Bestatter in Kurzarbeit? Und wo sind nur die Patienten geblieben?

Beerdigung - Person am Sarg

Im März war die Angst groß. Die Angst die Flut von Corona-Patienten nicht mehr bewältigen zu können.

Die Patientenflut blieb zum Glück aus.

Doch jetzt gibt es auch noch ein Paradoxon: Mehr als die Hälfte aller deutschen Kliniken rechnet mit einem deutlichen Defizit für das Jahr 2020.

Um die Absurdität der Situation noch zu verdeutlichen schrieb die FAZ am 20. Juli 2020: „Bestatter in Kurzarbeit – zu wenige Beerdigungen“.

Tatsächlich haben einige Bestattungsunternehmen zurzeit so leere Auftragsbücher, dass sie staatliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Da ist die Frage berechtigt, ob Corona zumindest in Deutschland zu einem signifikanten Rückgang der Todesfälle geführt hat, oder anders formuliert:

Sind Kurzarbeit und Umsatzeinbruch jetzt die bestimmenden Größen in jener als „todsicher“ erachteten Branche?

Betrachten wir dazu mal exemplarisch das Frankfurter Bestattungsunternehmen Frye. Der im Jahre 1971 gegründete Familienbetrieb hat heute zwei Filialen. Die Inhaberin Karin Frye findet es natürlich sehr gut, dass so wenige Menschen zurzeit sterben müssen, beklagt zugleich aber auch die schlimmen finanziellen Einbußen.

Normalerweise bearbeitet ihre Firma jeden Monat durchschnittlich fünfzehn Beerdigungen. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gegen Ende Februar sind das noch fünf an der Zahl mit der Folge, dass sich ihre Mitarbeiter nun in Kurzarbeit befinden. Die Einnahmen sind ungefähr um 67 Prozent eingebrochen, die Kosten bleiben aber auf annähernd gleichem Niveau.

Warum sterben jetzt weniger Menschen?

Für die klare Rückläufigkeit der Zahl an Beerdigungen hat Karin Frye eine Erklärung. Sie weiß, dass in den umliegenden Krankenhäusern deutlich weniger operiert wurde als „normalerweise“. So traurig es ist, manche Menschen überleben den Eingriff eben nicht, und dass es in deutschen Krankenhäusern von tödlichen Keimen nur so wimmelt, ist inzwischen schon eine Binsenweisheit.

Diese Beobachtung scheint ebenfalls zu folgendem Phänomen zu passen, welches unglaublich klingt, aber mehrfach belegt ist:  Ein Ärztestreik bedeutet weniger Tote.

Und es ist in der Tat richtig, dass die Kliniken Tausende von Operationen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben haben, damit ihre Betten für COVID-19-Patienten frei bleiben. Zwar bemüht man sich gerade, zum Regelbetrieb zurückzufinden, aber (so die Auskunft der Deutschen Krankenhausgesellschaft), zurzeit sind erst 65 Prozent der normalen Bettenauslastung erreicht.

Da stellt sich doch die Frage:

Ist ein Krankenhausaufenthalt in Deutschland russisches Roulette?

Wenn man sich obige Anmerkungen auf der Zunge zergehen lässt, versteht man, dass aufgrund von durchgeführten Operationen mehr gestorben wird, als wenn man diese Eingriffe einfach sein lassen würde. Die Konsequenz dieser Erkenntnis muss doch sein, sämtliche Operationen, die nicht unbedingt und dringend zum Überleben eines Menschen durchgeführt werden müssen, strikt zu verbieten – oder?

Gegen Ende 2019 hat das Robert Koch-Institut (RKI) neue Zahlen zum Infektionsgeschehen in deutschen Krankenhäusern veröffentlicht. Darin steht, dass es jedes Jahr sage und schreibe bis zu 600.000 Krankenhausinfektionen gibt. Die Zahl der sich daraus ergebenden Todesfälle wird auf 10.000 bis 20.000 pro Jahr geschätzt. Viele derjenigen Patienten, die die Tortur mehrfacher Amputationen überleben und als Krüppel weitermachen müssen, wären lieber gestorben.

Für die zugrunde liegende Studie haben die Wissenschaftler des RKI gemeinsam mit ihren Kollegen vom „Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten“ sowie der Berliner Charité viele Daten analysiert, die im Zuge von Lungen-, Harnwegs- und Wundinfektionen, Durchfallerkrankungen und Sepsis aufgrund des Erregers „Clostridium difficile“ erhoben werden konnten. Diese fünf Infektionen bedecken nahezu 80 Prozent der in unseren Krankenhäusern kursierenden Infektionsarten. Rechnet man das erfahrene Leid mal emotionslos in verlorene Lebensjahre um, gehen der deutschen Bevölkerung insgesamt jedes Jahr knapp 250.000 davon verloren.

Solche beachtlichen Zahlen verführen aus rein statistischem Blickwinkel zu dem Gedanken, dass SARS-CoV-2 möglicherweise mehr Menschen das Leben rettet, als es sich zu Opfern macht, so makaber und bösartig das auch in den Ohren der vielen davon betroffenen Menschen klingen mag.

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Beitragsbild: 123rf.com – dolgachov

René Gräber

René Gräber

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