Fussschmerzen: Ursachen, Symptome und Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Der menschliche Fuß setzt sich aus der Fußwurzel, dem Mittelfuß und den Zehen zusammen. Neben der Innervation verläuft ein Geflecht aus Gefäßen, Sehnen und Bändern zwischen und in den Muskelsträngen sowie dem Fettgewebe.

 

Ursachen

Schmerzen im Fuß können an den unterschiedlichsten Stellen auftreten, ihre Ursachen sind mannigfaltig, wobei zwischen akuten und chronischen Schmerzen unterschieden wird.

Das plötzliche oder akute Schmerzempfinden kann, neben Erkrankungen und Störungen des Organismus, durch falsches Schuhwerk (zu eng), Überanspruchung oder mangelnde Pflege (z.B. Risse, eingewachsener Nagel) ausgelöst werden. Auch anlage- oder unfallbedingte Fußdeformitäten (Senkfuß, Spreizfuß, Plattfuß, Hammerzehe, Hallux-Valgus) verursachen Schmerzen, die sich vor allem unter Belastung zeigen. Hier helfen unter anderem angepasste Schuheinlagen, zum Teil wird operativ korrigiert.

Daneben lassen sich unzählige Erkrankungen nennen, die entweder vom Fuß selbst ausgehend sind (z.B. Fraktur) oder aber Begleiterscheinungen darstellen, deren Ursache unter anderem in einer Organerkrankung begründet liegt.

Häufige Ursache für Beschwerden im Fuß sind Infektionen (z.B. mit Pilzen) oder Entzündungen. Der Hautpilz (Dermatophyt) (s. auch - Hauterkrankungen) zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten generell, wobei wesentlich mehr Männer erkranken als Frauen. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, z.B. durch verlorene, infizierte Hautschüppchen. Der Pilz tritt vornehmlich über defekte Hautareale ein, wobei er ein feucht-warmes Milieu (z.B. zwischen den Zehen) bevorzugt. Neben der sichtbaren Veränderung der Haut führt der Hautpilz vor allem zu einem teilweise unstillbaren Juckreiz oder Brennen, in ausgeprägten Fällen ist die Veränderung auch schmerzhaft, einhergehend mit Blasenbildung.

Bei den verschiedenen Entzündungsformen sind Gelenke, Sehnen, Muskelstränge oder die Knochen (Knochenhaut) selbst betroffen.

Zum Teil sind diese Entzündungen an der Hautoberfläche durch Rötung, Schwellung und Überwärmung sicht- und fühlbar. Bei einer Fasciitis plantaris ist die Bindegewebsplatte der Fußsohle betroffen. Druck auf das Fersenbein löst einen spitzen Schmerz aus, der in die Fußsohlenregion ausstrahlt und Bewegungen zum Teil behindert.
Vielfach lassen sich Entzündungen, neben einer medikamentösen Therapie (Tabletten, Salben), durch Kühlung und Ruhigstellung (z.B. durch einen Gips) behandeln.

Die Achillodynie beschreibt Schmerzen, die durch Entzündungen des Schleimbeutels zwischen Fersenbein und Achillessehne oder aber auch Entzündungen der Achillessehne oder der Knochenhaut des Fersenbeins verursacht werden. Die stechenden oder drückenden Schmerzen treten vor allem unter Belastung auf.

Mit dem Begriff Fersensporn wird ein dornförmiger Auswuchs im Bereich der Ferse bezeichnet, der sich meist durch eine falsche Belastung am Knochen entwickelt. Bei bestimmten Bewegungen oder auch unbequemem Schuhwerk kommt es zu stechenden Schmerzen auf der Unter- oder Innenseite der Ferse. Die Behandlung erfolgt meist operativ durch Abtragung des Sporns. Als Variante gilt unter anderem der Ligamentsporn, bei dem sich die Wucherung nicht am Knochen sondern am Band (Ligament) ausbildet.

Menschen mit Osteoporose leiden vielfach unter Beschwerden in Händen und Füßen. Durch den langsamen Verlust von Knochensubstanz neigt der Knochen vermehrt zu Brüchen und Deformitäten. Schmerzen ergeben sich daneben aus dem Kraft- und Funktionalitätsverlust.

Ebenso verhält es sich bei rheumatischen Beschwerden oder der Gicht. Diese können, neben den typischen Arealen im Bereich der Hände und Arme, auch den Fuß betreffen und eine identische Symptomatik aufweisen.

