Wurde „Long-Covid“ übertrieben?

Vor einem Jahr (Oktober 2021) veröffentlichte ich diesen Beitrag: Gar nicht so schlimm? LongCovid Beurteilung durch das britische ONS

Bereits zu diesem Zeitpunkt schien sich abzuzeichnen, dass das Phänomen „Long-Covid“ in ähnlicher Weise überzogen zu sein schien wie die durch PCR-„Tests“ aufgeblasenen „Fallzahlen“ für Covid-19. Interessanterweise wussten im Jahr 2020 bereits kurz nach der „Entdeckung“ von SARS-CoV-2 eine Reihe von „Experten“ von „Long-Covid“ und seinen Gefahren zu berichten, obwohl zu diesem Zeitpunkt für das „neue“ Virus keine Langzeiterfahrungen vorlagen (und nicht vorliegen konnten).

Inzwischen häufen sich Berichte und sogar Studien, die den Informationshype zu „Long-Covid“ näher untersuchen und wenig überraschend zu wenig schmeichelhaften Ergebnissen gelangen.

„Unherd.com“ veröffentlichte Ende August 2022 einen Beitrag [1], der eine diesbezügliche Studie [2] diskutierte.

Der Beitrag beginnt mit dem Hinweis auf alte Daten der CDC [3], die auf ihrer Webseite behauptet, dass 19 % aller Covid-19-Infizierten heute an „Long-Covid“ leiden würden. Soweit die Überschrift für alle die, die nur Überschriften lesen und dann denken, sie wüssten Bescheid.

Nach der „alarmierenden“ Überschrift heißt es dann seltsamerweise, dass doch nicht 19 % an „Long-Covid“ litten, sondern nur 7,5 %. Das sind die, die Symptome haben und drei und mehr Monate diese Symptome beibehielten.

Es stellt sich fast reflexartig die Frage, wo die fehlenden 11,5 % geblieben sind und welche Bedeutung selbige haben könnten? Oder sind sie einfach nur literarisches „Füllmaterial“, um die Überschrift pandemiegerecht und narrativfreundlich gruselig aussehen zu lassen?

Interessant ist auch der Hinweis, dass die Symptomatik für die hier angeblich beobachtete „Long-Covid“-Problematik nicht durch klinische Studien, sondern durch Fragebogenaktionen erfasst wurde. Das provoziert die nächste Frage: Wie zuverlässig sind derartige Angaben aus wissenschaftlicher Sicht?

Der „Unherd“-Beitrag zitiert dann ähnliche Daten [4] aus ähnlichen Umfragen für Großbritannien, die eigenartigerweise bei nur 2,8 % für „Long-Covid“ liegen. Auch hier fragt man sich sofort: Wodurch unterscheiden sich die Viren in den USA und Großbritannien, die hier nur 2,8 % Langzeitwirkung haben, in den USA jedoch 19 %?

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Was sagt die neue Studie?

Die Arbeit sagt im Wesentlichen, dass Teenager, deren Eltern „Long-Covid“-Symptome hatten, bei Umfragen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ebenfalls „Long-Covid“-Symptome angeben als Teenager mit Eltern ohne „Long-Covid“. Von besonderem Interesse war, dass die Teenager angaben, „Long-Covid“ zu haben, unabhängig davon, ob sie positiv oder negativ getestet worden waren.

Oder mit anderen Worten: Hier wurden Angaben zu „Long-Covid“ gemacht, obwohl überhaupt keine gesicherte Infektion vorlag. Sogar Teilnehmer mit einem negativen PCR-„Test“ hatten plötzlich „Long-Covid“.

Die Studie sah so aus, dass knapp 12.800 Teilnehmer im Alter zwischen 11-17 Jahren mit positiven PCR-„Tests“ verglichen wurden mit einer vergleichbaren Kontrollgruppe mit negativen PCR-„Tests“. 33,3 % der Teenager mit „„Long-Covid“-Eltern“ berichteten von Infektionssymptomen. Im Gegensatz dazu berichteten 22,6 % der Teenager von Symptomen, deren Eltern kein „Long-Covid“ hatten.

Bei einer echten Infektionen mit echter Symptomatik dürfte der Umstand, dass die Eltern angeblich an „Long-Covid“ litten oder nicht, keinen Unterschied machen für das Infektionsgeschehen bei den Jugendlichen. Denn Viren orientieren sich nicht an Verwandtschaftsverhältnissen.

Der Leiter der Forschungsgruppe interpretierte die Unterschiede dann auch als ein psychologisches Problem, bei dem die Angst vor „Long-Covid“ von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird. So bringt die Studie auch zum Ausdruck, dass es unwahrscheinlich ist, das Vorhandensein von „Long-Covid“ gerade bei Kindern mit Gewissheit diagnostizieren zu können. Denn die für diese Beurteilung genommenen Symptome (Fatigue, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen etc.) sind zu allgemein und unspezifisch um damit eine belastbare Verbindung zu „Long-Covid“ erstellen zu können.

