Bluteisenwerte - Verständlich Erklärt

Eisen spielt im menschlichen Körper vor allem bei dem Sauerstofftransport eine entscheidende Rolle. Das in den roten Blutkörperchen befindliche Hämoglobin könnte ohne Eisen keinen Sauerstoff binden, gleiches gilt für das in Muskelzellen vorhandene Myoglobin.

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Eine ungenügende Sauerstoffversorgung der Organe bezeichnet man als Anämie. Sehr häufig wird dies durch einen Eisenmangel hervorgerufen, weshalb die Untersuchung der Eisenwerte zur Routinekontrolle bei der Blutuntersuchung zählt.

Sehr spezifisch für die Bestimmung der Eisenwerte ist die Messung von Ferritin. Dies ist ein Protein, das Eisen im Körper speichern kann.

Selbst ein geringer Eisenmangel lässt sich anhand der Ferritin-Konzentration im Blut feststellen. Da Eisen über die Nahrung aufgenommen wird, kann sich ein Mangel durch vegetarische Lebensweise, Alkoholismus oder Diäten ergeben. Aber auch ein erhöhter Bedarf – während der Wachstumsphasen, Schwangerschaft oder Stillzeit – führt zu einer Eisenmangelanämie. Starke Blutverluste kommen ebenfalls als Ursache in Frage, ebenso wie Verdauungsstörungen (Darmerkrankungen).

Zwar ist es möglich, das Eisen im Blut auch direkt zu bestimmen, doch da der Eisenspiegel selbst innerhalb eines Tages stark schwankt, ist die Messung des direkten Eisenwertes allein völlig unbrauchbar, um einen Mangel an dem lebenswichtigen Spurenelement festzustellen.

Transferrin ist ein Protein, das Eisen im Blut transportiert. Die Transferrin-Konzentration ist bei Eisenmangel erhöht.

Durch Entzündungen, Tumoren und Leberzirrhose hingegen wird sie erniedrigt. Einige Erbkrankheiten können die Transferrin-Konzentration ebenfalls herabsetzen. Neben der Transferrin-Konzentration ist aber auch die Sättigung des Proteins mit Eisen entscheidend für eine genaue Diagnose. Hierzu wird das Verhältnis des Eisenwerts zu der Transferrinmenge im Blut gemessen.

Außerdem spielt die Eisenverteilung im Körper eine wichtige Rolle. Denn sind die anderen Werte vermindert, der Ferritinwert aber erhöht, so weist dies auf Tumoren oder Entzündungen hin. In diesem Fall ist zwar viel Speichereisen vorhanden, es kann aber nicht in genügender Menge für die Blutbildung genutzt werden.

Sind Vitamin B12 oder Folsäure nicht in ausreichender Menge im Körper verfügbar, so kann das Eisen nicht verwertet werden.

Für die körperliche Leistungsfähigkeit, besonders im Sport oder bei anderen Tätigkeiten, wo es auf körperliche Fitness ankommt, spielen die Bluteisenwerte eine besonders große Rolle. Neben einer ausgewogenen Grundernährung mit ausreichenden Mengen an Kohlehydraten  und Proteinen sollte immer dann auf die Ernährung besonders geachtet werden, wenn es darum geht, Spitzenleistungen zu erbringen. Während der Trainingszeit ist es immer eine besondere Herausforderung für den Sportler, den Anforderungen an die Ernährung gerecht zu werden. Denn hier ist eine gesunde Balance von Kalorien, Flüssigkeiten, Vitaminen und Mineralien gefragt. Und genau hier spielt die Aufnahme von Eisen eine gleichwertige Rolle, wenn die körperliche Leistungsfähigkeit optimiert werden soll. Allerdings wird diesem Faktum noch zu wenig Beachtung geschenkt.

Laut einer von der Firma Segterra durchgeführten Studie über Biomarker ist der Eisenmangel ein „beliebtes“ Problem bei Athleten, besonders bei Frauen. Aber auch männliche Athleten haben eine 6 mal höhere Wahrscheinlichkeit, ein Eisendefizit zu entwickeln als Nicht-Sportler (12 gegen 2 %). Aber was macht denn Eisen so wertvoll für die Leistungsfähigkeit?

Eisen ist ein essentielles Mineral, dass über die Nahrung in den Organismus aufgenommen werden muss. Nach dem Einbau ins Hämoglobin dient es in den roten Blutkörperchen dem Sauerstofftransport zu den Körperzellen. Darüber hinaus hilft es dem Organismus auch, Kohlenhydrate und Fette zu metabolisieren und für die Energiegewinnung zu nutzen. Bei einem Eisenmangel jedoch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Betroffene weniger rote Blutkörperchen und/oder Hämoglobin hat, was den Sauerstofftransport und die Energiegewinnung einengt. Damit verliert der Körper die Fähigkeit während der Belastungsphase, effektiv seine Energien und deren Reserven zu nutzen.

