Großer und kleiner Aderlass
Nachdem er wegen falscher und übertriebener Anwendung noch bis vor wenigen Jahren in Verruf stand, gewinnt der Aderlass wieder an Bedeutung.
Der „große” Aderlass entstaut, entgiftet und verdünnt das Blut.
Der „kleine” Aderlass wirkt eher als Reiztherapie und aktiviert den Organismus sowie seine Immunabwehr.
Beim großen Aderlass werden 350 bis 550 ml, beim kleinen Aderlass 50 bis 150 ml Blut entnommen. Seltener erfolgt der "kleine Aderlass" direkt an Krampfadern, die entlastet werden sollen.
Hier muss anschließend ein fester Druckverband angelegt werden. Übrigens ist auch das Blutspenden nichts anderes als ein "großer Aderlass".
Der große Aderlass kommt in Frage bei:
- Bluthochdruck
- Gicht
- Migräne
- Polyzythämie rubra vera (zu viele rote Blutkörperchen)
Der kleine Aderlass kommt in Frage bei:
- Abwehrschwäche
- Migräne
- Allergien
- Krampfadern
- Hämorrhoiden
Trotz des Verlustes an roten Blutkörperchen steigt nach einem Aderlass die Sauerstoffversorgung in den kleinen Blutgefäßen, weil das Blutplasma sofort durch Gewebsflüssigkeit ersetzt wird und dadurch das Blut besser fließen kann.
Bei Blutarmut, akuten Infektionen, Durchfall, niedrigem Blutdruck, schlechtem Allgemeinzustand, Herzerkrankungen und Austrocknung dürfen keine Aderlässe vorgenommen werden!
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