Kräuter dürfen nicht mehr heilen

  • Zumindest darf man das nicht mehr einfach so sagen.


    Das Arzneimittelgesetz sagt, dass nur zugelassende Arzneimittel beworben und verkauft werden dürfen. Heilaussagen dürfen nur zu zugelassenen Arzneimittel getroffen werden. Das sind dann auch Fertigprodukte z.B. in Kapseln mit fragwürdigen Zusatzstoffen.


    Die meisten Pflanzen haben keine Standardzulassung und dürfen nicht als Heilmittel beworben werden. Die, die diese Zulassung haben, sind apothekenpflichtig. Pflanzen, die nicht der Apothekenpflicht unterliegen, dürfen nicht mit Heilaussagen beworben werden.

    Die Health-Claims-Verordnung (Gesundheitsbehauptungen-Verordnung) sieht vor, dass Lebensmittel und Nahrungsergänzungen nicht mit gesundheitlichen Aussagen beworben werden dürfen, wenn dies nicht bewiesen ist, Wirkungen und gesundheitliche Effekte, die auf Erfahrungen und traditionellem Wissen beruhen, zählen nicht, sondern nur wissenschaftliche Studien.


    Einem Kräuterhändler wird verboten, einen Tee wie Rhodiola rosea (Rosenwurz) als "konzentrationsfördernd" zu bewerben, auch wenn man das schon "ewig" weiß.

    Mischt jedoch ein Pharmaunternehmen z.B. ein paar künstliche Vitamine oder sonst was dazu und füllt dasselbe Kraut in eine Kapsel, dürfen diese als "gesund" vermarktet werden, natürlich haben die dann auch eine Studie parat, zumindest zu den zugefügten Vitaminen.


    Das führt dazu, dass Menschen normalen Kräutern misstrauen und lieber dasselbe Kraut in einer Kapsel mit fragwürdigen Zusatzstoffen schlucken, wegen der Dosierung soll das einfacher sein, aber bitte, wer hat keinen Teelöffel zum Messen daheim?

    Und warum genügt die gleich große Kapsel sowohl für einen 120kg Mann, als auch für eine 60kg schwere Frau. Da kann die exakte Dosis doch wohl nicht so wichtig sein.

  • Hm, ich verstehe nicht, warum Du immer wieder auf dem Thema der Kapseln herumreitest. Wenn Du damit nicht klarkommst - Dich zwingt doch niemand, Kapseln zu schlucken.


    Das Abmessen mit einem Teelöffel bietet sicherlich nicht gerade eine genaue Dosierung, da nicht bekannt ist, wieviel vom eigentlichen Wirkstoff denn nun gerade in dieser Teelöffelmenge enthalten ist. Und wie machst Du es denn dann beim Tee bei einem 120kg Mann und einer 60kg schweren Frau?

    Nimmst Du dann zwei Teelöffel? Oder doch besser drei? Oder doch nur einen?


    Bei Kapseln kann ich das genauer dosieren, da der enthaltene Wirkstoff pro Kapsel genau definiert ist. Wenn eine Kapsel Magnesiumcitrat 300 mg reines Magnesium enthält und ich über den Tag verteilt 900 mg einnehmen möchte, weiß ich eben, dass es drei Kapseln sein müssen. Eine solch genaue Dosierung bekommst Du mit der Teelöffelmessung niemals hin. Und mit Lebensmitteln schon gar nicht.

  • Hm, ich verstehe nicht, warum Du immer wieder auf dem Thema der Kapseln herumreitest. Wenn Du damit nicht klarkommst - Dich zwingt doch niemand, Kapseln zu schlucken.

    es geht nicht um mich, es geht darum, dass so ein jahrtausend altes Wissen verloren gehen wird, wenn man nicht entgegensteuert. Ich kämpfe dagegen, weil Pharmafirmen immer mehr auch die Macht über Heilkräuter haben möchte. Die Schulmedizin ist schon fest in ihrer Hand, jetzt will man die Naturheilkunde mit ihren Kräutern. Dann werden auch eine Menge Zusatzstoffe wie in der Lebenmittelindustrie dazugepanscht, am Ende wird dann wohl auch das Kraut selber durch einen synthetischen Auszug ersetzt, als hochwertiger empfohlen, weil konzentrierter, in Wahrheit, weil das billiger ist.


    Zitat

    Bei Kapseln kann ich das genauer dosieren, da der enthaltene Wirkstoff pro Kapsel genau definiert ist

    das mag bei Medikamenten (chemischen Stoffen) mt starken Nebenwirkungen relevant sein, aber nicht bei Heilkräutern, außer wenn sie stark giftig sind. Es sind Lebensmittel.


