aura) oder

    Baum umarmen oder

    Yoga oder

    Spaziergang / Wanderung oder

    malen oder oder oder



    2.)  Recht


    Wenn es an diesem Punkt scheitert, dann glaubst du, nicht das Recht dazu zu haben.


    Lösung: sich selbst das Recht dazu verleihen


    Reise in den Inneren Garten machen und dort jemanden treffen, der mir ein Symbol gibt oder

    Urkunde schreiben („mit Brief und Siegel“) oder

    Verleihungsritual oder

    sich selbst Symbol schenken oder

    Insignien tragen und sich selbst ermächtigen (Kette umhängen etc.) oder oder oder



    3.)  Wunsch


    Wenn es an diesem Punkt scheitert, dann erscheint dir das Ziel in Wirklichkeit nicht attraktiv.


    Lösung: Nachteil des „Ziels“ suchen und auflösen; attraktives Bild vom Danach kreieren



    4.)  Wille


    Wenn es an diesem Punkt scheitert, dann hast du in Wahrheit noch nicht die Entscheidung getroffen, dieses Thema zu lösen.


    Lösung: Entscheidung treffen

  • Für mich hochinteressant da ich bereits unbewusst viele kleine Rituale in der Richtung

    HUNA für mich befolge.


    Lebe gerne im "Hier und Jetzt" erlernt von meinen Tieren, und habe mir auch wie schon mehrmals

    geschrieben meine "kindliche Neugier" erhalten.


    Ganz liebe Grüße und nochmals Danke

    für deine positive Energie

    Hannah

  • Für mich hochinteressant da ich bereits unbewusst viele kleine Rituale in der Richtung

    HUNA für mich befolge.


    Lebe gerne im "Hier und Jetzt" erlernt von meinen Tieren, und habe mir auch wie schon mehrmals

    geschrieben meine "kindliche Neugier" erhalten.

    Klingt sehr schön und freut mich sehr, dass du dir Gutes tust (ganz egal, wie es heißt)!


    Ganz liebe Grüße und nochmals Danke

    für deine positive Energie

    Hannah

    Sehr gerne, Hannah!


    Und ganz liebe Grüße zurück

    Andrea

  • Können wir grundsätzlich sehr gerne machen :)


    Ist die Stichwort-Sammlung aber wirklich für einen Artikel geeignet? Der Auszug aus dem Abstract (1. Beitrag) ist ja ausformuliert, der 2. und 3. Beitrag aber nicht wirklich ...


    Wenn sich daraus trotzdem etwas machen lässt, dann sehr gerne!


    LG

    Andrea

  • Es gibt gute/schlechte Kräfte – mit den guten verbünden, vor schlechten schützen.

    mal kritisch hinterfragt::/


    Könnten nicht die falschen Schritte in der spirituellen Welt auch mal tragisch enden?

    In alten Indianer-Kulturen z.B. wissen Stammesangehörige um die Risiken und Gefahren des schamanischen Weges.

    Sie fürchten sogar die Berufung als Schamanen auserwählt zu sein.

    Habe mich mal vor Jahren mit der Welt der Indianer beschäftigt.

    Jedenfalls betrachte ich alles ein wenig kritisch und habe den größten Respekt vor richtigen Schamanen.

    Durfte mal einen kennenlernen in Afrika und der war ziemlich beängstigend mit seiner Beräucherung und Wedelei , als er um mich singend herum tanzte.:rolleyes:

    LG

    Tu deinem Leib des öfteren etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.

    (Teresa von Avila)

    Einmal editiert, zuletzt von Sirona81 ()

  • mal kritisch hinterfragt::/


    können nicht die falschen Schritte in der spirituellen Welt auch mal tragisch enden?

    In alten Indianer-Kulturen z.B. wissen Stammesangehörige um die Risiken und Gefahren des schamanischen Weges.

    Sie fürchten sogar die Berufung als Schamanen auserwählt zu sein.

    Kritisch hinterfragen ist auf jeden Fall gut und wichtig!!


    Mit anderen Schamanischen Traditionen (Indianisch, Sibirisch, Afrikanisch etc.) habe ich mich nicht bzw. nicht annähernd so intesiv beschäftigt wie mit HUNA, da mich der Ansatz des Abenteuerschamanismus sehr anspricht, ich dort einfach mein zu Hause gefunden habe und es bei anderen Schamanischen Traditionen, so wie ich sie oberflächlich kenne, einiges gibt, das für mich einfach nicht passt.


    In jedem Fall bin ich grundsätzlich davon überzeugt, dass man Vieles sowohl konstruktiv als auch destruktiv verwenden kann. Ein plakatives Beispiel ist ein Messer, das man zum Kochen verwenden und damit höchst Positives zaubern kann - genauso kann man damit aber auch jemanden verletzen oder noch Destruktiveres anstellen. Und auch mit ganz anderen "Werkzeugen" kann man die komplette Palette von (wie man es landläufig nennt) 'Gutem' bis 'Schlechtem' abdeckten: Gedanken, Reiki, Magie etc. und ganz sicher auch Schamanischen Praktiken, das zweifle ich in keiner Weise an.


    Es ist in meinen Augen nicht nur eine Frage der Ethik, das Können ausschließlich im Positiven zu einzusetzen, sondern eine Selbstverständlichkeit.

    Darüber hinaus darf man auch nicht außer Acht lassen, dass - um ein "sanftes" Beispiel aus der Praxis zu nennen nicht gleich von Schwarzer Magie zu sprechen - zB negative Gedanken (wie etwa Abwertendes) auch den Sender schwächen und nicht nur den Empfänger ...


    Zum Schamanen auserwählt zu sein/werden ist in jedem Fall eine große Verantwortung. Dass sich nicht jede/r darüber freut, kann ich mir vorstellen.


    Und ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass manche Schamanische Praktiken beängstigend sein oder vielleicht auch schief gehen können.


    Aber wie gesagt: Bei anderen Schamanischen Traditionen kenne ich mich nicht so gut aus, da kann ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen.

    Aus dem HUNA kenne ich es zwar, dass Praktiken vielleicht im Moment nicht angenehm sind (zB eine Schamanische Reise, wenn man seiner größten Angst begegnet), sie sind aber immer dem Zweck bzw. dem Ziel angemessen und passend. Und das Endergebnis ist jedenfalls gut und positiv.


    Zumindest kenne ich persönlich es nur so, dass das Endergebnis immer positiv war.


    Aus dem grundlegenden Ansatz von HUNA her gehe ich auch absolut nicht davon aus (schon gar nicht in Begleitung eines erfahrenen, guten Kahuna), dass bei einer Praktik, einem Ritual etwas schiefgeht oder etwas Nichtwiedergutzumachendes passiert.


    Mag sein, dass das Ergebnis vielleicht im ersten Moment nicht das erwünschte ist. Dann kann man immer noch ein anderes Werkzeug wählen und ein anderes Ergebnis anstreben.