Augenkrankheiten - Verständlich erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Das Auge (Oculus) dient dem Sehen und setzt sich aus Augapfel (Bulbus oculi), Sehbahn und Anhangsgebilde (Tränenapparat, Muskeln, Bindehaut und Lider) zusammen.

 

 

Untersuchungsmethoden

Wichtigstes Hilfsmittel ist die Spaltlampe, die einen queren Einblick durch das Augeninnere erlaubt. Daneben werden u.a. Augenspiegelung, Schärfenmessung, Fluoreszenz-Angiographie sowie Ultraschall zur Diagnostik genutzt.

Häufige Augenkrankheiten

Die Ophthalmologie (Augenheilkunde) beschäftigt sich mit den Erkrankungen des Sehapparates. Häufigste Augenerkrankungen sind Glaukom (Grüner Star), Katarakt (Grauer Star) und Konjunktivitis (Bindehautentzündung).

Die Katarakt bezeichnet eine Trübung der sonst klaren Augenlinse, die sich durch eine graue Färbung hinter der Pupille zeigt und meist im höheren Alter auftritt. Der dadurch bedingte Verlust der Sehschärfe ist schmerzfrei, Gesehenes erscheint nebelig. Die Entstehung ist noch nicht geklärt, Katarakt zeigt sich aber als Begleitsymptom unterschiedlicher Erkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Bei Glaskörpertrübungen handelt es sich um Veränderung in der Zusammensetzung des Glaskörpers, die bei starker Ausprägung von den Betroffenen oft auch als "fliegende Mücken" (mouches volantes) vor den Augen wahrgenommen werden.

Das Glaukom wird durch Erkrankung des Sehnervs verursacht, ausgelöst von einem Missverhältnis zwischen Augeninnendruck und Durchblutung des Nervens. Ursachen können u.a. Arteriosklerose (Erkrankung / Verkalkung der Arterien), Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen oder arterielle Hypotonie (Bluttiefdruck) sein. Die angeborene Form ist selten, die erworbene Form zeigt sich vermehrt im hohen Alter, einhergehend mit Sehstörungen, Gesichtsfeldausfällen (Skotome) bis hin zur Erblindung (mit einer der häufigsten Erblindungsgründe).

Bei der Konjunktivitis (Bindehautenzündung) reagiert die Bindehaut hauptsächlich auf Entzündungsreize aus der Umwelt, wie z.B. Bakterien, Viren, Pilze, Strahlen oder chemische Substanzen. Es zeigen sich gerötete Augen, Augenbrennen, Schwellung, Juckreiz, Fremdkörpergefühl, verklebte Lider und leichte Sehbeeinträchtigungen. Differentialdiagnostisch sollten bei roten Augen auch weitere Erkrankungen, wie z.B. Fremdkörper, Hornhautinfekt oder die Muskulatur betreffende Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Die Keratitis (Hornhautentzündung) zeichnet sich durch starke Schmerzen, Augenrötung, Fremdkörpergefühl und Sehbeeinträchtigung aus. Ursachen können chemische (z.B. Verätzungen), mechanische (z.B. Fremdkörper), physikalische (z.B. Strahlen) und biologische (z.B. Bakterien) Reize sein. Eine Ablösung der Hornhaut ist eher selten, kann aber z.B. durch Geschwüre in diesem Bereich oder Fremdkörpereinwirkung entstehen.

Medizinisch wird die Fehlsichtigkeit des Auges, bei der man in der Nähe und auch in der Ferne nur unscharf sehen kann, als Astigmatismus bezeichnet, Hornhautverkrümmung oder auch Stabsichtigkeit bezeichnet.  

Die Diabetische Retinopathie ist eine Folgeerscheinung des Diabetes mellitus, bei der die Gefäße der Retina (Netzhaut) in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Durchblutungsstörung zerstört durch Mangelernährung Teile der Netzhaut, Folgen sind Sehbeeinträchtigungen, wiederkehrende Blutungen und teilweise schmerzhafte Gewebewucherungen mit der Gefahr einer Erblindung.

Unter dem Begriff Retinitis Pigmentosa werden erbliche Augenerkrankungen zusammengefasst, die eine unheilbare Netzhautzerstörung zur Folge haben und weltweit die häufigste Ursache für einen Sehverlust darstellen. Meist kommt es im jugendlichen Alter zu einer Nachtblindheit mit verengtem Gesichtsfeld, eingeschränktem Farbsehen und Sehschärfenverlust, welche sich mit zunehmendem Alter bis zum vollständigen Sehkraftverlust hin verschlechtern.

