Hydrotherapie: Wie wirkt das Wasser?
Bei der Hydrotherapie kommt immer Wasser mit der Haut in Kontakt.
Wie intensiv der physikalische Reiz des Wasser vom Patienten
empfunden wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
1. von der individuellen Reaktionslage, die bestimmt wird durch Konstitution, Kondition,
psychische Verfassung, Alter und Geschlecht:
- Konstitution: Summe der vererbten Anlagen wie Körperbau etc. Die K. ist als stabiler
Faktor kaum beeinflußbar.
- Kondition: Trainingszustand im weitesten Sinne, z. B. die Fähigkeit auf wechselnde
Umweltbedingungen adäquat zu reagieren. Die K. ist als labiler Faktor gut veränderbar.
- Die Psychische Verfassung kann die Reagibilität auf physikalische Reize und die Reaktionen
darauf erheblich beeinflussen und stellt somit ebenfalls einen labilen Faktor dar.
- Alter und Geschlecht: Der Unterschied in der Reagibilität auf thermische Reize bei
jüngeren und älteren Menschen ist in erster Linie durch die Elastizität der Gefäße und durch die
Herz-Kreislaufreaktionen bedingt. Mit zunehmendem Alter werden die Reaktionen “träger”. Bei jungen Frauen ist
eine niedrigere Hauttemperatur an Fuß und Unterschenkel zu beobachten als bei jungen Männern im selben
Alter.
In der Zeit nach der Menstruation ist die Kälteempfindlichkeit gesteigert.
Je weiter die Umgebungstemperatur von der Hauttemperatur abweicht, umso stärker ist der Reiz. Wird Wasser als
Medium verwendet, so soll bei Kaltreizen die Differenz wenigstens 10°C betragen.
2. von der Größe der gereizten Fläche und deren Lokalisation
Kleinflächige und periphere thermische Reizsetzungen werden weniger intensiv empfunden als jene am Rumpf.
3. von der Tageszeit
Die Körpertemperatur weist einen Tagesrhythmus mit einer “Aufheizphase" von 4.00 -15.00 Uhr und einer
"Entwärmungsphase" von 15.00 - 4.00 Uhr auf. Es besteht eine gesteigerte Kälteempfindlichkeit während der
Aufheizphase und eine gesteigerte Wärmeempfindlichkeit während der Entwärmungsphase.
Folgende Übersicht gibt Ihnen weitere Informationen:
| Kaltes Wasser |
Warmes Wasser |
| Bradykardie |
Tachykardie |
| Konstriktion |
Dilatation |
kurz und kalt bewirkt eine
Leistungssteigerung |
kurz und warm beseitigt
Ermüdungserscheinungen |
lang und kalt bewirkt
Leistungsminderung |
lang und warm bewirkt
Müdigkeit und Erschlaffung |
|