Appetitlosigkeit - Ursachen, Symptome und Hilfen
Hat jemand einen guten Appetit, wird dies häufig mit einer guten Gesundheit in Verbindung gebracht. Zwar kann
ein übermäßiger Hunger oder Heißhunger auch das Anzeichen einer Erkrankung sein, aber grundsätzlich ist davon
auszugehen, dass ein Mensch mit einem guten Appetit gesund ist.
Tritt über einen kurzen Zeitraum, wegen Ekel, Stress, psychischer Belastung o.ä. eine Appetitlosigkeit auf, ist
dies auch noch kein Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung.
Doch was ist Appetitlosigkeit überhaupt?
Als Appetitlosigkeit, fachbegrifflich auch Inappetenz oder Anorexie, bezeichnet man ein
Ausbleiben oder einen Mangel an Hungergefühl. Dauert ein solcher Zustand länger an, sollte ein Arzt zur Abklärung
des Symptoms konsultiert werden, denn anhaltende Appetitlosigkeit kann ein Hinweis auf eine ernsthafte physische
oder psychische Erkrankung sein.
Ätiologie
Eine länger anhaltende Appetitlosigkeit hat sehr oft keine physischen, sondern psychische Ursachen. Sie kann
durch beruflichen oder privaten Stress verursacht werden oder durch mittlere bis schwere psychische Erkrankungen
(beispielsweise Depressionen) bedingt sein.
Bei der psychisch bedingten Appetitlosigkeit kann es sich einfach um eine Unlust zu Essen oder um eine gänzliche
Verweigerung der Aufnahme von Nahrung (Anorexia nervosa) handeln. Auch spielt das Alter eine Rolle; Senioren
verlieren häufig die Lust am Essen und Trinken oder vergessen die notwendige Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme
einfach.
Die häufigste physische Ursache der Appetitlosigkeit sind Erkrankungen des Magens oder Erkrankungen des Darms.
Hierzu gehören neben dem Magen-Darm-Infekt auch die Magenschleimhautentzündung,
Magengeschwür und
Darmgeschwüre, Magenkrebs oder Darmkrebs, chronische entzündliche Darmerkrankungen wie
zum Beispiel Colitis ulcerosa
oder Morbus Crohn oder eine
Erkrankung der Leber wie die Hepatitis. Auch eine
Lebensmittelvergiftung oder eine Unverträglichkeit von bestimmen
Nahrungsmitteln (Zöliakie oder Laktoseintolernz) sowie der Reizmagen können zur Appetitlosigkeit führen.
Neben den Magen-Darm Erkrankungen können auch akute Infekte, Herzerkrankungen sowie Kreislauferkrankungen wie eine Herzinsuffizienz, der
Diabetes
mellitus, Erkrankungen der Schilddrüsen oder Nebenschilddrüsen, eine Unterfunktion der Nebennierenrinde oder
eine Nierenschwäche und
verschiedene neurologische Erkrankungen wie die
Demenz ursächlich für die Appetitlosigkeit
sein. Abgesehen von Erkrankungen können auch der Abusus oder ärztlich verordnete Usus von Medikamenten und der
Drogenabusus zu Inappetenz führen.
Diagnose
Dauert die Appetitlosigkeit länger an, sollte ein Arzt konsultiert werden, um die Ursachen zu eruieren.
Da die Appetitlosigkeit nur ein Symptom ist, treten zusammen mit ihr meist andere
Symptome auf, die als Gesamtheit auf eine Erkrankung hinweisen.
Zur Diagnosestellung wird zunächst in einer ausführlichen Anamnese Dauer und mögliche Anlässe der Inappetenz,
Ernährungsänderungen und/oder -gewohnheiten, Gewichtsverlust und weitere
Beschwerden wie Durchfall, Schmerzen oder Müdigkeit und Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme oder die familiäre und berufliche
Situation vom behandelnden Arzt erhoben und ausgewertet.
Auf das Anamnesegespräch folgt eine körperliche Untersuchung, die von Puls- und Blutdruckmessung, Abtasten des Bauches, EKG, Sonographie
bis hin zu einer Blutuntersuchung- Stuhl- und Urinuntersuchung reichen kann.
Leidet ein Patient unter Appetitlosigkeit, sollte regelmäßig das Körpergewicht kontrolliert werden. Besteht ein
ärztlicher Verdacht auf eine bestimmte Grunderkrankung, die die Inappetenz auslöst (zum Beispiel der Diabetes
mellitus, Magersucht, Depressionen oder ein Magengeschwür), sind Folgeuntersuchungen und ggf. eine Konsultation
eines Psychologen/Psychotherapeuten nötig.
Therapie
Da die Appetitlosigkeit ein Symptom ist, sollte hauptsächlich die Grunderkrankung medizinisch therapiert werden.
Ist diese überwunden, stellt sich den Appetit meist von selbst wieder ein.
Wurde als Ursache eine Erkrankung des Magen-Darm-Traktes eruiert, wird der Arzt eine dementsprechende
Medikamentation einleiten (beispielsweise durch Protonenpumpenhemmer bei einer Magenschleimhautentzündung).
Jedem Patienten mit einer Appetitlosigkeit ist neben der medikamentösen Therapie eine magenschonende, reizarme
Ernährung und der Verzicht auf magenreizende Stoffe wie Tabak, Nikotin oder Alkohol zu empfehlen.
Sollte sich der Appetit nicht nach kürzerer Zeit wieder einstellen, können appetitanregende Mittel wie Gestagene
oder Ketotifen eingenommen werden. Auch pflanzliche (Rinde des Condurango-Baums) oder homöopathische Mittel können einer Inappetenz entgegenwirken. Da es sehr viele
unterschiedliche homöopathische Mittel gibt, sollte hier auf die Beratung einer Ärztin oder eines erfahrenen
Apothekers zurückgegriffen werden.
Liegt der Appetitlosigkeit eine Tumorerkrankung zugrunde, muss dieser mit Hilfe von Operation, Strahlen- oder
Chemotherapie behandelt und entfernt
werden. Bei Inappetenz aufgrund einer Medikamenteneinnahme verschwinden die Beschwerden umgehend, wenn das
Medikament abgesetzt oder durch ein anderes Präparat ersetzt wird, das besser verträglich für den Patienten
ist.
Prävention
Durch ein gesundes und normales Ernährungsverhalten kann man einer ernährungsbedingten Appetitlosigkeit
vorbeugen. Man sollte sich viel Zeit zum Kochen und Essen nehmen und so oft wie möglich in netter Gesellschaft
essen. Stress kann einem regelrecht den Appetit verderben, als sollte auch für ein stressfreies und behagliches
Umfeld gesorgt werden.
Grundsätzlich sollte man Essen, wenn man hungrig ist und Speisen zu sich nehmen, die man mag. Dabei sollte zwar
auf eine Ausgewogenheit geachtet werden, aber wenn man keine Bananen mag, ist es sinnlos, diesen zwangvoll zu
essen, nur weil sie gesund sein sollen.
Weichen Sie in einem solchen Fall auf Obst oder Gemüse aus, das Sie mögen. Man sollte am Tag mehrere kleine
Mahlzeiten zu sich nehmen und hauptsächlich zwischen und nicht zu den Mahlzeiten trinken.
Hat man eine nicht krankhafte Appetitlosigkeit, gelten folgende Nahrungsmittel als appetitanregend: Ingwer,
Zimt, Senf, Wachholderbeeren, Rohkost, Schnittlauch.
Ein altes Hausrezept gegen Appetitlosigkeit ist das Trinken größerer Mengen von Löwenzahn- oder
Schafgarbentee.

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