Am Abend des 27. Mai 2020 hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei „jetzt red i“ bereitwillig Fragen beantwortet. Dabei ging es zum Beispiel um die Bildungspolitik, um Perspektiven bayerischer Betriebe und (was ihm wohl etwas schwieriger fiel zu beantworten), wie lange die Maskenpflicht wohl noch weiter bestehen soll.

In seiner bekannten, wenngleich nicht bei jedem beliebten, Art des “Hardliners in der Corona-Krise” (der die Shutdown-Maßnahmen maßgeblich mit vorantrieb), machte er sehr deutlich, dass die Maskenpflicht zumindest in Bayern solange Bestand haben wird, solange das Corona-Virus ohne wirklich “hilfreiche Medikamente” und ohne Vorhandensein eines Impfstoffs sein Unwesen treibt. Noch immer gäbe es als Schutzmaßnahmen lediglich Distanzhalten, Hygiene und die Schutzmaske.

Kleine Zwischenfrage: Bei solchen Aussagen frage ich mich immer wieder, wie die Menscheit tausende Jahre überlebt hat – ohne Impfungen und pharmazeutische Mittel? Was ist denn mit dem eigenen Immunsystem? Und was ist mit dem Fakt, dass 80% der Corona-Infizierten gar keine oder kaum Symptome bekommen?

Söder verwies im gleichen Atemzug auf andere Länder, die es leider verpasst hätten, ausreichende Maßnahmen zum Schutz ihrer Bevölkerung rechtzeitig einzuleiten und nun mit Todesopferzahlen konfrontiert seien, die so manche Regierung zu Recht diskreditiert. Hm… Aber auch hier könnte es sein, dass sich Herr Söder etwas schönredet, denn was, wenn der Lockdown nichts brachte? In meinem Beitrag: Lockdown ohne Grundlage gehe ich darauf näher ein…

Wie lange eine Pandemie tatsächlich so weitergehen kann, können Sie in meinem Artikel „Festhalten! Die Corona-Pandemie kann endlos weiterlaufen.

Über Sinn und Unsinn der Maske habe ich schon in meinem Artikel „Corona Masken-Wahnsinn – Statt Virenschutz nur verbrauchte Atemluft“ umfänglich informiert.

Kann überhaupt jemand Verantwortung übernehmen?

Mit den Erleichterungen in der Corona-Krise hat es Söder nicht so wirklich. “Klare Auflagen” müssten schon sein, denn das Verantwortungsgefühl vieler Menschen lässt nach seiner Überzeugung zu wünschen übrig. Allein auf Freiwilligkeit zu setzen, das funktioniere einfach nicht, so seine Erfahrung. Man müsse die Unvernünftigen strikt reglementieren, um die Vernünftigen zu schützen. Aha.

Menschen brauchen Perspektiven

Zum Thema „fehlende Perspektiven“, das derzeit so viele Betriebe belastet, meldete sich Thomas Schrey zu Wort. Er ist Geschäftsführer im Bereich Veranstaltungstechnik. Wann da endlich wieder normal gearbeitet werden kann, konnte Söder nicht eindeutig beantworten. Frühestens ab dem 1. September 2020 seien Messe-Veranstaltungen wieder vorstellbar, vorausgesetzt, die Infektionszahlen erhöhen sich nicht im Herbst wieder.

Zurück in die Vergangenheit?

Mit Blick auf den Klimaschutz wirft uns die Corona-Krise weit zurück, ist Franziska Sänftl von „Fridays for Future“ überzeugt. So moniert sie unter anderem die geplante Kaufprämie für Autos. Sie ist überdies geradezu wütend über die Milliarden-Finanzspritzen für die Lufthansa, die ohne jegliche Klima-Auflagen gewährt werden. Söder entgegnete dazu, dass Wut immer ein ganz schlechter Ratgeber sei. Bei den Autos stehe nach wie vor die Förderung der Elektromobilität klar im Vordergrund. Doch Franziska Sänftl bleibt dabei, dass wir grundsätzlich weg vom Individualverkehr müssen.

Kommt da wirklich nur Gutes auf uns zu?

Bei den geplanten massiven Investitionen in die Schulen und in die Pflege, was vor allem die Bezahlung der Pflegekräfte betrifft, war insgesamt mehr Einigkeit zu spüren. Und bei den Schulen müsse unbedingt die Digitalisierung schneller voranschreiten. Dazu gehöre aber auch, dass wir die Lehrerkräfte hinsichtlich der neuen Konzepte ausreichend schulen.

Bleibt zu hoffen, dass die Digitalisierung der Schulen nicht alle gut bewährten bisherigen Unterrichtsmethoden rigoros ersetzen wird, denn gerade wir Deutschen neigen immer dazu, übers Ziel hinaus zu schießen. Der nächste Virus kommt bestimmt, und wenn das dann mal wieder ein besonders grobschlächtiger Computervirus ist, war’s das mit dem Unterricht.

Laut Söder sollen zum einen die Ausbildungen und zum anderen das Ansehen sozialer Berufe insgesamt verbessert werden. Dass uns die Menschen, die in der Pflege tätig sind, geradezu durch diese Krise getragen haben, müsse dauerhaft mit einem dieser schweren Arbeit angemessenen Honorar anerkannt werden, etwas Beifall sei da ganz gewiss zu wenig.

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Beitragsbild: Screenshot von Markus Söder aus der Sendung des Bayrischen Rundfunks Jetzt red i – br.de/nachrichten/bayern/soeder-bei-jetzt-red-i-maskenpflicht-solange-es-corona-gibt,S0DIHKZ