Werden homöopathische Mittel bald illegal und verboten?

Es scheint wieder schlechte Kunde in Sachen Homöopathie zu geben. Diesmal sind es die USA, die hier entsprechende Botschaften zu vermelden haben. Ungewohnt ist nur, dass sie hier diesmal keine Vorreiterrolle einnehmen, was aber das Ganze auch nicht besser macht.

Laut Statistik benutzen immerhin 5 Millionen Erwachsene und rund 1 Millionen Kinder in den USA Homöopathie zur Behandlung von Gesundheitsstörungen. In den USA wurden homöopathische Produkte als „generell sicher und unwahrscheinlich, Nebenwirkungen auszulösen“[1] angesehen und bezeichnet.

Das hält aber die FDA (die US-amerikanische Arzneimittelbehörde) nicht davon ab, eine Art „Kreuzzug gegen die Homöopathie“ in Bewegung zu setzen. Es existiert ein vorläufiges Dokument[2], das im Dezember 2017 veröffentlicht wurde. Hier nimmt die FDA homöopathische Produkte oder solche, die „als homöopathisch bezeichnet werden“, aufs Korn. Ziel der Bemühungen seitens der FDA ist es, homöopathische Arzneimittel als „neuartige Arzneimittel“ zu klassifizieren und damit eine Zulassungen notwendig werden zu lassen – obwohl fast alle dieser Arzneimittel seit Jahrzehnten ohne Probleme im Einsatz sind. Man könnte auch sagen: Die FDA will, dass die Homöopathie das Rad aufs Neue erfindet. Der nächste Schritt wäre dann die Abschaffung der Homöopathie per Gesetz.

Das ist irgendwie bekannt, oder? Sicherlich, denn zu diesem Thema aus deutschen Landen hatte ich bereits etwas geschrieben: Homöopathie sofort streichen! Und das ist jetzt bereits einige Jahre her…

Die Friedhöfe sind voll von Homöopathie-Toten

Es ist kaum zu glauben, aber just zu dem Zeitpunkt, wo in den USA eine Welle an Opioid-Toten zu verzeichnen ist, hat die FDA nichts besseres zu tun, als Homöopathie-Scheintote auf den Friedhöfen zu identifizieren und dann „angemessene Maßnahmen“ zu ergreifen.

Was da im vergangenen Jahr und momentan abläuft, das hatte ich in diesem Beitrag beschrieben: Opioide – Der Nummer 1 Killer für alle unter 50.

Auslöser für diese Flut an Toten und Süchtigen ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit diese Firma: Eine Pharmafirma, die wahrscheinlich für Millionen Tote verantwortlich ist.

Jedoch scheint man bei der FDA damit überhaupt keine Probleme zu haben. Nein, es sind ausgerechnet homöopathische Produkte, die angeblich deren Konsumenten gefährden. Dies ist umso verwirrender, da doch angeblich homöopathische Arzneimittel keine Wirkstoffe enthalten. Wie in aller Welt kann etwas, was angeblich nicht wirken soll, dann noch gefährlich sein?

Aber Logik und rationales Verständnis hören immer dann auf, wenn Glaube, Politik und/oder finanzielle Interessen (Gier) die erste Geige spielen. Da kann dann auch etwas vollkommen Harmloses zur universellen Seuche mutieren. Und diese Seuche ist jetzt die Homöopathie, obwohl die wirkliche Seuche in den USA, die der Opioid-haltigen Schmerzmedikamente, so offensichtlich ist, dass man sie lieber unter den Teppich fegt.

In einem weiteren Dokument (letztmalig aktualisiert am 22.2.2018) lässt die FDA die Katze dann endgültig aus dem Sack[3]. Sie beklagt sich hier folgendermaßen: „Im letzten Jahrzehnt ist der Homöopathie-Markt exponentiell gewachsen, was eine 3 Milliarden USD Industrie zur Folge hatte, die mehr und mehr Patienten Risiken aussetzt, die auf einer unbewiesenen und ungetesteten Therapiemethode und auf unbewiesenen Heilungsversprechen beruhen“.

Damit ist klar, dass die FDA mit der Größe dieser spezifischen Industrie und den damit erzielten Einkünften ein Problem hat. Wie schön wäre es doch, wenn diese 3 Milliarden an die Freunde der Pharmaindustrie gehen würden und nicht in die Taschen der Konkurrenz. Immerhin hat die FDA keine Probleme damit, den viel größeren Pharmamarkt als Argument aufzugreifen, die Pharmaindustrie in entsprechender Weise zu kontrollieren und maßzuregeln.

Und weil man bei der FDA diesen Verdacht weit von sich weisen möchte, kommen dann plötzlich in den Ausführungen weitere Verdachtsmomente, die man einfach mal so locker in den Raum werfen kann, auch wenn man sie nicht begründen kann: Da hat die FDA plötzlich Sicherheitslücken entdecken können, verbunden mit Nebenwirkungen, die von homöopathischen Produkten ausgegangen waren. Und dann gibt es noch homöopathische Produkte, die mit potentiell gefährlichen Substanzen verunreinigt sind, aufgrund von schlechten Produktionsbedingungen, und die ein weiteres Gefährdungspotenzial darstellen (sollen).

