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Sonntag, 13. Juli 2014, 17:35

Ist Zimt ein Nahrungsergänzungsmittel?

Hallo Zusammen,

Zimt soll ja bei Diabetes recht nützlich sein. Jedenfalls wird er in Kapseln von einer recht bekannten Firma angeboten. Ich verwende Zimt sozugagen als Zuckerersatz, weil ich meinen Quark mit Joghurt, Haferflocken, Leinöl und Inulin dann nicht mehr süßen muss. Dabei habe ich Stevia mit Steviolglykosiden von 98% Rebaudiosid A - also kein Supermarktprodukt.

Meine Frage geht also dahin, stimmt es, was ich über Zimt im Zusammenhang mit Diabetes gelesen habe?
Für eine Antwort bedanke ich mich im Voraus.

Allen wünsche ich noch einen angenehmen Wochenausklang und denen, die Fußball mögen, ein spannendes, faires Spiel.
xenia
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
(Erich Kästner)

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Freitag, 18. Juli 2014, 11:53

Zimt bei Diabetes und gegen Blutzucker?

Zimt ist erst einmal ein Gewürz. Aber – das ist halt nur eine Definition. Damit wird noch nichts über eine mögliche positive Auswirkung auf Erkrankungen oder Gesundheitsprophylaxe ausgesagt.

In meinem Grundsatzbeitrag zum Zimt gehe ich auf zahlreiche Aspekte ein:

http://www.naturheilt.com/heilpflanzen/zimt.html

Im Fall „Zimt“ gibt es wieder einmal die unterschiedlichsten Ansichten dazu.

Und die sehen so aus:
Eine randomisierte, doppelblinde, Plazebo kontrollierte Studie aus dem Jahr 2003 untersuchte 60 Patienten mit Diabetes Typ-2 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14633804) und kam zu dem Ergebnis, dass nach 40 Tagen Nüchternblutzuckerwerte, Triglyceride, LDL-Cholesterin und Gesamtcholesterin signifikant reduziert wurden. Diese Reduktion erfolgte in verschieden hohen Dosierungen von Zimt.

Eine neuere Arbeit aus dem Jahr 2012 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22749176) untersuchte 66 Patienten mit Diabetes Typ-2. Hier wurden die Nüchternblutzuckerwerte und das HbA1c signifikant gesenkt im Vergleich zu Plazebo. Gleiches galt auch für Triglyceride. Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin blieben unverändert. Auch diese Arbeit war eine randomisierte, doppelblinde, Plazebo kontrollierte Studie.
Die Autoren beider Arbeiten empfahlen bei einer Diabetes Typ-2-Erkrankung den Einsatz von Zimt bei der täglichen Ernährung.
Immerhin haben wir hier zwei Arbeiten vorliegen, die den Kriterien für die Durchführung einer Studie der sogenannten „evidenzbasierten“ Medizin beziehungsweise Wissenschaft voll und ganz entsprechen. Man könnte hier zu Recht einwenden, dass die Fallzahlen mit 60 und 66, die auch noch aufgeteilt wurden in Verum- und Plazebogruppe, nicht erschlagend hoch angesetzt sind. Damit ist eine statistische Relevanz unter Umständen fragwürdig.

Aber – die Skeptiker lassen sich davon nicht beeindrucken. Sie führen als Gegenargument eine Studie ins Feld, die den eigenen Forderungen nach einem guten Studiendesign nicht nachkommt, eine Meta-Analyse: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.10…34F7110F.f04t04 auch aus dem Jahr 2012. Cochrane hat in dieser Beziehung einen guten Ruf, nicht zuletzt weil man deren Meta-Analysen für alles benutzen kann, wenn man was bewiesen haben will.

In diesem Fall wurden ganze 10 Studien gefunden mit insgesamt 577 Teilnehmern mit Diabetes Typ-1 und Typ-2 gleichermaßen. Man fand keine statistisch signifikanten Zusammenhänge zwischen Zimt-Verzehr und einem Einfluss auf HbA1c, Blutzuckerwerte, Seruminsulin oder postprandialen Glukosewerten.

