Der Facharzt Dr. med. Friedrich Pürner ist ausgebildeter Epidemiologe und Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg in Bayern in der Nähe von Augsburg. Gleich in mehreren Interviews kritisierte er die Corona-Strategie der Bayerischen Staatsregierung und ahnte wohl schon irgendwie, dass er damit seine „Beamten-Karriere aufs Spiel setzt“. Zumindest ereilte ihn flugs schon mal eine Versetzung.

Gerade wegen seiner beruflichen Kompetenz ist es sicher sinnvoll, einmal zuzuhören, was Pürner überhaupt zu sagen hat. Er hält die bayerische Strategie rund um das Corona-Virus schlichtweg für falsch.

Da er diese Aussage im Rahmen mehrerer Interviews öffentlich begründete, wurde er nach Erlangen an das „Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit“ zwangsversetzt, so jedenfalls sein Befinden darüber. Offenbar brachte wohl das Interview mit dem Münchner Merkur das Fass zum Überlaufen, als Pürner die Validität der Inzidenzzahl-Grenzwerte anzweifelte.

Dass es in Deutschland inzwischen quasi “verboten” ist, seine Meinung über eine Sache frei zu äußern, kann Pürner nicht verstehen und mag dies auch nicht einfach so hinnehmen. Ihn gerade jetzt in der Hochphase der Pandemie zu versetzen, findet Pürner ausgesprochen kontraproduktiv.

Er hat es immerhin gewagt, die bayerische Corona-Teststrategie als verfehlt zu bezeichnen. Gleiches gilt nach seiner Einschätzung für die „sinnlose“ Maskenpflicht in Kindergärten und Schulen sowie für die Schließung einzelner Klassen oder gleich ganzer Schulen aufgrund eines einzigen positiven Testergebnisses.

Pürner verwies in seiner Argumentation darauf, dass die Schutzwirkung der üblichen sogenannten “Community-Masken”, auch “Alltagsmasken” nicht nachgewiesen sei. Im Rahmen einer privat organisierten Video-Pressekonferenz am 6. November 2020 sprach Pürner von einer „Überdramatisierung“ der aktuellen Lage.

Er setze insbesondere bei der Frage um das Tragen einer Maske auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürgerinnen und Bürger. Diese Inzidenz-Grenzwerte von 35 beziehungsweise 50, die über die Ausrufung weiterer Eingrenzungen von Bürgerrechten entscheiden sollen, findet Pürner als völlig „willkürlich gewählt“.

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Solidaritätsbekundungen für Pürner

Inzwischen haben sich mehrere Ärzte und Wissenschaftler mit Dr. med. Friedrich Pürner solidarisch erklärt und einen Offenen Brief an die Bayerische Staatsregierung verfasst. Sie befürchten zu Recht, dass mit der Versetzung Pürners ein abschreckendes Exempel statuiert werden soll. Allein bis zum 10. November 2020 ist dieses Schreiben, das auf www.impf-info.de veröffentlicht wurde, von über 200 Ärztinnen und Ärzten in Deutschland unterschrieben worden.

Sie alle fordern, dass Pürners Versetzung zurückgenommen werden soll. Sie fordern weiter, dass unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung der gebührende Respekt entgegengebracht wird, indem die Pluralität der Meinungen in unserem Land endlich wieder zugelassen wird.

Aber was steht eigentlich drin in diesem Offenen Brief?

Dissens beziehungsweise Diskurs ist eine ganz wesentliche Säule der Wissenschaft, deshalb könne und dürfe niemals etwas zu einer endgültigen, absolut unumstößlichen Wahrheit erhoben werden. Überdies müsse der wissenschaftliche Diskurs in der demokratischen Gesellschaft immerzu öffentlich geführt werden. Dies gelte insbesondere in einer solchen Situation, in der weitreichende Eingriffe in unsere Grundrechte akzeptiert werden sollen.

Herr Dr. Friedrich Pürner habe in seiner Eigenschaft als Arzt und Wissenschaftler lediglich von diesem ihm zustehenden Recht zur freien Meinungsäußerung Gebrauch gemacht. Von einer Verletzung seiner Dienstpflicht als Leiter des Gesundheitsamts in Aichach-Friedberg könne überhaupt keine Rede sein.

Als Arzt und Epidemiologe seien seine Äußerungen zum Thema auf jeden Fall fundiert und deshalb grundsätzlich ernst zu nehmen. Seine „Strafversetzung“ an das LGL in Bayern sei deshalb ein völlig inakzeptabler, autoritärer Versuch, die wissenschaftliche Diskussion zu unterdrücken.

Noch dazu sei die Rahmenbedingung, den Tätigkeitsort binnen einer Woche räumen zu müssen, unzumutbar und legt den Verdacht nahe, dass die Bayerische Landesregierung an Herrn Pürner ein abschreckendes Exempel statuieren will.

Wer den Brief gern im Original lesen möchte, wird unter folgendem Link fündig:

https://impf-info.de/pdfs/Offener%20Brief%20zu%20Dr%20Friedrich%20Puerner.pdf

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