Studie: So leiden Kinder unter der Corona-Pandemie UND: Das neue „Homeschooling“

Kinder und Jugendliche leiden unter Corona Pandemie

Es gibt eine interessante Studie des UKE Hamburg. UKE steht für Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg.

Und dieses UKE hat am 10.7.2020 (laut „Hamburger Morgenpost“)[1] eine Studie veröffentlicht, in der die psychische Situation von Kindern während der „Corona-Pandemie“ untersucht wurde. Die Ergebnisse sind schlichtweg deprimierend.

UKE: So leiden Kinder unter der Corona-Pandemie

Zwischen dem 26. Mai und dem 10. Juni 2020 wurden laut Studienangabe 1040 Kinder und Jugendliche im Alter von 11-17 Jahren per Online-Umfrage um eine „Einschätzung gebeten“.

Gleichzeitig wurden auch knapp 1600 Eltern befragt. Inhalt dieser Befragung waren Themen zur psychischen Gesundheit, Schule, Lebensqualität, Freunde und Familie. Es scheint ähnliche Befragungen schon einmal gegeben zu haben, und zwar vor Corona-Zeiten, sodass die Autoren der Studie einen entsprechenden Vergleich durchführen konnten.

Die Leiterin der Studie schickte vorweg, dass man zwar mit einer Verschlechterung des psychischen Wohlbefindens gerechnet hatte, die jedoch schlimmer ausfiel als erwartet.

Hier ein paar „Highlights“ der Ergebnisse:

  • 71 % der Kinder und Jugendlichen fühlten sich durch die Maßnahmen während der „Pandemie“ belastet.
  • Zwei Drittel berichteten von einer verminderten Lebensqualität und einem verringerten psychischen Wohlbefinden. Der Vergleich mit früheren Studien zeigte eine Verdoppelung in diesem Bereich.
  • Über 30 % der Kinder zeigte ein erhöhtes Risiko für psychische Auffälligkeiten. Der Vergleich mit früheren Untersuchungen, die eine Häufigkeit von rund 20 % angaben, zeigte auch hier eine signifikante Zunahme.
  • Rund 24 % der Befragten zeigten Hyperaktivität, 21 % emotionale Probleme und 19 % Verhaltensprobleme.
  • Die Häufigkeit von psychosomatischen Problemen scheint auch zugenommen zu haben:
  • Gereiztheit 54 %, Einschlafprobleme 44 %, Kopf- und Bauchschmerzen 40 beziehungsweise 31 %.

Lernen von zu Hause – das „Homeschooling“

Als eine zentrale Maßnahme gegen SARS-CoV-2, das vermeintliche „Killer-Virus“, wurden Schulen und Kindergärten geschlossen, um die Infektionen in diesen Bereichen zu unterbinden. Alternativ dazu wurde das „Homeschooling“ eingeführt, welches soziale Kontakte unterband und damit Infektionen unmöglich machte.

Es schien sich aber relativ schnell heraus zu kristallisieren, dass Kinder und zu einem gewissen Grade auch Jugendliche gegen dieses „Killer-Virus“ immun zu sein scheinen.

Zumindest sind die berichteten Angaben zu den Infektionen von Kindern und Jugendlichen weit unter der Häufigkeit der Infektionen von Erwachsenen angesiedelt. Zudem scheinen vor allem Kinder nicht infektiös zu sein. Ich hatte dazu einige Beiträge verfasst, die dieser Frage nachgegangen sind:

Die Studie jetzt zeigt auch in diesem Bereich ein ziemlich eindeutiges Ergebnis: „Das Lernen zu Hause haben viele Kinder als belastend empfunden.

Die Umfrage ergab, dass rund zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen diese Form des Lernens als viel belastender empfinden als einen normalen Schulbetrieb vor der „Pandemie“-Zeit.

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Warum wohl?

Man könnte doch meinen, dass man in den eigenen vier Wänden nicht nur vor dem „Killer-Virus“ geschützt ist, was uns ja alle extrem beruhigt, sondern dass man sich auch in einer besonders vertrauten Umgebung befindet, die das Lernen angenehmer und einfacher gestaltet. Naja, Abschreiben vom Nachbarn bei der Klassenarbeit geht jetzt nicht mehr.

Aber das war wohl nicht der Grund, warum die Kinder und Jugendlichen sich belastet fühlten. Vielmehr war es das Fehlen von Freunden und die dramatischen Veränderungen der gewohnten Tagesstrukturen, die die psychische Gesundheit der Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen beeinträchtigte.

Zum schlechten Schluss: Kinder aus benachteiligten Familien

Dieses scheint noch mal ein Kapitel für sich zu sein. Denn Familien mit geringem Einkommen und geringem Bildungsabschluss, wozu vor allem die Familien mit Migrationshintergrund zählen, haben hier ein zusätzliches Problem.

Das fängt mit den engen Räumlichkeiten an, in denen mehrere Familienmitglieder leben müssen. Man hängt sich sozusagen 24/7 auf der Pelle. Wie kann unter solchen Verhältnissen ein „Homeschooling“ erfolgen, wenn drei oder vier Kinder gleichzeitig dicht gedrängt die Lehrinhalte auch von ihren Geschwistern gleichzeitig und ungefragt vermittelt bekommen, auch wenn sie überhaupt nicht für sie bestimmt sind?

Dazu stellt sich die Frage, ob solche Familien überhaupt die finanziellen Mittel besitzen, sich einen schnellen oder überhaupt einen Internet-Anschluss zu leisten. Auch hier fehlt es an Tagesstrukturen beziehungsweise die Tagesstrukturen verlaufen trostlos und eintönig und können nur Depressionen hervorrufen. Und Depressionen wiederum führen zu Frustrationen und umgekehrt und zu einem erhöhten Risiko für Gewalttätigkeit.

Schlussfolgerung der Studie

Die Schlussfolgerung, zu der laut „Hamburger Morgenpost“ die Studie gelangt, sind für mich wenig nachvollziehbar. Meine Schlussfolgerung wäre, diese negativen Entwicklungen durch eine Rückkehr zu alten Verhältnissen zu verhindern beziehungsweise rückgängig zu machen. Immerhin gilt als eine „wichtige Erkenntnis der Studie“, dass die Belastung der Kinder mit zunehmenden Lockerungen wieder abgenommen zu haben scheint.

Wäre es da nicht logisch, diese Lockerungen noch mehr zunehmen zu lassen?

Aber die Studienbetreiber haben andere Vorstellungen. Und die sind einfach umwerfend: Man will jetzt diese Studienergebnisse dazu nutzen, um „Präventionsangebote (Sonderangebote bei Karstadt oder was ist das?) und Konzepte für eine mögliche zweite Welle zu überlegen.

Aha, also doch zweite Welle? Und wenn die dann da ist, dann sollen die Eltern beim „Homeschooling“ unterstützt werden. Wie? Naja, mit Präventionsangeboten und Konzepten. Iree… total irre…

Aussichten

Wie es aussieht, macht man sich Gedanken, den „digitalen Unterricht“ möglicherweise fortzusetzen. Der „Deutschlandfunk“[2] berichtete bereits Anfang Juni darüber.

Noch wird das „Homeschooling“ als eine „Herausforderung“ angesehen. Das heißt, dass man hier bemüht zu sein scheint, den digitalen Unterricht zu perfektionieren. Und das schließt natürlich nicht die Möglichkeit aus, dass hier ein System entwickelt wird, wo die Schule vollkommen überflüssig gemacht wird.

Laut Bericht jedoch scheint dies erst einmal Zukunftsmusik zu sein. Denn „die Bildungsministerien aller Bundesländer streben so schnell wie möglich die Wiederaufnahme des schulischen Regelbetriebs an.“ Und die Kultusministerkonferenz, die dies beschlossen hatte, lässt zudem verlauten, dass das Recht auf Bildung am besten in einem normalen Schulbetrieb umgesetzt werden kann.

Inzwischen sind ja Schulen und Kindergarten weitestgehend wieder geöffnet. Interessant in diesem Bericht ist auch der Grund dafür, dass man sich zu diesem Schritt entschlossen hatte: „Die Landesregierung in Stuttgart stützt sich bei ihrer Entscheidung auf erste Ergebnisse einer Untersuchung der Universitätskliniken Heidelberg, Freiburg und Tübingen, wonach Kinder unter zehn Jahren kein besonderes Infektionsrisiko haben“. Also doch!?

Dann der Rückzieher

Jetzt auf einmal kommen „Fachleute und Politiker“, für die die Ansteckungsgefahr bei Kindern dann doch nicht so klar ist. Klar, wenn ich die einschlägigen Studien dazu nicht kenne, dann ist mir vieles dazu nicht klar. Und diese Inkompetenz sublimiert dann notwendigerweise in entsprechend inkompetenten Vorschlägen, wie Abstandsregeln, Masken, Kleingruppen etc. Die Kleingruppen-Regelung erlaubt dann aus Platzgründen nicht, dass alle Schüler gleichzeitig zur Schule kommen. So bleibt dann ein Teil zu Hause und macht „Homeschooling“ und umgekehrt. So bereitet man sich auf die 2. bis 2000. Welle vor.

So scheint man den Fernunterricht als Regelfall doch zu planen. Zumindest sollte er dann zum Einsatz kommen, „wenn etwa wegen hoher Infektionstätigkeit oder drohender Überlastung der Intensivstationen eine Reduktion der neu Infektionszahlen angestrebt ist, …

Wie schnell wir dann eine hohe Infektionstätigkeit haben, auch wenn keine Infektionstätigkeit zu sehen ist; wie schnell wir eine Überlastung der Intensivstationen haben, auch wenn diese praktisch leer sind; und wie schnell wir eine Reduktion von neuen Infektionszahlen erzielen müssen, obwohl diese Infektionszahlen überhaupt nicht steigen, das haben wir ja unlängst erfahren dürfen:

Lockdown ohne Grundlage? Widerlegen Zahlen des Statistischen Bundesamts RKI und Regierungen?

Aber niemand interessiert sich für die realen Zahlen, auch nicht unsere Lehrer, denen wir unsere Kinder anvertrauen, „auf dass sie etwas Ordentliches lernen“.

Und ein gewisser Karl Lauterbach scheint die realen Zahlen noch weniger zu kennen als andere „Fachleute und Politiker“, obwohl er sich als Epidemiologe bezeichnet. Denn er drängt auf die Verewigung des digitalen Unterrichts und beklagt sich zudem noch, dass „zu wenig getan werde, um digitalen Unterricht und hochwertiges Homeschooling vorzubereiten.“ Denn das Warten auf das Ende der „Pandemie“ sei sinnlos, da dies nie kommen werde.

Es ist der gleiche Lauterbach der auch folgendes durchgesetzt haben möchte:

Und, man wird es kaum für möglich halten, damit hätte er sogar Gleichgesinnte bei „christlichen Eltern“ aus Bayern, die auf ein „Homeschooling“ drängen. So der Bayerische Rundfunk[3]. Die wollen, dass auch nach Corona das „Homeschooling“ weiter bestehen bleibt. Der Verband „Katholische Elternschaft Deutschlands“ fordert diese Möglichkeit für Kinder, so der Geschäftsführer des Verbands, „die absolut nicht gerne in die Schule gehen“.

Die katholischen Jugendverbände dagegen scheinen davon nicht besonders begeistert zu sein, was auch nicht verwunderlich ist, da sie die eigentlichen Betroffenen von dieser Regelung wären.

Denn die argumentieren mit etwas, was die „Fachleute und Politiker“, wie auch ein Lauterbach, überhaupt nicht auf dem Radar haben. Und das ist die Tatsache, dass „die Schule viel mehr ist als nur ein Ort, an dem Wissen vermittelt wird. Die Schule ist eine Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. In der treffen sie auf andere Kinder und Jugendliche, auf Gleichaltrige, mit denen sie sich auseinandersetzen können und sich in einer Gesellschaft auch zurechtfinden.“ So die Landesleiterin der Verbände, Eva Schubert.

Richtig: Schule und die gesamten dazugehörigen sozialen Aspekte, die dem „Homeschooling“ zum Opfer fallen, sind wichtiger Bestandteil für die Kinder, um soziale Kompetenz und Orientierung zu lernen.

Da könnte man fast auf die Idee kommen, dass ein Herr Lauterbach sein dürftiges Wissen zu epidemiologischen Fragen und seine fehlende soziale Kompetenz ebenfalls nur im „Homeschooling“ erworben hat. Hm… Da fällt mir ein – schauen Sie mal in meinen Beitrag: Virologe nennt Lauterbachs Corona-Warnungen „hochgefährlich“

Fazit

„Homeschooling“ war zunächst als Notlösung für den normalen Unterricht in Schulen und Kindergärten während der angeblichen „Pandemie“ gedacht. Jetzt wird darüber nachgedacht, die Notlösung zur Dauerlösung reifen zu lassen.

Es ist unverständlich, dass man darüber überhaupt nachdenkt, wo es jetzt sogar vom UKE eine Studie gibt, die die Schäden aufzeigt, die diese Vorgehensweise ausgelöst hat. Das hindert einen gewissen Kurt Lauterbach nicht daran, diese Verhältnisse, die für diese Schäden verantwortlich sind, sogar noch zu perfektionieren.

Da muss man sich fragen, warum wollen dieser „Epidemiologe“ und seine politischen Freunde die Zukunft von Kindern und Jugendlichen ruinieren? Spätestens seit der UKE-Studie kann sich niemand mehr damit herausreden, man hätte das ja alles nicht gewusst.

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Quellen:

René Gräber

René Gräber

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7 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Werter Herr Gräber,
    man sollte meinen, dass Ihnen die Natur genügend Intellekt mitgegeben hat, um Fakten auch richtig deuten und auswerten zu können.
    Vielleicht lassen Sie einmal nicht einfach Fakten beiseite, um Ihre Theorie als so felsenfest darzustellen.
    Einen nicht unbedeutenden, nein sogar den bedeutensten Fakt haben Sie außer acht gelassen, wenn Sie überzeugt darlegen: „Schule und die gesamten dazugehörigen sozialen Aspekte, die dem „Homeschooling“ zum Opfer fallen, sind wichtiger Bestandteil für die Kinder, um soziale Kompetenz und Orientierung zu lernen.“
    Ach ja, da lache ich einmal herzhaft drüber und fordere Sie auf, im Jahre 2.000 anzukommen. Soziale Kompetenz bedeutet heute schlicht Lehrer- wie Schülergewalt ausüben o. aushalten, Orientierung an einer Ellenbogengesellschaft, beschämende Bewertungen und Abwertungen in Schulen bis hin zu schweren Folgen psychischer u physischer Krankheiten, schwerste Diskriminierungen u.a. auch an Behinderten, Lerneingeschränkten u.a…. ich könnt noch einige Zeilen weiterschreiben, denke aber Sie verstehen bereits das Ziel. Beschulung bedeutet für viele, viele junge Menschen Gefängnis, weil Schule schlicht nicht der richtige Ort für sie zum Lernen, für eine angemessene Bildung ist. Laut Grundgesetz und Menschenrechten dürfen sich Menschen selbstbestimmt bilden. Also steht ihnen auch das Recht einer selbstbestimmten Bildung, ob in Schule, zu Hause im Homeschooling oder als Freilerner zu. Das hat ganz und gar nichts mit einer Abschottung zur Gesellschaft – so wie allgemein in der Schule gehandhabt wird – zu tun. Im Gegenteil: selbstbestimmte Lerner befinden sich alltäglich mitten in der Gesellschaft statt von ihr getrennt in Schulgefägnissen 10 Jahre u. mehr ihre wichtigste Entwicklungs- u. Lebenszeit abzusitzen. Schule sperrt ein in die Schulgefägnisse. Schule sperrt aus – junge Menschen aus der Gesellschaft!
    Das nur falsch benannte Corona-„Homeschooling“ hat absolut gar nichts mit dem tatsächlichen allgemeinen Homeschooling oder einer selbstbestimmten Bildung zu Hause statt in Schule zu tun. CoronaLernen ist schlicht Schullernen nur zu Hause, isoliert von den Freunden, festgehalten durch Ausgangssperren o. -einschränkngen. Da muss natürlich viel mehr Unterstützung für informelles Lernen stattfinden – in jeder Familie. Das sichert jedem jungen Menschen allein der Art.7 GG zu, der den Staat verpflichtet, Bildung für alle zur Verfügung zu stellen.
    Entweder haben Sie lange keine Schule mehr von innen gesehen oder Sie sind leider schon massiv indoktriniert worden von dem deutschen Schulsystem!
    Beste Grüße
    D.Fellwock

  2. Avatar
    Neumann, Walter

    20. Juli 2020 um 00:18

    Sehr geehrter Herr Gräber.

    Zum einen halte ich die Studie nicht für Repräsentativ und zum anderen werden hier Fakten unkorrekt wiedergegeben.

    Ein Beispiel hierfür ist, dass in Deutschland „Homeschooling“ nicht erlaubt ist.
    (Homeschooling ist in Deutschland verboten. In Amerika war Homeschooling nicht immer legal, erst seit 1993 ist es in allen Bundesstaaten erlaubt. In Deutschland ist Homeschooling verboten). Unter ganz besonderen Umständen, wie Krankheit (z.B. soziale Phobie, Autismus, Hochsensibilität etc.), die einen regulären Schulbesuch nicht ermöglichen, ist eine Befreiung befristet oder auch unbegrenzt möglich und Hausunterricht kann erteilt werden. Hausunterricht darf aber nicht mit „Homeschooling“ verwechselt werden.
    „(Hausunterricht (auch häuslicher Unterricht, Heimunterricht, Domizilunterricht oder Homeschooling) ist eine Form der Bildung und Erziehung, bei der die Kinder zu Hause oder an anderen Orten außerhalb einer Schule von den Eltern oder von Privatlehrern unterrichtet werden.“ –
    Das erfolgt unabhängig der „allgemeinen Schulpflicht“.

    Im internationalen Vergleich ist die BRD in Bezug zu „Homeschooling“ hinten an und unterhält eine bildungspolitische Vorstellung und Haltung, die als recht restriktiv gewertet werden darf. Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, getragen von Eltern und jungen Menschen sind in der Bildungslandschaft nicht erwünscht. Wer dennoch den Weg beschreitet und durch „zivilen Ungehorsam“ der „allgemeinen Schulpflicht“ sich widersetz, wird mit repressiven Handlungen seitens der Behörden und Ämter bedacht.

    Was im Bericht als „Homescholling“ beschrieben wird, ist lediglich „Fernunterricht“ aufgrund der aussergewöhnlichen Situation durch „Covid-19“. Es stellt(e) junge Menschen und Familien sowie Lehrer vor gänzlich neuen Herausforderungen. Hierbei muss und sollte (darf) die Münze immer von zwei Seiten betrachtet werden, was hier im Bericht ziemlich einseitig geschieht. Einseitig, weil Corona nochmals die Bildungsmisere, die allgemein bekannt und durch verschiedene Studien wie Pisa belegt ist, offenlegt.

    Was nicht erwähnt wird ist, dass ebenso junge Menschen und Familien auch positive Erfahrungen gemacht haben und wesentlich freier und ungezwungener lernen konnten. Familien_Beziehungen, die durch das Bildungssystem empfindlich gestört werden, entwickelten wieder stärkere Beziehungen innerhalb der Familienbande. Wenn die einen gestresst und genervt waren, dann war es für andere eine wahre Erholung vom stressigen Schulalltag. Das der Schulalltag stressig ist und Konflikte in Familien hineintragen werden, ist allgemein hin ebenso bekannt. Davor verschließen Verantwortliche allerdings die Augen.

    Ich möchte in diesem Kontext darauf verweisen, dass bereits vor „Corona“ z.B der „bayrische Lehrerverband“ eine Zunahme psychischer Erkrankungen bei jungen Menschen publik machte. Für mich als Schulsozialarbeiter schon seit Jahrzehnten bekannt. Die Ursachen dafür werden aber nicht wirklich genannt. Was symptomatisch für diese Gesellschaft ist, dass sie nicht wirklich angegangen werden. Lediglich in der Symptombekämpfung bemüht man sich um Teillösungen.

    Eine allgemeine Vorstellung und Haltung, dass Schule soziale Kompetenzen vermittle, ist ein Suggestion, die ich widerlege. Wie bitte können „soziale Kompetenzen“ im Schulhort vermittelt werden, wenn junge Menschen mit Selektion, Bewertung, Beurteilung Leistungs- und Notendruck, Konkurrenzverhalten, Ausgrenzung, Diskriminierung, Bloßstellen, lächerlich machen, Belehrungen, pädagogischer Missbrauch und psychischer und physischer Gewalt etc. am Lebensort Schule konfrontiert werden? Das erschließt sich mir nicht. Wenn man von „Schäden“ an junge Menschen redet, dann sind die schon lange vor Corona erfolgt. Diese Schäden an junge Menschen sind Systemimmanent. Wir müssen uns vom Dogma Schule befreien. Schule ist nicht das, was es sein sollte. „Die Schule (lateinisch schola von altgriechisch ????? [sk?o?l??], Ursprungsbedeutung: „Müßiggang“, „Muße“ … ist Schule das? Nein!

