Schmerzmittel – problematischer als gedacht

Entgegen der landläufigen Meinung existieren keine Schmerzmittel, die überhaupt keine Nebenwirkungen haben.

Vielmehr wirkt sich eine Schmertablette ganz unterschiedlich und individuell. Diese Tatsache bezieht sich auch auf rezeptfreie Schmerzmittel, weshalb diese auch nur mit Vorsicht zu genießen sind.

Gerade die spottbilligen Generika halten viele Menschen (schon wegen des niedrigen Preises) für harmlos und nehmen diese bedenkenlos regelmäßig ein. Ich erlebe das in der Praxis immer wieder! Erschreckend!

Welche Ausmaße dieser Missbrauch angenommen hat, zeigt eine Statistik der Schmerzklinik Kiel aus dem Jahr 2015. Deren Experten bezifferten die Einzeldosen solcher Präparate in Deutschland auf 2,5 Milliarden pro Jahr. Da hilft es auch wenig, dass die Einnahme von Paracetamol zurückgegangen ist. Die Berichte über Leberschäden durch das Analgetikum haben viele Verbraucher abgeschreckt, die aber (zu dem ebenfalls kritischen!) Ibuprofen gewechselt sind.

Auch Aspirin ist nicht harmlos

Aspirin (ASS), die sogenannte Acetylsalicylsäure gilt ja schon als altes Hausmittel. Inform einer wohlschmeckenden Kautablette  erinnert das Medikament mehr an einen sauren Drops als an eine Schmerztablette. Aber ASS kann insbesondere bei einer häufigen Einnahme, Magen-Darm-Blutungen verursachen. Diese Komplikationen kosten in den USA jährlich über 15000 Menschen das Leben. Des Weiteren existieren Studien, die belegen, dass die langfristige Einnahme dieses Mittels das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Frauen erhöht.

Auch ehemals komplett rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol werden nun teilweise verschreibungspflichtig, da Studien die Gefährlichkeit dieser Mittel nachweisen. Allerdings erfordert erst eine Gesamtmenge ab 10 g ein Rezept. Diese Menge entspricht dem Zehnfachen der offiziell geltenden letalen Dosis für Kleinkinder! Denn schon 2 Tabletten mit 500 mg des Wirkstoffes können bei den Heranwachsenden den Tod herbeiführen. Kein Wunder, das Paracetamol in höheren Dosierungen des Öfteren für Suizidversuche missbraucht wird.

Paracetamol kann bei regelmäßiger Einnahme schon in kurzer Zeit Leberschäden verursachen, die zwar oft reversibel sind. Doch irgendwann kann die Leber auch komplett versagen. Schwangere, die das Medikament einnehmen, gefährden ihr Baby. Es kann später an Asthma erkranken und Jungen können einen Hodenhochstand erleiden. Im reifen Alter sind sie dann eventuell unfruchtbar. Das Risiko ist erhöht, wenn auch noch Ibuprofen hinzukommt.

Uralte Zulassungs-Praxis

Wer glaubt, Paracetamol und Aspirin hätten strenge Zulassungsverfahren durchlaufen, der irrt. Diese Mittel sind schon so lange auf dem Markt, dass sie zu einer Zeit geprüft wurden, als die Kriterien für die Verkaufsgenehmigung noch sehr niederschwellig waren. Dennoch vertrauen Konsumenten auf die Autorität der Arzneimittelbehörden, die schon die richtigen Entscheidungen treffen werden.

Ibuprofen ist ebenfalls bedenklich

Ibuprofen wirkt zwar gut gegen Kopfschmerzen, kann aber kurzfristig Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Als langfristige Schäden der Einnahme dieses Schmerzmittels wurden Leber und Nierenschäden bekannt, welche in der Regel als irreversibel zu bezeichnen sind.

Ebenfalls besorgniserregend ist die erhöhte Neigung zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Dieses Risiko scheint von allen NSARs (nichtsteroidale Antirheumatika) auszugehen. Forscher schätzen, dass die Wahrscheinlichkeit dieser Herz-Kreislauf-Erkrankungen um das Doppelte bis Vierfache zunehmen, wenn die Präparate zu oft eingenommen werden.

Grund für die Annahme sind wissenschaftliche Studien. NSARs sind schon dann gefährlich, wenn sich der Verbraucher an die Dosierungs-Vorschriften hält. Eins ahnen viele Menschen allerdings nicht: öfter als 10 Tage im Monat sollten die Medikamente nicht eingenommen werden. Diese Vorsichtsmaßnahme aber steht in keinem Beipackzettel!

Der Beitrag wurde im Oktober 2009 erstellt und am 11.2.2019 erweitert.

René Gräber

René Gräber

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