Bei der Makuladegeneration kommt es zu einer Rückbildung der Makula, der letzlich zu einer Störung der Sehschärfe führt. Die Zellen im Bereich des gelben Flecks gehen zugrunde, wodurch das Gesichtsfeld eingeschränkt wird.

Die Amotio retinae beschreibt die Netzhautablösung, welche z.B. durch Löcher in der Netzhaut oder altersbedingte Gewebeveränderungen entsteht. Unter die Netzhaut eindringende Flüssigkeit führt zur Ablösung, wodurch die Sehfähigkeit beeinträchtigt und unbehandelt vollständig zerstört werden kann.

Fehlstellungen der Augen (Schielen / Strabismus) stellen häufig neben einem als Schönheitsmakel angesehenen Problem eine Sehbehinderung dar und zeigen sich bei vielen Menschen, meist schon im Kindesalter. Bedingt durch die unterschiedlichen Blickrichtungen beider Augen prägt sich ein Auge durch Nutzung verstärkt aus, während das andere eher ungenutzt / verschont bleibt. Schwerwiegende Folge ist eine Amblyopie (Schwachsichtigkeit) des vernachlässigten Auges. Das dreidimensionale, räumliche Sehen kann nicht richtig ausgebildet werden. Je eher man diese Fehlstellung korrigiert, umso besser der Heilungserfolg.

Lidsenkungen (Ptosis) sind eher selten, können bei Kleinkindern aber zu einer Amblyopie führen. Die angeborene Ptosis weist ein Fehlen oder die fehlerhafte Funktion des Hebermuskels für das Lid auf (Musculus levator palpebrae superioris). Erworbene Störungen können u.a. durch eine Schädigung des Levator-Muskels, seiner Nerven, allgemeine Muskelerkrankungen (z.B. Myasthenia gravis – neurologische Erkrankung mit Muskelschwäche) oder Vergiftungen auftreten.

Abweichungen der normalen Sehfähigkeit wie Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit zählen nicht zu den Erkrankungen, beeinträchtigen aber den Organismus und können auch Folge einer Organerkrankung sein (z.B. eines Grauen Stars). Die Myopie (Kurzsichtigkeit) beschreibt die Fähigkeit, weit entfernte Objekte schlechter sehen zu können als nah gelegene. Bei der Hyperopie (Weitsichtigkeit) verhält es sich umgekehrt. Beim Astigmatismus (Stabsichtigkeit) liegt eine Hornhautverkrümmung vor, bei der es zu unscharfen Abbildungen auf der Netzhaut kommt. Die Presbyopie beschreibt die physiologische Alterssichtigkeit, die sich durch unscharfes Sehen naher Gegenstände auszeichnet.

Viele Organerkrankungen führen neben anderen Symptomen auch zu einer Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Tumoren im Augenbereich sind eher selten, so z.B. im Bereich der Bindehaut das Melanom oder Lymphom, im Netzhautbereich das bösartige Retinoblastom, welches unbehandelt letal verläuft.

Altersbedingten Augenerkrankungen vorbeugen

Während einige Augenerkrankungen bereits von Geburt an bestehen, leiden viele Menschen erst mit zunehmendem Alter an einem Glaukom, einer Makuladegeneration oder einer Linsentrübung.

Jahrelang galt Vitamin A als der Vitalstoff für gesunde Augen schlechthin. Doch Wissenschaftler konnten kürzlich an Tierversuchen zeigen, dass Vitamin D möglicherweise weitaus effizienter altersbedingten Augenerkrankungen vorbeugen kann (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22217419).

Bei alten Mäusen verbesserte sich bereits nach sechswöchiger Gabe eines Vitamin-D-Präparates die Sehkraft deutlich. Zusätzlich verlangsamte das Nahrungsergänzungsmittel bei den Tieren Alterungsprozesse der Netzhaut. Gleichzeitig kam es außerdem zu einer deutlichen Verminderung von Makrophagen an der Netzhaut. Diese Immunzellen sind oftmals für entzündungsbedingte Schädigungen der Retina verantwortlich.

Interessant war bei den Beobachtungen der Wissenschaftler auch, dass die Gabe von Vitamin D zu einer verminderten Ansammlung von Beta-Amyloid im Auge führte. Dieses Protein wird nämlich nicht nur mit einer altersbedingten Erblindung, sondern, wenn es sich im Hirn anreichert, auch mit Alzheimer in Verbindung gebracht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Vitamin D sowohl  das Beta-Amyloid in der Retina als auch das im Gehirn vermindert. Da bei den Versuchstieren auch in den Blutadern weniger Beta-Amyloid als üblich nachgewiesen wurde, könnte Vitamin D möglicherweise auch altersbedingten Herzerkrankungen und Kreislauferkrankungen vorbeugen.

Ein anderer Fachartikel zeigt, dass ältere Frauen, in deren Serum nur sehr wenig Vitamin D vorliegt, wesentlich häufiger von einer Makuladegeneration betroffen sind als solche, die einen hohen Blutwert des Vitalstoffs aufweisen (http://archopht.ama-assn.org/cgi/content/short/129/4/481).

Bei ausreichend viel Sonnenlicht kann unser Körper Vitamin D selber herstellen. Daher ist es sinnvoll, sich häufig an der frischen Luft zu bewegen, um seinen Augen etwas Gutes zu tun.

Die Gesundheit der Augen hängt sowieso in großem Maße mit einer ausgewogenen Lebensweise zusammen. Rauchen ist ebenso schädlich für die Augen wie häufiges Starren auf den Computer-Bildschirm. Übergewicht und Diabetes können die Augen teilweise in fataler Weise schädigen.

Ein hoher Blutdruck kann die winzigen Adern der Retina zerstören. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel führt häufig dazu, dass der Linse Flüssigkeit entzogen wird, wodurch sich wiederum die Fähigkeit zu fokussieren verschlechtert. Gehärtete Fette, die etwa in Pommes Frites, Brathähnchen, Margarine und Keksen vorkommen, scheinen eine Makuladegeneration zu begünstigen. Der Süßstoff Aspartam wird ebenfalls mit Sehschwäche und Augenproblemen in Verbindung gebracht.

Viel Bewegung, die Reduzierung gefährlicher Umweltgifte und eine vollwertige Ernährung können hingegen für gesunde Augen bis ins hohe Alter sorgen.

Einige wertvolle Nährstoffe haben sich besonders bewährt, um die Augengesundheit zu erhalten:

Carotinoide, natürlich vorkommende Farbstoffe, haben im menschlichen Körper eine sehr große Bedeutung als Radikalfänger.

In unserer Retina findet man allerdings nur die beiden Carotinoide Lutein und Zeaxanthin (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20576249). Sie wirken hier als Antioxidantien, können aber auch energiereiches Licht, das auf das Auge trifft, absorbieren und so photochemische Schäden verhindern. Die beiden Substanzen, die dem so genannten Gelben Fleck (Macula lutea) der Netzhaut seine typische Farbe geben, finden sich vor allem in grünem Gemüse, wie Spinat und Kohl, aber auch in Eigelb.

Astaxanthin, ein weiteres Carotinoid scheint für die Augengesundheit ebenfalls von Bedeutung zu sein. Es findet sich gehäuft in mehreren Bereichen des Auges und schützt dort die Zellen vor Zerstörung.

Verschiedene Studien belegen, dass Astaxanthin unter anderem vor Augenentzündungen, Grünem und Grauem Star schützen kann. Astaxanthin ist ein Pigment der Mikroalge Haematoccous pluvialis, das diese vor UV-Schäden sichert. Da beispielsweise Lachse und Krebse die Algen fressen, enthalten auch sie den Wirkstoff.

Wasserlösliche Farbstoffe mit dem Namen Anthocyane finden sich in großem Umfang in der Augenflüssigkeit zwischen Linse und Hornhaut. Sie helfen unter anderem dabei, den Augendruck zu minimieren und das Bindegewebe der Linse zu stabilisieren. Die Anthocyane kommen beispielsweise in Blaubeeren und Schwarzen Johannisbeeren vor.

Tierische Omega-3-Fettsäuren, die unter anderem in Krillöl vorhanden sind, helfen dabei, die Hornhaut bestmöglich zu schützen, da sie unter anderem entzündungshemmend wirken. Mehrere Studien belegen, dass die Omega-3-Fettsäuren einer altersbedingten Makuladegeneration vorbeugen können (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20630597).

Weitere Interessante Themen finden Sie unter: Farbenblindheit und Lidrandentzündung.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 06.06.2012 aktualisiert