    Mit besten Grüßen
    Walter Neumann

  3. Avatar

    @Dagmar
    Ich teile Ihren Standpunkt in vielen von Ihnen aufgezählten Aspekten. Schulen sind „Kindersortieranstalten“, die die zu höheren Weihen führt, die die „richtige“ Einstellung zum Lernen und Leben verinnerlicht haben. Dazu gehört selten Persönlichkeit, kritisches und analytisches Denken, Eigeninitiative etc.
    Es wäre aber übermütig zu glauben, dass Homeschooling dieses Szenario ändert. Da wird genau so gepaukt werden, wie in der normalen Schule auch. Ich weiß nicht, wie man das mit den Prüfungen machen wird. Vielleicht werden dazu dann Ausnahmen gemacht, wo die Schüler sich in der Schule einzubefinden haben, um die Prüfung streng voneinander isoliert abzulegen.
    Schule ein einziges Horrorszenario? Dass hier Kinder auf Kinder treffen, das halte ich für einen wesentlichen positiven Aspekt. Es ist klar, dass die Schule nicht deswegen erfunden wurde. Homeschooling isoliert Kinder voneinander. Was soll daran gut sein?

  4. Avatar
    Susan Majaura

    20. Juli 2020 um 05:47

    @Ganodolon: Homeschooling isoliert Kinder nicht voneinander. In der Schule müssen sie 5 Tage pro Woche mit derselben großen Gruppe Gleichaltriger zusammen sein. Das ist für einige zu viel. Wenn Sie nicht in die Schule gehen, können Sie sich ihre Freunde selbst aussuchen und frei entscheiden, wann sie sie treffen. Zum Beispiel andere frei sich bildende oder zu Hause lernende junge Menschen oder Menschen in den Vereinen, an denen sie sich beteiligen.

  5. Avatar

    Es braucht einen anderen Begriff für das “forcierte Lockdown Homeschooling” dies ist kein Homeschooling! Zeigt nur die Unfähigkeit Lernbedürfnisse zu verstehen seitens Schulministerien. Wahl “Homeschooler” “Unschooler” “Freilerner” also Mensch die sich Selbstbestimmt für etwas entschieden haben sind keinesfalls isoliert und waren dies auch nicht während dem Lockdown. Ich durfte beobachten wie diese Gemeinschaft neue kreative Wege gefunden haben auch mit social Distancing in Kontakt zu bleiben ja sogar neue Kontakte zu knüpfen. Anstelle Zeit damit zu vergeuden Mensch zuzuschütten mit Hausaufgaben sich Gedanken über Prüfungen zu machen um am Alten festzuhalten haben viele “homeschooler” angefangen sich weltweit zu vernetzen. Im hier und jetzt zu leben und tolle neu Möglichkeiten entdeck sich zu bilden! Reflektieren was braucht es was ist wichtig wie wollen wir zusammen leben. Nach vorne schauen anstelle zurück und miteinander. Ich lebe in Luxemburg wo homeschooling möglich ist und viele Menschen dies seit Jahren machen. Interessanterweise hat niemand ins kontaktiert um zu fragen wie wir das denn so machen. Anstelle haben Schulen, Ministerien etc. diese Erfahrung ignoriert also kein Miteinander. Dies ist sehr bedauerlich aber weiterhin besteht die Einladung sich mit Homeschoolern Weltweit auszutauschen in Form von unzähligen online Konferenzen und vielem mehr 🙂 Auch möchte ich auf unzählige Studien hinweisen zur Selbstbestimmter Bildung insbesondere auf die Arbeit von Peter Gray. Eine Sammlung bereichernder Artikel, Links und Vorträge findet ihr hier: http://alliasbl.lu/de/ressources/ Es braucht unbedingt mehr Debatten über diese Themen 🙂 In diesem Sinne alles Gute ?

