Großes Blutbild

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Bei einem großen Blutbild wird zusätzlich zu den Werten des kleinen Blutbildes die Aufteilung in die unterschiedlichen Leukozyten betrachtet. Man spricht deshalb von dem Differenzial-Blutbild, das das kleine Blutbild zum großen Blutbild ergänzt. Die Zählung der Leukozyten erfolgt mithilfe des Mikroskopes.

Dabei wird eine Probe in eine Zählkammer verbracht, die optisch in kleine Planquadrate unterteilt ist. Auf diese Wiese können Zellen pro Volumeneinheit leicht gezählt und hochgerechnet werden.
Gemessen wird einmal die Gesamtzahl der Granulozyten (Norm-Werte in Klammern). Diese Zellen des Immunsystems werden  zusätzlich nach Subtypen unterteilt und gezählt.

Die Neutrophilen Granulozyten unterscheidet der Mediziner in junge Stadien (stabkernig, 0 % bis 5 %) und ältere Stadien (segmentkernig, 35 % bis 75 %). Bei einer Entzündung sind mehr stabkernige Neutrophile zu finden als im Normalfall.

Weitere Zell-Typen sind die eosinophilen (2 % bis 5 %) und die basophilen (0 % bis 2 %) Granulozyten.

Eine Erhöhung der Neutrophilen Granulozyten kann auf sehr unterschiedliche Störungen hindeuten. Dazu gehören Stress und starke körperliche Belastungen, Intoxikationen einschließlich Medikamenten-Nebenwirkungen sowie ein hoher Blutverlust.

Bei Erkrankungen des Herzens oder Gefäßkrankheiten ist die Zahl der Granulozyten ebenso erhöht wie nach Verbrennungen, Vergiftungen, vermehrter Zerstörung der Erythrozyten (Hämolyse) oder bei Autoimmunerkrankungen. Metastasenbildende bösartige Tumoren und eine Entartung Blutbildender Zellen erhöhen ebenfalls die Zahl dieser weißen Blutkörperchen. Auch Infektionen einschließlich Parasiten-Befall können Hintergrund der erhöhten Werte sein.

Eine starke Verminderung der Neutrophilenzahl führt zu einer erhöhten Anfälligkeit gegen Infektionen. Die geringe Anzahl der Neutrophilen im Blut kann durch Infektionen – vor allem durch Viren und Einzeller, selten auch durch Bakterien – hervorgerufen werden. Knochenmarksschäden und bestimmte Autoimmunerkrankungen können ebenfalls in Betracht gezogen werden. Werden die Neutrophilen in verminderter Zahl gebildet, ist auch ein Vitamin-B12 -Mangel möglich. Bei Myelodysplasien kommt es zu Wachstums- und Reifungsstörungen aller Blutzellen.

Eosinophile sind vor allem durch Wurmbefall, aber auch bei einer Allergie vermehrt im Blut zu finden. Bei verschiedenen Autoimmunkrankheiten und Hauterkrankungen ist der Messwert ebenfalls erhöht. Einige Medikamente verstärken die Bildung der Eosinophilen ebenso wie bösartige Tumoren (Krebs) dies tun. Während der Genesung nach einer Infektion kann man ebenfalls vermehrt Eosinophile im Blut feststellen.

Bei einigen bösartigen Entartungen der Blutbildenden Zellen treten basophile Granulozyten vermehrt auf. Eine allgemein erhöhte Zahl aller Granulozyten kann auf Knochenmarkschädigungen und das Cushing-Syndrom hindeuten. Daneben führen Kortison-Therapien zu höheren Granulozyten-Werten.

Die Monozyten (3 % bis 7 %) sind die Vorstufen der Fresszellen, die Krankheitserreger eliminieren. Daher sind sie vor allem während der Genesungsphase nach akuten Infektionen vermehrt im Blut anzutreffen. Bösartige Tumore und Autoimmunerkrankungen erhöhen die Zahl der Monozyten ebenso wie die Infektion durch verschiedenste Viren, bakterielle Erkrankungen (Tuberkulose) und Parasiten (Malaria). Hindeuten kann die Vermehrung der Monozyten auch auf das Pfeiffersche Drüsenfieber, Syphilis und Darmentzündungen. Zu niedrige Werte sind ein Anzeichen für eine Erkrankung des Knochenmarks, wo die Monozyten entstehen.
Auch die Zahl der Lymphozyten (25 % bis 45 %) wird im großen Blutbild untersucht. Diese Leukozyten sind auf die Produktion von Antikörpern spezialisiert. Ein erhöhter Wert des Parameters indiziert daher ausklingende virale und bakterielle Infektionen. Aber auch im akuten Verlauf gravierender Entzündungen durch Erreger steigt die Zahl der Lymphozyten an. Der Arzt muss bei einer hohen Zahl dieser Leukozyten auch das Vorliegen einer Leukämie ausschließen.

weitere Themen: Bilirubin - Blutdruckwerte - Nierenwerte - Urinuntersuchung - FSH Blutwerte - Übersäuerung

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 04.04.2018 aktualisiert

 Blutprobe

 

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