Der LDL-Anteil (Low density lipoprotein) am Cholesterinwert gilt allgemein als das gefährliche oder „schlechte Cholesterin“.

Ärzte machen diese Version des Cholesterins für die Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. Das bestreitet neuerdings eine Gruppe von US-amerikanischen Wissenschaftlern unter der Führung von Steve Riechmann vom texanischen Department of Health and Kinesiology.

Im Journal of Gerontology veröffentlichten die Forscher die Ergebnisse einer Studie an älteren Versuchspersonen. Überprüft wurden zunächst die LDL-Werte während einer Phase der sportlichen Inaktivität. Anschließend verglichen die Wissenschaftler die Zahlen mit den LDL-Werten nach einem intensiven Fitness-Training.

Das überraschende Resultat zeigte, dass die Studien-Teilnehmer mit dem höchsten Muskelwachstum auch die höchsten LDL-Werte hatten. Wenn also die Muskelzunahme mit hohen Mengen an LDL einherginge, müsse es eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielen. Das folgert zumindest Riechmann und seine Kollegen. Fraglich sei daher, ob eine radikale Senkung des LDL-Wertes sinnvoll sei. Denn die LDL-Partikel fungieren auch als Cholesterin-Lieferanten für die Körperzellen, die das Cholesterin dringend brauchen.

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Dem HDL (High density lipoprotein) wird die Funktion der Gefäßreinigung zugeschrieben. Damit gilt HDL als körpereigener Wirkstoff gegen Arteriosklerose. Riechmann meint, LDL sei aus zwei Gründen zu Unrecht ins schlechte Licht geraten. Diese Fraktion des Blut-Cholesterins sei zumindest ein Indikator für Krisensituationen des Organismus. Und wenn LDL offensichtlich für den Aufbau von Muskelmasse erforderlich sei, könne es nicht ausschließlich schlecht sein.

Auch im Hinblick auf die sogenannte Sarkopenie müsste die Rolle des LDL neu überdacht werden. Sarkopenie ist der medizinische Begriff für den altersbedingten Muskelschwund. So verliert der Mensch ab 50 jährlich etwa 2% seines Muskelgewebes. Möglicherweise sei ein zu hoher LDL-Wert eine Reaktion des Körpers auf den Abbau der Muskeln. Dies könne ein Zeichen für zu wenig Bewegung oder andere Risiko-Faktoren sein. Neue Therapien könnten an den Ursachen statt am Symptom des „schlechten“ Cholesterins ansetzen.

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