  6. Avatar

    Richtig, Homeschooling allein kann das nicht leisten. Denn dort wird lediglich das schulische Lehren weitergeführt. Selbstbestimmte Bildung dagegen meint ein von dem Menschen, von ihm selbst ausgehendes Lernen. In der selbstbestimmten Bildung steht der lernende Mensch im Zentrum, der seinen eigenen Interessen folgt, damit ihm ein zukunftsfähiges, intrinsisches Lernen möglich ist.
    Es geht vor allem darum, dass der junge Mensch respektiert und ernst genommen wird, die Bildung selbst bestimmen kann oder zumindest mitbestimmen darf. Es geht also auch um sein Selbstbestimmungsrecht das ihm vonunserem Grundgesetz zugesichert wird. Denn Lernen ist ein natürlicher Vorgang. Lernen und Begeisterung sind angeboren. Sie müssen weder trainiert noch entwickelt werden, sie sind die inneren Potentiale eines jeden Menschen, wenn sie denn nicht von lehrenden Schulmeistern unterdrückt werden.
    Damit wird nicht zwangsläufig die Existenz, die Bereitstellung, Zugänglichkeit, also das Angebot des Staates von Schulen als eine Bildungsmöglichkeit verneint, sondern vielmehr das lernende Kind in den Mittelpunkt gestellt, statt die Lehren eines Unterrichtenden. Auch unser Grundgesetz stellt den Menschen und seine Freiheiten in den Mittelpunkt, denn Art. 2 Abs.1 GG, „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“ beinhaltet genau dieses Recht auf eine selbstbestimmte, seinem eigenen Potential entsprechende Bildung.
    Daher kann auch kein Mensch zu einer Bildung oder zum Lernen verpflichtet werden. Täte man es, so wie es die Durchsetzung der Schulpflicht (nur in Schulgebäuden etwas gelehrt bekommen) fordert oder eine mögliche Bildungspflicht (irgendwo etwas gelehrt bekommen) fordern würde, ginge jeder junge verpflichtete Mensch fremdbestimmt gegen seine eigenen Interessen, gegen seine eigenen Potentiale vor. Denn auch eine Bildungspflicht verstieße gegen sein Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, Art.2 GG.
    Das Homeschoolen oder eine Bildungspflicht als geringeres Übel in Hinblick auf die Schulpflicht zu sehen, ist also fatal, weil sie die Rechte der betroffenen jungen Menschen im selben Maße einschränken wie die Schulpflicht.
    Wie sieht denn solch ein Homeschoolen in der Praxis aus? Praktisch würden schlicht die Eltern die Verantwortung über die Einhaltung des vom Kultusministerium vorgegebenen Lehrplans übernehmen müssen, wenn junge Menschen z.B. zu Hause lernen wollen. Da werden dann täglich die jungen Menschen überwiegend mit ihren Eltern sitzen, die sie jetzt genau das lehren, was früher der Lehrer mit den Schülern gepaukt hat. Es geht im Lehrplan des Kultusministeriums nämlich nicht um die Entwicklung von Potentialen, sondern um Auswendiglernen von Themen, die abgefragt werden – egal, ob sie sinnvoll oder gewinnbringend für den betreffenden jungen Menschen sind. Man könnte ihn auch ein Lexikon auswendig lernen und ihn dann vor der Prüfungskommission des Schulamtes abfragen lassen.
    Es wäre paradox, einen natürlich im Menschen angelegten Prozess wie das Wachsen staatlich so in dem Maße lenken und überwachen zu wollen, wie es beim Lernen geschieht. Beim Wachsen käme es uns seltsam vor, weil dies ein körperlicher Prozess ist, warum beim Lernen nicht? Weil den meisten Menschen immer noch nicht klar ist, dass auch die Art und Weise wie man lernt, körperliche Wirkungen hat.
    „Ein guter Schulabschluss ist kein Zeichen von Intelligenz, sondern von guter Anpassungsfähigkeit.“ (Gerald Hüter)
    Aus neurologischer Sicht hat ein Lehren, wie es überwiegend in staatlichen Schulen oder eben dann durch Homeschoolen stattfindet, für den jungen Menschen erhebliche negative Konsequenzen. Es ist nicht die Aufgabe der Eltern, den Geist ihres Kindes zu formen. Ihre Aufgabe ist es, dem Kind die Möglichkeit zu bieten, seinen Geist als lernendes Subjekt eigenständig zu entwickeln, sich seine Welt selbst zu erschließen. Wollen sie ihn jedoch etwas Vorgegebenes lehren, nehmen sie ihm die Möglichkeit, die vielen Aspekte dieser Welt und seiner eigenen Persönlichkeit kennenzulernen. Erklären und lehren sie etwas, wonach das Kind gar nicht gefragt hat, wird es aufhören, selbst Fragen zu stellen. Kinder dürfen nicht als Objekte der Vorstellungen, Absichten oder gar Bewertungen der Eltern oder Lehrer gemacht werden. Damit nimmt man ihnen die Würde (und verstößt auch noch damit gegen Art. 1 GG). Nur wenn sie als eigenständige Subjekte in ihrem eigenen Tempo ihren eigenen Interessen nachkommen dürfen, ist ein Lernen überhaupt möglich.
    Homeschooling hat nicht zum Ziel das Potential des jungen Menschen zu fördern, sondern Auswendigerlerntes bei Prüfungen wiederzukäuen. Man kann, wenn man dem Lehrplan des Kultusministeriums folgt, nichts Eigenes einbringen, außer solchen kleinen Annehmlichkeiten, dass man beim Lehren von Mutti oder Vati nebenbei vielleicht sein Brot essen und jederzeit auf die Toilette darf. Aber ansonsten hat man genau wie in Schulen das vorgegebene Jahresziel zu erreichen, sonst hat man sich nicht bewährt. Waren vorher noch die Lehrer diejenigen, die die Verantwortung über die Lehrinhalte zu tragen hatten, sind es nun die Eltern, die das vor ihrem Kind zu verteidigen haben. Damit mach man sich lediglich zum Büttel des Kultusministeriums.
    Und was, wenn sich das eigene Kind auch gegen diese Fremdbestimmung durch die Eltern wehrt? Wer kann ihm dann noch helfen, wenn die Eltern sich zum verlängerten Arm des Kultusministeriums gemacht haben und ihrer Rolle als für das Kind verantwortliche Eltern nun nicht mehr nachkommen können? Wohin kann sich das hilflose Kind dann wenden??

