Zahnkrankheiten - Verständlich Erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Das Gebiss eines erwachsenen Menschen besteht aus 32 Zähnen mit vier Eckzähnen, acht Schneidezähnen, acht vorderen (Prämolaren) und acht hinteren Backenzähnen (Molaren) sowie vier Weisheitszähnen. Jeder Zahn setzt sich aus unterschiedlichen Anteilen zusammen – Krone (Corona dentis), Hals (Cervix dentis) und Wurzel (Radix dentis). Von innen nach außen weist der Zahn folgende Schichten auf: das von Gefäßen und Nerven durchzogene Mark (Pulpa), Zahnbein (Dentin) und den Schmelz aus Hydroxylapatit und Fluorid als Schutzmantel.

Zahnmedizinische Untersuchungen

Neben der Inspektion und dem Abtasten der Zähne mittels Metallsonden stellt die bildgebende Diagnostik in Form der Röntgenaufnahme die hauptsächliche Untersuchungsmethode dar.

Häufige Zahnerkrankungen

Bei auftretenden Erkrankungen im Zahnbereich muss immer auch das Zahnfleisch mit einbezogen werden. Physiologisch befinden sich unterschiedliche Bakterien im Mund, die zusammen mit Speiseresten, Sekreten und abgestorbenen Schleimhautzellen Plaques (Zahnbelag) bilden. Dieser Belag setzt sich vermehrt in Zahnzwischenräumen und am Zahnfleischrand ab und ist nur durch ausreichende Mundhygiene zu beseitigen. Ansonsten bieten diese Beläge Nährboden für Farbveränderungen der Zähne, Mundgeruch und im weiteren Verlauf auch Erkrankungen.
Die häufigsten Erkrankungen stellen Karies und Parodontitis mit einem Auftreten von ca. 85 % aller Behandlungen beim Zahnarzt dar.

Bei der Karies (Fäulnis) kommt es zu einer irreparablen Schädigung des Zahnschmelzes, der sich in Löchern und Rissen mit dunkler Verfärbung zeigt. Ursache sind besonders zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke in Verbindung mit einer schlechten Dentalhygiene. Bakterien wandeln diese Zuckermoleküle in Säuren um, die den Zahnschmelz angreifen, Mineralien herauslösen und den Zahn langsam zersetzen. In der Klinik kommt es vermehrt bei Nahrungsaufnahme zu stichartigen Schmerzen in der betroffenen Region, bei weiterem Verlauf bleiben Druck und Schmerz auch ohne Aufnahme von Flüssigkeiten oder Nahrung bestehen, ein Zeichen der Zerstörung bis zum Nerven.

Bei den Parodontalerkrankungen (Zahnfleischerkrankungen) unterscheidet man v.a. die Gingivitis, Parodontose und die Parodontitis. Das Parodontium (Zahnhalteapparat) kann durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst und geschädigt werden.

Die Parodontitis beschreibt eine entzündliche Veränderung des Zahnfleischs, die apikale Form geht von der Wurzelspitze aus, die marginale vom Zahnfleischsaum. Ursachen können ein abgestorbener Zahn, vermehrte Plaque-Bildung oder eine unbehandelte Gingivitis sein. Die Bakterien zerstören das Zahnfleisch, was sich in einer dunkelroten Färbung mit geschwollener, glatt-gespannter Oberfläche zeigt. Bei Berührung, z.B. durch eine Zahnbürste, kommt es zu Blutungen. Das hier beschriebene Frühstadium ist reversibel. Unbehandelt bilden sich im Fleischbereich tiefe Taschen, in die weitere Bakterien eindringen können. Der zunehmende Zerfall des Zahnfleisches führt letztendlich durch Lockerung zum Verlust des Zahnes. Die Parodontitis begünstigende Faktoren sind neben der mangelnden Mundhygiene u.a. auch die genetische Prädisposition (geerbt, anlagebedingt), Nikotin, Tabak, allgemeine Abwehrschwäche sowie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Bei der häufig im gleichen Zusammenhang genannten Parodontose handelt es sich um einen vom Knochen ausgehenden Zahnbettschwund, der ebenfalls schmerzhaft ist, bei dem es aber nur selten zu Blutungen und Einrissen kommt. Auch eine unbehandelte Parodontose kann zu Zahnverlust führen.

Die Gingivitis umschreibt eine Entzündung, bei der es zu gerötetem und geschwollenem Zahnfleisch kommt, welches druckempfindlich ist und zu Blutungen neigt. Schmerzen sind eher selten. Man unterscheidet wischen einer akuten und einer chronischen Form. Ursachen können neben der Plaquebildung u.a. auch virale Einflüsse, Vitamin-C-Mangel, Pilze oder Verletzungen von außen sein.

Zahnstein bildet sich durch Plaques in Kombination mit im Speichel gelösten Substanzen. Er lagert sich bevorzug an der Zahnhalsregion ab und schiebt dabei langsam aber kontinuierlich das Zahnfleisch zurück. Durch das langsame Fortschreiten dieser Erkrankung zeigen sich erst spät die durchaus schwerwiegenden Folgen. Zu Beginn kann es zu leichten Blutungen kommen. Durch das sich zurückziehende Zahnfleisch können Bakterien vermehrt eindringen, der Zahn lockert sich und kann sich aus der Verankerung lösen.
Abszesse (Eiteransammlungen) im Mundbereich entstehen vor allem durch die apikale Parodontitis, Fehlstellungen von Weisheitszähnen und Infektionen. Dabei wird ein Raum unterhalb des Zahns gebildet, in dem sich der Eiter ohne Möglichkeit zum Abfluss ansammelt. Stechender oder klopfender, teilweise ausstrahlender Schmerz in Verbindung mit einer Schwellung und Rötung deuten auf eine Abszessbildung hin, die therapiert werden muss, um Folgeschäden auszuschließen.

Durch übermäßiges Zähneknirschen (Bruxismus) kann es u.a. zu einer Fehlstellung der Zähne sowie einer Schädigung des Schmelzes kommen. Das Knirschen tritt vermehrt im Schlaf auf, nach dem Erwachen fühlt sich der Kiefer ermüdet, fast wie bei einem Muskelkater an.

Daneben treten auch Zahnfehlstellungen (erworben oder angeboren), seltener Zahngranulome (Knötchenbildung) oder Zysten (Bläschenbildung) auf.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert