Nichts ist so gut, dass man es nicht noch verbessern könnte, neue Besen kehren gut, aus alt mach neu … deutsche Sprichworte sind in diesem Bereich vielfältig und auf nahezu alle Bereiche des Lebens anwendbar.

Der Kampf “alt gegen neu” ist daher auch auf dem Markt der Anti-Babypillen (Kontrazeptiva) immer wieder vorzufinden. Hier geht es aber weniger um ein neues Design oder um Modernität, sondern um medizinischen Fortschritt. Fortschritt, der sich durchaus im Detail bemerkbar machen kann – in diesem Fall jedoch negativ. Aber was kann die neue Generation der Anti-Babypillen, was die altbewährten Produkte nicht können?

Der Preis der Unabhängigkeit – mit Nebenwirkungen

Die Anti-Babypille feierte erst jüngst ihren 50sten Geburtstag. Zu Beginn eher skeptisch betrachtet, verhalf diese kleine und unscheinbare Pille aber bald zahlreichen Frauen zur sexuellen Unabhängigkeit und Sicherheit. Die Zahl der ungewollten Schwangerschaften sank beachtlich – und vor allem deshalb wollen heute nur noch die wenigsten Frauen auf die Pille als Verhütungsmittel verzichten.

Den Gefahren und Nebenwirkungen, die mit der Einnahme einhergehen, sind sich die meisten durchaus bewusst. Nur die wenigsten Frauen wissen aber, dass es mit den “Alten” etwas weniger risikoreich gehen kann. Denn diese setzen – anders als die moderne Standardpille – auf eine vollkommen andere, hormonelle Zusammenstellung. Während die neuen Pillen fast alle auf eine Mischung der beiden weiblichen Geschlechtshormone Östrogen (in den meisten Fällen Ethinylestradiol) und auf neuartigen Gestagen (Drospirenon oder Dienogest) setzen, wird bei den älteren Pillen nach wie vor ausschließlich das bewährte Gestagen Levonorgestrel verwendet.

Welche Nebenwirkungen in der neuen Generation zu beobachten sind

Wie sich in Studien aus dem Jahre 2009 zeigte, birgen vor allem Pillen mit den sehr modernen Zusammenstellungen ein erhöhtes Risiko der Blutgerinnselbildung in den Gefäßen des Körpers. Laut dieser Studien leiden etwa 30 bis 40 von 100.000 Frauen, die über längere Zeit eine neuartige Pille eingenommen haben, später unter Thrombose. Bei den älteren Pillen sind es nur etwa 20 von 100.000 Frauen.

Unter den neuen unter den getesteten Pillenpräparaten waren übrigens die bekannten und häufig verschriebenen Pillen Desmin, Yasmin, Aida, Petibelle, Femovan, Valette, Lovelle, Minulet und auch Marvelon – um nur einige zu nennen. Das Erschreckende: Laut des Arzneimittelreport 2011 der Barmer GEK gehören viele der oben genannten Pillen zu den 20 am häufigsten verordneten Arzneimitteln in Deutschland.

Warum werden risikoreiche, neue Mittel eher verschrieben als altbewährte und weniger gefährliche?

Der Grund liegt laut Professor Dr. Gerd Glaeske, Reportherausgeber und Leiter der Arzneimittelbewertungen der Stiftung Warentest, wahrscheinlich an der intensiven Werbung und dem “Marketinggeklingel der Firmen”, von dem sich Ärzte einfach zu sehr beeinflussen lassen. Die noch unter Patentschutz stehenden Präparate werden in den meisten Fällen nämlich sehr viel intensiver beworben, als die älteren.

Doch wie kann Frau sich dagegen wehren und wappnen, mit einer neuen Pille ausgestattet zu werden? Ganz einfach: Sie sollte auf ein älteres und möglichst niedrig dosiertes Standardpräparat bestehen. Denn diese verhüten genauso zuverlässig, sind aber erheblich risikoärmer als ihre “Nachfolger”.


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Beitragsbild: pixabay.com – padrinan