    Du isst doch auch keinen Apfel in einer Kapsel, damit du immer gleich viel Vitamin C in einer Kapsel hast, genau jeden Tag ein Stück?

    Der Bedarf von einem Stoff ist ohnehin nicht jeden Tag gleich, niemand braucht genau eine bestimmte Menge von einem Kraut. Wieviel er tatsächlich braucht, ist von vielen Faktoren abhängig, nicht nur vom Gewicht. Wir essen ja auch nicht jeden Tag genau dasselbe.

  • Ich erlebe in meiner Umgebung immer öfter, wenn ich z.B. Brennnesseln, Melisse, Hagebutten oder Johannisbeeren empfehle, diese Menschen fragen: "welche Dosis?"


    Ich weiß dann nicht, ob ich lachen oder weinen soll.


    Einer Bekannten hab ich z.B. Zitronenmelisse empfohlen, für die Nerven. Zuerst wie immer die Frage

    "welche Dosis?" Dann hat sie gegoogelt und sich 50ml alkoholischen Auszug um 24,90 € gekauft, entspricht einem Literpreis von fast 500€.


    Ansonsten hat sie zuwenig Geld für gesundes Essen, aber qualitativ hochwertige Produkte haben eben ihren Preis, meinte sie. Na dann! :)


    Für die, die es nicht wissen: Man kann Melisse auch selber in Alkohol (oder Essig) ansetzen oder das Kraut einfach als Tee trinken (gibt auch praktische Teebeutel zum Portionieren) oder die Blätter frisch essen, die Pflanze kann man in jeder Pflanzenhandlung im Frühling kaufen und auf der Terrasse wachsen lassen oder eben getrocknet kaufen, ganz ohne etwas.

  • Ja, beim Thema der Macht der Pharma stimme ich Dir uneingeschränkt zu. Die Sauereien, die im Bereich der Pharma-Industrie immer wieder ans Tageslicht gebracht werden, bringen mich regelmäßig auf die Palme. Und noch mehr, dass dagegen nichts Gravierendes unternommen wird.


    Dass Menschen den normalen Kräutern mißtrauen, sehe ich aber etwas lockerer. Nachfragen zu Kräuterwanderungen nehmen ständig zu, immer mehr Menschen lehnen Massentierhaltung ab, die Nachfrage nach Bioprodukten ist in Deutschland mittlerweile so groß, dass Biolebensmittel sogar aus dem Ausland importiert werden müssen. Zumindest vom Ansatz her eine gute Richtung.


    Und nochmals ja - ich esse nicht jeden Tag ein genau großes Stück Apfel. Das ist auch nicht das Thema. Wir reden hier über NEM, also über Ergänzungen. Und Ergänzungen sollen, wie der Name schon sagt, irgendetwas ergänzen. Ich muss mal in meinen Unterlagen suchen, um entsprechende Tabellen zu finden, die den Mangel an Vitalstoffen in den heutigen Lebensmitteln, auch im Bereich Bio, belegen. Und warum es daher sinnvoll ist, gewisse Dinge zu substituieren. Einfach auch, weil wir heute mit erheblich mehr Giftstoffen klarkommen müssen, als dies noch vor 100 oder 150 Jahren der Fall war.

  • ...Und nochmals ja - ich esse nicht jeden Tag ein genau großes Stück Apfel. Das ist auch nicht das Thema. Wir reden hier über NEM, also über Ergänzungen. Und Ergänzungen sollen, wie der Name schon sagt, irgendetwas ergänzen...

    ja, aber man kann seine Ernährung auch natürlich ergänzen, ohne synthetischer Cellulose Hydroxypropylmethycellulose E464 (Kapsel ) ... ohne Zusatzstoffe, Farbstoffe, Aromen, chemischer Konservierungsmittel ....

    Als Beispiel kann man einfach Mariendistelsamen kaufen, kauen und schlucken, man braucht da keine Firma, die das in Kapseln abfüllt, seinen Namen draufschreibt und überteuert verkauft.


    Leider findet man, wenn man googelt, immer Angebote von Pharmafirmen, die über die Wirkung schreiben dürfen, ein einfacher Kräuterhändler, der das Kraut oder in dem Fall den Samen lose verkauft, darf über die Wirkung nichts schreiben, das führt dazu, dass immer mehr Menschen Produkte mit Zusatzstoffen kaufen.

  • Richtig, gar nichts.

    Und kaulli - nicht alle Kapseln haben die von Dir beschriebenen Inhalstsstoffe, das hatten wir hier ja auch schon zu Genüge durchdiskutiert.