    Für eine gesunde Entwicklung unserer Kinder braucht es eine Vielzahl von Gelegenheiten für die jungen Menschen, sich als aktive Gestalter ihres eigenen Lebens zu erfahren. Das geschieht nicht durch Schul- oder Bildungspflicht oder Homeschoolen.
    Bildung ist die Summe von allem, was eine Person lernt, um ein zufriedenstellendes und sinnvolles Leben zu führen. Und dabei haben alle Menschen das Recht, ihre Potential zu entfalten, selbstwirksam tätig zu sein und eigene Handlungsstrategien zu entwickeln, die ihm ermöglichen, die sein Lebens selbstverantwortlich zu gestalten.
    Es bestehen zahlreiche Bildungsmöglichkeiten innerhalb der Gesellschaft, mit denen sich ein junger Mensch innerhalb der Gesellschaft – und nicht von ihr isoliert in Schulen – bilden kann, und es werden täglich mehr: Lernwerkstäten, Lernorte, freiwillige Bildungsmöglichkeiten…
    Im Übrigen hat die Gleichaltrigenorientierung uns genau dahin gebracht, wo wir heute stehen: junge Menschen lernen hauptsächlich sich gegen Lehrer- und Schülergewalt zu wehren, sie auszuhalten oder sie zu ertragen- oder eben nicht. Das belegen die jährlich zunehmenden Erkrankungs- und Selbstmordraten von jungen Menschen. Die Nachteile der Gleichaltrigenorientierung ist längst belegt. Das ist undemokratisch und beschämend. Isoliert man junge Menschen von der Gesellschaft, können sie logischer weise auch nicht auf sie vorbereitet werden und verantwortungsbewußt an ihr teilhaben. Fatal!

  7. Avatar

    @Susan Majaura
    Es wäre schön, wenn es so wäre, wie Sie es beschreiben. Dann könnte ich dem „Homeschooling“ auch etwas und mehr abgewinnen.
    Aber das Homeschooling, was in der Diskussion ist, hat kaum die Bedürfnisse der Kinder im Auge. Es ist nicht vorgesehen, dass Kinder sich ihre Freunde selbst aussuchen. Im Gegenteil. Mit dem Homeschooling wird erwartet, dass die Kinder vor dem „Killer-Virus“ geschützt werden, indem sie eingesperrt bleiben.
    Das zeigt auch die sture Gesinnung der Politik, die immer noch nicht mitbekommen zu haben scheint, dass Kinder von Sars-Cov-2 kaum betroffen und auch selbst nicht infektiös sind. Aber trotzdem wird erwartet, dass die Kinder zu Hause unter Verschluss bleiben. Und Masken tragen… Obwohl es keine wirklichen „Fälle“ mehr gibt, nur positive Tests, die aber mit Infektionen kaum etwas zu tun haben dürften.

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