Zahnerkrankungen
Zahnkrankheiten - Verständlich Erklärt
Das Gebiss eines erwachsenen Menschen besteht aus 32 Zähnen mit vier Eckzähnen, acht Schneidezähnen, acht
vorderen (Prämolaren) und acht hinteren Backenzähnen (Molaren) sowie vier Weisheitszähnen. Jeder Zahn setzt sich
aus unterschiedlichen Anteilen zusammen – Krone (Corona dentis), Hals (Cervix dentis) und Wurzel (Radix dentis).
Von innen nach außen weist der Zahn folgende Schichten auf: das von Gefäßen und Nerven durchzogene Mark (Pulpa),
Zahnbein (Dentin) und den Schmelz aus Hydroxylapatit und Fluorid als Schutzmantel.
Zahnmedizinische Untersuchungen
Neben der Inspektion und dem Abtasten der Zähne mittels Metallsonden stellt die bildgebende Diagnostik in Form
der Röntgenaufnahme die hauptsächliche Untersuchungsmethode dar.
Häufige Zahnerkrankungen
Bei auftretenden Erkrankungen im Zahnbereich muss immer auch das Zahnfleisch mit einbezogen werden.
Physiologisch befinden sich unterschiedliche Bakterien im Mund, die zusammen mit Speiseresten, Sekreten und
abgestorbenen Schleimhautzellen Plaques (Zahnbelag) bilden. Dieser Belag setzt sich vermehrt in Zahnzwischenräumen
und am Zahnfleischrand ab und ist nur durch ausreichende Mundhygiene zu beseitigen. Ansonsten bieten diese Beläge
Nährboden für Farbveränderungen der Zähne, Mundgeruch und im weiteren Verlauf auch Erkrankungen.
Die häufigsten Erkrankungen stellen Karies und Parodontitis mit einem Auftreten von ca. 85 % aller Behandlungen
beim Zahnarzt dar.
Bei der Karies (Fäulnis) kommt es zu einer irreparablen Schädigung
des Zahnschmelzes, der sich in Löchern und Rissen mit dunkler Verfärbung zeigt. Ursache sind besonders
zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke in Verbindung mit einer schlechten Dentalhygiene. Bakterien wandeln diese
Zuckermoleküle in Säuren um, die den Zahnschmelz angreifen, Mineralien herauslösen und den Zahn langsam zersetzen.
In der Klinik kommt es vermehrt bei Nahrungsaufnahme zu stichartigen Schmerzen in der betroffenen Region, bei
weiterem Verlauf bleiben Druck und Schmerz auch ohne Aufnahme von Flüssigkeiten oder Nahrung bestehen, ein Zeichen
der Zerstörung bis zum Nerven.
Bei den Parodontalerkrankungen (Zahnfleischerkrankungen) unterscheidet man v.a. die Gingivitis,
Parodontose und die Parodontitis. Das Parodontium (Zahnhalteapparat) kann durch unterschiedliche Faktoren
beeinflusst und geschädigt werden.
Die Parodontitis beschreibt eine entzündliche Veränderung des
Zahnfleischs, die apikale Form geht von der Wurzelspitze aus, die marginale vom Zahnfleischsaum. Ursachen können
ein abgestorbener Zahn, vermehrte Plaque-Bildung oder eine unbehandelte Gingivitis sein. Die Bakterien zerstören
das Zahnfleisch, was sich in einer dunkelroten Färbung mit geschwollener, glatt-gespannter Oberfläche zeigt. Bei
Berührung, z.B. durch eine Zahnbürste, kommt es zu Blutungen. Das hier beschriebene Frühstadium ist reversibel.
Unbehandelt bilden sich im Fleischbereich tiefe Taschen, in die weitere Bakterien eindringen können. Der zunehmende
Zerfall des Zahnfleisches führt letztendlich durch Lockerung zum Verlust des Zahnes. Die Parodontitis begünstigende
Faktoren sind neben der mangelnden Mundhygiene u.a. auch die genetische Prädisposition (geerbt, anlagebedingt),
Nikotin, Tabak, allgemeine Abwehrschwäche sowie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).
Bei der häufig im gleichen Zusammenhang genannten Parodontose
handelt es sich um einen vom Knochen ausgehenden Zahnbettschwund, der ebenfalls schmerzhaft ist, bei dem es aber
nur selten zu Blutungen und Einrissen kommt. Auch eine unbehandelte Parodontose kann zu Zahnverlust führen.
Die Gingivitis umschreibt eine Entzündung,
bei der es zu gerötetem und geschwollenem Zahnfleisch kommt, welches druckempfindlich ist und zu Blutungen neigt.
Schmerzen sind eher selten. Man unterscheidet wischen einer akuten und einer chronischen Form. Ursachen können
neben der Plaquebildung u.a. auch virale Einflüsse, Vitamin-C-Mangel, Pilze oder Verletzungen von außen sein.
Zahnstein bildet sich durch Plaques in Kombination mit im Speichel
gelösten Substanzen. Er lagert sich bevorzug an der Zahnhalsregion ab und schiebt dabei langsam aber kontinuierlich
das Zahnfleisch zurück. Durch das langsame Fortschreiten dieser Erkrankung zeigen sich erst spät die durchaus
schwerwiegenden Folgen. Zu Beginn kann es zu leichten Blutungen kommen. Durch das sich zurückziehende Zahnfleisch
können Bakterien vermehrt eindringen, der Zahn lockert sich und kann sich aus der Verankerung lösen.
Abszesse (Eiteransammlungen) im Mundbereich entstehen vor allem durch die apikale Parodontitis, Fehlstellungen von
Weisheitszähnen und Infektionen. Dabei wird ein Raum unterhalb des Zahns gebildet, in dem sich der Eiter ohne
Möglichkeit zum Abfluss ansammelt. Stechender oder klopfender, teilweise ausstrahlender Schmerz in Verbindung mit
einer Schwellung und Rötung deuten auf eine Abszessbildung hin, die therapiert werden muss, um Folgeschäden
auszuschließen.
Durch übermäßiges Zähneknirschen (Bruxismus) kann es u.a. zu einer Fehlstellung der Zähne sowie einer Schädigung
des Schmelzes kommen. Das Knirschen tritt vermehrt im Schlaf auf, nach dem Erwachen fühlt sich der Kiefer ermüdet,
fast wie bei einem Muskelkater an.
Daneben treten auch Zahnfehlstellungen (erworben oder angeboren), seltener
Zahngranulome (Knötchenbildung) oder Zysten (Bläschenbildung) auf.
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