Dies hört sich für mich verdächtig nach der alten Sage an, die wir bereits vor einigen Jahren erleben durften, als eine Reihe von Impfungen und Medikamenten vor allem durch gefährliche Verunreinigungen bekannt wurden. Hier eine kleine Liste von Beispielen:

Und weil wir mit verunreinigten Medikamenten noch nicht genug haben, verunreinigen wir doch einfach unser Trinkwasser ebenfalls mit verunreinigten Medikamenten: Medikamente aus dem Wasserhahn.

Ich gehe einmal davon aus, dass die FDA meine Beiträge nicht liest. Dennoch gibt es keinen Grund, ihr Unwissenheit in diesem Zusammenhang zu bescheinigen. Denn es gab seinerzeit sogar in den Medien in den USA entsprechende Berichte:

Stattdessen „schützt“ die FDA die liebe Bevölkerung vor diesen schrecklichen, unheilbringenden Formulierungen der Homöopathie, indem sie ihnen die Bezeichnung „allgemein als sicher und effektiv anerkannt“ vorenthält. Weiterhin soll, wie bereits erwähnt, jedes homöopathische Medikament als „new drug“ einen Zulassungsprozess bei der FDA durchlaufen.

Es ist fast so, als wenn die FDA immer noch nicht mitbekommen hat, dass diese spezifischen Arzneimittel wirksam sind. Jeder weiß dies seit Jahrhunderten, nur die FDA nicht. Und um eine Zulassung zu erhalten, muss erst der letzte Idiot (FDA) davon in Kenntnis gesetzt werden. Aber so idiotisch ist dieses Set-up dann doch wieder nicht, wenn man sich betrachtet, was damit erreicht werden soll. Nicht die Sicherheit und Effektivität liegt der FDA am Herzen, sondern die Unmöglichkeit für die Hersteller homöopathischer Arzneimittel eine Zulassung zu erhalten. Dies kann an den horrenden Kosten liegen, die mit dem Prozedere für den Antragsteller/Hersteller verbunden sind, und/oder die Verweigerung der Zulassung, die selbstverständlich nicht mit einer Rückerstattung der bis dahin ausgelegten Kosten verbunden sein wird. Oder mit anderen Worten: Ein Antrag auf Zulassung eines homöopathischen Produkts könnte für den Antragsteller das Ende seiner Firma bedeuten. Aber ohne Zulassung bedeutet dies ebenfalls das Ende, das Ende vom Ende!

Gestern USA, heute Deutschland?

Im November letzten Jahres initiierte die Ärztin, CDU-Politikerin und Bundestagsabgeordnete Claudia Schmidtke auf Facebook eine Umfrage, die lautete: „Was halten sie von Homöopathie? Sollten die Krankenkassen die Kosten für homöopathische Behandlungen übernehmen? Sollte die Apothekenpflicht für homöopathische Mittel aufgehoben werden?“[4]

Verbunden mit der Abstimmung war natürlich auch eine rege, wenn nicht sogar massenhafte Beteiligung im Kommentarteil. So wie diese Kommentare, besonders die gegen die Homöopathie, aussahen, wurde recht schnell klar, dass es auf diese „Abstimmung“ überhaupt nicht ankam. Die war nur Vorwand für eine organisierte Diskussion gegen die Homöopathie, die unter dem Deckmantel der Abstimmung stattfand. Zu allem „Unglück“ für die Homöopathie-Gegner sprachen sich 61 Prozent der Teilnehmer für die Homöopathie aus, obwohl es zu Beginn der Abstimmung sehr schlecht für die Homöopathie aussah. Man könnte fast glauben, dass die Qualität der Gegenargumente, die sich im Laufe der Abstimmung einstellten, mit ausschlaggebend dafür war, dass sich fast zwei Drittel der Teilnehmer für die Homöopathie aussprachen.

Die Vorgabe, wie diese Diskussion auszusehen hat, machte die Bundestagsabgeordnete selber. Sie erklärte in ihrer Einleitung, dass die Gegenseite (Gegner der Homöopathie) die Homöopathie für ein Geschäft halten, ohne wissenschaftliche Evidenz. Und das wissenschaftlich „in der Tat“ keinerlei Nutzen von der Homöopathie erwiesen sei. Was also ist genau an der Homöopathie schlecht? Erstens: es ist ein Geschäft. Wir alle wissen, dass Medikamente und Impfungen kostenlos an alle Bedürftigen und Kranken verteilt werden, oder etwa nicht? Zweitens: es gibt keine wissenschaftliche Beweisführung für die Wirksamkeit der Homöopathie. Auch hier wissen wir, dass alles, was auf dem Medikamentenmarkt sich tummelt, von schulmedizinischer Evidenz so durchseucht ist, dass viele der Produkte vor lauter Evidenz aufgehört haben zu wirken. Allen voran sei hier das Problem „Impfungen“ in ihren verschiedenen Formen genannt, deren Wirksamkeit noch nicht einmal durch klinische Studien sichergestellt worden ist. Oder kennen Sie prospektive, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien, wo Impfungen gegen Scheinimpfungen verglichen werden? Es gibt einige wenige, die aber aus bestimmten Gründen verschwiegen werden. Und diese Gründe sind keinesfalls überraschend: die wenigen, zufälligen Vergleichsstudien haben gezeigt, dass sich Impfungen durch erhebliche Probleme im Vergleich zu „Nicht-Impfungen“ unterscheiden.

