Gelsemium: Das homöopathische Arzneimittelbild

Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Gelsemium

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Gelsemium sempervirens (gels.), gelber oder auch falscher Jasmin, ist als Schlingpflanze an den Flussufern Nord- und Südamerikas beheimatet und wächst mehrere Meter hoch. Für das homöopathische Mittel, das – speziell auch im Zusammenhang mit Grippe – vielfach geprüft wurde, wird der frische Wurzelstock verarbeitet.

Gelsemium ist giftig, verursacht vor allem Lähmungen – zunächst der willkürlichen, dann der unwillkürlichen Muskulatur – und kann auf diesem Weg bei Mensch und Tier zum Tod führen. Aufgrund seiner muskellähmenden Wirkung benutzten es einst die Indianer zum Fangen von Fischen, die dadurch zur leichten Beute wurden.

Kern des Mittels

Beim Gelsemium-Patienten sind nicht selten psychische Erregungszustande der Grund für die körperliche Symptomatik, die unter anderem aus häufigen Erkältungen, starken Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufbeschwerden und Zittern besteht. Die Umwelt erlebt den Betroffenen, nicht zuletzt wegen seiner Verschlossenheit, als schwerfälligen, stumpfen und bisweilen apathischen Einzelgänger. Er bewegt sich nicht gern in Gesellschaft, fühlt sich oft müde und abgeschlagen und legt ein großes Schlafbedürfnis an den Tag. Bezeichnend für den Gelsemium-Patienten sind auch seine Ängste, insbesondere die Angst, zu versagen. Deshalb lösen bevorstehende Ereignisse wie Prüfungen bei ihm nicht nur Lampenfieber aus, sondern machen sich auch körperlichen bemerkbar.

Indem Gelsemium beruhigend auf das Nervensystem wirkt, kann es sowohl die seelischen als auch die körperlichen Beschwerden positiv beeinflussen.

Mögliche Symptome

  • schwere Glieder
  • Erschöpfung
  • Schlaflosigkeit
  • Muskel- und Nervenschwäche
  • Muskelkrämpfe
  • Zittrigkeit (Hände und Beine)
  • Nervosität und Herzklopfen
  • Frieren
  • langsamer Erkältungsbeginn
  • schleichendes und mäßiges Fieber (selten über 38,5 Grad)
  • steifer Nacken
  • Kopfschmerz in die Augen ausstrahlend
    schwere Augenlider („Schlafzimmerblick“)
  • Augenentzündungen
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Heiserkeit
  • Harnverhalten
  • Durchfall
  • Benommenheit bis Apathie
  • Teilnahmslosigkeit
  • Verschlossenheit
  • allgemeine Ängstlichkeit und Versagensangst
  • Lampenfieber und Reisekrankheit
  • Heimweh
  • Wunsch, allein zu sein
  • Weinerlichkeit

Besserung bringen…

  • reichliches Wasserlassen
  • Schwitzen
  • Alkoholika
  • Druck
  • Vornüberbeugen
  • Liegen mit hochgehaltenem Kopf
  • Dunkelheit
  • Ruhe
  • geistige Anstrengung
  • Nachmittagsstunden

Verschlechterung bringen…

  • starke Gefühlsregungen
  • Angst- und Schockerlebnisse
  • Aufregung und Anspannung
  • schlechte Nachrichten
  • bevorstehende Ereignisse (z. B. Prüfungen)
  • Operationen und Zahnarztbehandlung
  • Schwangerschaft und Menses
  • Denken an die eigenen Beschwerden
  • Bewegung
  • feuchtes Klima (warm wie kalt)
  • Nebel
  • Gewitter
  • Sonne (Sonnenstich)
  • Hitze
  • Frühling und Sommer

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert

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