Der Preis des Lockdowns: Selbstmorde – vor allem Jugendliche sind betroffen

Selbstmorde unter Jugendlichen während Corona

Erst im Februar 2021 berichtete ich zu den „gequälten Kinder“ durch die Lockdown-Maßnahmen.

Die Zahlen und Berichte zu Selbstmorden bzw. Selbsttötungen waren da aber bereits nur schwer zu finden. Die wenigen Berichte die man allerdings findet, zeigen erschreckende Zahlen.

In diesem Beitrag habe ich zwei Quellen. Zum einen aus den USA aus dem Sommer 2020 und zum zweiten aus der Schweiz aus dem gesamten Jahr 2020. Es ist eine traurige Bilanz.

Kalifornien (USA): Suizide statt Covid-Patienten

Zu Beginn des Pandemie-Szenarios im Juni 2020 gab es einen Bericht aus den USA, der zeigte, dass die Zahl der Selbstmorde in den USA innerhalb von vier Wochen das Maß eines ganzen Jahres erreichte. Dies bestätigten Ärzte und Krankenschwestern des John Muir Medical Center in Kalifornien (USA).

Dr. Mike deBoisblanc leitet die Notaufnahme am Krankenhaus in Walnut Creek nahe San Francisco. Zwar hatten sich die Krankenhäuser in dieser Region nach eigenen Angaben gut auf viele COVID-19-Patienten vorbereitet. Doch die erwartete Pandemie hatte dann einen ganz anderen Charakter angenommen: was da im Wesentlichenen hereinkam, waren Suizidversuche.

Es waren so viele, dass sich die Mediziner dazu entschließen mussten, die Öffentlichkeit zu alarmieren. Sie wurden mit einer Welle von Selbsttötungen und versuchten Selbsttötungen konfrontiert, die sie nicht einfach ignorieren wollten.

DeBoisblancs Kollegin heißt Kacey Hansen und arbeitet seit 33 Jahren in diesem Krankenhaus als Pflegerin. Sie ergänzte dazu, dass soziale Isolation eben ihren Preis hat, und sie habe dieses Geschehen fast vorausgeahnt. Allein, das, was da geschehen ist, sei noch schlimmer als ihre Befürchtungen.

Das Besondere bezüglich der „Corona-Situation“ bastand darin, dass diese Menschen sehr entschlossen vorgingen, weil sie unbedingt sterben wollten. Daher sei es nicht möglich gewesen, alle Patienten zu retten, beklagte die Pflegerin Kacey Hansen damals.

Es seien vor allem junge Erwachsene, die durch die Suizide sterben. Grund: Isolation, Arbeitsplatzverlust und Stress. DeBoisblanc ergänzt dazu, dass die sogenannte „Shelter-in-Place“-Politik deshalb eingeführt worden ist, damit die Infektionskurve so abgeflacht werden können, dass die Ressourcen der Krankenhäuser nicht hoffnungslos überfordert würden. Das ist ja auch genau das, was uns in Deutschland seit dem März 2020 „verkauft“ wurde: „flatten-the-curve“-Lockdown, „Wellenbrecher-light“, usw.

Mittlerweile (April 2021) ist eigentlich völlig klar, dass die Politik der Lockdowns als gescheitert zu betrachten ist. Um in den USA zu bleiben: Florida entschied sich seit September 2020 gegen Lockdowns, Kalifornien fährt diese Lockdown-Politik weiter. Ergebnis? Florida hat ohne Lockdown weniger Tote.

Das John Muir Medical Center in Kalifornien (USA) berichtete weiter, dass alle COVID-Patienten in Kalifornien zumindest ausreichend versorgt werden konnten, dass aber die Gesundheit der Menschen in den Gemeinden auf ganz anderen Ebenen weiter gelitten hätten.

Neue Zahlen aus der Schweiz: Mehr als doppelt so viele Suizidversuche wie in den Vorjahren

Schauen wir nach Europa. Neuere (und verlässliche) Zahlen kommen aus der Schweiz. So sind ins Zürcher Kinderspital im Jahr 2020 mehr als doppelt so viele Jugendliche und Kinder wegen Suizid-Versuchen eingeliefert worden als im Jahr zuvor. 2019 waren 22 solcher Fälle in der Klinik zu beklagen gewesen, während es im darauf  folgenden Jahr 49 waren. Bis zum 11. April 2021 belief sich die traurige Bilanz bereits auf 21 Kinder ab 12 Jahren. Die meisten davon waren Mädchen. Psychologe Landolt von der Schweizer Klinik sieht darin eine schlechtere Konflikt-Bewältigung weiblicher Kinder als bei Jungen.

Grund für die Misere sei eine Zunahme von Gewalterfahrungen, Einsamkeit, Mobbing und Zukunftsängsten, wie beispielsweise die Befürchtung, keinen Ausbildungsplatz zu finden. Besorgniserregend sei laut Landolt auch die mangelnde Nachsorge nach Suizid-Versuchen, weil die Kapazitäten dafür überlastet seien.

