ASS (Aspirin u.a.): Nebenwirkungen stärker als gedacht

Die Acetylsalicylsäure (kurz: ASS, bekannt als Aspirin u.a.) gilt landläufig schon fast als altes Hausmittel.

Unbedenklich wird es bei Kopfschmerzen genommen und von Ärzten als Gerinnungshemmer (Antikoagulation) nach Herzinfarkten verschrieben.

Die Blutverdünnung ist freilich mit dem Risiko innerer Blutungen verbunden und ist auch bei schweren Verletzungen sehr problematisch.

Die Gefahren werden in Kauf genommen. Und natürlich wird dies auch bei der Dosierung berücksichtigt. Wie hoch das Blutungs-Risiko ist wurde einer neuen Studie zufolge allerdings völlig unterschätzt.

Das zeigt eine britische Untersuchung aus 2017, die die Todesfälle durch Aspirin in dem Königreich auf 3.000 beziffert.

Die Gefahr einer inneren Blutung steigt mit dem Alter der Aspirin-Konsumenten an, wie die Forscher belegen konnten. Patienten jenseits des 75. Lebensjahres erleiden durch ASS zehnmal häufiger innere Blutungen als jüngere Menschen (http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)30770-5/fulltext).

Besonders kritisch ist die Kombination mit anderen Präparaten, die Patienten mit koronaren Herzkrankheiten verordnet bekommen.

Gerade die Protonenpumpen-Hemmer (PPI) sind für eine geradezu kontraproduktive Nebenwirkung bekannt: Die Pharmaka schädigen die Herzkranzgefäße, die sie ja eigentlich schützen sollten.

Dazu sind die PPIs auch noch krebserregend (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4738410/) und nierenschädigend (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26752337).

Auch schwere allergische Reaktionen sind nicht selten (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22744268).

Indirekte Förderung von Blutungen

Aspirin fördert Blutungen auch auf indirektem Wege. Schon länger ist bekannt, dass die Medikation zu Symptomen eines Skorbutes führen kann. Sogar letale Verläufe durch hämorrhagische Blutstürze sind dokumentiert. Der hierfür verantwortlich gemachte Vitamin-C-Mangel war zwar eine richtige Diagnose, jedoch war dies nicht auf Mangelernährung zurückzuführen.

Vielmehr war eine zu hohe Dosierungen von Aspirin die eigentliche Ursache. ASS war der Faktor, der die Hypovitaminose auslöste.

Untersuchungen offenbarten, dass unter der ASS-Medikation eine verstärkte Ausscheidung von Vitamin C über die Nieren erfolgt (http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.3181/00379727-35-8838c?legid=spebm%3B35%2F1%2F20&patientinform-links=yes&).

Wohlgemerkt: Diese Arbeit stammt aus dem Jahr 1936! Also müsste die Tatsache längst in allen Standard-Lehrbüchern der Medizin als Warnhinweis vermerkt sein.

Seit 1973 wissen wir, dass ASS die Aufnahme von Vitamin C durch Leukozyten blockiert (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/j.1552-4604.1973.tb00203.x/abstract).

Die drastischen Folgen für das Immunsystem werden nicht berücksichtigt, wenn Aspirin bei Erkältungen verschrieben wird.

Fazit

Der alte Klassiker Aspirin kann nach heutigen Erkenntnissen seinem Anspruch nicht genügen. Die Forscher, die sich mit den negativen Folgen von ASS befassen, empfehlen ein stärkeres Gewicht auf auf alternative Behandlungsformen zu legen. Dazu gehören Sport und eine Umstellung der Ernährungsweise. Da kann ich nur sagen: Ach was!?

Bild: stockexpert

René Gräber

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3 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar
    Halina Stierle

    2. Januar 2018 um 00:51

    Ich muss seit Juni ASS und andere Medikamente nehmen, würde aber lieber weg von diesen Hämmern und nur noch meine natürlichen Produkte nehmen.
    Kann ich das eigenverantwortlich tun?
    Darunter ist ein Multivitaminprodukt imit Darm- sanierung, OPC, Roter Reis gegen Vjmholesterin

  2. Avatar

    Liebe Halina,
    Du machst alles eigenverantwortlich, auch diese Medikamente einnehmen. Ich würde mir einen guten Naturheilkundler in Deiner Gegend empfehlen lassen und zusammen mit ihr/ihm den neuen Weg besprechen.
    Gute Besserung !

  3. Avatar

    Ich sollte nach einem kleinen Schlaganfall im April 2017 ebenfalls Aspirin und Statine nehmen, halt standardmässig. Ich weigere mich standhaft. Seither esse ich jedoch deutlich Kohlenhydrat reduziert und glutenfrei. Lebensmittel möglichst aus ökologischer Produktion und Fleisch aus tierfreundlicher Haltung ist für mich sehr wichtig.

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