Ich kann dazu nur sagen, dass die Zahl 577 für eine Meta-Analyse ein Witz ist, ein schlechter Witz dazu, wenn man daraus eine Schlussfolgerung ableiten will. Dazu kommt noch, dass eine Meta-Analyse nie den Forderungen für evidenzbasierte Studienkriterien entspricht. Noch witziger wird es, wenn im Abstract der Veröffentlichung zu lesen ist, dass „im Allgemeinen die einbezogenen Studien nicht sehr gut durchgeführt worden sind und es an Qualität mangelt“ (Generally, studies were not well conducted and lacked in quality.)

Jedenfalls für die beiden oben erwähnten Studien kann ich diese Kritik nicht nachvollziehen, ausgenommen die zu geringen Fallzahlen. 577 Teilnehmer in einer Meta-Analyse ist weniger als ein Tropfen auf einem glühend heißen Stein. Wie es aussieht, sind Studien, die nach allen gültigen Kriterien regelgerecht durchgeführt worden sind, immer dann automatisch schlecht, wenn das Ergebnis nicht stimmt.

Sicherlich ist Zimt nicht das Allheilmittel gegen Diabetes. Aber so wie ich die Lage einschätze, kann Zimt als Bestandteil der Ernährung mit dazu beitragen, dass der Diabetiker seine Blutzuckerwerte unter Kontrolle behält. Darüber hinaus gibt es keine evidenzbasierten Hinweise, dass Zimt gesundheitlichen Schaden anrichtet.

3

Sonntag, 27. Juli 2014, 21:09

Zimt

Auch bei der Zimtsorte ist Vorsicht geraten!
Im Unterschied zum günstigeren Cassia-Zimt, der viel Cumarin enthält und vorwiegend aus Südchina und Indonesien stammt, ist Cumarin im sogenannten Ceylon-Zimt nur in vergleichsweise geringen Mengen enthalten.Ceylon-Zimt ist meist aus Sri Lanka, aber auch aus Brasilien, Südindien und Madagaskar.

Auf Lebensmittelverpackungen ist natürlich nicht angegeben, wo genau der Zimt herkommt. Steht nichts zur Herkunft des Zimts auf der Packung, befindet sich meist Cassia-Zimt darin. Wer den gesünderen Ceylon-Zimt verwendet, schreibt dies dagegen meist auch aufs Etikett.

Der Duft- und Aromastoff Cumarin ist natürlicher Bestandteil in vielen Pflanzen. Vor allem Zimt – und insbesondere die Sorte Cassia-Zimt – enthält Cumarin in größeren Mengen.

Neben Zimt findet sich Cumarin auch in vielen anderen Pflanzen, wie etwa in Waldmeister, Tonka-Bohnen, Süßklee, Erdbeeren sowie einigen Kräutern und verleiht ihnen ihr typisches Aroma. Daneben wird Cumarin zum Teil auch als Duftstoff in Kosmetika genutzt.

Cumarin – und dadurch auch Zimt – kann bei empfindlichen Personen oder Kleinkindern zu Leberschäden führen, jedenfalls wenn er regelmäßig und in größeren Mengen aufgenommen wird. Diese Leberschäden bilden sich jedoch zurück, wenn die Betroffenen keinen Zimt beziehungsweise Cumarin mehr zu sich nehmen.


Kann man natürlich alles googlen ;) Auf jeden Fall,seit ich das weis,kommt bei mir nur Ceylon Zimt ins Haus :D ,da ich es auch täglich esse.

4

Dienstag, 29. Juli 2014, 15:51

Ist Zimt ein Nahrungsergänzungsmittel?

Lieber Herr Gräber,

ganz herzlichen Dank für Ihre ausführlich Antwort.

Meine Frage resultiert aus dem Ergebnis des letzten Langzeitzuckerwertes. Hatte ich normalerweise so Werte um 6,5, war es dieses Mal nur 5,5. Das machte mich stutzig, zumal ich in dem Quartal ziemlich "gesündigt" hatte. Medikamente habe ich bisher noch nicht einsetzen müssen. Die Tagesdosis an Zimt beträgt 2 - 4g. Jedenfalls habe ich mich über den guten Wert sehr gefreut.

Ihnen alles Gute und weiter viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen
xenia alias Karin
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
(Erich Kästner)

5

Dienstag, 29. Juli 2014, 15:55

Ist Zimt ein Nahrungsergänzungsmittel?

Hallo Fato.

Vielen Dank für deine vielfältigen Informationen.

Selbstverständlich verwende ich nur Ceylon-Zimt, auch Caneel oder Canehl genannt.

Ich lasse ihn mir schicken. Und da ich auch einen Cassia-Zimt aus dem Gewürzregal habe, den ich mir zulegte, als mir der Ceylon-Zimt leider ausgegangen war, kenne ich auch den geschmacklichen Unterschied.

Lieben Gruß
xenia
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(Erich Kästner)

6

Sonntag, 17. Juli 2016, 19:01

Zimt ist sehr gesund. Habe schon viel darüber gehört. War sehr erstaunt, da ich Zimt immer nur als Zimt gesehen habe, aber nicht mit so viel positiven Eigenschaften. :-)

7

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 23:09

Wie das offiziell klassifiziert wird, weiss ich nicht, aber Zimt kann man auf jeden Fall auch für Gesundheitszwecke einsetzen. Insbesondere Ceylon Zimt ist hochwertig und wirkt antioxidativ. Kann man auch gut mit Kurkuma und Honig kombinieren.
- Meine Tipps zur Leistungs- und Energiesteigerung: vitamin3.de/konzentration-steigern
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8

Sonntag, 19. Februar 2017, 13:31

Zimt kann man ähnlich wie Kurkuma als Nahrungsergänzungsmittel ansehen bzw. auch als solches kaufen :)
Bei Kurkuma ist die Entzündungshemmende Wirkung des Curcumins ja bereits gut belegt, so dass es auch entsprechende Konzentrate zu kaufen gibt.
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Eva Mst

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9

Sonntag, 19. Februar 2017, 19:55

Ich mag Zimt sehr gern. Intressieren würde es mich, ob man mit Zimt auch diabetischen Anzeichen vorbeugen kann?



Eva
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10

Montag, 20. Februar 2017, 14:13

Hallo Eva

Zur Vorbeugung esse ich täglich ein ein Paar Süßkartoffeln und etwas Bittermelone. Beides senkt den Zuckerspiegel.Die Süßkartoffel kann man auch roh in einen Smoothie oder unter einen Rohkostsalat fein raspeln. Diese gehört zu den Windengewächse und die Blätter davon verarbeite ich genauso wie Spinat. Die Süßkartoffel ist eins der gesündesten Kohlehydraten und der normalen Speisekartoffeln weitaus überlegen.
Viele Grüße
Eugen
Täglich Kokoswasser trinken hilft die Blutfettwerte senken, reinigt auch noch Blut und Nieren, und hilft dir beim Gelenke schmieren. ( Eigenzitat )

Eva Mst

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11

Montag, 20. Februar 2017, 23:12

Auf Süßkartoffel wäre ich nie von allein gekommen, man sieht sie nicht oft. Ob sie auch im Bioladen angeboten wird, muß ich erst gucken.

Ich selber hab keinerlei Probleme mit Zucker oder Diabetes, nur mein Mann hat sich zum Typ 1 entwickelt, ist schon seit langem insulinpflichtig. Ob er diese Batate essen würde, ist fraglich, hat er auch schon Topinambur gänzlich abgelehnt.

Nur das mit dem Zimt hätte mich halt intressiert, ob man damit einem Altersdiabetes etwas vorbeugen kann.


Eva
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Emaille

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Beiträge: 5

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12

Mittwoch, 5. April 2017, 14:44

Ich nutze Zimt auch immer wieder verintensiviert, wenn ich einige Spezialgerichte koche. Zum Beispiel zu Milchreis schmeckt mir eine Überportion Zimt auch noch sehr gut. Zink hat ähnliche Vorteile wie Kurkuma und wirkt antioxidativ. Daher versuche ich schon, ihn häufig in die Nahrung mit einzubauen.
Als echte Nahrungsergänzung, zum Beispiel in Kapselform, nehme ich das aber nicht zu mir. ^^

Eavelifire

unregistriert

13

Freitag, 18. August 2017, 09:59

Viele klassifizieren Zimt auch unter die Superfoods. Also als NEM würde ich das jetzt nicht ndefinieren, aber es einfach nur als Gewürz zu bezeichnen geht vielleicht nicht weit genug

14

Mittwoch, 13. September 2017, 14:14

Zimt ist super gesund, und lecker (wer den Geschmack
mag). Das benutzt auch regelmäßig meine Mutter, sie sagt der
würde ihren Blutzucker senken, und das tut der auch.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Winterstern« (18. September 2017, 13:38) aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler


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