Homöopathie bei Grippe, Erkältung und Fieber
Ein Grippaler Infekt und eine Erkältung setzen oft unerwartet und plötzlich ein.

Deshalb sollte man besonders bei steigendem Fieber rasch beginnen, das Immunsystem mit homöopathischen Mitteln
zu mobilisieren und zu stabilisieren, um den Infekt aufzuhalten oder zumindest zu erreichen, dass er gemildert
abläuft.
Wie bei allen akuten Prozessen muss man wissen, dass die Mittel im Akutzustand bis zur Besserung häufiger
eingenommen. Tritt eine Verschlechterung ein, ist die Wahl des Mittels zu überprüfen und / oder das Mittel seltener
zu nehmen oder auch die Einnahme auszusetzen.
Gerade "Neulinge" in der Homöopathie sind mit dem eben geschriebenen überfordert. Homöopathie hat nun einmal
etwas komplexere Regeln (siehe auch: Homöopathie-Regeln). Diese
gehen über das Schema "drei mal täglich eine" hinaus, das die meisten Patienten ja von ihrem Arzt gewohnt
sind.
Dennoch: Hier die Therapiemöglichkeiten mit Homöopathie
Bei den ersten Anzeichen eines Infektes, etwa Niesen, fieberheißer Kopf, löst man je 5 Kügelchen
Aconitum
D12 und Mercurius solubilis D12 in einer Tasse Wasser auf und trinkt diese Lösung
innerhalb von 2 bis 3 Stunden schluckweise aus. Erfahrungsgemäß kann man damit oft schon im Frühstadium den
Infekt aufhalten.
Bei einer Grippe oder Erkältung mit und ohne Fieber, kann man schneller und gezielter mit homöopathischen
Mitteln helfen, wenn man die Art und Weise des Auftretens der Beschwerden berücksichtigt.
Bei schlagartig Grippe mit pochenden Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Ohrenschmerz
(Mittelohrentzündung) mit Husten und Fieber, bei schwitzig rotem Gesicht nimmt man Belladonna D12 als
Folgemittel nach Aconitum D12
und Mercurius solubilis D12.
Gegen die sogenannte Kopfgrippe mit Nackenschmerzen, die sich über die Schläfen zur Stirn
hinziehen, sowie Nervosität, Zittrigkeit und Benommenheit, ist Gelsemium D12 meist das
richtige Mittel.
Knochenschmerzen, Muskelschmerzen, frösteln und Fieberschübe lassen sich gut mit
Eupatorium perfoliatum D12, beseitigen. Dieses Mittel hat auch das typische
Zerschlagenheitsgefühl.
Grippe und wässriger Schnupfen, Appetitlosigkeit, Schwächegefühl, blasses Aussehen, viel Durst, sind Hinweise
auf Arsenicum album D12. Dieses Mittel ist aber fast immer erst in "Folgestadien" einer
Grippe angezeigt.
Die sogenannte "Brustgrippe" mit stechendem Brustschmerz, Gliederschmerzen bei geringster Bewegung oder
Rippenfellreizung heilt Bryonia
D12. Die Symptome können auch auf eine Lungenentzündung hindeuten. Auch hier ist Bryonia ein
häufig angezeigtes Mittel.
Sind die Lungen und Bronchien (Bronchitis) stärker betroffen, ist Phosphorus D12 meist ein
passendes Mittel. Der Husten ist bei Bryonia aber schmerzhafter. In der Praxis ist es nicht ganz einfach Phosphorus
und Bryonia von einander zu unterscheiden.
Gegen Bronchialkatarrh mit Husten und zähem Auswurf bei asthmatischer Bronchialenge, ist
Ipecacuanha D12 ein vorzügliches Mittel.
Bei stinkendem Atem mit Hals- und Mandelentzündung (Tonsillitis) denkt man an Mercurius solubilis
D12.
Wenn Grippe und Fieber durch Erkältung und Verkühlung hervorgerufen werden oder durch Nasswerden bei kaltem
regnerischem Wetter oder auch nach dem Baden hilft Rhus toxicodendron D12.
"Verstecktes Fieber", Frösteln, verstopfte Nase, Kopfschmerz, evtl. zusammen mit Magen-Darm-Störungen, werden
mit Nux vomica D12 behandelt.
Übellaunigkeit, Gereiztheit, Ohrenschmerz, Mittelohrentzündung, Halsschmerz oder Kopfschmerz finden in
Chamomilla
D30 ein großes Heilmittel. Es ist gleichermaßen bei gereizten Kindern und Erwachsenen als erstes
Mittel angezeigt.
Wiederkehrende Grippe und Infekte
Fortbestehende Restzustände nach Grippen, die nicht ausheilen wollen, können mit
Sulfur D12, evtl. im Wechsel mit Nux vomica
D8, erfolgreich beendet werden.
Bleiben bei einer Grippe Schwäche und Schmerzen zurück, so nehme man China D12 zur
Stärkung.
Bei allen Infekten und Entzündungen, die nicht richtig ausheilen wollen, denke man an Echinacea
D1 zur Stärkung der Abwehrkräfte. Die Einnahme erfolgt hierzu über zwei bis drei Wochen.
Eine allgemeine Erkältungsneigung und Anfälligkeit für Grippe, Erkältungen und Infekte lässt sich mit der
Einnahme von Calcium carbonicum D12 über einige Wochen bessern.
In solchen Fällen besteht oftmals eine Schweißneigung an Händen, Füßen und Kopf.
Siehe auch Kapitel: Halsschmerzen und Rachenschmerzen - Husten und
Heiserkeit - Mittelohrentzündung - Schnupfen und Heuschnupfen


Mit den besten Wünschen,
Ihr

Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge der Sebastian Kneipp Akademie
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