Benzodiazepine

  • Ein Bekannter nimmt seit Jahren Benzodiazepine (Bromazepam). Er möchte wieder wegkommen davon.

    Welche Chancen bestehen, davon weg zu kommen? Z.B. durch Zuführung von Naturprodukten, natürlichen Vitalstoffen, Nahrungsergänzungen und ????

    Die Schulmedizin sagt, dass bei jahrelanger Abhängigkeit ein Klinischer Entzug unumgänglich ist.


  • Hallo, guten Abend und herzlich willkommen!


    Ich habe keine Ahnung, wie Schulmediziner das mit dem Entzug von Benzodiazepine handhaben, meine Erfahrung ist eher, daß sie zum Absetzen ( = kalter Entzug) oder zum raschen Ausschleichen (kann bös daneben gehen) raten. Daß ein überwachtes Ausschleichen in einer Klinik empfohlen wird, wäre mir neu.


    Doch wie auch immer, das Ausschleichen von Bomazepam kann sehr umständlich und langwierig werden, aber es ist zu schaffen. Am besten liest Du oder Dein Bekannter sich in diesem Forum ein:


    Forum ADFD



    Ich drücke alle Daumen und wünsche gutes Gelingen!




    Eva

    "Primum nil nocere" - "Zuallererst nicht schaden!"
    (Hippokrates)

  • Ich schreibe zu diesem Problem ausführlich hier:


    https://www.besser-gesund-schl…aftabletten-absetzen.html


    Das mit den Benzodiazepinen ist echt eine Pest! Die Patienten kommen mit dem von mir beschrieben Schema gut auf eine sehr geringe Dosis runter, aber die letzten Milligramm sind die Schwersten... Da bedarf es zusätzlicher Hilfe. Ich setze in der letzten Phase dann auf Homöopathie, Heilpflanzen und Sucht-Akupunktur. Eventuell auch GABA oder 5 HTP - aber da muss man schon genau wissen ob, wie und wann. Das sind alles Sachen für die man einen Therapeuten in Anspruch nehmen sollte, der sich damit auskennt...

  • Ein Bekannter nimmt seit Jahren Benzodiazepine (Bromazepam). Er möchte wieder wegkommen davon.

    Welche Chancen bestehen, davon weg zu kommen? Z.B. durch Zuführung von Naturprodukten, natürlichen Vitalstoffen, Nahrungsergänzungen und ????

    Die Schulmedizin sagt, dass bei jahrelanger Abhängigkeit ein Klinischer Entzug unumgänglich ist.


    Das klingt so als sollte sich dein Bekannter erstmal an einen Therapeuten wenden!

  • Zwei Fragen dazu:


    Hat Dein Bekannter schon die Erfahrung gemacht, wie er sich fühlt, wenn er die Dosis verringert?


    Gibt es in seiner Nähe erfahrene Ärzte, die das Ausschleichen überwachen, so daß er nicht zu sehr leiden muß?



    Eva

    "Primum nil nocere" - "Zuallererst nicht schaden!"
    (Hippokrates)

  • Danke für eure Antworten!
    Ja er hatte die Dosis schon mal ziemlich runtergefahren (Einnahme über mehrere Jahre wegen Burnout und Depression) und das ging auch gut, dann kam vor 3 Monaten ein "Schicksalsschlag", seitdem Dosis wieder erhöht - Höhe der Dosierung im Moment unterschiedlich je nach Befindlichkeit. Im Moment ist die psychische Lage noch sehr instabil.
    Es hat mich selbst erst mal interessiert, wie die Erfahrungen sind, was möglich ist ...., weil er mir sehr nahe steht.
    Danke für den Tipp mit Forum ADFD.
    Auch für die Hinweise unter https://www.besser-gesund-schl…aftabletten-absetzen.html.
    Wobei es da ja primär um Schlafstörungen und Schlafmittel geht. Kann man das auf mehrere Jahre Benzodiazepine übertragen?