    Nebenbei - ich bin auch ein Freund von Kräutern und Gewürzen, habe aber wirklich keine Lust, Mariendistelsamen zu knabbern. Und ich habe auch nicht die Zeit und die Lust, mich stundenlang in die Küche zu stellen, um alle möglichen Kräuter zu bearbeiten oder Melisse in Alkohol anzusetzen.

  • kaulli : Was spricht dagegen sich dieses Wissen aus Büchern und Kräuterkundigen anzueigenen - nichts ?!

    Gar nichts, ich mache das, aber viele haben keine Zeit oder keine Lust dazu und verlassen sich auf die Artikel im Internet, die natürlich auch Werbung für Produkte sind

    ... nicht alle Kapseln haben die von Dir beschriebenen Inhalstsstoffe, das hatten wir hier ja auch schon zu Genüge durchdiskutiert.

    Naja, Gelatine von Schwein und Rind ist auch nicht jedermans Sache und es geht auch um andere fragwürdige Zusatzstoffe.

    Nebenbei - ich bin auch ein Freund von Kräutern und Gewürzen, habe aber wirklich keine Lust, Mariendistelsamen zu knabbern....

    Ich esse Samen, Nüsse und Kerne lieber pur oder auch im Essen, bevor ich Kapseln schlucke.

    Es geht dabei auch immer um Geschmack, bzw. Zeichen des Körpers, ob etwas verträglich ist oder nicht, bei Kapseln fehlt das.


    Melisse in Alkohol ansetzen, kann man nun wirklich nicht gerade als Arbeit bezeichnen... :)

    Aber man kann auch einen Teebeutel Melisse in heißes Wasser geben oder ein paar frische Blätter knabbern, auch zuviel Arbeit?


    Aber mit dem Argument "Zeit" kann man auch Fertigprodukte mit Zusatzstoffen rechtfertigen, statt mit frischen Zutaten zu kochen. Jeder wie er mag, aber diskutieren darf man darüber.

  • Ja.Keine Lust.....

    Aber wenn wir einerseits auf jedwede Industrie pöbeln aber sonst eben doch lieber Pillen schlucken?

    Macht das glaubwürdig?

    Auch ein Bio-Unternehmen ist ein Unternehmen-mit Ziel Gewinnmaximierung.

    0,5 l Teeaufguss von wechselnden bodennahen Wildpflanzen und Kräutern täglich.Und gut ist mit teuren Mineralwässern und chemischen Äquivalenten von Mikronährstoffen etc.

    Echt keine Arbeit und im Sommer fast gratis....

    Lieschen

    "Die Erde ist ein Spiegel.Gut und böse kommen immer gemeinsam daher und es ist an uns, zuentscheiden,wem wir uns zuwenden wollen."

    Voodoo

  • Ich gehe sehr gerne auf Kräuter bei Leberbeschwerden zb. Siliziumersatz über Zinnkraut bzw. Bambusextrakttee. Und unsere Ernährungsberaterin macht sehr viel mit Tees.


    Aber wenn ich per Spiegel arbeite , dh.therapeutisch überprüfbare Werte haben will, muss ich sicher sein, das eine bestimnte Menge am Tag zugeführt wird.

    Das heisst nicht, dass ich gesunde Ernährung ausser Acht lasse.


    Ich nehme Vit.D und gehe dennoch raus . Empfehle ich auch meinen Klienten .

    Auch sich Tees zu machen.

    Kapselhüllen aus Rindergelatine gibt es kaum noch.


    Ausserden leben viele Menschen nicht mehr so natürlich wie Kaulli.

    Mit lieben Grüßen Gabriele


    "Die Mikrobe ist Nichts, das Milieu Alles!" (Béchamp)

    Einmal editiert, zuletzt von Ragusa ()

  • Ja,jedem das seine.

    Ich brauche doch die Kapsel nicht zu schlucken sondern nur deren Inhalt.

    Oder sollen diese Art von Kapseln erst im Darm resorbiert werden?


    Viel schlimmer finde ich das Bundesgesundheits­minister Spahn die Regeln für Heilpraktiker verschärfen will.

    Das wird vielen Sorgen machen.

    Herr Spahn.... Welches Wissen hat dieser Mann den auf sein Fachgebiet?

    Wieso verschärfen?

    Die künstlich hergestellte Medizin beruft sich nun einmal aus der Natur.

    Ur-Völker leben wesentlich gesünder wie wir und nehmen alles was ihnen die Natur bietet. Die haben keine Volkskrankheiten.

    Hildegard von Bingen ist Revolutionär auf dem Gebiet der Naturheilkunde. Vieles davon ist heute noch aktuell.

