Wie in Schweden geht man auch in Dänemark hinsichtlich der Corona-Krise einen Sonderweg. So richtig beklagenswert war dies bislang nicht. Obwohl es in dem nordeuropäischen Land keine Maskenpflicht gibt, zeigte sich die dänische Premierministerin Mette Frederiksen auf dem EU-Corona-Gipfel „artig“ mit einem Mundschutz.

Mette Frederiksen versucht eine Art Mittelweg zu gehen zwischen rigider Verordnungspolitik, wie wir sie aus Deutschland kennen, und der ziemlich liberalen Handhabung in Schweden. Tatsächlich gab es auch in Dänemark einen kurzen, recht konsequenten Lockdown. Aber die Schulen wurden bald wieder geöffnet. Die Maskenpflicht besteht an Flughäfen und die Maske ist für kranke Personen außerhalb ihrer Wohnung obligatorisch. In den Schulen, im Fitnessstudio oder in Supermärkten sind aber Masken äußerst selten zu sehen.

Henning Bundgaard ist Professor für Kardiologie und Chefarzt am Rigshospitalet in Dänemark. Er bearbeitet gerade eine Studie zum Thema „Wirksamkeit von Masken gegen SARS-CoV-2“. Er findet, dass die Maskenpflicht in vielen Ländern zu voreilig ohne valide Studien eingeführt wurde. Er bemängelt dazu weiter, dass die Masken ganz offensichtlich einen Eindruck von Sicherheit vermitteln, die sie gar nicht bieten können. Wir wissen ja, dass das Virus auch andere Wege findet, in den Organismus einzudringen, zum Beispiel über die Schleimhäute im Bereich der Augen. Daher sind die Selbstisolation im Krankheitsfall, häufiges Händewaschen und das strikte Einhalten eines ausreichenden Abstandes auf jeden Fall zielgerichtete Maßnahmen.

Von der Strategie ihrer Premierministerin hat die dänische Wirtschaft eindeutig profitiert, was sich an der Entwicklung der Börsenkurse in Kopenhagen widerspiegelte. Dennoch ist der Corona-Kurs der dänischen Regierung nicht ganz unumstritten. Auch in diesem Land wird die Sorge vor der „zweiten Welle“ immer lauter. Berlingske Tidende, die älteste und bekannteste dänische Zeitung, titelte kürzlich, dass sogar US-Präsident Trump beim Thema Maske schwach geworden ist.

So nimmt es nicht wunder, dass die Einwohner und Touristen in Aarhus seit einem Corona-Ausbruch am 11.08.2020 im öffentlichen Nahverkehr zumindest vorübergehend den Mundschutz tragen müssen. Diese Maßnahme gilt zunächst für drei Wochen (bis 1. September), so das Gesundheitsministerium.

Was an der dänischen Grenze auf Sie zukommt

An den dänischen Grenzen wird nun wieder kontrolliert, wobei dänische Staatsbürger immer einreisen dürfen. Besucher aus anderen Ländern müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Seit dem 15. Juni können Touristen aus Deutschland, Island und Norwegen problemlos einreisen, sofern ein aktueller Buchungsbeleg vorliegt, aus dem eine Aufenthaltsdauer von mindestens sechs Nächten, gegebenenfalls auch an unterschiedlichen Orten, hervorgeht. Für Personen mit nachgewiesenem Wohnsitz in Schleswig-Holstein gibt es keinerlei Einreisebedingungen.

Seit dem 27. Juni dürfen auch Personen aus der Schweiz und weiteren EU-Ländern unter den genannten Bedingungen nach Dänemark einreisen. Wer allerdings Symptome wie Fieber und Husten hat, muss draußen bleiben.

Neben Aarhus haben nun auch die Kommunen Silkeborg, Odder, Skanderborg, Faurskov und Horsens die Mundschutzpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln eingeführt. In größeren Läden, Supermärkten und Einkaufszentren werden Masken insbesondere zu Stoßzeiten zumindest empfohlen.

Falls Sie sich genauer und aktuell zur Einreise nach Dänemark informieren möchten, finden Sie wichtige Hinweise auf Englisch und Dänisch bei der Landespolizei.

Die aktuellsten Informationen zu COVID-19 in Dänemark hat stets das dänische Gesundheitsamt (auf Englisch) zu bieten, siehe dazu:

 

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Dieser Beitrag wurde am 11.08.2021 erstellt.