Homöopathie bei Grippe, Erkältung und Fieber

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Ein Grippaler Infekt und eine Erkältung setzen oft unerwartet und plötzlich ein.

Deshalb sollte man besonders bei steigendem Fieber rasch beginnen, das Immunsystem mit homöopathischen Mitteln zu mobilisieren und zu stabilisieren, um den Infekt aufzuhalten oder zumindest zu erreichen, dass er gemildert abläuft.

Wie bei allen akuten Prozessen muss man wissen, dass die Mittel im Akutzustand bis zur Besserung häufiger eingenommen. Tritt eine Verschlechterung ein, ist die Wahl des Mittels zu überprüfen und / oder das Mittel seltener zu nehmen oder auch die Einnahme auszusetzen.

Gerade "Neulinge" in der Homöopathie sind mit dem eben geschriebenen überfordert. Homöopathie hat nun einmal etwas komplexere Regeln (siehe auch: Homöopathie-Regeln). Diese gehen über das Schema "drei mal täglich eine" hinaus, das die meisten Patienten ja von ihrem Arzt gewohnt sind.

Dennoch: Hier die Therapiemöglichkeiten mit Homöopathie

Bei den ersten Anzeichen eines Infektes, etwa Niesen, fieberheißer Kopf, löst man je 5 Kügelchen Aconitum D12 und Mercurius solubilis D12 in einer Tasse Wasser auf und trinkt diese Lösung innerhalb von 2 bis 3 Stunden schluckweise aus. Erfahrungsgemäß kann man damit oft schon im Frühstadium den Infekt aufhalten.

Bei einer Grippe oder Erkältung mit und ohne Fieber, kann man schneller und gezielter mit homöopathischen Mitteln helfen, wenn man die Art und Weise des Auftretens der Beschwerden berücksichtigt.

Bei schlagartigem beginn der Grippe mit pochenden KopfschmerzenHalsschmerzen, Ohrenschmerz (Mittelohrentzündung) mit Husten und Fieber, bei schwitzig rotem Gesicht denkt man als Erstes an Aconitum C30 und als Folgemittel an Belladonna C30.

Gegen die sogenannte Kopfgrippe mit Nackenschmerzen, die sich über die Schläfen zur Stirn hinziehen, sowie Nervosität, Zittrigkeit und Benommenheit, ist Gelsemium D12 meist das richtige Mittel. Gelsemium ist auch seit einigen Jahren bei der sogenannten Kopfgrippe das Mittel der Wahl (Genius epidemicus). Vor allem wenn die Beschwerden kurz vor oder nach der Zeitumstellung auftreten, solten Sie an Gelsemium denken.

Knochenschmerzen, "allgemeine Zerschlagenheit", Muskelschmerzen, frösteln und Fieberschübe lassen sich gut mit Eupatorium perfoliatum D12, beseitigen. Dieses Mittel hat auch das typische Zerschlagenheitsgefühl.

Grippe und wässriger Schnupfen, Appetitlosigkeit, Schwächegefühl, blasses Aussehen, viel Durst, sind Hinweise auf Arsenicum album D12. Dieses Mittel ist aber fast immer erst in "Folgestadien" einer Grippe angezeigt.

Die sogenannte "Brustgrippe" mit stechendem Brustschmerz, Gliederschmerzen bei geringster Bewegung oder Rippenfellreizung  heilt Bryonia D12 oder C30. Die Symptome können auch auf eine Lungenentzündung hindeuten. Auch hier ist Bryonia ein häufig angezeigtes Mittel. Vor allem bei der Gripperwelle im Frühjahr 2017 ist Bryonia ein ganz häufiges Mittel, vor allem wenn die Patienten Schleim abhusten und Durst auf Wasser haben.

Sind die Lungen und Bronchien (Bronchitis) stärker betroffen, ist Phosphorus D12 meist ein passendes Mittel. Der Husten ist bei Bryonia aber schmerzhafter. In der Praxis ist es nicht ganz einfach Phosphorus und Bryonia von einander zu unterscheiden.

Gegen Bronchialkatarrh mit Husten und zähem Auswurf bei asthmatischer Bronchialenge, ist Ipecacuanha D12 ein vorzügliches Mittel.

Bei stinkendem Atem mit Hals- und Mandelentzündung (Tonsillitis) denkt man an Mercurius solubilis D12.

Wenn Grippe und Fieber durch Erkältung und Verkühlung hervorgerufen werden oder durch Nasswerden bei kaltem regnerischem Wetter oder auch nach dem Baden hilft Rhus toxicodendron D12.

"Verstecktes Fieber", Frösteln, verstopfte Nase, Kopfschmerz, evtl. zusammen mit Magen-Darm-Störungen, werden mit Nux vomica D12 behandelt.

Grippewelle 2017

Nochmal ein Wort zur Grippewele im Frühjahr 2017:

Stehen die Kopfschmerzen im Vordergrund denke man an Gelsemium C30. Bei der Kopfgrippe in Kombination mit starkem Reizhusten kann Cocculus gut helfen. Aber denken Sie auch an Spongia oder Scilla, ein Mittel, das bereits im Herbst 2016 häufiger zum Einsatz kam.

Wiederkehrende Grippe und Infekte

Fortbestehende Restzustände nach einer Grippe, die nicht ausheilen wollen, können mit Sulfur D12, evtl. im Wechsel mit Nux vomica D8, erfolgreich beendet werden.

Bleiben bei einer Grippe Schwäche und Schmerzen zurück, so nehme man China D12 zur Stärkung.

Bei allen Infekten und Entzündungen, die nicht richtig ausheilen wollen, denke man an Echinacea D1 zur Stärkung der Abwehrkräfte. Die Einnahme erfolgt hierzu über zwei bis drei Wochen.

Eine allgemeine Erkältungsneigung und Anfälligkeit für Grippe, Erkältungen und Infekte lässt sich mit der Einnahme von Calcium carbonicum D12 über einige Wochen bessern. In solchen Fällen besteht oftmals eine Schweißneigung an Händen, Füßen und Kopf.

Siehe auch Kapitel: Halsschmerzen und Rachenschmerzen - Husten und Heiserkeit - Mittelohrentzündung - Schnupfen und Heuschnupfen



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Mit den besten Wünschen,

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Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge der Sebastian Kneipp Akademie

 

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