Interessant ist auch, was der Leiter der Arbeitsgruppe noch zu berichten weiß. Er kommentierte:

Der größte Schaden, den wir angerichtet haben, besteht darin, die Büchse der Pandora zu öffnen und jedes Symptom mit Long Covid in Verbindung zu bringen. Es gibt eine kleine Minderheit von Kindern, die nach Covid ernsthafte Komplikationen entwickeln, aber dieser Anteil ist viel geringer als die gemeldeten Raten, wahrscheinlich weniger als 1 %.

Die Wahrscheinlichkeit von weniger als 1 % dürfte als vollkommen realistisch (und vielleicht noch als zu hoch) erscheinen, wenn man sich diesen Sachverhalt vor Augen führt:

Noch eine „Long-Covid“ Studie

Eine weitere Studie in „Nature“ [5] untersuchte Symptome und Risikofaktoren für „Long-Covid“ bei nicht hospitalisierten Erwachsenen. Die Autoren stellten hier fest, dass 5,4 % der Patienten mit einem positiven PCR-„Test“ mindestens ein „Long-Covid“-Symptom angaben. Demgegenüber standen 4,3 % der Patienten mit negativem Test.

Dies mag logisch klingen, wenn man annimmt, dass ein PCR-„Test“ wirklich in der Lage wäre, Infektionen festzustellen. In diesem Fall besteht ein Zusammenhang zwischen einem angeblich positiven Test und selbst gemachten Angaben zu Symptomen, die als „Long-Covid“ gewertet werden. Nur, wissen die Teilnehmer, dass ihr positiver PCR-„Test“ nichts über eine Infektion aussagt? Ich halte das für sehr unwahrscheinlich.

So kommt auch diese Studie zu dem Schluss, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit psychologische Faktoren hinter der gemachten Selbstdiagnose „Long-Covid“ stehen dürften. Denn bezeichnenderweise waren Unruhezustände und Depressionen Begleiterkrankungen, die in einem auffallend hohen Maße mit „Long-Covid“ in Verbindung standen. Das heißt, dass diese psychischen Störungen mit einiger Wahrscheinlichkeit einen erheblichen Einfluss auf die getätigten Selbstdiagnosen anzusehen sind, bei der die Betroffenen davon ausgehen, dass ihre Symptome etwas mit „Long-Covid“ zu tun haben müssen.

Somit könnte „Long-Covid“ für diese Menschen auch als ein willkommenes „Erklärungsmodell“ herhalten, mit dem sie eine Reihe ihrer gesundheitlichen Probleme „erklären“ können. Denn 13,5 % der Teilnehmer, die bereits vor 2020 an Angst- und Unruhezuständen litten, berichteten von „Long-Covid“-Symptomen gegenüber 7,7 % aller Teilnehmer. Bei Teilnehmern mit Depressionen waren es 13,4 %, die bei sich die Selbstdiagnose „Long-Covid“ erhoben.

Betreibt SARS-CoV-2 Diskriminierung?

Die CDC [6] veröffentlichte unlängst eine durchgeführte Haushaltsbefragung vom Juni 2022, in der eine merkwürdige Korrelation zu „Long-Covid“ zu beobachten war. Transgender geben signifikant häufiger an, an „Long-Covid“-Symptomen zu leiden als der Durchschnitt der Bevölkerung. Es wird vermutet, dass 47 % aller erwachsenen Transgender mit einer Covid-19-Infektion (wie immer die diagnostiziert wurde) angaben, an „Long-Covid“ zu leiden. Der Vergleich zur durchschnittlichen Bevölkerung: Hier machten 39 % der Frauen und 26 % der Männer entsprechende Angaben.

Wenn diese gemachten Angaben der epidemiologischen Wahrheit entsprechen, dann muss man sich die Frage stellen, ob SARS-CoV-2 Transgender diskriminiert? Warum sind diese Menschen häufiger von „Long-Covid“ betroffen als andere? Oder hat das Ganze etwas mit psychologischen Faktoren der Selbsteinschätzung zu tun? Oder auch dem Unvermögen, Bagatell-Symptome, wie sie seit Menschengedenken bestehen, als solche zu erkennen und entsprechend richtig zuzuordnen?

Wie bereits erwähnt: Wenn etwas passiert, dann ist es seit 2020 fast immer SARS-CoV-2… auch wenn es SARS-CoV-2 nicht sein kann.

Fazit

Die Tatsache, dass auf der einen Webseite der CDC verkündet wird, dass 19 % der Covid-19-Infizierten „Long-Covid“ haben, jetzt auf einer anderen CDC-Seite weit über 20 % (26 % für Männer und 39 % für Frauen) betroffen sind, dürfte ein fast sicheres Zeichen dafür sein, dass die Art und Weise der Datenerhebung (Umfragen) für „Long-Covid“ dafür verantwortlich ist, dass es grob unterschiedliche und weit übertriebene Resultate zu diesem Phänomen gibt.

Fazit vom Fazit: Könnte es sein, dass übertriebene Resultate genau das sind, was man haben wollte?

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Quellen: 

Beitragsbild: 123rf.com – Katarzyna Bialasiewicz

Dieser Beitrag wurde am 23.09.2022 erstellt und veröffentlicht.

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