Die Bestandteile, in die die Milch zerlegt wurde (Magermilch, Sahne, Molke, usw.) werden wieder zusammengemixt und sprühgetrocknet.
Nee, ist schon komplizierter, was sich die beiden Firmengründerinnen Leila Strickland und Michelle Egger da ausgedacht haben.
Sie produzieren Brustepithelzellen, die auf Kulturmedien (Fetales Kälberserum?) aufgebracht werden und sich dort unter Beigabe von allen möglichen Nährstoffen vermehren. Sobald genügend Zellen vorhanden sind, werden sie in einen Bioreaktor gegeben, eine Mikroumgebung, die ähnliche Bedingungen wie in der Brust nachbildet. Die Zellen werden weiterhin ernährt, vermehren sich dabei und bereiten sich auf die Milchproduktion vor. Dabei ordnen sich die Zellen dann in einer Schicht um die 3D-Struktur des Bioreaktors an. Diese Anordnung ähnelt dabei der Physiologie der Brust: Die Zellen nehmen auf der einen Seite Nährstoffe aus dem mütterlichen Blutkreislauf auf und geben in der Mitte des Brustdrüsenläppchens Milch ab. Milchinduzierende Zellkulturmedien teilen den Zellen mit, dass es Zeit ist, Milch zu produzieren. So ähnlich passiert´s dann auch in dem Bioreaktor und schwupps - hat man anschließend ein glückliches, zufriedenes und sattes Baby.
Nach Aussage der Gründerinnen hatten sie es satt, ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn es darum geht, wie wir unsere Babys ernähren.
Sie wollen eine Ernährungslücke zwischen den verschiedenen Säuglingsnahrungsoptionen schließen nach dem Motto "Kuhmilch ist für Kühe, Muttermilch ist für Menschenbabys". Sie stehen auf dem Standpunkt, dass ihr Produkt die Nachfrage weg von herkömmlichen Baby-Milchprodukten lenken kann, indem sie eine nachhaltigere Alternative bieten.
Und wenn ich das richtig sehe, ist ihre Milcherfindung zunächst für die schwarze Bevölkerung in den USA gedacht, da dort Mütter wegen ihrer beruflichen Belastung öfter gestresst seien und länger arbeiten müssten. Milch abzupumpen für ihr Baby wäre daher schwierig.
Tja, das meint wohl auch ein Bill Gates und unterstützt das Unternehmen BIOMILQ - HUMAN MILK FOR BABYSˍ mit ein bißchen schnödem Mammon. Philantrop und Baby passen doch gut zusammen.
Zugegeben, Gates gab die Kohle nicht direkt, BIOMILQ erhielt 3,5 Millionen US-Dollar von einem Fonds mit Namen Breakthrough Energy Ventures und der wiederum wurde von Pillen Gates gegründet. Zu den Vorstandsmitgliedern dieses Fonds gehören dann solch illustren Zeitgenossen wie Mark Zuckerberg von Facebook, Jeff Bezos von Amazon und Sir Richard Brenson, Multimilliadär und Gründer des privaten Raumfahrtunternehmens Virgin Galactic. Brenson war auch derjenige, der mal eben am 11. Juli 2021 einen Abstecher ins All gemacht hat.
BIOMILQ ist seinerseits aber ebenfalls großzügig - es wird mit menschlichem Brustgewebe gearbeitet und mit Milch, die von lokalen Frauen gespendet wird. Zumeist schwarzen Frauen. Diese erhalten dann im Gegenzug einen Geschenkgutschein des Kaufhauses Target.
So sind dann letztlich alle glücklich - zukünftige Babys, die gestressten Mütter, die Milch-Spenderinnen, BIOMILQ, ein Pillen Gates und seine Spendierkumpane - was will man mehr? Soll mal einer sagen, wir würden nicht in tollen Zeiten leben ...