    Einmal editiert, zuletzt von bermibs () aus folgendem Grund: Link korrigiert

  • Ich denke, jedes Mittel hat seinen eigenen Ausschleichrhythmus, der auch noch individuell unterschiedlich ist. Ihr könnte ja in ADFD oben rechts den Suchbegriff (Namen des betreffenden Mittels) eingeben und nachlesen, welche Erfahrungen es dazu gibt.


    Ich selber bin clean, aber eine sehr liebe Verwandte von mir sollte aus einem Antidepressivum ausschleichen (heftige Gewichtszunahme durch das Mittel) und ich begleite sie dabei, mache die Minderungen der Tabletten.


    Kopf hoch, auch wenn es schwierig und langwierig ist, kann man von dem Teufelszeug loskommen.



    Eva

    "Primum nil nocere" - "Zuallererst nicht schaden!"
    (Hippokrates)

  • Wenn es nicht mit dem langsamen Ausschleichen nicht klappt, sollte der Patient den langsamen "Entzug" in der Klinik machen, es lohnt sich.Benzodiazepine machen süchtig, mehr oder weniger schnell, und das sicherste Zeichen ist die Dosiserhöhung.Das Gefährliche ist auch die gute Verträglichkeit.Das am schnellsten süchtig machende Mittel ist übrigens TAVOR.Siehe die Biographie von Uwe Barschel.

    es gibt keine Opfer nur Täter oder jedes Opfer ist auch Täter(Karmalehre)

  • Bei fast allen chemischen Schlafmitteln handelt es sich um Benzodiazepine.Man unterscheidet zwischen kurz und lang wirkenden BenzodiazepinenDas mit am längsten wirkende und mit sehr langer Halbwertzeit ist Valium.Bei VALIUM bedeutet das, etwa nach 100-200 Stunden ist noch die Hälfte der Substanz im Blut nachweisbar.Was das heißt wenn man täglich eine Tablette nimmt, kann sich jeder vorstellen.

    Psychopharmaka haben kein Suchtpotential, leider aber sehr starke Nebenwirkungen.

    es gibt keine Opfer nur Täter oder jedes Opfer ist auch Täter(Karmalehre)

  • Ach BioTherapeut,


    würdest Du die Betroffenen in meiner Familie sehen, dann wüßtest Du, daß die Abhängigkeit genau so schwer zu behandeln ist wie Sucht nach einem Mittel. DAVON erzählt einem kein Arzt, der diese Medikation ziemlich ungehemmt und ohne jegliche Hinweise verordnet.



    Eva

    "Primum nil nocere" - "Zuallererst nicht schaden!"
    (Hippokrates)

  • Hallo BioTherapeut


    Bei Verschreibung von Benzodiazepinen hat KEIN EINZIGER Arzt jemals auf die Suchtgefahr hingewiesen oder deren Nebenwirkungen!!! Und es waren einige Ärzte!!


    Und locker zu sagen, es treten beim Absetzen halt "Rebound Effekte" auf, die nach "einiger" Zeit wieder weggehen, kann nur jemand schreiben, der diese (langwierige) Hölle noch nicht selbst erlebt hat!!!

  • Man muß nicht alles selbst erlebt haben, um über etwas zu schreiben, besonders wenn man viele Patienten gesehen hat.

    Ich gebe Kiki_ki recht.Das grosse Problem ist, dass sehr viele Ärzte von den Nebenwirkungen der Benzodiazepine wissen und den Patienten nicht aufklären.Sie sind mit die grössten Süchtigmacher der Nation.

    Auf meinen Antrag bei der Ärztekammer, die Verschreibungstätigkeiten von Ärzten was Benzodiazepine betrift zu untersuchen, ist man nicht eingegangen.

    es gibt keine Opfer nur Täter oder jedes Opfer ist auch Täter(Karmalehre)

  • Auf meinen Antrag bei der Ärztekammer, die Verschreibungstätigkeiten von Ärzten was Benzodiazepine betrift zu untersuchen, ist man nicht eingegangen.

    das ist schade, aber verständlich, es geht um viel Geld und nicht immer nur um den Nutzen für den Patienten.

