Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

Diabetes Mellitus - Die Zuckerkrankheit: Ursachen, Anzeichen, Symptome und Therapie


von: René Gräber - Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Der Begriff Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) beschreibt einen endokrin-metabolischen Erkrankungskomplex, der durch eine definierte Erhöhung des Blutglukosespiegels (Hyperglykämie) gekennzeichnet ist.

Um aufgenommenen Zucker im menschlichen Organismus verwerten zu können, ist das Hormon Insulin notwendig, welches in den Langerhans´ Inselzellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet wird. Insulin sorgt als Rezeptor dafür, dass die Zellen Glukose aufnehmen können. Daneben spielt das Hormon wichtige Rollen bei der Verwertung von Aminosäuren und beim Fettstoffwechsel.

Im nüchternen Zustand sollte der Glukosewert des Blutes nicht über 100 mg / dl liegen. Von einer abnormen Veränderung spricht man bei Werten zwischen 110 und 126 mg / dl, darüber liegende Messergebnisse sprechen für einen Diabetes.

Eine Zuckerkrankheit entsteht durch Störungen oder Erkrankungen im Bereich des hormonproduzierenden (endokrinen) Anteils des Pankreas. Er betrifft ca. fünf Prozent der westlichen Bevölkerung und gilt damit als häufigste endokrin-metabolische Erkrankung.

Dabei unterscheidet man, neben dem selten in Erscheinung tretenden Gestationsdiabetes und speziellen Sonderformen (z.B. LADA, MODY), den Typ-1- und den Typ-2-Diabetes. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an einem Diabetes zu erkranken. Hier manifestiert sich besonders der Typ 2, der sich bei fast 95 Prozent aller Fälle nachweisen lässt.

Ein Diabetes vom Typ 1 entsteht durch eine Zerstörung der insulinproduzierenden B-Zellen, wodurch ein absoluter Insulinmangel entsteht. Diese Form zeigt sich vermehrt im jungen Alter zwischen dem 15. und dem 25. Lebensjahr (= juveniler Diabetes), sie kann aber auch bereits mit Geburt in Erscheinung treten. Ursachen für die Entstehung sind genetische Prädisposition und Virusinfektionen, die zu Autoimmunerkrankungen mit speziell gegen die Inselzellen gerichteten Antikörpern führen.

Der Typ-2-Diabetes (auch Altersdiabetes) entsteht durch eine Insulinresistenz oder einen relativen Insulinmangel, Ursachen, die angeboren oder erworben sein können. Die Resistenz kann sich aus einem andauern übermäßigen Angebot an zuckerhaltigen Nahrungsmitteln entwickeln. Durch die stets erhöhte Glukosekonzentration im Körper werden die Insulinrezeptoren weniger empfindlich gegenüber Reizen, die Zellen der Bauchspeicheldrüse produzieren aber unaufhaltsam und bis zur Erschöpfung Insulin.

Anzeichen und Symptome bei Diabetes

Diabetiker weisen häufig ein typisches Bild auf, welches als metabolisches Syndrom (auch Wohlstandskrankheit) bezeichnet wird. Neben einer vermehrten Adipositas (Fettsucht), v.a. im Bereich des Bauches, leiden viele Betroffene an Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämie und Hypercholesterinämie) sowie einem Bluthochdruck (Hypertonie).

Je nach Ausprägung des Diabetes zeigen sich ein starker, z.T. unstillbarer Durst, körperliche Leistungsschwäche, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, vermehrtes Wasserlassen, erhöhte Infektanfälligkeit, Heißhunger und Juckreiz. Unbehandelt kommt es im Verlauf zu Schädigungen des gesamten Organismus. Dies betrifft v.a. das Auge (Retinopathie) (siehe auch Augenkrankheiten) und Gefäße (Mikroangiopathien), es zeigen sich vermehrt neurologische Störungen (Neuropathien), Nierenerkrankungen (Nephropathien) sowie Erektionsstörungen.

Typisch für Diabetiker ist ebenfalls ein verändertes Hautbild (häufig trocken, spröde, rissig) (Hautkrankheiten), welches schnell zu kleinen Wunden (Mikroläsionen) führen kann. Bedingt u.a. durch Durchblutungsstörungen und eine veränderte Wundheilung können diese Läsionen zu großen Hautdefekten führen, die meist schlecht heilen, gangränös entarten und über Nekrosen zum totalen Gewebezerfall führen. Nicht selten droht dann der (operative) Verlust von Körperteilen (z.B. Zeh, Fuß, Unterschenkel), um ein Weiterwandern des Gewebezerfalls aufzuhalten.

Neben den weitreichenden Organschäden kann ein übermäßig erhöhter Blutzucker zum lebensbedrohlichen Coma diabetikum (vollständiger Bewusstseinsverlust, z.T. mit drohendem Organversagen) führen.

Diagnose

Durch spezielle Glukosemessungen (u.a. Nüchternzucker, Glukosetoleranz-Test) im Blut und Urin kann ein Diabetes schnell diagnostiziert werden.

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Therapie

Die Therapie richtet sich nach vorliegendem Diabetes-Typ.

Die Substitution von Insulin beim Typ-1-Diabetes erfolgt generell durch Injektionen.

Bei Typ 2 wird primär eine Ernährungsumstellung mit Gewichtsreduktion angestrebt. Zeigen diese Maßnahmen keine (ausreichende) Wirkung, werden orale Antidiabetika verabreicht, in schweren Fällen greift man zur Injektionstherapie mit Insulin oder Insulinanaloga.

Je besser der Zuckerwert eingestellt werden kann und je konsequenter der Betroffene sich nach den Auflagen (u.a. Diät, Verzicht auf Alkohol, vermehrter Ausdauersport oder / Kraftsport, Vermeidung starker körperlicher Anstrengung) richtet, desto mehr wirkt sich dies auf eine normale Lebenserwartung aus.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 06.06.2012 aktualisiert

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