MCHC - Blutwerte
MCHC Blutwert - Zu niedrig oder zu
hoch?
Um zu verstehen, welche Werte bei einem Blutbild im Labor bestimmt werden, muss man zunächst die Zusammenhänge
und Begrifflichkeiten der Labormedizin kennen.
Das Blutbild
Bei der Erstellung eines Blutbildes werden nach der Entnahme des Blutes, meist aus der Armbeuge des Patienten,
im Labor verschiedene Werte bestimmt. Grundsätzlich gibt ein Blutbild darüber Aufschluss, wie die zellulären
Anteile des Blutes photometrisch und mikroskopisch beschaffen sind.
Der MCHC Wert beispielsweise ist ein Blutwert, welcher unter anderen neben den verschiedenen
Zellen des Blutes (hierzu gehören die roten Blutkörperchen und weißen Blutkörperchen, die sogenannten Erythrzyten und Leukozyten, die
Blutplättchen - Thrombozyten und die unreifen, roten Blutkörprchen,
medizinisch Retikulozyten genannt) ermittelt werden kann.
Was ist der MCHC Blutwert?
Der Abkürzung MCHC Blutwert bedeutet "mean cellular heamoglobine concentration". Sie definiert den - auf deutsch
- "mittlerer, zellulärer Hämoglobingehalt " der roten Blutkörperchen.
Der MCHC wird routinemäßig bei jedem Blutbild (kleines Blutbild oder
großes Blutbild) bestimmt, da er mit weiteren Werten Aufschluss über
die Funktionalität der roten Blutkörperchen gibt.
Diese Bestimmung ist sehr wichtig, da die roten Blutkörperchen für den
Transport von Sauerstoff im Blut zuständig sind. Durch die Bestimmung des MCHC und weiteren Werten der roten
Blutkörperchen können Blutbildstörungen und Erkrankungen aufgedeckt werden. Die roten Blutkörperchen werden im
Knochenmark produziert und leben ungefähr 120 Tagen lang, bis sie vor allem in der Milz wieder abgebaut werden.
Zur Berechnung des MCHC-Wertes werden im Labor das Gesamtvolumen des Blutes, die Anzahl der roten
Blutkörperchen, die Hämoglobinkonzentration und der Hämatokrit verwendet. Im Vergleich mit festgesetzten Referenzwerten (so genannten
Normalwerten) werden dann Übereinstimmungen und Abweichungen definiert.
Bei einem Erwachsenen sollte der MCHC Blutwert zwischen 33 - 36 g/dl liegen; dies entspricht dem
Referenzwert.
Welche Erkrankungen können vorliegen, wenn der MCHC Wert zu hoch oder zu niedrig
ist?
Ist der MCHC Blutwert und seine Nachbarwerte wie der MCH, MCV und RDW zu niedrig, kann dies auf einen Eisenmangel, einen Mangel an Pyridoxin
(Vitamin D6), Alkoholismus (nur eine niedriger MCHC) oder eine Leberzirrhose hinweisen. Sind all diese Werte erhöht, können eine längerfristige Nierenerkrankung, eine Krebserkrankung oder Verdauungsstörungen (z.B. Verstopfung, Durchfall, Darmerkrankungen etc.) ursächlich sein.
Was passiert, nachdem eine Abweichung festgestellt wurde?
Die im Labor festgestellten Befunde werden vom Arzt mit dem Patienten im besten Falle intensiv besprochen. Bei
einer auffälligen Abweichung vom Referenzwert werden weitere Untersuchungen des Blutes oder der Organe vorgenommen,
um der Ursache der Erhöhung/Erniedrigung des MCHC-Wertes auf den Grund zu gehen.
Manche Ursachen, beispielsweis ein Eisenmangel bei einem niedrigen Wert, können schnell durch Gabe von
Eisenpräparaten behoben werden. Bei schwerwiegenderen Erkrankungen kann im Ernstfall sogar eine stationäre Aufnahme
in einer Klinik angezeigt sein.

|