    Leider wollen auch Patienten oft den einfachen und schnellen Weg gehen.

  • der verschreibene Arzt ist verantwortlich.Er kann in Krisensituationen(Tod,Trennungen etc.) z.B. nach einem aufklärenden Gespräch über die Gefahr von Benzodiazepinen eine kleinste Packung verschreiben(10 Tabletten) und den Patienten auffordern, sich danach wieder vorzustellen.Leider sieht die Praxis oft anders aus.Rezept, kaum Aufklärung und die nachfolgenden Rezepte laufen vorn über den Tresen, ohne Arztkontakt und Packungen von 50 Tabletten werden laufend verschrieben--unverantwortlich und keiner greift ein.Das Problem ist auch, dass Benzodiazepine fast keine Nebenwirkungen haben und euphorisierend wirken.Eine Patientin, die zur Beerdigung Benzodiazepine haben wollte reagierte auf meinen Hinweis, dass Schmerz auch zum Leben gehört, den man ertragen sollte, sehr empört.Ja, es liegt auch an den Patienten, trotzdem ist der Arzt der einzig Verantwortliche.

    es gibt keine Opfer nur Täter oder jedes Opfer ist auch Täter(Karmalehre)

  • Hallo Susann,

    schön, dass Du es geschafft hast.Ich muß aber fairer Weise einiges klar stellen auch für Betroffene, die Deinen Beitrag lesen.

    „ N. Rezeptoren im Gehirn blockieren.Wenn man absetzt macht das Gehirn neue Rezeptoren und jedesmal vergrößert sich damit die Reizüberflutung und damit die Rückfallgefahr“--das ist nicht bewiesen und nicht geklärt.

    "weil viele Psychologen heute noch dem Freud`schen Schwachsinn glauben,dass Psychosen organisch und deshalb nicht therapierbar sind." Das ist nicht richtig, es gibt organische Ursachen für Psychosen, das solltest Du wissen.

    Psychopharmaka heilen nie, da stimme ich Dir voll und ganz zu.Nur was sollte man denn mit einer akuten Psychose im Schub machen?Aus diesem Grund kann man doch nur sagen: Gott sei dank hat man Psychopharmaka zur Verfügung.

    Hier noch einmal das wesentliche zu Psychosen, das was heute bekannt ist:

    Bei organischen Psychosen sind im Gegensatz zu anderen Psychosen organische Ursachen sicher auszumachen(Demenz,Tumoren,Schädel Hirn Traumen,Drogen, Autoimmunkrankheiten etc.)

    In etwa 10–20 % der Fälle bleibt es bei einer einmaligen psychotischen Episode.

    Die Ursachen sind vielseitig(soziale oder hormonelle Einflüsse, Drogen, frühe Entwicklungsstörungen, familiäre Vorbelastungen, eine Verletzung oder schwere Infektion des Gehirns)

    Die Kombination von Medikamenten und psychosozialen Therapien erhöht die Heilungschancen für die meisten Betroffenen.

    Für die Psychose ist bekannt, dass etwa bei einem Drittel der Patienten die Psychose nach einem einzigen Krankheitsschub ausheilt.



    es gibt keine Opfer nur Täter oder jedes Opfer ist auch Täter(Karmalehre)

  • Hallo Susann, geht es hier um persönliche Erfahrungen? Ja, man kann seine persönlichen Erfahrugen hier mitteilen, das hilft bestimmt vielen auch als Denkanstoß.

    Es dann hier aber als das Maß aller Dinge darzustellen und falsche Behauptungen aufzustellen ist nicht seriös.Z.B. zu behaupten, Psychosen hätten keine organische Ursachen ist einfach falsch. Das hatte ich unter anderem erklärt.Das was ich Dir zu Psychosen geschrieben habe ,würde Dir jeder Psychiater genau so erzählen.Natürlich steht es Dir frei dem zu glauben wem du willst.

    es gibt keine Opfer nur Täter oder jedes Opfer ist auch Täter(Karmalehre)