Diabetes Mellitus - Die
Zuckerkrankheit: Ursachen, Anzeichen, Symptome und Therapie
Der Begriff Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) beschreibt einen endokrin-metabolischen Erkrankungskomplex, der
durch eine definierte Erhöhung des Blutglukosespiegels (Hyperglykämie) gekennzeichnet ist.
Um aufgenommenen Zucker im menschlichen Organismus verwerten zu können, ist das Hormon Insulin notwendig,
welches in den Langerhans´ Inselzellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet wird. Insulin sorgt als Rezeptor
dafür, dass die Zellen Glukose aufnehmen können. Daneben spielt das Hormon wichtige Rollen bei der Verwertung von
Aminosäuren und beim Fettstoffwechsel.
Im nüchternen Zustand sollte der Glukosewert des Blutes nicht über 100 mg / dl liegen. Von einer abnormen
Veränderung spricht man bei Werten zwischen 110 und 126 mg / dl, darüber liegende Messergebnisse sprechen für einen
Diabetes.
Eine Zuckerkrankheit entsteht durch Störungen oder Erkrankungen im Bereich des hormonproduzierenden
(endokrinen) Anteils des Pankreas. Er betrifft ca. fünf Prozent der westlichen Bevölkerung und gilt damit als
häufigste endokrin-metabolische Erkrankung.
Dabei unterscheidet man, neben dem selten in Erscheinung tretenden Gestationsdiabetes und speziellen
Sonderformen (z.B. LADA, MODY), den Typ-1- und den Typ-2-Diabetes. Mit zunehmendem Alter steigt die
Wahrscheinlichkeit, an einem Diabetes zu erkranken. Hier manifestiert sich besonders der Typ 2, der sich bei fast
95 Prozent aller Fälle nachweisen lässt.
Ein Diabetes vom Typ 1 entsteht durch eine Zerstörung der insulinproduzierenden B-Zellen,
wodurch ein absoluter Insulinmangel entsteht. Diese Form zeigt sich vermehrt im jungen Alter zwischen dem 15. und
dem 25. Lebensjahr (= juveniler Diabetes), sie kann aber auch bereits mit Geburt in Erscheinung treten. Ursachen
für die Entstehung sind genetische Prädisposition und Virusinfektionen, die zu Autoimmunerkrankungen mit speziell
gegen die Inselzellen gerichteten Antikörpern führen.
Der Typ-2-Diabetes (auch Altersdiabetes) entsteht durch eine Insulinresistenz oder einen
relativen Insulinmangel, Ursachen, die angeboren oder erworben sein können. Die Resistenz kann sich aus einem
andauern übermäßigen Angebot an zuckerhaltigen Nahrungsmitteln entwickeln. Durch die stets erhöhte
Glukosekonzentration im Körper werden die Insulinrezeptoren weniger empfindlich gegenüber Reizen, die Zellen der
Bauchspeicheldrüse produzieren aber unaufhaltsam und bis zur Erschöpfung Insulin.
Anzeichen und Symptome bei Diabetes
Diabetiker weisen häufig ein typisches Bild auf, welches als metabolisches Syndrom (auch Wohlstandskrankheit)
bezeichnet wird. Neben einer vermehrten Adipositas (Fettsucht), v.a. im Bereich des Bauches, leiden viele
Betroffene an Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämie und Hypercholesterinämie) sowie einem Bluthochdruck (Hypertonie).
Je nach Ausprägung des Diabetes zeigen sich ein starker, z.T. unstillbarer Durst, körperliche Leistungsschwäche,
Abgeschlagenheit, Müdigkeit, vermehrtes Wasserlassen, erhöhte Infektanfälligkeit, Heißhunger und Juckreiz.
Unbehandelt kommt es im Verlauf zu Schädigungen des gesamten Organismus. Dies betrifft v.a. das Auge (Retinopathie)
und Gefäße (Mikroangiopathien), es zeigen sich vermehrt neurologische Störungen (Neuropathien), Nierenerkrankungen
(Nephropathien) sowie Erektionsstörungen.
Typisch für Diabetiker ist ebenfalls ein verändertes Hautbild (häufig trocken, spröde, rissig), welches schnell
zu kleinen Wunden (Mikroläsionen) führen kann. Bedingt u.a. durch Durchblutungsstörungen und eine veränderte
Wundheilung können diese Läsionen zu großen Hautdefekten führen, die meist schlecht heilen, gangränös entarten und
über Nekrosen zum totalen Gewebezerfall führen. Nicht selten droht dann der (operative) Verlust von Körperteilen
(z.B. Zeh, Fuß, Unterschenkel), um ein Weiterwandern des Gewebezerfalls aufzuhalten.
Neben den weitreichenden Organschäden kann ein übermäßig erhöhter Blutzucker zum lebensbedrohlichen Coma
diabetikum (vollständiger Bewusstseinsverlust, z.T. mit drohendem Organversagen) führen.
Diagnose
Durch spezielle Glukosemessungen (u.a. Nüchternzucker, Glukosetoleranz-Test) im Blut und Urin kann ein Diabetes
schnell diagnostiziert werden.
Therapie
Die Therapie richtet sich nach vorliegendem Diabetes-Typ.
Die Substitution von Insulin beim Typ-1-Diabetes erfolgt generell durch Injektionen.
Bei Typ 2 wird primär eine Ernährungsumstellung mit Gewichtsreduktion angestrebt. Zeigen diese Maßnahmen keine
(ausreichende) Wirkung, werden orale Antidiabetika verabreicht, in schweren Fällen greift man zur
Injektionstherapie mit Insulin oder Insulinanaloga.
Je besser der Zuckerwert eingestellt werden kann und je konsequenter der Betroffene sich nach den Auflagen (u.a.
Diät, Verzicht auf Alkohol, vermehrter Ausdauersport oder / Kraftsport, Vermeidung starker körperlicher
Anstrengung) richtet, desto mehr wirkt sich dies auf eine normale Lebenserwartung aus.
|