    .Alle stehen unter Druck und werden vertraglich durch Krankenkassen und der Pharmaindustrie erpresst.

    Schlimm ist das!


    Die Pharmaindustrie macht Menschen nicht gesund und die heutigen Mediziner sollten sich mal viel lieber mit der Thematik der Naturheilkunde zusätzlich befassen, bevor man solche Äußerungen wie Spahn glauben schenkt.


    LG

    Tu deinem Leib des öfteren etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.

    (Teresa von Avila)

    Einmal editiert, zuletzt von Lebenskraft ()

  • die heutigen Mediziner sollten sich mal viel lieber mit der Thematik der Naturheilkunde zusätzlich befassen


    Das ist mein leidiges Thema seit meiner Ausbildung. Warum zum Geier wird nicht respektvoll mit einnander gearbeitet? Wieso hält sich jeder Wissenschaftler auf seinem Gebiet für den Mittelpunkt der Welt, und spricht anderen die Intelligenz ab?

    Das Grundproblem ist leider auch bei den Ärzten, Heilpraktikern der ewig angeleierte Konkurrenzkampf. Jeder will besser sein als der Andere.


    Das macht mich total mürbe, denn gerade in der Medizin sollten alle zusammen, zum Wohle der Menschen arbeiten und forschen. Und ich erwarte nun wirklich nicht viel, wenn ich mir wünsche, daß, wie mein Hals-Nasen-Ohrenarzt, als er nichts gefunden hat, was meine Ohrenschmerzen verursachte, er mich zum Kieferorthopäde schickte, alle Ärzte solche Zusammenhänge erkennen können.

    "Früher war Alles besser!" Nein, aber Früher war vieles gut, und das wäre es noch heute, wenn man es so gelassen hätte."

  • Dieses Wunschdenken wird uns leider noch lange begleiten.


    Leider wird der Körper immer mehr in Fachgebiete aufgeteilt.


    Sehr interessanter Link:


    https://osteo-info.de/


    Auszug:


    Osteopathie bedeutet

    Menschen als Einheit verstehen

    Diesem hohen Anspruch versuche ich gerecht zu werden durch Vertrauen in Sie, hohe Präsenz und viel an Empathie, Kommunikation, Wissen und Lebenserfahrung. Niemand kann dies nur mit einer Methode allein schaffen, wie es die manuelle Behandlung der Osteopathie auch wäre, verbände man sie nicht permanent mit Medizin und Naturheilkunde, wie ich das tue. Als ein guter "Osteopath" in Karlsruhe hinterfrage ich das, was ich tue und arbeite professionell naturwissenschaftlich und kreativ bei komplexen Zusammenhängen.


    Gruß Hannah

  • Leider wird der Körper immer mehr in Fachgebiete aufgeteilt.

    Nicht nur der Körper, generell die Wissenschaften.

    Ich hatte in meiner Ausbildungszeit anorganische Chemie, und organische Chemie. Ich habe gelernt, wie sich die anorganische Chemie auf die umwelt auswirkt, und wie sich die organische Chemie auf die Umwelt auswirkt, aber ich habe nie gelernt, wie beides zusammen wirkt, geschweige denn, warum es überhaupt überhaupt so wirkt wie es wirkt. In der Biologie und Physik lernt man ebenso nicht, wie beides, oder alle drei, mit der Chemie noch dazu, zusammenwirkt. Und heute sind ja sogar diese 3 Teilgebiete der Naturwissenschaften, unter Ausklammerung der Philosophie nochmal mehrfach unterteilt udn zersplittert.

    "Früher war Alles besser!" Nein, aber Früher war vieles gut, und das wäre es noch heute, wenn man es so gelassen hätte."

  • Eine Freundin aus einem anderen Forum hat mir diesen Link geschickt:


    Pflanzen die heilen, verbotene Pflanzen (mit Josep Pamies)


    https://www.youtube.com/watch?v=zt1wNurqX2E

    Reportage von Miquel Figueroa auf spanisch mit deutschen Untertiteln.


    Stevia, Hanf, Holunder, Schöllkraut (chelidonium majus), Schafgarbe (achillea millefolium) gegen Zysten und Myome (reinigt die Lymphe), Weidenröschen (epilobium parviflorum) gegen Prostatakrebs (nach Maria Treben), die koreanische Perilla (Perilla frutescens) mit viel Omega 3, traditionell in Korea gegen Allergien, Asthma und Brustkrebs, ... Sutherlandia frutescens - Ballonerbse, eine Art Ginseng, in Afrika gegen Krebs eingesetzt....


    ein paar andere exotische, die kenne ich nicht.