Gelsemium: Das homöopathische
Arzneimittelbild
Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Gelsemium
Gelsemium sempervirens (gels.), gelber oder auch falscher Jasmin, ist als Schlingpflanze an den Flussufern Nord-
und Südamerikas beheimatet und wächst mehrere Meter hoch. Für das homöopathische Mittel, das – speziell auch im
Zusammenhang mit Grippe – vielfach geprüft wurde, wird der frische Wurzelstock verarbeitet.
Gelsemium ist giftig, verursacht vor allem Lähmungen – zunächst der willkürlichen, dann der unwillkürlichen
Muskulatur – und kann auf diesem Weg bei Mensch und Tier zum Tod führen. Aufgrund seiner muskellähmenden Wirkung
benutzten es einst die Indianer zum Fangen von Fischen, die dadurch zur leichten Beute wurden.
Kern des Mittels
Beim Gelsemium-Patienten sind nicht selten psychische Erregungszustande der Grund für die körperliche
Symptomatik, die unter anderem aus häufigen Erkältungen, starken Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufbeschwerden und Zittern besteht. Die Umwelt
erlebt den Betroffenen, nicht zuletzt wegen seiner Verschlossenheit, als schwerfälligen, stumpfen und bisweilen
apathischen Einzelgänger. Er bewegt sich nicht gern in Gesellschaft, fühlt sich oft müde und abgeschlagen und legt
ein großes Schlafbedürfnis an den Tag. Bezeichnend für den Gelsemium-Patienten sind auch seine Ängste, insbesondere
die Angst, zu versagen. Deshalb lösen bevorstehende Ereignisse wie Prüfungen bei ihm nicht nur Lampenfieber aus,
sondern machen sich auch körperlichen bemerkbar.
Indem Gelsemium beruhigend auf das Nervensystem wirkt, kann es sowohl die seelischen als auch die körperlichen
Beschwerden positiv beeinflussen.
Mögliche Symptome
- schwere Glieder
- Erschöpfung
- Schlaflosigkeit
- Muskel- und Nervenschwäche
- Muskelkrämpfe
- Zittrigkeit (Hände und Beine)
- Nervosität und Herzklopfen
- Frieren
- langsamer Erkältungsbeginn
- schleichendes und mäßiges Fieber (selten über 38,5
Grad)
- steifer Nacken
- Kopfschmerz in die Augen ausstrahlend
schwere Augenlider („Schlafzimmerblick“)
- Augenentzündungen
- Sehstörungen
- Schwindel
- Heiserkeit
- Harnverhalten
- Durchfall
- Benommenheit bis Apathie
- Teilnahmslosigkeit
- Verschlossenheit
- allgemeine Ängstlichkeit und Versagensangst
- Lampenfieber und Reisekrankheit
- Heimweh
- Wunsch, allein zu sein
- Weinerlichkeit
Besserung bringen …
- reichliches Wasserlassen
- Schwitzen
- Alkoholika
- Druck
- Vornüberbeugen
- Liegen mit hochgehaltenem Kopf
- Dunkelheit
- Ruhe
- geistige Anstrengung
- Nachmittagsstunden
Verschlechterung bringen …
- starke Gefühlsregungen
- Angst- und Schockerlebnisse
- Aufregung und Anspannung
- schlechte Nachrichten
- bevorstehende Ereignisse (z. B. Prüfungen)
- Operationen und Zahnarztbehandlung
- Schwangerschaft und Menses
- Denken an die eigenen Beschwerden
- Bewegung
- feuchtes Klima (warm wie kalt)
- Nebel
- Gewitter
- Sonne (Sonnenstich)
- Hitze
- Frühling und Sommer
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