Die Symptome für einen lang anhaltenden Eisenmangel sind eine erhöhte Verletzungsanfälligkeit, ein schwächelndes Immunsystem mit einer erhöhten Erkrankungsbereitschaft, chronische Müdigkeit, Gereiztheit und hohe Herzfrequenzen unter Belastung.

Auf der anderen Seite ist ein zu hoher Eisengehalt im Blut ebenfalls unerwünscht. Denn ein zu hoher Eisengehalt erhöht die Neigung zur Entwicklung von Entzündungen, erhöht ebenso den Cholesterinspiegel und verschlechtert die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems.

Sportler haben aufgrund ihrer „Tätigkeit“ eine höhere Neigung, ihren Eisenvorrat schneller zu verausgaben als Nicht-Sportler. Grund dafür ist Schwitzen aufgrund der körperlichen Belastung, bei dem viele Mineralien, unter anderen auch Eisen, verloren gehen. Aber die körperliche Belastung scheidet auch vermehrt Mineralien über den Urin und den Stuhl aus. Bei intensiven Trainingseinheiten kann es zu kleinen gastrointestinalen Blutungen kommen, die keine weitere Gefahr darstellen, aber ursächlich zur Ausbildung eines Eisenmangels beitragen. Von daher ist es wichtig, genau auf seinen Eisenhaushalt zu achten, um Einbrüche in der körperlichen Leistungsfähigkeit zu vermeiden.

Frauen vor der Menopause (Wechseljahre) haben durch die Menstruation einen noch höheren Eisenverlust zu kompensieren. Laut Segterra haben junge Athletinnen ein dreimal höheres Risiko für eine Eisenmangelanämie als Nicht-Sportlerinnen. Und laut Statistik sind rund 20 Prozent der Freizeitsportler anämisch, ein Drittel von ihnen zeigt einen Eisenmangel. Es hat sich auch gezeigt, dass körperlich aktive nicht-anämische Frauen mit einem Eisendefizit dann ihre 5-km-Laufzeit um 30 Sekunden verbessern konnten, wenn sie zweimal täglich 8 Milligramm eines Eisensupplements einnahmen.

Die RDA (recommended dietary allowance oder die täglich empfohlene Menge einer Substanz) für Eisen für erwachsene Frauen und Teenager liegt bei 15 Milligramm. Die RDA für Männer bei 10 Milligramm täglich. Athleten dagegen sind gut beraten, diese Werte leicht zu erhöhen, um dem gesteigerten Sauerstoff- und Energiebedarf während des Sports gerecht zu werden. Um die RDA-Werte zu erreichen, können Nahrungsergänzungsmittel mit hohem Eisengehalt genommen werden. Aber es gibt auch die Möglichkeit, seine RDA über ganz normale eisenreiche Nahrungsmittel zu decken, z.B. über den Verzehr von rotem Fleisch, Geflügel, Fisch und Leber. Dies ist oft preiswerter und unter Umständen gesünder, da das in den Nahrungsmitteln enthaltene Eisen auf jeden Fall in einer organischen Form vorliegt. Anorganisches Eisen dagegen ist für den Organismus toxisch.

Für Vegetarier ist es wichtig zu wissen, dass Eisen, das aus tierischen Nahrungsprodukten kommt, eine Resorptionsrate von 15 Prozent hat. Im Vergleich dazu hat Eisen aus pflanzlicher Nahrung nur eine 5-prozentige Resorptionsrate. Frühstückscerealien z.B. und auch bestimmte Brotsorten sind mit Eisen angereichert, besonders wenn es sich um Vollkornbrot handelt.

Ein anderer Weg, einen ausreichenden Eisenspiegel zu erreichen bzw. beizubehalten, ist Teil der Vorsorge. Denn es gibt auch Nahrungsmittel, die die Eisenspiegel senken oder die Resorption von Eisen im Gastrointestinaltrakt einschränken. Koffein, Kalzium und Zink sollten nicht gleichzeitig mit eisenhaltigen Nahrungsmitteln eingenommen werden, da die gleichzeitige Einnahme die Eisenresorption beeinträchtigt.

 Vitamin C dagegen fördert die Eisenresorption, so dass ein gleichzeitiger Verzehr von Zitrusfrüchten zu befürworten ist. Das Kochen oder Braten in einem Eisentiegel erhöht ebenfalls den Eisengehalt von vielen Nahrungsmitteln. Säuerliche Nahrungsmittel haben einen höheren Gehalt an Feuchtigkeit und resorbieren somit signifikant mehr Eisen. Spaghettisoße ist hierfür ein gutes Beispiel.


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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 31.07.2012 aktualisiert

René Gräber