Die Diskussion unter dem Schirm der Abstimmung brachte keine überraschenden Neuigkeiten. Die Gegner der Homöopathie, ähnlich wie die Befürworter von Impfungen, bringen und brachten als einziges logisches Argument die alte Haus Regel der Pharmakologie, dass viel Substanz viel wirkt, und wenig Substanz wenig wirkt. Und weil in homöopathischen Präparaten wenig Substanz drin ist, können sie logischerweise nicht wirksam sein.

Diese Hypothese mag durchaus für pharmakologische Präparate richtig sein, hat aber mit biologischen und biochemischen Vorgängen nur in einem bestimmten Rahmen etwas zu tun. Der Fehler dieser Argumentation ist, die gesamte Biologie des Menschen auf pharmakologische Vorgänge zu reduzieren. Der Körper des Menschen jedoch ist kein Pharmaladen, sondern ein biologisch dynamisches System, wo pharmakologische Reaktionen Teil des Ganzen sind, aber nicht das Ganze.

Diese Überlegung gibt Raum für die Beobachtung, dass homöopathische Anwendungen alles andere als erfolglos sind. Obwohl sie es eigentlich sein sollten! Spätestens hier weiß sich der Homöopathie-Gegner keinen Rat mehr und muss anfangen, seinen Standpunkt mit pseudowissenschaftlichen und/oder psychologischen Attacken zu verteidigen. Da die Wirkungslosigkeit der Homöopathie für diese Leute eine Tatsache ist, können alle die, die an die Wirksamkeit „glauben“, nur vollkommene Idioten sein, die alle eigentlich eingewiesen werden müssten.

Damit müssten wir also rund zwei Drittel aller Deutschen in die geschlossene Anstalt einweisen, weil sie auf Facebook falsch an der Abstimmung teilgenommen hatten. Aber es sieht fast so aus (hier wage ich mich einmal ins Reich der Vermutungen), dass diese Abstimmung ein Vorstoß der Politik ist, hier einmal die Stimmung in der Bevölkerung zu diesem Thema zu eruieren. Ein zu schnelles und zu forsches Vorgehen gegen die Homöopathie bei einer solchen Beliebtheit könnte politisch gefährliche Folgen mit sich bringen – spätestens bei der nächsten Bundestagswahl. Aber das Argument von der Unmündigkeit des Bürgers, der an nicht bewiesene Voodoo-Heilmethoden glaubt, ist damit noch nicht vom Tisch. Im Gegenteil! Die Abstimmung hat dies bestätigt: rund zwei Drittel sind unmündig, weil Homöopathie-gläubig. Und wenn der Bürger unmündig ist, wer muss dann rettend in die Bresche springen? Der mündige Politiker, der dem doofen Bürger erzählt, wie der Hase läuft.

Fazit

Homöopathie und alternative Heilmethoden sind der Gesundheitsindustrie ein Dorn im Auge. Immer dann, wenn Heilung eine Störung von Geschäftsinteressen bedeutet, dann darf man sich auf besonders kuriose, aber wenig lustige Argumente „freuen“, die der Auftakt für einschneidende Maßnahmen gegen die alternative Konkurrenz sind.

Weitere Quellen zur Homöopathie:

[1]     Homeopathy | NCCIH

[2]     Drug Products Labeled as Homeopathic Guidance for FDA Staff and Industry

[3]     Press Announcements > FDA proposes new, risk-based enforcement priorities to protect consumers from potentially harmful, unproven homeopathic drugs

[4]     https://www.facebook.com/ClaudiaSchmidtkeMdB/

René Gräber

René Gräber

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Ein Kommentar Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Es kommt leider immer wieder der Zeitpunkt, an dem probiert wird, die Homöopathie schlecht zu machen… Das Thema wird oft mal aufgegriffen und zerpflückt. Ich selbst habe schon sehr gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht – mein Hausarzt ist Homöopath und auch unser Tierarzt hat eine homöopathische Zusatzausbildung und berät und dazu sehr gut. Das bedeutet aber nicht, dass ich nur auf ein Pferd setze und der Schulmedizin gar nicht vertraue. Ich finde, ein gesundes Mittelmaß ist der Schlüssel und da bin ich mit Ärzten, die sich mit beiden Seiten beschäftigen gut bedient. Selbst halte ich mich auch immer mal auf dem Laufenden und lese mir viele Artikel oder Websites wie Homöopathie-verstehen.at durch. Mich interessiert das Thema sehr und bei korrekter Anwendung kann es wirklich funktionieren.

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