Festzustellen sei laut dem Krankenhaus-Psychologen auch eine Zunahme gravierender psychischer Probleme wie Essstörungen,  psychosomatischer Syndrome und Folgeerkrankungen traumatischer Erfahrungen. Und genau das zeigen auch Berichte aus deutschen und österreichischen Kinder- und Jugendpsychiatrien…

Mehr Kinder und Jugendliche in der Psychiatrie

Beispiele und Berichte dazu gibt es einige. Das Klinikum der Uni Heidelberg schreibt zum Beispiel:

„Die Corona-Pandemie stellt die klinische Versorgung generell derzeit vor große Herausforderungen. Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie ist aber insbesondere auch deshalb stark gefordert, da psychisch kranke Kinder und Jugendliche und ihre belasteten Familien derzeit besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung benötigen.“ (Seitenabruf am 13.4.2021, archive-Version verfügbar aus 2020)

Die FAZ berichtete am 16.2.2021:

„Mehr Berliner Kinder und Teenager in der Psychiatrie: Experten sprechen von einer „besorgniserregenden Entwicklung“: Im ersten Halbjahr 2020 haben sich Psychiatrie-Einweisungen junger Menschen in Berlin fast verdoppelt. Sie werden oft wegen depressiver Episoden behandelt. “ (archive Version)

Triage in Wien – aber nicht wegen Covid, sondern in der Kinder und Jugendpsychiatrie

Die „Triage“. Ein Begriff aus der Militärmedizin: Wer soll zuerst behandelt werden? Wer hat die besten Überlebenschancen? Ende 2020 war in Deutschland davon die Rede. Herr Söder sprach davon. Bestätigt wurde die Triage für deutsche Kliniken meinen Recherchen nach nicht.

Aber genau diese Triage fand am Wiener AKH statt. Zu sehen ist das noch in einem Bericht HIER. Zu Wort kommt im Bericht Paul Plener, der Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Wiener AKH.

Fazit

Erschreckende Zahlen von Kollateralschäden der Lockdown-Politik bei Kindern und Jugendlichen. Wir haben mittlerweile eine „Generation Corona“. Als die Bundeskanzlerin Frau Merkel u.a. auf frierende Kinder und Jugendliche in den Schulen (wegen des Dauerlüftens im Winter) angesprochen wurde, sah ihre Antwort wie folgt aus: Kniebeugen und klatschen gegen frierende Kinder

Was will man da noch erwarten?

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Der Beitrag wurde erstmals am 9. Juni 2020 veröffentlicht und am 13.4.2021 mit den Daten aus der Schweiz ergänzt.

Beitragsbild: 123rf.com – Evgeny-Atamanenko

René Gräber

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3 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar
    Katrin Walde

    11. Juni 2020 um 02:15

    Hallo René,
    für Deutschland habe ich bezüglich des Anstiegs der Suizide durch die Krise gestern folgendes gefunden:
    „Es ist eingetroffen, wovor viele besonnene Köpfe gewarnt hatten: Während der Corona-Hysterie nahmen die Suizide bzw. Suizidversuche extrem zu. Für die Hauptstadt liegen jetzt erste alarmierende Zahlen zu Feuerwehr-Noteinsätzen vor. Das Ergebnis entspricht den schlimmsten Befürchtungen von Medizinern und Psychiatern, die eine Zunahme von Selbsttötungen während des Shutdown-Irrsinns vorausgesagt hatten.
    Von März bis April gab es demnach in der Hauptstadt gegenüber den Vorjahresmonaten ein Plus von 300 Prozent allein bei Todessprüngen, bei Überdosen von Medikamenten eine Zunahme von 166 Prozent. Das geht aus Zahlen hervor, die der Berliner FDP-Abgeordnete Marcel Luthe vom Senat (Landesregierung) erfragt hatte.“
    https://www.deutschland-kurier.org/corona-hysterie-300-prozent-mehr-todesspruenge-in-der-hauptstadt/
    Liebe Grüße
    Katrin

  2. Avatar
    Erwin Fritzen

    28. Juni 2020 um 14:05

    @Katrin Walde. Vorsicht bei diesen Zahlen. Sie sind selektiv ausgewählt und in einem rechtslastigen Medium (STERN: „BILD von rechts“) verbreitet. Ausgewertet wurde der Einsatzcode der Berliner Feuerwehr 17DO1 für Suizidversuche durch Sprünge aus mehr als 10m Höhe. Im Jahresvergleich 2018 (12) zu 2019 (7) hat sich die Zahl fast halbiert. Im Monatsvergleich März 2019 (1) zu März 2020 (0) um 100% verringert! (Que: CORRECTIV Recherchen für die Gesellschaft). So kann man mit Statistik spielen.
    Gilt gegenwärtig auch für die regierungsamtlichen Co.19-Statistiken.

  3. Avatar

    Was machen solche Menschen, wenn sie mal ein richtige, schwere Probleme haben.

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