Staphisagria: Das homöopathische Arzneimittelbild

Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Staphisagria

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Staphisagria (scharfer Rittersporn) wird auch Delphinium staphisagria, Stephanskraut, Stephanskörner oder Läusesamen genannt.

Der Name Delphinium wurde wegen der Ähnlichkeit der Blüte mit einem Delfin von dem römischen Arzt Dioskurides als botanischer Name verwendet. Staphisagria wird mit staphis (getrocknete Weinbeere) und agrios (wild, scharf schmeckend) aus der altgriechischen Sprache abgeleitet.

Die Bezeichnung Läusesamen entstammt der Verwendung gegen Läuse und Ungeziefer. Die alten römischen und griechischen Ärzte nutzten Staphisagria als Brechmittel und Mundspülwasser.

Die Heimat der giftigen Pflanze liegt in Südeuropa, Kleinasien, auf den Azoren und Kanarischen Inseln. Sie wächst dort an unfruchtbaren, steinigen Berghängen. Für die Mittelherstellung werden die reifen, getrockneten Samen verwendet.

Hahnemann benutzte Staphisagria für seine erste Arzneimittelprüfung.

Kern des Mittels in der Homöopathie

Staphisagria kann einen bestimmten psychischen Zustand erzeugen. Nach dem Ähnlichkeitsprinzip ist das Mittel demnach auch in der Lage Patienten mit dieser Gemütsverfassung zu heilen.

Das Wesen von Staphisagria ist ein Gefühl tiefster Beleidigung und Kränkung. Wut und Ärger werden heruntergeschluckt oder verdrängt. Es kommt zu plötzlichen Zornausbrüchen. Beschwerden entstehen durch unterdrückte Gefühle und emotionale Ausbrüche.

Die Schmerzen gehen von innen nach außen. Dabei sind sie scharf oder schneidend.

Staphisagria und seine Funktionskreise

Staphisagria wirkt stark auf die Psyche sowie die Harn- und Sexualfunktionen. Die Gedanken beschäftigen sich fast unentwegt mit sexuellen Fantasien. Typisch für Staphisagria sind die schnelle Erregbarkeit, häufige Masturbation und Neigung zu sexuellen Ausschweifungen.

Es besitzt einen weiteren breiten Wirkungskreis bei Zahnproblemen. Diese entstehen durch frühen Zahnverfall, Karies, während der Menstruation und in der Schwangerschaft. Die Zähne sind so empfindlich, dass Zahnbehandlungen Beschwerden verursachen.

Staphisagria heilt chirurgische Verletzungen der Harnröhre sowie anderer Organe, wenn diese durch einen scharfen Gegenstand (Skalpell) hervorgerufen wurden.

Bei akuten und chronischen Augenerkrankungen ist das Mittel ebenso angezeigt.

Körperliche Symptome

  • Blasenentzündung,
  • Reizungen und Brennen der Harnröhre nach Geschlechtsverkehr,
  • Zahnschmerzen,
  • Zahnungsbeschwerden von Kindern,
  • Koliken,
  • Gefühl, als hänge der Magen schlaff herunter,
  • Gersten- oder Hagelkörner,
  • arthritische Augenentzündung,
  • Schlaflosigkeit,
  • Kopfschmerzen.

Verbesserungen durch:

  • Wasserlassen

Verschlechterungen durch:

  • Berührung,
  • Einziehen von kalter Luft,
  • kalte Getränke.

Psychische Symptome

Staphisagria-Typen sind gereizt und zornig, launisch und schnell beleidigt. Geringste Kleinigkeiten oder ein falsches Wort bringen sie aus dem Gleichgewicht. Bei psychischer Erregung kommt es zur Sprachlosigkeit. Der Patient zittert vor Wut und wirft mit Gegenständen, besonders wenn sein Ehrgefühl verletzt wurde.

Staphisagria-Kinder neigen ebenfalls zu Wutanfällen und werfen mit Gegenständen auf die, die ihnen Trost spenden wollen.


 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert

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