Der Gelenkverschleiß kann zum einen altersbedingt sein, daneben aber auch durch Stoffwechselstörungen, Organerkrankungen oder traumatische Erlebnisse ausgelöst werden. Vor allem im oberen und unteren Sprunggelenk kommt es zu wiederkehrenden Schmerzen, einhergehend mit einem zunehmenden Verlust der Funktionalität.

Neben dem Versuch, den Verschleiß medikamentös aufzuhalten, wird hierbei unter anderem der Gelenkersatz erwogen. Zum Teil wird das Gelenk auch permanent versteift (bei voraussichtlicher Unbrauchbarkeit eines künstlichen Gelenks), um die Schmerzen weitestgehend zu reduzieren bzw. auszuschalten.

Morbus Sudeck beschreibt ein komplexes Krankheitsbild, welches neben vielen anderen Störungen vor allem durch starke Schmerzen (Schmerzsyndrom) gekennzeichnet ist. Verletzungen von Knochen oder auch Nerven gelten als Hauptursache für die Erkrankung, die zu diffus verteilten, starken, stechenden oder brennenden Schmerzen führt.

Nervenläsionen können durch Unfälle, Organstörungen, anatomische Variationen, Tumoren oder auch eigenständige Nervenleiden entstehen. Hierdurch kommt es zu unterschiedlichsten Beschwerden im Bereich des Fußes.

Das Tarsaltunnelsyndrom beschreibt die Verlegung oder Einengung des Nervus tibialis (hinteres Syndrom) oder des Nervus peroneus (vorderes Syndrom). Bei bestimmten Bewegungen oder auch Druck auf die Region kommt es zu einem starken Schmerzempfinden. Daneben werden auch Beschwerden in Ruhephasen beschrieben. Das Syndrom lässt sich operativ durch Freilegung des Nervens beseitigen.

Ein ähnliches Beschwerdebild zeigt sich bei der Morton-Neuralgie, bei der die Plantarnerven durch Einengung und eine gleichzeitige Mangeldurchblutung - Durchblutungsstörungen geschädigt werden. Die zum Teil anfallsartig auftretenden Schmerzen entstehen vor allem im Bereich des Mittelfußes, wobei sie in benachbarte Regionen ausstrahlen. Druck auf die vordere Fußsohle verstärkt den Schmerz.

Polyneuropathien sind unter anderem typisch für Menschen, die unter einem Diabetes mellitus leiden oder die einen Alkoholabusus aufweisen. Hierbei kommt es an unterschiedlichen Körperregionen zu Empfindungsstörungen, z.B. in Form von Kribbeln, Taubheit oder aber auch Schmerzen. Die Nerven sind dabei permanent überreizt, wodurch sie langsam zerstört werden. Die Schmerzen lassen sich vor allem im Bereich der Finger und der Zehen lokalisieren.

Diagnose

Der Facharzt wird anhand der Anamnese, körperlichen Inspektion und Palpation des Fußes die notwendigen Untersuchungen veranlassen. Hierzu stehen ihm unter anderem die Auswertung des Blutbildes (z.B. als Hinweis auf eine Organstörung), Röntgenaufnahmen, Gefäßdarstellungen, die arthroskopische Darstellung des Gelenks, die Sonographie, die Untersuchung des Hautareals oder auch Nerventests zur Verfügung.

Neben Muskeln, Sehnen, Bändern, Knochen und Nerven können auch Gefäßverletzungen oder Gefäßveränderungen (Gefäßerkrankungen) Schmerzen auslösen.

Die Erythromelalgie ist eine seltene funktionelle Durchblutungsstörung, die vor allem bei zunehmender Wärme zu einer schmerzhaften Rötung, Schwellung und Überwärmung unter anderem im Bereich des Fußes führt. Die Ursachen für die Erkrankung sind noch nicht vollständig ergründet, bisher ließen sich jedoch Gefäßregulationsstörungen, das vermehrte Vorkommen einer Thrombozythopenie sowie verschiedene entzündliche oder degenerative Gefäßerkrankungen in Kombination mit einer Erythromelalgie feststellen. Die Linderung erfolgt rein medikamentös.

Das Burning-Feet-Syndrom wird vermutlich durch Störungen des Mineralien- und Nährstoffhaushaltes ausgelöst. Dabei kommt es vorwiegend in der Nacht zu schmerzenden und brennenden Füßen. Durch Kühlung lässt sich eine Linderung der Beschwerden erzielen. Daneben unterstützt die Gabe von Mineralien, Vitaminen und Schmerzmitteln die Behandlung.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert