Millionen Menschen greifen zur Schlaftablette, wenn es mit dem Ein- und Durchschlafen nicht so richtig klappen will. Aber schlafen sie wirklich deshalb besser, weil die Tablette so wirksam ist?

Oder handelt es sich hier nur um einen mehr oder weniger ausgeprägten
Scheineffekt, weil man nur glaubt, dass die Tablette wirkt?

Mit anderen Worten: Die Wirksamkeit der Schlaftablette beruht nur auf einer Art Einbildung. Die Nebenwirkungen des Medikaments dagegen haben dann mit der Einbildung nichts mehr zu tun.

Die sogenannten „Z-Substanzen“ sind eine Klasse von modernen Schlafmitteln, die auch als „Nicht-Benzodiazepin-Antagonisten“ bezeichnet werden. Sie gelten als Mittel der ersten Wahl bei Schlafstörungen.

Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon zählen zu diesen Substanzen. Z-Substanzen wirken, laut Herstellerangaben, schlafanstoßend und bis zu einem gewissen Grad auch anxiolytisch (angstlösend), antikonvulsiv (krampfhemmend) und muskelrelaxierend (muskelentspannend).

Das Abhängigkeitspotential entspricht dem von Benzodiazepinen.

Jetzt kommt die Kunde aus der Wissenschaft, dass diese am meisten verschriebenen
Substanzen kaum besser als Plazebo wirken (ein Stück Zucker auf der Fensterbank ist
genauso wirksam).

Obwohl der erwünschte Nutzen nur in der Einbildung zu liegen scheint, tauchen bei rund 20 Prozent der Konsumenten Nebenwirkungen auf. Etwa 1 Prozent der älteren Patienten zeigt eine erhöhte Tendenz zu Fällen, die dann in Knochenbrüchen resultieren oder verursacht Verkehrsunfälle.

Grundlage dieser Erkenntnis war eine Meta-Analyse, bei der 13 klinische Studien neu
ausgewertet worden waren, die insgesamt 4378 Patienten umfassten.

Die Forscher der Harvard Medical School konstatierten, dass die Patienten zwar schneller zum Schlafen kamen, wenn sie eine der genannten Z-Medikamente nahmen, aber die Patienten, die nur Plazebo nahmen, schliefen genauso schnell ein.


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Quelle:

Huedo-Medina et al.
Department of Allied Health Sciences, University of Connecticut, 358 Mansfield Road U-
2101, Storrs, CT 06269-2101, USA.
„Effectiveness of non-benzodiazepine hypnotics in treatment of adult insomnia: metaanalysis of data submitted to the Food und Drug Administration.“
BMJ. 2012 Dec 17;345:e8343. Doi: 10.1136/bmj.e8343.
http://www.bmj.com/content/345/bmj.e8343